Google-Abzug Chinesen fühlen sich im Stich gelassen

Für die Meinungsfreiheit wäre es besser, Google bliebe in China und arbeitete dort an einer Öffnung, kommentiert Frank Sieren aus Peking. Nutzer sind Baidu ausgeliefert.

Eine Gruppe Gratulanten beim Besuch der Google-Niederlassung in Hongkong im Januar. Von dort aus will Google die Zensur in China umgehen

Eine Gruppe Gratulanten beim Besuch der Google-Niederlassung in Hongkong im Januar. Von dort aus will Google die Zensur in China umgehen

Auf den ersten Blick möchte man sagen: Endlich hat es den Chinesen mal jemand gezeigt. Und dass es eine mutige Entscheidung von Google war, den chinesischen Zumutungen die Stirn zu bieten. Denn die Zensoren agierten überheblich. Und sie wurden denn auch offensichtlich von dem Umzug nach Hongkong überrascht: Noch in der Nacht, als gegen drei Uhr Pekinger Ortszeit der Abzug Googles verkündet wurde, sprachen Behördenvertreter von einer "völlig falschen Entscheidung". Google habe sein "schriftliches Versprechen gebrochen".

Worin dieses Versprechen bestand, wollten sie allerdings nicht erklären. Schlechte Taktik. Auch ihr  Hauptargument, das sie in den vergangenen Tagen immer wieder benutzten, trug nicht wirklich: In keinem Land sei das Internet völlig frei.

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Dass es in China besonders wenig frei ist, wollen die Zensoren nicht zur Kenntnis nehmen. Trotzdem haben sie wohl Sorge um ihr Image und versuchten es mit einer ungeschickten Vorsorgeverteidigung. Manche kämen jetzt zu der "übereilten Schlussfolgerung", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme, dass "Investitionsklima für ausländische Unternehmen hätte sich verschlechtert". Das sei falsch. "Google ist eine Ausnahme."

Viele Manager und Unternehmen sehen das anders. Und viele haben heute heimlich Google applaudiert, da die Suchmaschine das tat, was ihre Kollegen sich nicht trauen, da sie trotz der harten Spielregeln auf dem chinesischen Markt ganz gut an ihm verdienen.

Doch auch Google muss sich kritische Fragen stellen lassen. Sind sie wirklich die Helden, als die sie sich jetzt ausgeben? War es am Ende nicht eher eine nüchterne, unternehmerische Entscheidung als eine moralische? Haben vielleicht gar wirtschaftliche Interessen über moralische gesiegt?

Offensichtlich ist jedenfalls: Das China-Engagement hat sich für Google wirtschaftlich nicht gelohnt. Mehr als zwei bis vier Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns hat das Riesenreich mit 390 Millionen Usern nicht erwirtschaftet. Und es war klar, dass es in absehbarer Zeit auch nicht steil bergauf gehen würde.

Hinzu kommt, dass den Google-Managern der PR-Effekt des Ausstiegs sehr gelegen kommen muss. Lenkt er doch von den Problemen im Westen ab, wo Google immer häufiger mit einem Big-Brother-Image zu kämpfen hat.

Leser-Kommentare
  1. Muss aufbegehren, und nicht einer Suchmaschine hinterhertrauern. Das Regime lässt sich stürzen. Das agb es zu Hauf in der geschichte. China ist längst bereit für Demokratie. Nur leider ist Demut ein verbreiteter Charakterzug, der vor dieser revolution abschrecken lässt.

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    In den westlichen Staaten konnte sich erst die (repraesentatative) Demokratie durchsetzen, als ein gewisser Wohlstand und Bildungsgrad in der Allgemeinbevoelkerung erreicht war. Ich will mich jetzt nicht mit einem Urteil ueber China vorwagen, aber was macht Sie so sicher, dass dieser Zusand dort schon erreicht ist, bei 1.3*10^9 Menschen?

    Ok, Indien hat offiziell auch eine Demokratie, aber wie demokratisch ist die im Vergleich zu China?

    Dazu kommt, dass in der chinesischen Kultur die Interessen des Individuums viel weniger Gewicht haben, das ist schon eine ganz andere Mentalitaet. Eine Demokratie wuerde sich daher in China vielleicht ganz anders ausdruecken, als wir sie kennen. Das ist allerdings auch ein Umstand, der einer Demokratisierung zunaechst im Weg steht.
    Man muss aber, wenn man den Westen und China vergleicht, auch weiter als nur zu unserem aktuellen System schauen. Damit meine ich nicht eine bevorstehende Entfernung von der Demokratie im Westen, sondern die Weiterentwicklung unseres Systems auf lange Sicht. Aus der Perspektive eines solchen Systems koennte es durchaus sein, dass die chinesische Mentalitaet insgesamt kein Nachteil ist. Das will ich nicht behaupten, aber das Gegenteil laesst sich ebensowenig behaupten.

    Ist dies also das Ziel, das den Menschen im Westen vorschwebt? Das ist in der Tat so, dass in den Medien unterschwellig die Botschaft unterbreitet wird,dass das Regime in Peking lieber gestürzt werden sollte.Diese teleologische Geschichtsauffassung,die suggeriert,dass wir die Guten und Gerechten sind und alle,die keine westliche Demokratie haben,unzivilisiert sind.Abgesehen davon,dass unsere Demokratien auch nicht perfekt sind (siehe Berlusconi in Italien oder die Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Minderheiten in Griechenland),haben wir kein Recht,den Sturz von Regierungen zu fordern oder zu unterstützen.VRC ist ein junger Staat,der nach jahrzehntelangem Chaos nach Stabilität und Identität sucht.Dies aber ist in vielerlei Hinsicht ein Zeichen von Schwäche und mangelndem Selbstbewusstsein.Weil der Weg der VRC immer noch so unsicher ist,versuchen die Eliten (die politischen oder intellektuellen),ein neues Selbstbewusstsein zu schaffen.Wenn der Westen aber die Chinesen weiterhin dämonisiert,wird das die Hardliner begünstigen,die die Angst und den Stolz der Chinesen ansprechen werden.

    In den westlichen Staaten konnte sich erst die (repraesentatative) Demokratie durchsetzen, als ein gewisser Wohlstand und Bildungsgrad in der Allgemeinbevoelkerung erreicht war. Ich will mich jetzt nicht mit einem Urteil ueber China vorwagen, aber was macht Sie so sicher, dass dieser Zusand dort schon erreicht ist, bei 1.3*10^9 Menschen?

    Ok, Indien hat offiziell auch eine Demokratie, aber wie demokratisch ist die im Vergleich zu China?

    Dazu kommt, dass in der chinesischen Kultur die Interessen des Individuums viel weniger Gewicht haben, das ist schon eine ganz andere Mentalitaet. Eine Demokratie wuerde sich daher in China vielleicht ganz anders ausdruecken, als wir sie kennen. Das ist allerdings auch ein Umstand, der einer Demokratisierung zunaechst im Weg steht.
    Man muss aber, wenn man den Westen und China vergleicht, auch weiter als nur zu unserem aktuellen System schauen. Damit meine ich nicht eine bevorstehende Entfernung von der Demokratie im Westen, sondern die Weiterentwicklung unseres Systems auf lange Sicht. Aus der Perspektive eines solchen Systems koennte es durchaus sein, dass die chinesische Mentalitaet insgesamt kein Nachteil ist. Das will ich nicht behaupten, aber das Gegenteil laesst sich ebensowenig behaupten.

    Ist dies also das Ziel, das den Menschen im Westen vorschwebt? Das ist in der Tat so, dass in den Medien unterschwellig die Botschaft unterbreitet wird,dass das Regime in Peking lieber gestürzt werden sollte.Diese teleologische Geschichtsauffassung,die suggeriert,dass wir die Guten und Gerechten sind und alle,die keine westliche Demokratie haben,unzivilisiert sind.Abgesehen davon,dass unsere Demokratien auch nicht perfekt sind (siehe Berlusconi in Italien oder die Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Minderheiten in Griechenland),haben wir kein Recht,den Sturz von Regierungen zu fordern oder zu unterstützen.VRC ist ein junger Staat,der nach jahrzehntelangem Chaos nach Stabilität und Identität sucht.Dies aber ist in vielerlei Hinsicht ein Zeichen von Schwäche und mangelndem Selbstbewusstsein.Weil der Weg der VRC immer noch so unsicher ist,versuchen die Eliten (die politischen oder intellektuellen),ein neues Selbstbewusstsein zu schaffen.Wenn der Westen aber die Chinesen weiterhin dämonisiert,wird das die Hardliner begünstigen,die die Angst und den Stolz der Chinesen ansprechen werden.

  2. gibt es nicht. Auch von der Ausrichtung der olymoischen Spiele hat man sich mehr Freiheiten für das chinesische Volk erhofft. Das Gegenteil trat ein. Pragmatismus in kleinen Schritten ist eher moralische Korruption in kleien Schritten.

  3. In den westlichen Staaten konnte sich erst die (repraesentatative) Demokratie durchsetzen, als ein gewisser Wohlstand und Bildungsgrad in der Allgemeinbevoelkerung erreicht war. Ich will mich jetzt nicht mit einem Urteil ueber China vorwagen, aber was macht Sie so sicher, dass dieser Zusand dort schon erreicht ist, bei 1.3*10^9 Menschen?

    Ok, Indien hat offiziell auch eine Demokratie, aber wie demokratisch ist die im Vergleich zu China?

    Dazu kommt, dass in der chinesischen Kultur die Interessen des Individuums viel weniger Gewicht haben, das ist schon eine ganz andere Mentalitaet. Eine Demokratie wuerde sich daher in China vielleicht ganz anders ausdruecken, als wir sie kennen. Das ist allerdings auch ein Umstand, der einer Demokratisierung zunaechst im Weg steht.
    Man muss aber, wenn man den Westen und China vergleicht, auch weiter als nur zu unserem aktuellen System schauen. Damit meine ich nicht eine bevorstehende Entfernung von der Demokratie im Westen, sondern die Weiterentwicklung unseres Systems auf lange Sicht. Aus der Perspektive eines solchen Systems koennte es durchaus sein, dass die chinesische Mentalitaet insgesamt kein Nachteil ist. Das will ich nicht behaupten, aber das Gegenteil laesst sich ebensowenig behaupten.

    Antwort auf "Das Chinesische Volk"
  4. Ist dies also das Ziel, das den Menschen im Westen vorschwebt? Das ist in der Tat so, dass in den Medien unterschwellig die Botschaft unterbreitet wird,dass das Regime in Peking lieber gestürzt werden sollte.Diese teleologische Geschichtsauffassung,die suggeriert,dass wir die Guten und Gerechten sind und alle,die keine westliche Demokratie haben,unzivilisiert sind.Abgesehen davon,dass unsere Demokratien auch nicht perfekt sind (siehe Berlusconi in Italien oder die Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Minderheiten in Griechenland),haben wir kein Recht,den Sturz von Regierungen zu fordern oder zu unterstützen.VRC ist ein junger Staat,der nach jahrzehntelangem Chaos nach Stabilität und Identität sucht.Dies aber ist in vielerlei Hinsicht ein Zeichen von Schwäche und mangelndem Selbstbewusstsein.Weil der Weg der VRC immer noch so unsicher ist,versuchen die Eliten (die politischen oder intellektuellen),ein neues Selbstbewusstsein zu schaffen.Wenn der Westen aber die Chinesen weiterhin dämonisiert,wird das die Hardliner begünstigen,die die Angst und den Stolz der Chinesen ansprechen werden.

    Antwort auf "Das Chinesische Volk"
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    Lesen Sie bitte noch einmal etwas gruendlicher! deftone hat nicht etwa geschrieben, dass er dafuer sei, die chinesische Regierung von aussen zu stuerzen. Nein, er hat vielmehr festgestellt (wie ich meine zu Recht), dass China reif ist fuer eine Veraenderung von innen heraus.

    Im Artikel selbst heisst es:
    "Google sagt, dass es an der Zeit war, ein Zeichen zu setzen gegen die Zensur. Die meisten User in China aber sehen das anders. Sie fühlen sich im Stich gelassen und sind nun mit Baidu.com einem chinesischen Quasi-Monopolisten ausgeliefert. Bislang hatten sie eine Alternative, und das allermeiste auf Google war ja nicht geblockt, betonen sie. Nun ist die Suchmaschine nach Hongkong verlagert. Peking kann sie damit komplett sperren."

    Dabei wird die Perspektive komplett verdreht. Google ist in Hongkong und damit immer noch in China. Veraendert hat sich nur eines, naemlich dass von nun an allein die chinesische Regierung fuer die Zensur verantwortlich zeichnet und Google nicht mehr mitschuldig ist.

    "Erstaunlich ist es schon, dass die meisten sich nicht über ihre Regierung ärgern, sondern über Google. Die Regierung könne man so schnell nicht ändern, argumentieren sie. Für die Entwicklung der Meinungsfreiheit wäre es daher besser gewesen, in China zu bleiben und langsam dicke Bretter zu bohren."

    Genau da liegt der Hund begraben. Bei der derzeitigen restriktiven chinesischen Politik wird sich nichts aendern, solange das chinesische Volk nicht in staerkerem Masse aufbegehrt.

    Lesen Sie bitte noch einmal etwas gruendlicher! deftone hat nicht etwa geschrieben, dass er dafuer sei, die chinesische Regierung von aussen zu stuerzen. Nein, er hat vielmehr festgestellt (wie ich meine zu Recht), dass China reif ist fuer eine Veraenderung von innen heraus.

    Im Artikel selbst heisst es:
    "Google sagt, dass es an der Zeit war, ein Zeichen zu setzen gegen die Zensur. Die meisten User in China aber sehen das anders. Sie fühlen sich im Stich gelassen und sind nun mit Baidu.com einem chinesischen Quasi-Monopolisten ausgeliefert. Bislang hatten sie eine Alternative, und das allermeiste auf Google war ja nicht geblockt, betonen sie. Nun ist die Suchmaschine nach Hongkong verlagert. Peking kann sie damit komplett sperren."

    Dabei wird die Perspektive komplett verdreht. Google ist in Hongkong und damit immer noch in China. Veraendert hat sich nur eines, naemlich dass von nun an allein die chinesische Regierung fuer die Zensur verantwortlich zeichnet und Google nicht mehr mitschuldig ist.

    "Erstaunlich ist es schon, dass die meisten sich nicht über ihre Regierung ärgern, sondern über Google. Die Regierung könne man so schnell nicht ändern, argumentieren sie. Für die Entwicklung der Meinungsfreiheit wäre es daher besser gewesen, in China zu bleiben und langsam dicke Bretter zu bohren."

    Genau da liegt der Hund begraben. Bei der derzeitigen restriktiven chinesischen Politik wird sich nichts aendern, solange das chinesische Volk nicht in staerkerem Masse aufbegehrt.

  5. Ferner ist China nicht Europa.Man mag das heutige China mit dem Wilhelminischen oder nationasozialistischen Deutschland vergleichen,wie manche es tun,aber wie kann man ein ganzes Volk wegen der Verbrechen eines anderen verurteilen,sozusagen ein Urteil durch Analogie?Die Chinesen sind anders als die Deutschen,und das kommunistische Regime hat bisher eine Flexibilität gezeigt,die gar nicht an Hitlers Größenwahn oder Wilhelms II. Abenteuertum erinnert.Wir können über das Schicksal des heutigen chinesischen autoritären Entwicklungsstaats nicht entscheiden.Es ist unmöglich,ein moralisches Prinzip zu formulieren,das den Sturz undemokratischer Regimes durch westliche Intervention,wie auch immer sie aussehen mag,rechtfertigen würde.Und zwar deshalb,weil die heutige internationale Ordnung undemokratisch ist,und weil das Völkerrecht eine Angelegenheiten souveräner Staaten ist.

  6. Früher oder später wird den Chinesen bewusst werden, in was für einem Staat sie eigentlich leben. Frühestens wenn die Wirtschaftskraft nicht mehr des Regime legtimieren kann, spätestens wenn so ein Stand von Bilung und Wohlstand erreicht ist, dass der chinesische Staat mit kritischen und nach Partizipation lechzenden Augen gesehen wird. Möglicherweise ist Google schon der Anfang vom Ende des ersten Punktes? Abgesehen davon zeigt die Reaktion die Angst der Mächtigen, dass das "Investitionsklima" sich verschlechtere: Zeichen der Instabilität aus erster Hand.

    Und natürlich ist Angst vor Ablehnung vom Westen auch der Faktor, der die Chinesen in den blinden Nationalismus treibt, der ihnen die Augen vor der Wirklichkeit der eigenen Regierung verbindet.

    Die Demokratie ist de facto die beste Staatsform die uns momentan zur Verfügung steht, dies nicht zu sehen ist gewissermaßen ein Verrat an selbiger, um es krass auszudrücken, da diese Haltung falsche Toleranz gegenüber Unterdrückung heraufbeschwört. Diese ist aber niemals aktzeptabel, und durch keine, und ich sage keine noch so langjährige Tradition zu rechtfertigen. Wenn der Westen die Chance hat ohne allzu hohe moralische Kosten das Regime zu beseitigen, so ist es moralische Pflich und keine Option, dies auch zu tun, sofern wir wirkliche Demokraten sind.

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    Und den Menschen dort würd's danach vermutlich wesentlich dreckiger gehen. In aller Regeln sind evolutionäre Entwicklungen zum einen wesentlich nachhaltiger, zum anderen am besten für die Menschen als revolutionäre Entwicklungen.

    Und das Wohl der Menschen sollte im Vordergrund stehen. Sollte ein Machtvakuum entstehen, kommt es schnell zu einer Eigendynamik, die nicht mehr zu lenken ist.

    Am Ende steht womöglich eine wesentlich schlimmere Diktatur.

    Und den Menschen dort würd's danach vermutlich wesentlich dreckiger gehen. In aller Regeln sind evolutionäre Entwicklungen zum einen wesentlich nachhaltiger, zum anderen am besten für die Menschen als revolutionäre Entwicklungen.

    Und das Wohl der Menschen sollte im Vordergrund stehen. Sollte ein Machtvakuum entstehen, kommt es schnell zu einer Eigendynamik, die nicht mehr zu lenken ist.

    Am Ende steht womöglich eine wesentlich schlimmere Diktatur.

  7. Und den Menschen dort würd's danach vermutlich wesentlich dreckiger gehen. In aller Regeln sind evolutionäre Entwicklungen zum einen wesentlich nachhaltiger, zum anderen am besten für die Menschen als revolutionäre Entwicklungen.

    Und das Wohl der Menschen sollte im Vordergrund stehen. Sollte ein Machtvakuum entstehen, kommt es schnell zu einer Eigendynamik, die nicht mehr zu lenken ist.

    Am Ende steht womöglich eine wesentlich schlimmere Diktatur.

    Antwort auf "Jedoch..."
    • Ranjit
    • 23.03.2010 um 20:04 Uhr

    Ich finde die derzeitige Diskussion um Google seltsam.
    Vielleicht als Einwurf: Google macht etwas, Microsoft nicht.
    Bing zensiert ungeniert. Google zieht wenigstens die Konsequenzen. Das ist mehr als sich Deutschland traut.

    Ich finde es tragikomisch, dass sich über Google aufgeregt wird, obwohl andere Firmen die Zensur völlig schnurtz ist oder sie sie gar tatkräftig unterstützen. Cisco Systems verdient Geld damit, die Chinesische Regierung mit der nötigen Zensurhardware zu versorgen.

    Aber kritisiert wird nicht Microsoft, nicht Cisco Systems, nicht die Deutsche Regierung. Kritisiert wird Google.

    Es geht doch nicht darum, dass Google nicht die optimalste Zensurbekämpfungsstrategie gewählt hat. Google hat an einer umbequemen Wahrheit gerührt. Die jetzige Welle der Kritik wirkt wie ein "Hättet ihr nur die Klappe gehalten, dann müssten wir uns jetzt nicht damit auseinandersetzen"

    Die Wahrheit ist: Der Westen profitiert von den Arbeits- und Lebensbedingungen in China. Jeder einzelne von uns. Ein Teil unseres Luxus basiert auf Zensur. Nicht hier direkt, sondern eben in China, aber trotzdem.

    Ohnehin: Google verzichtet auf nen Batzen Kohle um Menschenrechte nicht brechen zu müssen. Was war das letzte multinationale Unternehmen, dass das getan hat? Gab es überhaut schon eines?

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