Internet-Charta "Wir haben das Recht auf Vernetzung"Seite 2/2
VI. Wir haben das Recht auf Kontrolle über unsere Daten. Jeder sollte Zugang zu seinen persönlichen Informationen haben. Und was dir gehört, gehört dir. Wir wollen, dass das Internet auf dem Prinzip der Übertragbarkeit beruht, sodass Informationen und Werke nicht von einer Regierung oder einem Dienst eingesperrt werden können. Und der Urheber Kontrolle über sie bewahren kann. Doch darf nicht vergessen werden, dass Kontrolle, die dem einen gegeben wird, der andere hergeben muss; in diesem Detail lauern Tücken. Dieses Prinzip meint Urheberrechte und die dazugehörenden Gesetze, die die Regeln und Grenzen für Kontrolle bestimmen. Und dieses Prinzip wirft Fragen auf, ob die Weisheit der Masse auch der Masse gehört.
VII. Wir haben das Recht auf unsere eigene Identität. Das ist nicht so einfach wie bisher, wo unser Name unsere Identität ist. Denn unsere Netzidentität besteht aus Namen, Adressen, Kommentaren, Ideen, Handlungen, Verbindungen. Außerdem ist es in repressiven Regimen eine Notwendigkeit, seine Identität zu verbergen und anonym zu bleiben; daher muss auch die Anonymität im Netz geschützt werden, mit all den damit verbundenen Macken und Hürden und Trollen – um den Dissidenten und den Whistleblower zu schützen. Diese beiden Absätze über Kontrolle und Identität formen das Recht auf Privatsphäre, das vor allem eine Frage der Kontrolle ist.
VIII. Was öffentlich ist, ist ein öffentliches Gut. Das Netz ist öffentlich; es ist ein tatsächlich öffentlicher Raum (viel mehr als ein Trägermedium). In dem Drang, die Privatsphäre zu schützen, müssen wir uns der Gefahr bewusst sein, die Definition der Öffentlichkeit nicht zu beschränken. Was öffentlich ist, gehört auch der Öffentlichkeit. Der Versuch, solche Dinge als privat oder geheim zu deklarieren, unterstützt Korruption und Tyrannei.
IX. Das Internet sollte offen sein. Das Internet muss weiterhin mithilfe von offenen Standards errichtet und kontrolliert werden. Es darf nicht von irgendeiner Regierung oder irgendeinem Unternehmen übernommen werden. Es darf nicht besteuert werden. Es ist die Offenheit des Netzes, die seine Freiheit garantiert. Es ist diese Freiheit, die das Netz definiert.
- Datum 30.03.2010 - 17:04 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich glaube, es heisst korrekt digital economy bill. Mit digital rights bill (s. Bildkommentar) kam ich beim googeln nicht weit.
Die Briten planen im Prinzip auf Verlangen von Urheberrechteinhabern jeden vom Internet abzutrennen, der Urheberechte verletzt. Dazu gehoeren Haushalte wie auch Websites. Internet-Provider sollen verpflichtet werden, solche Massnahmen auf Verlangen von Rechteinhabern durchzufuehren.
D.h. in Zukunft duerfte z.B. eine Site wie youtube in GB es schwer haben. Unter Umstaenden wird sie von Providern gesperrt werden.
Weiterfuehrende ausfuehrliche Quelle (engl.):
http://www.guardian.co.uk...
Wir hatten schon mal Freiheit im richtigen Leben. Ganz am Anfang. Dann kamen Menschen und haben sie ausgenutzt. Anschließend gab man uns 10 Gebote. Die sind im Großen und Ganzen auch anerkannt. Trotzdem halten sich nicht alle dran. Weil das (leider) so ist, wurden unter dem Einfluss von Erfahrungswerten, Religionen oder anderen Einschüchterungsorganisationen Sanktionen erdacht, die helfen sollten, die verbliebene Freiheit zu reglementieren. Die ließ sich aber nicht klein kriegen und wanderte ab. Es fand sich ein Plätzchen im WWW. Neue Geschäftsmodelle wurden mit ihrer "Hilfe" geboren. Nie gekannte Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen. Sie hat die Menschen näher zueinander gebracht. Dann haben einige dies ausgenutzt und Dinge verabredet, die Superböse sind. Seitdem geht der Trend dahin, daß Freiheit verdächtig ist und komplett überwacht werden soll. Man könnte den Eindruck gewinnen, daß das gerne genommen wird. Initiiert von Machtinteressen, durchgesetzt von Parlamentariern, denen wir das Vertrauen gaben, unsere Freiheit zu bewahren. Und anstatt dem Missbrauch unserer Freiheit entgegen zu treten, schränken sie diese ein.
Fortsetzung in "Außer Kontrolle! #2"
Das gefällt nicht allen, denn diese "virtuelle" Unfreiheit wirkt sich vehement auf die "reale" Freiheit aus. So ist denn diese "Internet Charta" leider auch nur ein schöner Versuch, etwas zu behalten, was nur noch eingeschränkt, wenn überhaupt, zu retten ist, bzw. gerettet werden soll. Es steht zu befürchten, daß der gut gemeinte Vorschlag eher als Anlass zum Gegenteil genommen wird. Denn noch bevor darüber nachgedacht wurde, wie dieses höchste Gut vor bösem Zugriff zu bewahren ist, wurde beschlossen, wie es kontrolliert wird. Die Geister die man rief, fliegen leider nicht in die gewollte Richtung. Inhalte von "Sozial Communities" werden von geneigter Seite zur Auslese genutzt, jedoch nicht zum Vorteil der darin Vernetzten. Das Recht auf Anschluss unterliegt kapitalistischen Interessen, dadurch geschaffene Möglichkeiten wecken selbige in der Obrigkeit. Hilferufe wie dieser verhallen, das ungebetene Echo heißt ELENA und INDECT.
Wenige sind der Auslöser, bezahlen müssen alle. Haben wir das nicht gerade in einem anderen Zusammenhang auch?
Die erste Regel im Internet sollte doch lauten, die Regeln erstellt die Community. Kontrolle von außen ist immer eine Interessenvertretung von Wenigen und damit eine Einschränkung der Freiheit von Vielen.
Die erste Regel im Internet sollte doch lauten, die Regeln erstellt die Community. Kontrolle von außen ist immer eine Interessenvertretung von Wenigen und damit eine Einschränkung der Freiheit von Vielen.
Die erste Regel im Internet sollte doch lauten, die Regeln erstellt die Community. Kontrolle von außen ist immer eine Interessenvertretung von Wenigen und damit eine Einschränkung der Freiheit von Vielen.
Allgemeingültige Regeln fürs Internet sind eine gute Idee. Diese hier sind tatsächlich sehr amerikanisch - und sollten vielleicht etwas universeller gehalten werden. Wie dem auch sei.
WIE genau soll das Netz denn jetzt zu diesen Regeln kommen?
Gibt sich eine demokratische Nation eine Verfassung sollte es im Idealfall so aussehen, dass eine verfassungsgebende Versammlung gewählt wird und hinterher auch die Verfassung selbst durch Wahl bestätigt wird.
Nur, wie sollen solche Netzregeln "legitimiert" werden?
Würden sie einfach verordnet, widersprächen sie sich selbst.
Wie sollen aber alle Internetnutzer dieser Welt informiert werden / mitdiskutieren können / abstimmen?
Glücklicherweise ist das Internet nicht zentralistisch angelegt, sondern eben ein Netz. Man sollte also in der Lage sein, schlimmstenfalls neue Server aufzustellen, wenn eine Macht das Netz blockiert, und die Sperren zu umgehen. Denn die Ausweitung des Netzes hat mehr von einem Wachstumsprozeß wie bei Pflanzen als einem von Menschen geplanten und durchgeführten Aufbau. Das Internet ist ein Pilz. Es kann sich durch den Untergrund graben. Anscheinend geschehen ähnliche Dinge selbst in China. Man kann große Portale sperren, aber nicht Seiten, von denen die Zensur nicht weiß, und bis die Behörden sie finden, gibt es sie erstmal. Das macht mir Hoffnung.
leider ist das Internet sehr wohl zentral gesteuert... es gibt wohl mehrere Netzanbieter und viele Anschlussanbieter trotzdem ist das Internet hirarchisch aufgebaut... Gerade die DNS Struktur aber auch das Routing kann sehr leicht kontrolliert, manipuliert und notfalls auch abgeschaltet werden... Sich auf die "Selbstheilungskräfte" der TCP/IP Protokolle und des Routing zu verlassen ist, was die freie Meinungsäusserung, Freiheit und Demokratie anbelangt, fahrlässig.
leider ist das Internet sehr wohl zentral gesteuert... es gibt wohl mehrere Netzanbieter und viele Anschlussanbieter trotzdem ist das Internet hirarchisch aufgebaut... Gerade die DNS Struktur aber auch das Routing kann sehr leicht kontrolliert, manipuliert und notfalls auch abgeschaltet werden... Sich auf die "Selbstheilungskräfte" der TCP/IP Protokolle und des Routing zu verlassen ist, was die freie Meinungsäusserung, Freiheit und Demokratie anbelangt, fahrlässig.
Besonders interessant wird es werden wenn einst, vieleicht in naher Zukunft, für das publizieren im Internet Lizenzen vergeben werden welche ausgestellt oder wieder zurückgezogen werden können. Eine Lizenz zu besitzen erhebt einmal mehr den BEsitzer auf einen von aussen Defineriten Status ganz so wie es heute die Kommentarspalten suggerieren. Publizieren und sei es auch nur ein Blogeintrag wird ohne Lizenz illegal und die gesetzlichen Mechanismen zur unterdrückung unliebsamer Meinungen kann einmal mehr erfolgreich erstickt werden. Die technischen und administrativen Massnahmen zur Filterung beliebiger Inhalte und/oder auch IP Adressen/Benutzer/Demokratischer Teilnehmer sind so vielfältig wie des Menschen Geist zur freien Meinungsäusserung. Es braucht dann nur noch ein paar Richtersrüche und der grösste Teil der Menschen beschränkt sich freiwillig auf Selbstzensur was ähnliche Konsequenzen hat wie erkömmliche Zensur. Bereits das Einführen einer Charta ist der erste Schritt zur zentralen Verhaltens/Meinungs/Inhalte/kontrolle bei der es nur noch wichtig ist wer diese Charta mit Geist und Inhalten füllt. Ohne Charta herrscht die Anarchie und die ist ja bekannt dafür das keine zentrale Kontrolle vorhanden sein darf, ja dieser jegliche Legitimation abspricht überhaupt zu existieren.
leider ist das Internet sehr wohl zentral gesteuert... es gibt wohl mehrere Netzanbieter und viele Anschlussanbieter trotzdem ist das Internet hirarchisch aufgebaut... Gerade die DNS Struktur aber auch das Routing kann sehr leicht kontrolliert, manipuliert und notfalls auch abgeschaltet werden... Sich auf die "Selbstheilungskräfte" der TCP/IP Protokolle und des Routing zu verlassen ist, was die freie Meinungsäusserung, Freiheit und Demokratie anbelangt, fahrlässig.
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