Semantic Targeting Werbung an der richtigen StelleSeite 2/2

Als Kunde kauft man nicht bestimmte Keywords oder bucht Werbung auf einer festgelegten Website, sondern man wählt aus den 3.000 Themenumfeldern aus – und iSense durchsucht das Web dann nach den relevanten Werbeplätzen. Ad Pepper hat Isense und Sitescreen mittlerweile in andere Sprachen transformiert. "75 Prozent der Wörter kann man übersetzen", sagt Crystal. Ansonsten besteht die Arbeit eher in der Anpassung auf unterschiedliche Produktkulturen, weil man zwar den Begriff Schokolade übersetzen kann, aber nicht die vielen englischen Markennamen, die um das Wort gruppiert sind. Seit Anfang 2009 sind die Programme auch in Deutschland verfügbar, allein dieser Anpassungsprozess hat rund zwei Jahre gedauert.

Zumindest in einer Hinsicht sei der Schritt aus der Sphäre der Intellektuellen in die Welt des Business dann doch nicht so groß gewesen, sagt Crystal: "Wenn man ein Akademiker ist wie ich, will man etwas machen, das für Menschen nützlich sein kann." Ähnlich sehen das junge Linguisten, die nun auf einmal die Perspektive haben, nach der Universität im Bereich Online-Werbung Geld zu verdienen. Schließlich bedeutet Semantic Targeting auch Work in progress. "Pro Tag entstehen in der englischen Sprache drei bis vier neue Worte", sagt Crystal. Außerdem müsse man die Umfelder der Begriffe ständig überarbeiten. "Zu ‚Irak‘ gehört heute ‚Selbstmordattentäter‘. Das war vor zehn Jahren noch nicht so."

Letztlich, sagt Crystal, könne Online-Werbung nur funktionieren, "wenn wir uns auf etwas sehr Vertrautes verlassen: unser Gehirn".

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Tiere

    Für kommerzielle Werbezwekce zu missbrauchen ist genauso abstoßend wie kleine Kinder dafür zu missbrauchen. Ein Kind und ein Schaaf sind unmündig und Hilfebedürftig und sollten daher nicht als Mittel zum Zweck gebraucht werden. Das nenntman ausnutzen und ist moralisch verwerflich.

    Zum Artikel:
    Das erinnert mich an den Artikel über AUschwitz in einer Tageszeitung, neben dem eine Webung von Eon stand, die für das Gas der Firma wirbt. Griff ins Klo.

  2. ... ist das Tiere Geld verdienen müssen damit ihr Besitzer ihre existenz rechtfertigen kann.

    Schlachten oder Werben?

  3. Die Tiere freuen sich sicher, dass sie jetzt keine Überwürfe mit Werbung tragen müssen, sondern Überwürfe mit einem "Dankeschön, Bürgermeister" tragen dürfen. Solange man die Tiere nicht quält, sehe ich auch nicht, wo das Problem sein soll.

    Die Idee von Crystal, Werbung intelligent zu platzieren war überfällig. Ohne Werbung fände ich es zwar noch besser, aber wenn schon Werbung, dann wenigstens halbwegs passende. Oder eher: Keine deplatzierte.

  4. Schade nur, dass Semantic Targeting nicht mal ansatzweise gut funktioniert. Entweder es kommt nach wie vor vor, dass man unpassende Werbeanzeigen schaltet oder man lässt viele passende Werbeplätze links liegen. Einen dieser beiden Fehler muss man bei dieser noch in den Kinderschuhen steckenden Technologie hinnehmen. Und dann muss der Kram auch noch für jede Sprache neu entwickelt/justiert werden.

  5. So ein Riesenarchiv von Ontologien wird nie zufriedenstellend funktionieren. Letzen Endes ist Sprache zu kompliziert, um solch große Kategorisierungssysteme zu verwenden. Suchmaschinen müssen stärker mit Semantik arbeiten, aber auf andere Weise. Sie sollten mit Unschärfen nach der Baierschen Statistik umgehen. Targeting für Werbung einzusetzen ist überflüssig wie ein Kropf.

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