Apple vs. Adobe Die späte Rache des Steve Jobs
Wer Apple kritisiert, der bekommt Ärger mit dem Herrgott persönlich. Das zeigt einmal mehr ein offener Brief des Apple-Chefs an die Konkurrenten von Adobe.
© Robert Galbraith/Reuters

Apple-CEO Steve Jobs
"Thoughts on flash" hat Steve Jobs einen offenen Brief überschrieben, der gerade auf der Appleseite veröffentlicht wurde – Gedanken zu Flash. Es ist kein Geheimnis, dass der Chef des Elektronikkonzerns Apple die Multimediasoftware von Adobe für Mist hält.
Die eigentliche Nachricht ist, dass Steve Jobs sich überhaupt genötigt sieht, auf mehr als drei Seiten zum Flash-Krieg Stellung zu beziehen und zu erklären, warum das Programm auf iPhone und iPad nicht laufen soll. Bislang scherte sich das Unternehmen nicht sonderlich um so generelle Kundenbeschwerden und wusste einfach besser, was die Nutzer wirklich wollten.
Wobei Ton und Inhalt seiner Gedanken klingen, als ginge es in ihnen nicht um die Kunden. Denn sie sind, vorsichtig ausgedrückt, erstaunlich. Zumindest in zwei Punkten. Jobs' erstes Argument, warum Flash nicht taugt, ist die fehlende Offenheit: "Adobe’s Flash products are 100% proprietary. They are only available from Adobe, and Adobe has sole authority as to their future enhancement, pricing, etc. By almost any definition, Flash is a closed system." Sinngemäß meint das, Flash könne von niemandem verändert werden als von Adobe und allein Adobe bestimme, wer was mit dem Programm anstellen dürfe.
Das trifft vollständig auch auf Apple zu. Kaum ein Technikkonzern hat so perfekte Modelle entwickelt, um die Kontrolle über seine Produkte zu behalten wie Apple. Jobs gibt das sogar zu, wenn er schreibt, auch Apple habe "viele proprietäre Produkte". Dann aber kommt: "... we strongly believe that all standards pertaining to the web should be open." Im Netz setze man allein auf offene Standards wie HTML5, CSS und JavaScript.
Das darf getrost als zweierlei Maß betrachtet werden: Geschlossen ist also völlig in Ordnung, solange es nichts mit dem Netz zu tun hat. Interessante Sichtweise für ein Unternehmen, dessen Produkte nur Software zulassen, die von Apple dafür freigegeben wurde. Nur bei Browsern muss das also anders sein? Vielleicht, weil es heutzutage unmöglich geworden ist, einen proprietären Browser erfolgreich auf den Markt zu bringen?
Und nur am Rande: Die Basis von Apples komplett kontrollierter Produktlinie, das Betriebssystem OS X, basiert auf dem freien Betriebssystem Unix.
Das zweite interessante Argument ist ähnlich fadenscheinig und noch entlarvender. Man habe "schmerzhaft erfahren müssen", dass es keine gute Idee sei, eine dritte Ebene zwischen eine Plattform und deren Entwickler zu bringen. Wer an einem System mitarbeiten wolle, dürfe nicht abhängig sein von den Werkzeugen eines dritten Partners – in diesem Fall von Adobe. Was nichts weiter heißt, als dass Apple sich nicht abhängig machen möchte von den Fortschritten eines Dritten und allein kontrollieren will, wann Entwickler Neues veröffentlichen können. Mehr Kontrolle also.
Jobs schreibt: "It is not Adobe’s goal to help developers write the best iPhone, iPod and iPad apps. It is their goal to help developers write cross platform apps." Das ist natürlich übel – dass da jemand versuchen könnte, nicht nur für Apple tolle Sachen zu bauen, sondern vielleicht auch für andere Systeme. Die vier Absätze, die Jobs dazu schreibt, ließen sich auch kürzer zusammenfassen: "Alles meins."
Die übrigen Argumente, die er erwähnt, sind nicht neu und wurden bereits kolportiert: Flash fresse Ressourcen, Flash sei nicht sicher, Flash könne kein Touchscreen. Die Diskussionen, ob sie stimmen oder nicht, füllen inzwischen ganze Blogs. Interessanter ist die Haltung, die der Brief offenbart: Apple will sein Geschäftsmodell von niemandem abhängig machen. Nicht einmal von einem alten Freund.
Immerhin schreibt Jobs am Anfang leicht arrogant, "we met Adobe’s founders when they were in their proverbial garage". Man habe die Adobe-Gründer also kennen gelernt, als sie noch in ihrer Garage hockten und sei dann ihr erster großer Kunde gewesen. Das kann also auch als tiefe Kränkung des als rachsüchtig geltenden Applechefs gelesen werden: Wir haben euch groß gemacht und jetzt meckert ihr über uns. Das ist nicht nett. Der letzte Satz bestätigt das: "Perhaps Adobe should focus more on creating great HTML5 tools for the future, and less on criticizing Apple for leaving the past behind." Kümmert euch mehr um die Entwicklung offener Standards und weniger darum, Apple zu kritisieren, weil man "die Vergangenheit hinter sich gelassen habe". Offensichtlich hat da jemand mit der Vergangenheit noch lange nicht abgeschlossen. Und es ist nicht Adobe.
- Datum 29.04.2010 - 18:05 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Seifenopern in der Wirtschaft...
interessiert sich irgendjemand für einen typen, der alles als seine erfindung ausgibt, obwohl er es von open source projekten übernommen hat?
apple ist nur für die wirtschaft interessant, aber nicht als innovationsmotor.
Mit Verlaub, selten so einen Schwachsinn gehoert. Das sitzen Sie wahrscheinlich wohl vor ihrem PC und haben keinen Dunst, dass es Apple war, die den PERSONAL COMPUTER - aka PC eingefuehrt haben ... Da kopiert Windows krampfhaft seit jeher Elemente des Apple-Betriebssystems und Sie behaupten allen Ernstes Apple sei kein Innovator. Doesen Sie weiter ... P.S. Apples OS ist urspruenglich auch nicht auf deren Mist gewachsen, aber Sie haben das wenige in ein hevorragendes OS verwandelt. Das hatte damals niemand auf dem Programm!
Mit Verlaub, selten so einen Schwachsinn gehoert. Das sitzen Sie wahrscheinlich wohl vor ihrem PC und haben keinen Dunst, dass es Apple war, die den PERSONAL COMPUTER - aka PC eingefuehrt haben ... Da kopiert Windows krampfhaft seit jeher Elemente des Apple-Betriebssystems und Sie behaupten allen Ernstes Apple sei kein Innovator. Doesen Sie weiter ... P.S. Apples OS ist urspruenglich auch nicht auf deren Mist gewachsen, aber Sie haben das wenige in ein hevorragendes OS verwandelt. Das hatte damals niemand auf dem Programm!
Ganz ehrlich, hier verliert jemand völlig die Bodenhaftung.
Ob Flash gut oder schlecht ist oder was Adobes Ziele sind ist völlig egal. Es ist nicht Jobs Aufgabe den Nutzern vorzuschreiben, welche Inhalte sie sehen dürfen und welche nicht. Das gebietet der Respekt vor den eigenen Kunden.
Apple ist ironischerweise genau zu dem geworden, was es an Microsoft angeprangert hat: ein diktatorisches Regime.
Noch ist Apple chic, aber wie lange noch? Selbst Jeff Jarvis hat sein iPad wieder zurückgeschickt, und dass als Appleaktionär. Die Fashionistas werden ihrem Gott Jobs wohl noch eine Weile treu bleiben, aber das eigentliche Herzblut von Apple, die Kreativen, die Intelligenten und die Entwickler, wenden sich von dem selbstverliebten Riesen ab. Und auch die Presse, die im iPad die Erlösung wähnt, wird nur allzu bald lernen, dass Apples Produkte nur noch Apple dienen.
Schade eigentlich. Apple wird wie Sony: super Produkte, super Design, wiederwärtiges Geschäftsmodell.
Lesenswert:
Cory Doctorow auf Boind Boing: "Why I won't buy an iPad (and think you shouldn't, either)"
http://www.boingboing.net...
Jeff Jarvis auf Buzzmachine: "iPad danger: app v. web, consumer v. creator"
http://www.buzzmachine.co...
Wie schön: Jetzt merkens sogar die,welche sich in der Vergangenheit um die Zukunft von faulen "apple" Gedanken machten um die Zukunft dieses Unternehmens.
Es gibt aber eine Macht die stärker ist als dieses Unternehmen. Konsumverweigerung !
Sehr richtig. Aber nicht, weil Apple selbstverliebt ist. Das können sie ja sie, solange sie wollen. Viel schlimmer dagegen ist es, dass Apple die produktiven Produktlinien in vielen wesentlichen Bereichen offensichtlich vorsätzlich vernachlässigt. Grafikkarten laufen auf Windows Rechnern mittlerweile besser, der Mini Display Port und seine Farbraumbegrenzung am MacBook Pro ist eine Katastrophe etc..
Wenn man sich die Anfänge von Apple anschaut kann man schon dort bemerken, dass die Ästhetik der Vereinfachung nicht dem künstlerischen Minimalismus entstammt, sondern bereits auf die möglichst unkomplizierte Handhabbarkeit durch die amerikanische Durchschnittsfamilie als Zielgruppe gedacht war. Diesen Weg geht Apple nun mit Macht weiter. Alles andere waren nur Nebeneffekte, die vorübergehend für den Haupteffekt gehalten wurden.
Wenn ich heute einen komplexen multimedialen Auftrag konzipieren und produzieren soll, dann überlege ich dreimal, ob ich dazu Apple Rechner einsetze. Wohl eher nicht.
Wie schön: Jetzt merkens sogar die,welche sich in der Vergangenheit um die Zukunft von faulen "apple" Gedanken machten um die Zukunft dieses Unternehmens.
Es gibt aber eine Macht die stärker ist als dieses Unternehmen. Konsumverweigerung !
Sehr richtig. Aber nicht, weil Apple selbstverliebt ist. Das können sie ja sie, solange sie wollen. Viel schlimmer dagegen ist es, dass Apple die produktiven Produktlinien in vielen wesentlichen Bereichen offensichtlich vorsätzlich vernachlässigt. Grafikkarten laufen auf Windows Rechnern mittlerweile besser, der Mini Display Port und seine Farbraumbegrenzung am MacBook Pro ist eine Katastrophe etc..
Wenn man sich die Anfänge von Apple anschaut kann man schon dort bemerken, dass die Ästhetik der Vereinfachung nicht dem künstlerischen Minimalismus entstammt, sondern bereits auf die möglichst unkomplizierte Handhabbarkeit durch die amerikanische Durchschnittsfamilie als Zielgruppe gedacht war. Diesen Weg geht Apple nun mit Macht weiter. Alles andere waren nur Nebeneffekte, die vorübergehend für den Haupteffekt gehalten wurden.
Wenn ich heute einen komplexen multimedialen Auftrag konzipieren und produzieren soll, dann überlege ich dreimal, ob ich dazu Apple Rechner einsetze. Wohl eher nicht.
... eines Tages zum zweiten und letzten Mal in die Wüste schicken!
Die Tage sind gezählt, wenn die Verlage merken, wem sie auf den digitalen Leim gegangen sind.
Apropos, wegweisende Ideen. Alten Hasen ist Xerox Parc sicher noch ein Begriff!
sowohl Steve Jobs als auch Bill Gates, Adobe stammt ja aus dem Bereich von Xerox PARC, vielleicht deshalb der Konflikt zwischen Adobe und Apple, denn der Chef von Adobe wird sicherlich angemerkt haben "das ist alles nur geklaut"
das Geschäftsmodell von Apple würde mich hindern so einen Computer von Apple zu kaufen
aber es gibt genug Menschen, die kaufen was gerade in Mode ist, das ist ja auch der Grund warum Unternehmen mit Stars werben, das muss man dann haben, ohne zu denken, man schaut nicht was dahinter steckt, was das Produkt bringt und kann, Hauptsache man hat das, was der Star hat
sowohl Steve Jobs als auch Bill Gates, Adobe stammt ja aus dem Bereich von Xerox PARC, vielleicht deshalb der Konflikt zwischen Adobe und Apple, denn der Chef von Adobe wird sicherlich angemerkt haben "das ist alles nur geklaut"
das Geschäftsmodell von Apple würde mich hindern so einen Computer von Apple zu kaufen
aber es gibt genug Menschen, die kaufen was gerade in Mode ist, das ist ja auch der Grund warum Unternehmen mit Stars werben, das muss man dann haben, ohne zu denken, man schaut nicht was dahinter steckt, was das Produkt bringt und kann, Hauptsache man hat das, was der Star hat
"Die Basis von Apples komplett kontrollierter Produktlinie, das Betriebssystem OS X, basiert auf dem freien Betriebssystem Unix."
Und? Darwin ist open Source. Und zwar vollkommen freiwillig (BSD-Lizenz).
Von CUPS und WebKit profitieren auch andere Open-Source-Projekte und Firmen.
Herr Biermann hätte sich etwas mehr Zeit nehmen sollen, den Artikel auch zu verstehen.
hat Apple deshalb auch QuickTime für PC rausgebracht. Das bei weitem schlechtprogrammierteste Programm was mir jemals auf den Rechner gekommen ist.
die Scheuklappen aufhat und vor seinem PC mit IE sitzt ... Isses noch Vista, oder dann doch schon Windows 7 (und IE6 - zum Glueck beerdigt!) - Fragen Sie mal Entwickler - ich kenne etliche Alteingesessene , die sich von diesem Schwachsinn dauerhaft verabschiedet haben, da sich nun Alternativen auftun, die Apple mit Sicherheit auf Dauer steigende Anteile beschert) ... meine Guete .... bin ich froh, dass ich mich mit diesem Schrott nicht mehr rumschlagen muss (war selber sehr lange berufsbedingt mit dem PC unterwegs).
Ich hatte lange Jahre (ca. 6) beruflich mit Apple-Rechnern zu tun und meine Erfahrung ist, dass professionelle Umgebungen, in denen es darauf ankommt, Sachen einfach und schnell fertig zu bekommen, eben mit Windows laufen müssen. Meine Erfahrung ist, dass man auf der MacOS-Plattform sehr schnell an Grenzen stößt, weil viele Funktionen einfach nicht realisiert wurden, weil Apple geglaubt hat "Das braucht man doch nicht". Sei es in iWork, sei es bei der Keyverwaltung für ssh, sei es sonstwas, es gibt wirklich jede Menge. Und jetzt wurde weder auf dem iPhone noch auf iPad Flash zugelassen. Und das offensichtlich im Kern wegen persönlicher Animositäten. Naja, für mich gilt jedenfalls nach meinen langjährigen Erfahrungen mit beidem: "Ich bin ein PC".
die Scheuklappen aufhat und vor seinem PC mit IE sitzt ... Isses noch Vista, oder dann doch schon Windows 7 (und IE6 - zum Glueck beerdigt!) - Fragen Sie mal Entwickler - ich kenne etliche Alteingesessene , die sich von diesem Schwachsinn dauerhaft verabschiedet haben, da sich nun Alternativen auftun, die Apple mit Sicherheit auf Dauer steigende Anteile beschert) ... meine Guete .... bin ich froh, dass ich mich mit diesem Schrott nicht mehr rumschlagen muss (war selber sehr lange berufsbedingt mit dem PC unterwegs).
Ich hatte lange Jahre (ca. 6) beruflich mit Apple-Rechnern zu tun und meine Erfahrung ist, dass professionelle Umgebungen, in denen es darauf ankommt, Sachen einfach und schnell fertig zu bekommen, eben mit Windows laufen müssen. Meine Erfahrung ist, dass man auf der MacOS-Plattform sehr schnell an Grenzen stößt, weil viele Funktionen einfach nicht realisiert wurden, weil Apple geglaubt hat "Das braucht man doch nicht". Sei es in iWork, sei es bei der Keyverwaltung für ssh, sei es sonstwas, es gibt wirklich jede Menge. Und jetzt wurde weder auf dem iPhone noch auf iPad Flash zugelassen. Und das offensichtlich im Kern wegen persönlicher Animositäten. Naja, für mich gilt jedenfalls nach meinen langjährigen Erfahrungen mit beidem: "Ich bin ein PC".
Die Wegelagerer der Computerwelt.
das ist alles nur gekl.... : http://www.youtube.com/wa...
das ist alles nur gekl.... : http://www.youtube.com/wa...
"Interessante Sichtweise für ein Unternehmen, dessen Produkte nur Software zulassen, die von Apple dafür freigegeben wurde. Nur bei Browsern muss das also anders sein?"
Außerdem verwechselt Herr Biermann offensichtlich Werkzeug und Inhalt. Meine Textverarbeitungssoftware darf gerne proprietär sein, solange ich die Möglichkeit habe, meine Texte in einem Standard zu sichern, der mit anderen proprietären oder offenen Textverarbeitungsprogrammen geöffnet werden kann. Photoshop speichert gerne TIFFs statt PSDs, QuickTime auch MPEGs statt MOVs und ein Ford fährt auf der gleichen Straße wie ein VW.
Flash hingegen ist auf Smartphones nicht verfügbar. Wo ist denn Flash für Android-Telefone? Google hatte nichts gegen Flash, also gibt es vielleicht ein anderes Problem?
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