Netz-Regulierung Ist das Internet dumm, oder sind wir es?

Wenn wir das Netz kritisieren, meinen wir eigentlich die Gesellschaft, also uns, schreibt Felix Schwenzel und fordert ehrliche Debatten, um Regeln und Regulierung im Netz.

Ist die Masse so weise wie Jeff Jarvis sagt?

Ist die Masse so weise wie Jeff Jarvis sagt?

Dieses Internet, von dem man so viel hört, soll ja ziemlich schlimm sein. Und in der Tat gibt es einiges was am Internet nervt. Auch wenn Peter Glaser behauptet, dass dank des WWW und moderner Webbrowser auch ältere Damen das Internet bedienen können, ist es immer noch furchtbar kompliziert.

Teilnehmer am Internet werden mit Spam, mit unerwünschter Werbung oder PR- und Marketing-Gedöns belästigt, Diskussionen und Kommentarspalten von Blogs oder anderen Onlinemedien lassen einen am Guten im Menschen zweifeln, die Ureinwohner des Internets, die Nerds, gehen ruppig mit Fremden um, bestehen darauf, dass man sich an ihre Regeln hält und ihre Lebensweise toleriert, verbitten sich aber gleichzeitig jede Kritik an ihrem Lebensstil und ihrer "Netiquette". Fremden und Neuzugezogenen macht das Internet oft Angst. Jeder Schritt kann im Fettnäpfchen enden, alles ist verwirrend und wirkt anders als in der alten Welt. Institutionen, Urheberrechte und Gesetze scheinen nicht mehr zu gelten, vieles scheint kostenlos zu sein und von allem gibt es so viel, dass man es, selbst wenn man es verstünde, kaum einordnen könnte.

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Einige Furchtlose oder die, die von anderen an die Hand genommen werden, leben sich im Internet ein. Sie besiedeln ruhige Orte und merken, dass vieles besser oder einfacher geht als in der alten Welt. Auch die Jungen, die mit dem Internet aufwachsen, gehen pragmatisch und ohne Schwellenangst mit dem Internet um, sehen YouTube statt Fernsehen, organisieren ihre Bekanntschaften und Aktivitäten, daddeln oder flanieren. Das Internet scheint für jeden Geschmack und jedes Bedürfnis einen geeigneten Platz zu bieten.

Das Internet ist wie ein riesiger, unkartografierter Kontinent ("der achte Kontinent" metaphert Peter Glaser), der erst spärlich besiedelt ist. Selbst die Eingeborenen kennen nur ihre eigenen Dörfer, ein paar Städte, die Gegenden eben, die sie besucht haben oder wo ihre Freunde sind. Obwohl Fortbewegung und Orientierung unendlich viel einfacher sind als auf dem Land, kennt diesen achten Kontinent niemand im Ganzen. Von seinen Potenzialen, Bodenschätzen und unentdeckten Landstrichen, ganz zu schweigen.

Sascha Lobo hat kürzlich einmal gesagt, dass Metaphern, die das Internet beschreiben, nie passen und stets weiteste Teile ausblenden. Das gleiche Problem wie mit Metaphern gibt es übrigens mit den sogenannten Internet-Kritikern. Ihre Kritik blendet meist auch weiteste Teile des Internets aus und konzentriert sich auf Einzelaspekte, persönliche Erlebnisse oder Augenzeugenberichte.

An einem Aspekt scheinen die Internet-Kritiker besonderen Gefallen gefunden zu haben. Nämlich dass das Internet dumm mache, Doofe fördere, uns für blöd verkaufe, von Dummheit regiert werde, ja überhaupt unsere gesamte Kultur zerstöre.

Doch gibt es auch die, die behaupten, dass es ganz andere sind, die uns verdummen. Wer sich durch Amazon buddelt, findet beispielsweise diese Titel: Die verblödete Republik: Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen (Thomas Wieczorek), Der Ehrliche ist der Dumme: über den Verlust der Werte (Ulrich Wickert), Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden (Michael Jürgs), Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen (Dan Ariely).

Wenn man das liest, scheint das mit der Verblödung vielleicht gar nicht so sehr ein Internetproblem zu sein, sondern ein gesellschaftlicher Trend. Oder spitzer formuliert: Kann es sein, dass Internetkritik eigentlich Gesellschaftskritik ist? Oder noch mal anders: Hat nicht alles, was am Internet kritisiert wird, eine Entsprechung in der alten Welt? Sind die Probleme, die dem Internet zugeschrieben werden, nicht die gleichen, mit denen wir uns seit Jahrtausenden rumplagen? Kritisiert, wer das Internet kritisiert, nicht eigentlich die Welt?

Vergangenes Jahr auf der Next-Konferenz habe ich einen grandiosen Vortrag von Andrew Keen gesehen. Der Titel lautete: Digital Vertigo: Inequality, Anxiety and Isolation in the Social Media Age und schien in die alten Kerben der Internet-Kritiker zu schlagen: Internet macht doof, einsam und nur der Lauteste findet Gehör.

Keen verglich das aufziehende digitale Zeitalter mit dem industriellen und zog frappierende Parallelen. Auch während der industriellen Revolution standen am Anfang große Hoffnungen: dass die Industrialisierung die Welt verbessere, dass Technologie die Menschen befreien werde, sie reicher machen und für mehr Gerechtigkeit sorgen könne. Das Gegenteil war der Fall. Die Industrialisierung führte zu, wie Keen das nennt, "Sozial-Darwinismus", zu Ungerechtigkeit und Ungleichverteilung. Reformiert wurde der Kapitalismus dann durch den Staat, sagte Keen. Regulierung und Kontrolle hätten ihn gerechter gestaltet.

Und jetzt, am Anfang der digitalen Revolution? Auch ich glaube, dass durch Netzwerkeffekte, durch die Nutzung kollektiver Intelligenz oder durch soziale Netze die Welt eher besser als schlechter wird, und die Menschen eher klüger als dümmer. Doch ich kann verstehen, warum Keen uns gleichsam in der Mitte des 19. Jahrhunderts sieht.

Eigenartigerweise lehnen sogar politisch eher links stehende Menschen, die das Internet als ihren "Lebensraum" betrachten, jede Regulierung, jeden staatlichen Eingriff, ja sogar jede Debatte um den Sinn oder Unsinn dessen aggressiv ab. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass sich die Bewohner des "achten Kontinents" neoliberale Positionen zu Eigen machen: der Markt, das Internet, regulieren sich schon selbst. Jene, die das anders sehen, werden als "Internetausdrucker", "Ahnungslose" oder "Miesmacher" beschimpft. (Oft allerdings auch zu Recht.)

Keen sprach noch ein paar weitere Probleme an, beispielsweise die oft fehlende Distanz bei der Abschätzung von Folgen oder Gefahren des Internets. Können wir gleichzeitig Teilhaber und Analysten sein, fragt er? Können diejenigen, die das Internet weiter entwickeln und mitgestalten gleichzeitig Gefahren erkennen oder durchdenken?

Die Fragen sind nicht neu. Aber bei der Auseinandersetzung mit ihnen machen wir es uns vielleicht manchmal zu leicht. Keen fordert eine echte Debatte, er fordert Opposition und Widerspruch und dass wir aus der Geschichte lernen sollten.

When all you read is Jarvis and Andersen, when all you read is Wired, when all you read is the blogs, as all these former institutions wither away, there isn’t a debate. […] We need a debate. […] I’m not saying that we need to hold up technology. It’s OK to have idealists, but there is a need for scepticism as well. A need for balance. A need for people to serously think through this stuff.

Andrew Keen

Hat Keen recht? Mit einigen Thesen die er in seinem Buch vertritt habe ich so meine Schwierigkeiten. Ich sehe ebenfalls einen Wandel, der aber nicht per se schlecht sein muss. Mir fehlt vielleicht die Distanz, um das objektiv beurteilen zu können, sicher ist aber, dass es nicht schadet, darüber zu streiten. Debatten stärken uns. Die Diskussion um das von Ursula von der Leyen initiierte Zugangserschwerungsgesetz hat das exemplarisch gezeigt. Die Netzmenschen haben ihre Argumente gestärkt. Ja, überhaupt erstmals allgemeinverständlich formuliert und artikuliert. Erst durch die Reibung an Ursula von der Leyen wurden Positionen ausgearbeitet und vermittelt. Ansatzweise wurde die Mühe sogar mit Erfolg – zumindest aber mit einem Zuwachs an Verständnis – gekrönt.

Diese Debatten sind für alle Beteiligten mühsam und anstrengend, nervenaufreibend und frustrierend. In einem völlig anderen Zusammenhang, hat Antje Schrupp auf die Notwendigkeit dieser Vermittlungsarbeit hingewiesen:

Solche Vermittlungsarbeit funktioniert aber – wie jede andere politische Vermittlungsarbeit auch – nicht über das Ausformulieren von Standpunkten und Positionen und Analysen, sondern nur, indem man hingeht und mit den anderen redet. Nicht besserwisserisch, sondern mit wirklichem Interesse für ihre Ansichten und Meinungen, auch wenn man sie erst einmal falsch findet. Nur in dieser Begegnung selbst kann dann nach Anknüpfungspunkten dafür gesucht werden, anderen die eigenen Erfahrungen, die eigene Begeisterung zu vermitteln.

Antje Schrupp

Wer die Opposition bilden oder die Kritik formulieren soll weiß ich auch nicht. Was ich aber durchaus und durchaus auch als an mich selbst gerichtete Aufforderung in den Raum stellen möchte ist, dass wir neben aufrichtiger Selbstkritik mehr Skepsis zeigen gegenüber den Dingen, die wir täglich im Netz tun. Und dass wir lernen, anders mit Kritik umzugehen. Wir sollten sie nicht sofort als Angriff auf unsere Freiheiten auffassen, sondern als Aufforderung zum Nachdenken, zum Erklären und zum Gespräch. Das hört sich pathetisch und appellativ an, aber mit Johnny Haeuslers Hilfe kann ich noch einen drauflegen. Haeusler schrieb in der Wochenzeitung Der Freitag anlässlich der re:publica:

[Der Staat] nämlich kommt derweil seinen Aufgaben als Vermittler zwischen den Interessen der Menschen und der Wirtschaft einerseits, und als Förderer von Innovation und sozialem Fortschritt andererseits, kaum noch nach.

Johnny Haeusler, Spreeblick

Da stellt sich nur noch die Frage, wer denn der Staat ist. Wenn es doch wir selbst sind, dann liegt es an uns, diese Vermittlungsarbeit zu vollziehen. Oder wie Götz Werner, der Gründer der Drogeriekette DM es auf der re:publica ausdrückte: In welcher Gesellschaft wollen wir eigentlich leben?

Auch wenn an dieser Stelle alle möglichen Fragen offen bleiben, lässt sich zumindest eine beantworten: Warum das Internet scheiße ist? Weil die Welt scheiße ist.

Felix Schwenzel bloggt seit vielen Jahren unter wirres.net. Der Text basiert auf einem Vortrag, den er bei der re:publica gehalten hat.

 
Leser-Kommentare
    • Puzi
    • 19.04.2010 um 16:23 Uhr
    1. First

    Ich fand gerade heute einen sehr schoenen Kommentar zum Internet:

    The internet makes the smart smarter und the dumb louder.

    Vielleicht wuerde die Abwehr der netzaffinen Nerds (im uebrigen urspruenglich stark abwertent aber mittlerweile - aehnlich wie das wort 'Gay'- teilweise mit Stolz getragen) nicht ganz so reflexhaft aggressiv ausfallen, wenn nicht ein grosser Teil des Umgangs mit dem Internet aus medialer/politischer Panikmache bestaende a la 'Das Internet/Computerspiele produzieren Amoklaeufer/Paedophile'

    • clubby
    • 19.04.2010 um 16:25 Uhr

    Kein Medium ist mittlerweile

    - staatlich regulierter
    - limitierter
    - in den Händen weniger großer
    - überwachender
    - strukturierter

    als das Internet.

    Der Staat hat mit seinem Kontrollwahn doch längst die Oberhand gewonnen.

    - diskutieren? Ja , ABER nur wenn es die Zensoren erlauben
    - selber Inhalte reinstellen. Ja, aber nur wenn der 5k€ Anwalt zur Abwehr von Unterlassungsklagen am Nebentisch sitzt.
    - Inhalte verbreiten, Meinungen beziehen? Ja, aber nur wenn es keine Urheberrechte verletzt. Gerade über diese Schiene ist und wird der Meiungspluralismus im Netz austrocknen, weil niemend mehr die Risiken auf sich nehmen kann.

    Dennoch wird immer noch verbreitet, das Netz wäre Chaos, Anarchie und Revolution. Das ist aboluter Quatsch und eine Kopfgeburt einiger weniger Masterminds, die auc diese Weise erreichen wollne, dass die User schön den Traum der großen Meionungs-Gestaltungsfreiehit im Netz weiterträumen und keine kritischen Fragren stellen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    diesem Text muss man so grauenhaft gnadenlos zustimmen, dass es mir weh tut.

    Ich möchte, getreu der Metapher der "Internet-Ureinwohner" folgende Fragen in den Raum stellen:

    Kann man es den Neuankömmlingen in diesem Kontinent, die zum ersten Mal ihren Browser namens "Santa Maria" erfolgreich durch die Meere des Netzes gesteuert haben, wirklich erlauben die Sitten und Gebräuche der dort seit Jahrtausenden ansässigen Ureinwohner derart grob zu missachten und zu versuchen, sie zu ihrer Religion der Staatsregulationsgläubigkeit zu bekehren?

    Müssen nicht vielmehr diese Ausländer, die nun zu Massen in das Land strömen, sich zu allererst der Internet-Leitkultur unterordnen, bevor die Landsleute ihnen die Hartz'sche Gnade gewähren und ihnen bei ihren Lebensproblemen mit den Computern weiterhelfen, zumal gerade die Geburtenrate unter den Neuen so viel größer ist als unter den wegsterbenden Ureinwohnern?

    diesem Text muss man so grauenhaft gnadenlos zustimmen, dass es mir weh tut.

    Ich möchte, getreu der Metapher der "Internet-Ureinwohner" folgende Fragen in den Raum stellen:

    Kann man es den Neuankömmlingen in diesem Kontinent, die zum ersten Mal ihren Browser namens "Santa Maria" erfolgreich durch die Meere des Netzes gesteuert haben, wirklich erlauben die Sitten und Gebräuche der dort seit Jahrtausenden ansässigen Ureinwohner derart grob zu missachten und zu versuchen, sie zu ihrer Religion der Staatsregulationsgläubigkeit zu bekehren?

    Müssen nicht vielmehr diese Ausländer, die nun zu Massen in das Land strömen, sich zu allererst der Internet-Leitkultur unterordnen, bevor die Landsleute ihnen die Hartz'sche Gnade gewähren und ihnen bei ihren Lebensproblemen mit den Computern weiterhelfen, zumal gerade die Geburtenrate unter den Neuen so viel größer ist als unter den wegsterbenden Ureinwohnern?

  1. diesem Text muss man so grauenhaft gnadenlos zustimmen, dass es mir weh tut.

    Ich möchte, getreu der Metapher der "Internet-Ureinwohner" folgende Fragen in den Raum stellen:

    Kann man es den Neuankömmlingen in diesem Kontinent, die zum ersten Mal ihren Browser namens "Santa Maria" erfolgreich durch die Meere des Netzes gesteuert haben, wirklich erlauben die Sitten und Gebräuche der dort seit Jahrtausenden ansässigen Ureinwohner derart grob zu missachten und zu versuchen, sie zu ihrer Religion der Staatsregulationsgläubigkeit zu bekehren?

    Müssen nicht vielmehr diese Ausländer, die nun zu Massen in das Land strömen, sich zu allererst der Internet-Leitkultur unterordnen, bevor die Landsleute ihnen die Hartz'sche Gnade gewähren und ihnen bei ihren Lebensproblemen mit den Computern weiterhelfen, zumal gerade die Geburtenrate unter den Neuen so viel größer ist als unter den wegsterbenden Ureinwohnern?

  2. Ich würde mal den Vergleich mit einem Computer ziehen. Ein Computer ist ohne Strom und entsprechende Anweisungen erst nicht viel mehr als ein Haufen Blech inklusive intelligent verknüpfter Elektronik. Nach dem Einschalten richtet sich seine 'Intelligenz' nach dem Nutzer, durch den er bedient wird.

    Auf das Internet (das ja bekanntlich eine durch Protokolle angereicherte Vernetzung von Computern darstellt) übertragen heißt es so viel wie: das Internet ist an und für sich eine intelligente Erfindung. Was letzlich aber drauas gemacht wird hängt beinahe ausschließlich vom Nutzer, also dem Menschen ab.

    So gesehen würde ich die Titelfrage damit beantworten, dass ich der Meinung bin, dass das Internet den Nutzer nicht dumm macht, sondern eher dass viele Nutzer dumm sind bzw. die Möglichkeiten des Netzes nicht nutzen können. Vorreiter in der Kategorie der dümmsten Nutzer bzw. derer, die keinen Plan vom Netz haben sind meines Erachtens nach übrigens die Damen und Herren Politiker.

    Und gerade weil meiner Meinung nach bis heute nur ein Bruchteil dieser Möglichkeiten ausgeschöpft sind halte ich das Internet für einen der grundlegendsten Bestandteile unserer Zukunft.

    Den Artikel fand ich übrigens ganz nett zu lesen. Der letzte Absatz ist nur total daneben und niveaulos.

  3. ein bravo & da capo für felix schwenzel, er gehört unbedingt auf die bühne - sein vortrag im quatsch comedy club war von hohem unterhaltungswert, eine wunderbar genius loci'sche performance!

  4. In der Debatte um die Netzeigriffe vom Staat aus, wurde von "Netzseite" (im Prinzip Internetexperten) kritisiert, dass der Staat das Medium regulieren will, niemals, dass er etwas gegen die Rechtsverstöße dahinter tun soll.
    Aus 2 Hauptgründe: erstens, weil er dazu weder in der Lage ist, noch er es in absehbarer Zeit sein wird und zweitens, weil es nicht seine Aufgabe ist, wenn er sich mehr als Rechtsstaat versteht und nicht als Polizeistaat.
    Bezüglich der Verbrechen, die der deutsche Staat real nicht erreichen kann (weil sie woanders statt finden) ist der Vorteil des internationalen unzensierten Informationsaustausches wesentlich höherwertig als eine Abriegelung um den nationalen Raum. Warum? weil es der Oposition hierzulande Raum gibt. Wettbewerb führt zu besseren Lösungen. Und es Unterstützung Unterdrückter in anderen Ländern bietet, das gilt auch für abartigste Plattformen für Kinderpronographie, Misshandlung, Rassismus, etc.
    Der Staat hat nicht die Aufgabe Medien zu zensieren, genauso wie er nicht bei mir Staubsaugen braucht.
    Er kann es nicht, wie er auch keine (echten) Arbeitsplätze "schaffen" kann.
    Er könnte sich doch viel eher erstmal darum kümmern, in wie fern deutsche Gesetze bei der Produktion importierter Produkte eingehalten werden wie Lebensmittel, Textil, Rohstoffe,...
    Das kann der einzelne nämlich wiederum nicht. Müssen ja keine Verbote sein, Regelungen zur wahrheitsgetreuen Informierung des Konsumenten sind sicher sinnvoller.

  5. Mir fehlt gerade etwas die Aufmerksamkeit, da meine Wut über den zwanzigsten schlechten iHype Apple Artikel bei ZEIT-ONLINE irgendwie heraus musste.

    Zum Thema: Das Internet ist das Abbild der Gesellschaft, es ist ihr offener Raum. Das Problem ist nur: Es gibt Leute, die meinen, dass sich bestimmte Probleme (wie z. B. Kriminalität, asoziales Verhalte, etc.) nur durch Macht, Stärke und hartes Durchgreifen beseitigen lassen und es gibt Leute die meinen, dass sich auch diese Probleme nur durch Analyse und möglichst freies Reden darüber lösen lassen.

    Beide habe gute und sinnvolle Beispiele für ihre Lösungen, aber das Internet verträgt leider nur eine Art der Lösung. Die andere macht es für beide Seiten unbrauchbar.

  6. Wer wollte heute schon das Potential des Internet ernsthaft bestreiten? Nicht mal die Kritiker. Und das viele Menschen zu blöd seien, damit vernünftig und funktionsgerecht umzugehen, ist so ein witziges Argument, wie es die Forderung nach einer Rechtschreibreform von einem Grundschullehrer wäre.
    Das globale Dorf organisiert sich neu, und dies mit einem neuen Hilfsmittel. Nicht jeder Ansatz wird gelingen und manchen Umweg könnte man sich in einem späteren Rückblick ersparen, aber später haben wir jetzt eben noch nicht. Etwas Geduld also bitte.
    Spannend ist aber die Entwicklung allemal, weil wie schon in vergangenen Zeiten sich Masse und Elite gegenüberstehen und völlig neue Regulatoren vermitteln. Wer sich auskennt geht durch die digitale Welt zum Ziel, wie eine Pistolenkugel durchs Löschpapier. Wehe dem, der suchen und irren muß. Millionenfache Trefferquoten stellen sicher, daß spätestens nach der 123. Relevanzprüfung alle nachfolgenden ignoriert werden, als nicht vorhanden angesehen. Aber die Plätze 1-50 werden eben ganz und gar demokratisch von der Millionenuserschar gekührt... oder doch nicht?
    blog.corporatebookstore.de

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