NetzpolitikFacebook statt Folter

Oppositionelle leben gefährlich, wenn sie sich online organisieren. Netzvisionär Evgeni Morozov warnt, so einfach sei der Geheimdienst noch nie an Informationen gekommen.

Evgeni Morozov ist Autor von Foreign Policy und schreibt das bekannte Blog Net Effect. Dabei geht es vor allem um den Einfluss des Internets auf die globale Politik. 

Derzeit unterrichtet Morozov am Yahoo! Institute for the Study of Diplomacy an der Georgetown University, davor war er am Open Society Institute von George Soros. Bevor er in die USA übersiedelte, lebte Morozov in Berlin und Prag, wo er die Nicht-Regierungsorganisation New Media at Transitions Online leitete. Diese NGO ist in 29 Ländern der ehemaligen Sowjetunion aktiv.

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Morozov ist bekannt für seine zögerliche Haltung in Bezug auf die besonderen politischen und partizipativen Chancen des Internet. In Bezug auf die vermeintliche Twitter Revolution in Iran gibt er beispielsweise zu Bedenken, dass soziale Medien auch dem Geheimdienst die Arbeit erleichterten. Früher hätte man einen Verdächtigen foltern müssen, um an seine Kontaktpersonen zu kommen. Heute reiche da manchmal schon ein Blick auf Facebook.

 
Leserkommentare
  1. selber schuld wenn heute alle heulen die Chinesen spionierten sie aus. Wer Industrie- Staats- oder sonstige Geheimnisse auf einem Rechner liegen hat der auch noch ans WWW angeschlossen ist, schreit gerade dazu gehackt zu werden.

    Fands auch bemerkenswert das Chinesische Abgeordnete alle technischen Geräte die ihnen als Geschenke überreicht wurden ablehnten , seis auch nur ein USB-Stick, mit dem Hinweis es könnte ja Spionagesoftware draufsein, während unsere Bundes-Merkel stolz das Ipad aus den USA präsentiert , damit auch jeder US-Geheimdienst in Zukunft ihre sms und Rundbriefe an die Abgeordneten lesen können.
    Wie war das damals noch beim Besuch der iranischen Delegation in Deutschland, haben wir ihnen auch paar schöne Siemns-Rechner geschenkt. Oh haben da einige Reporter geflucht und gefragt wieso wir diesen Unmenschen denn Hightech Geschenke machen. Unser Minister musste sich zusammenreissen dass er nicht vor laufenden Kameras sagte: Ihr Spinner damit kann der BND dann in iranische interne Daten schauen wenn alles läuft.
    Soviel zum Thema neue Techniken und alte
    Gewohnheiten. Was der Bauer net kennt fässt er nicht an. Heute leider schon.
    Und zum Iran heute: ihr wisst schon das die ganze Abhörtechnik da von Nokia-Siemens stammt?

    Wir haben eine PiratenPartei-Deutschland, schade nur dass ihre Expertise in diesem Gebiet sogut wie nie in Anspruch genommen wird. Haben wohl einige alteingesessene Angst sich blosstellen zu lassen.

    • Nikocc
    • 26.04.2010 um 18:02 Uhr

    Facebook und Twitter können einen Weg anbieten, um Projekte aller Art bekannter zu machen, z.B. das internationale, gemeinnützige Projekt Memoro - Die Bank der Erinnerungen e.V. !

    Aber auch hier merken wir, daß z.B. Italiener und Spanier in dem Altersbereich ab 65 aufwärts deutlich aufgeschlossener sind als die introvertierten Deutschen. Denn es ist spannend und nicht immer einfach Erzähler zu finden, Zeitzeugen für dieses Oral and Visual History, siehe http://www.memoro.org/de-de/ .Helmut Schmidt z.B. wäre ein famoser Türöffner für das Projekt.

    Damit Menschen aber nicht jeden Kinobesuch und Urlaub posten, entstehen Seiten wie Please Rob Me http://pleaserobme.com/ , die zu etwas mehr Vorsicht mahnen. Für viele Bereiche, z.B. Ökoprojekte aller Art, Plastic Planet, Greenpeace etc. ist das Web eine geniale Ergänzung.

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