Datensicherheit Chinesische Hacker spionierten Dalai Lama aus

Der Angriff kam aus China. Die Ziele: Indiens Regierung, der Dalai Lama, die UN. Forscher haben ein riesiges Spionagenetzwerk entdeckt, das Tausende Geheimdokumente stahl.

Ziel der Angriffe waren insbesondere Indiens Regierung und Sicherheitsorgane sowie der Dalai Lama, berichteten amerikanische und kanadische Forscher. Allerdings seien auch andere Länder und die Vereinten Nationen betroffen. Außerdem seien auch Visa-Informationen von Nato-Angehörigen in Afghanistan gehackt worden. Die Cyber-Attacken kamen dem Bericht zufolge aus Chengdu in Südwestchina.

Der Bericht "Shadows in the Cloud" wurde von der Gruppe Information Warfare Monitor an der Universität von Toronto und US-Experten der Shadowserver Stiftung vorgelegt. Sie beobachteten das Netzwerk acht Monate lang.

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Er zeigt, wie das Spionagenetzwerk sich systematisch in Computer von Regierungsbüros auf verschiedenen Kontinenten hackte. Die Forscher waren erstmals in der Lage, auf die Kontrollserver der Hacker zuzugreifen und so gestohlene Dokumente zu identifizieren. Dabei handelte es sich unter anderem um außenpolitische Einschätzungen der indischen Regierung und E-Mails aus dem Büro des Dalai Lama.

In ihrer achtmonatigen Untersuchung hatten die Forscher das entdeckte "komplexe System von Cyber-Spionage" zu "bekannten Gruppen innerhalb des kriminellen Untergrunds" in China zurückverfolgt. Allerdings sei es bei Cyberattacken einfach, die wirklichen Urheber des Angriffs zu verschleiern.

"Es gibt auch eine offensichtliche Verbindung zwischen den Opfern, der Art der gestohlenen Dokumente und den strategischen Interessen des chinesischen Staates", heißt es in dem Bericht über das "Schattennetzwerk". Es sei durchaus möglich, dass die Hacker von Agenten des chinesischen Staates angeführt werden. Doch könne eine Verwicklung der chinesischen Regierung nicht bewiesen werden.

Die wies die Vorwürfe umgehend zurück. "Wir verstehen nicht, warum diese Leute immer die chinesische Regierung erwähnen", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. China lehne Cyber-Verbrechen ab und gehe gegen Hacker vor. Solche Angriffe seien ein internationales Problem. Eine wichtige Frage sei allerdings, ob Chinas Behörden jetzt gegen das Spionagenetzwerk vorgehen werden, schrieben die Forscher. Die indische Regierung gab keinen Kommentar zu dem Bericht ab.

Die Spionageattacken scheinen nach Angaben der Forscher anderer Art als jene zu sein, die im vergangenen Jahr als "Ghostnet" bekannt wurden. Damals fanden Forscher heraus, dass ein in China angesiedeltes Netzwerk offenbar Computer von Behörden und Privatpersonen in 103 Ländern ausspioniert hatte. Ziel waren auch damals Dokumente des Dalai Lama.

Bis zu 30 Prozent der mindestens 1295 ausspionierten Rechner waren "hochrangige Ziele" wie die Computer von Außenministerien, Botschaften, internationalen Institutionen, Medien und Organisationen, hatte es in einem Bericht des Munk-Zentrums für Internationale Studien der Universität von Toronto geheißen. Eine Beteiligung der chinesischen Regierung an "Ghostnet" ("Geisternetz") ließ sich auch damals nicht nachweisen.

Die Hacker der jetzt entdeckten Spionageattacke hätten vor allem kostenlos verfügbare soziale Netzwerke wie Twitter, Google Groups oder Blogspots, Baidu Blogs, blog.com, Yahoo Mail und freie Serverdienste benutzt, die von Computern in China gesteuert worden seien. Kritisch äußerten sich die Forscher über den möglichen Missbrauch der sozialen Netzwerke und des sogenannten Cloud Computing, bei dem Daten nicht mehr auf heimischen Computern, sondern im Internet verwaltet werden. "Im globalen Meer der Informationen ist
heute kein Land oder keine Organisation mehr eine sichere Insel", heißt es in dem Bericht. Die Sicherheit von Informationen sei "nur so groß wie das schwächste Verbindungsglied in der Kette".
 

 
Leser-Kommentare
  1. ... um den dalai auszuhorchen hätte es doch ausgereicht, sich ein paar wandkalender mit weisheiten zum abreißen zu holen. :)

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    u made my day!
    sehr geil :D

    u made my day!
    sehr geil :D

  2. 2. hihihi

    u made my day!
    sehr geil :D

  3. So kommen sie doch in den Genuß seiner Weisheit. Sonst würden die den doch nie lesen, und seine Gedanken sind doch genau das, was diesem verkniffenen und paranoiden System fehlt. Der Dalai Lama ist für alle da!

  4. ich bin mir immer noch mit diesem verspäteten aprilscherz nicht ganz sicher.

    wie, das internet kann abgehört werden?

    was, jemand kann daten klauen?

    das liest sich wie eine nachricht auf RTL2 um die leute zu bequatschen, die das vorher weder wussten noch hinterher schlauer geworden sind. wie der flug durch ein geistiges luftloch.

  5. Schade wenn ein Land wie China mit solch einer reichen Kultur und Geschichte sich zu derart unlauteren Mitteln verleiten lässt. Vergessen sollte man jedoch auch nicht, mit welchen Mitteln heutige Industrienationen ihren Aufstieg erreicht haben. Siehe Kolonialismus...

  6. Als ob nicht jedes Land seine Cyberspione hätte.
    Und so nett ich den Dalai Lama auch im Großen und Ganzen finde - so ganz ohne ist der nun auch nicht; siehe seine Attacken gegen die Tibeter, die die Schutzgottheit Dorje Shugden verehren...
    Aber naja man kennts ja: schwarz-weiß ist halt leichter zu kapieren als bunt. Und wenn's gegen China geht, passts ja sowieso.

  7. 1. Von Forschern und Hacker
    ...
    "Die Forscher waren erstmals in der Lage, auf die Kontrollserver der Hacker zuzugreifen und so gestohlene Dokumente zu identifizieren."
    ...
    Damit haben die Forscher auch Zugriff auf die selben Daten, und wenn es möglich war die Kontrollserver "legal" zu knacken, sogar ganz legal.
    ...
    Frage an Frau Aigner:
    Wenn die Google Street View Daten wirklich eine Datenschutzverletzung darstellt, kann dann der Staat sie alle beschlagnahmen und zur Beweissicherung verwahren? Kleines Abfallprodukt: Damit kommt man kostenlos und ganz legal an die Daten.

    2. Löcher in der Großen Chinesischen Zensurmauer
    Wie geht China mit Hackern um. Plötzlich liegen mitten in China jede Menge Dokumente die dort eigentlich zensiert werden. Egal ob Sie mit dem Einverständnis oder ohne das Einverständnis der Behörden vorgehen, es gibt immer mehr Löcher in der großen "Firewall". Es gibt immer mehr die auf Informationen zugreifen die anderen vorenthalten werden, und jeder Hacker und Zensor sind Keimzellen von Zweifel.

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