Man mag von der tatsächlichen Leistung von BP im Kampf gegen die Ölpest halten , was man will – die Kommunikation des Konzerns im Netz darüber zumindest ist erstklassig. Überall trommeln die Sprecher und Lobbyisten der Ölfirma, um, wenn schon nicht das Öl, dann wenigstens den Imageschaden einzudämmen.

Unternehmenskommunikation ist der Versuch, die eigenen Produkte so gut wie möglich darzustellen, um sie besser verkaufen zu können. Das ist in unserer Gesellschaft legitim. Doch an einer Katastrophe wie der im Golf von Mexiko zeigt sich, wo die Grenzen dieser Kommunikation sind: objektivere Informationen sind so kaum zu erwarten.

Es gibt viele Beispiele, an denen das zu beobachten ist: So ist auf der Seite von BP-Deutschland der Themenkomplex zur Katastrophe mit "Plattform-Unfall" überschrieben. Die internationale Website dazu firmiert unter Gulf of mexico response . Ja, es war tatsächlich ein Unfall auf einer Ölplattform und ja, der Konzern reagiert darauf, zeigt also eine response . Doch der Kern des Problemes ist damit nicht beschrieben. Auf der gemeinsam mit amerikanischen Behörden betriebenen Informationsseite Deepwater Horizon Response (sic) sind viele Bilder zu sehen. Sie alle erzählen die gleiche Geschichte: wie erfolgreich sich der Konzern bemüht, das Öl einzudämmen und einzusammeln.

Viele Menschen in der Region dürfte dagegen eher interessieren, welche Folgen die Ölpest für die Umwelt und damit für sie hat. Dazu aber findet sich im offiziellen Flickr-Fotostream kein einziges Bild. Auch auf der BP-Seite response in pictures sind nur die Gegenmaßnahmen zu sehen.

Ein Zufall kann das nicht sein. Durchaus verständlich, dass BP nicht mit den Fotos verendender Tiere in Verbindung gebracht werden will. Das ist ein klassischer Konflikt der Krisenkommunikation, die einerseits die Öffentlichkeit informieren, andererseits den Schaden für den Betroffenen minimieren soll. Allerdings ist es keine gute Strategie, dabei zu oft an das eigene Unternehmen zu denken.

Es ist wichtig zu demonstrieren, dass man mit einer Krise fertig wird. Albern wird es hingegen, wenn es dem Konzern unmöglich ist, der Folgen wirklich Herr zu werden. Im Fall einer Ölpest solchen Ausmaßes kann diese Unmöglichkeit als gegeben gelten. Egal, wie viel abgesaugt und abgefackelt wird: Unmengen Öl verschmutzen das Meer und die Küsten und töten jedes Leben dort. Solche Folgen abzuwehren oder nicht ausreichend darzustellen, ist deshalb vielleicht keine gute Idee.