Soziale Netzwerke Alle mal bei Facebook abmelden

Weil Facebook die Privatsphäre seiner Nutzer missachtet, ruft eine Initiative zum Massenaustritt auf. Auch wenn das einigen so schwer fällt, wie das Rauchen einzustellen.

Der Facebook-Abmelde-Tag soll ein Zeichen für mehr Privatsphäre setzen

Der Facebook-Abmelde-Tag soll ein Zeichen für mehr Privatsphäre setzen

Die Verantwortlichen des "Facebook-Abmelde-Tages" ("quit facebook day") wollen Nutzer der sozialen Internetplattform dazu bewegen, der Seite den Rücken zu kehren. Facebook werde vielen Anforderungen an ein geschütztes, soziales Netz nicht mehr gerecht, heißt es dazu.

So lasse Facebook seinen Nutzern keine faire Wahl, was den Umgang mit ihren Daten betreffe. Facebook habe in einigen Fällen sogar Werbekunden die Möglichkeit gegeben, zu erkennen, welche Nutzer ihre Werbung anklicken. Deshalb müsse nun ein klares Zeichen gesetzt werden.

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Für viele Nutzer, die sich bei Facebook abmelden, sei zwar die Frage der Privatsphäre ausschlaggebend, heißt es auf der Internetseite der Initiatoren. Die Privatsphäre sei jedoch nicht das einzige Problem, sondern eher bloßes Symptom eines weitreichenderen Komplexes.

Die Aktion wolle dazu beitragen, dass das Internet in Zukunft ein offener, sicherer und menschlicher Ort werde. Facebook sei nicht auf eine "positive Zukunft des Internets" ausgerichtet.

Die Verantwortlichen beklagen, dass es gar nicht so einfach sei, sich bei Facebook abzumelden. Damit sind nicht nur technische Hindernisse gemeint. Die Plattform nehme seinen Nutzer auch vollkommen ein, amüsiere ihn und mache ihn teilweise sogar abhängig. "Sich von so etwas wie Facebook abzumelden ist wie mit dem Rauchen aufzuhören."

Es gebe jedoch Alternativen zu Facebook . Für manche käme da eine Kombination von E-Mail, Twitter und Flickr in Frage. Für andere sei Ning oder das spezialisierte soziale Netzwerk Akoha eine Option.

Die Initiatoren verweisen zuversichtlich auf Brasilien, wo eine gesamte Bevölkerung das Netzwerk Orkut nutze. Dennoch gebe es bisher keine äquivalente Plattform, die tatsächlich über vergleichbare Funktionen verfüge wie Facebook. Das Projekt Diaspora wird diese Rolle möglicherweise eines Tages übernehmen können, steckt aber noch in den Kinderschuhen.

Aktuell (Stand: 31.05.2010, 13:00 Uhr) zählt der Counter der Initiative schon über 26.000 überzeugte Facebook-Aussteiger.

Facebook war zuletzt schwer kritisiert worden . Nach den jüngsten Vorwürfen, Facebook gehe absichtlich zu lax mit persönlichen Daten um, sollen mehr Nutzer einen Ausstieg erwogen haben. Konkrete Zahlen dazu gibt es allerdings nicht. 

 
Leser-Kommentare
  1. Facebook zählt seine Mitglieder in zig-Millionen. Die Aktion dürfte ziemlich belanglos sein, zumindest für die Plattform. Wer Orkut als das neue Nonplusultra der Privatsphäre ansieht sei gewarnt, die Plattform gehört zu Google...

    Wer keine Information veröffentlichen will, soll sie einfach nicht eingeben, und sich ansonsten mit den m.E. weitgehend sehr guten Einstellung von fb mal für 10 Minuten beschäftigen. Im Übrigen bewegt sich fb ja schon...

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    • Ranjit
    • 31.05.2010 um 15:18 Uhr

    @Jugendgemeinderat

    Google als Datenkrake ist ein gräßliches Cliché. Facebook will Daten der eigenen Nutzer monetarisieren ohne sich um dem Schaden zu kümmern den es anrichtet.
    Google hingegen verwendet hoch aggregierte Metadaten zum eigenen Vorteil aber auch zu dem der eigenen Nutzer.
    So verwendet es die Suchanfragen sowie Texte auf Webseiten dazu, Sprachen besser zu verstehen, was den Nutzern dann als intelligentere Suche, Übesetzungsdienste und Rechtschreibprüfung wieder zugute kommt.

    Bezüglich der 26000 Aussteiger: Das ist die aktuelle Zahl und nicht die endgültige. Ebenso übersehen sie Selektions- und Netzwerkeffekte. Zum einen sind jene Nutzer die dort ihren Austritt verkünden im Schnitt interessierter an der Thematik und wahrscheinlich gebildeter als der Durchschnittliche FB Nutzer. Zum anderen sind genau jene Nutzer häufig Ansprechpartner für ihr soziales Umfeld wenn es um technische und Internetfragen geht. Raten sie von Facebook ab, so sieht man das vielleicht nicht auf dieser Seite, aber einen Effekt hat es schon. Zuletzt ist es einfach PR. Die Aktion hat es immerhin in die Zeitung geschafft, nicht wahr?

    Ich finde den Unterschied zwischen Google und fb ja unterhaltsam, immerhin lässt fb eine relativ detaillierte Freigabe (oder auch Nicht-Freigabe) der Daten zu.

    Ich bin mit ziemlicher Sicherheit einer dieser Nutzer, die sich überdurchschnittlich mit dem Thema beschäftigen und muss sagen, das Abmelden ist eher uninteressant. Laut Google hatte facebook.com 540 Millionen unique users im April, mit 570 Milliarden Seitenaufrufen. Da kann die Initiative noch eine gute Weile wachsen, bevor etwas passiert.

    Erfolgversprechender ist es, die Möglichkeiten zur Vernetzung innerhalb der Plattform zu nutzen und entsprechende Gruppen/Seiten zu unterstützen. Da dort schnell Millionen Unterstützer erreicht werden können (und nicht nur in einem Land o.ä.) und facebook das auch zuverlässiger bemerkt.

    Bisher hat fb mit meinen Daten wohl nicht viel anfangen können, obwohl ich überdurchschnittlich viele eingestellt habe... frei nach dem Motto "was frei zur Verfügung steht wird nicht geraubt" :)

    • Ranjit
    • 31.05.2010 um 15:18 Uhr

    @Jugendgemeinderat

    Google als Datenkrake ist ein gräßliches Cliché. Facebook will Daten der eigenen Nutzer monetarisieren ohne sich um dem Schaden zu kümmern den es anrichtet.
    Google hingegen verwendet hoch aggregierte Metadaten zum eigenen Vorteil aber auch zu dem der eigenen Nutzer.
    So verwendet es die Suchanfragen sowie Texte auf Webseiten dazu, Sprachen besser zu verstehen, was den Nutzern dann als intelligentere Suche, Übesetzungsdienste und Rechtschreibprüfung wieder zugute kommt.

    Bezüglich der 26000 Aussteiger: Das ist die aktuelle Zahl und nicht die endgültige. Ebenso übersehen sie Selektions- und Netzwerkeffekte. Zum einen sind jene Nutzer die dort ihren Austritt verkünden im Schnitt interessierter an der Thematik und wahrscheinlich gebildeter als der Durchschnittliche FB Nutzer. Zum anderen sind genau jene Nutzer häufig Ansprechpartner für ihr soziales Umfeld wenn es um technische und Internetfragen geht. Raten sie von Facebook ab, so sieht man das vielleicht nicht auf dieser Seite, aber einen Effekt hat es schon. Zuletzt ist es einfach PR. Die Aktion hat es immerhin in die Zeitung geschafft, nicht wahr?

    Ich finde den Unterschied zwischen Google und fb ja unterhaltsam, immerhin lässt fb eine relativ detaillierte Freigabe (oder auch Nicht-Freigabe) der Daten zu.

    Ich bin mit ziemlicher Sicherheit einer dieser Nutzer, die sich überdurchschnittlich mit dem Thema beschäftigen und muss sagen, das Abmelden ist eher uninteressant. Laut Google hatte facebook.com 540 Millionen unique users im April, mit 570 Milliarden Seitenaufrufen. Da kann die Initiative noch eine gute Weile wachsen, bevor etwas passiert.

    Erfolgversprechender ist es, die Möglichkeiten zur Vernetzung innerhalb der Plattform zu nutzen und entsprechende Gruppen/Seiten zu unterstützen. Da dort schnell Millionen Unterstützer erreicht werden können (und nicht nur in einem Land o.ä.) und facebook das auch zuverlässiger bemerkt.

    Bisher hat fb mit meinen Daten wohl nicht viel anfangen können, obwohl ich überdurchschnittlich viele eingestellt habe... frei nach dem Motto "was frei zur Verfügung steht wird nicht geraubt" :)

    • Ete2
    • 31.05.2010 um 15:08 Uhr

    Man sollte sich gar nicht angemeldet haben, wozu also abmelden? Und wer sich doch angemeldet hat, dem ist Privatsphäre sowas von schnuppe... diese Leute zum Abmelden bewegen zu wollen, ist einfach nur dumm. Die haben sich zum Zwecke der öffentlich Zur-Schau-Stellung da angemeldet - wie kann man da ernsthaft glauben, man könnte sie dazu bewegen, das ohne Gegenleistung aufzugeben? Das wäre ja wie wenn man einem Fußball-Fan vorschlägt, statt zum Spiel des Lieblingsvereins ins Stadion zu gehen, ein Handballspiel in einer Turnhalle zu besuchen. Das einzige was man bewirkt, ist einen Lacher auszulösen oder sich Zorn zuzuziehen.

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    Allen bei Facebook-angemeldeten eine Art Online-Seelenstriptease zu unterstellen ist nun auch nicht das wahre. Die meisten melden sich einfach an um - Schreck lass nach - mit anderen in Kontakt zu bleiben.

    Du scheinst die Facebook-Nutzer ja ziemlich gut zu kennen: Privatsphäre interessiert sie nicht, wollen sich nur selbstdarstellen, lachen tun sie über die Initiative auch noch... Hast du irgendwelche Quellen, die das belegen oder ist es deine persönlich-alternative Einschätzung aller Facebook-Nutzer?

    Allen bei Facebook-angemeldeten eine Art Online-Seelenstriptease zu unterstellen ist nun auch nicht das wahre. Die meisten melden sich einfach an um - Schreck lass nach - mit anderen in Kontakt zu bleiben.

    Du scheinst die Facebook-Nutzer ja ziemlich gut zu kennen: Privatsphäre interessiert sie nicht, wollen sich nur selbstdarstellen, lachen tun sie über die Initiative auch noch... Hast du irgendwelche Quellen, die das belegen oder ist es deine persönlich-alternative Einschätzung aller Facebook-Nutzer?

  2. Die Berichterstattung der Medien, welche zur Zeit in Richtung Facebook und Google zielt, ist das altbekannte Szenario, welches mit der Angst vor dem Neuem spielt. Die Vorteile der Systeme werden verkannt, vorhandene Probleme hochgespielt. Mark Zuckerberg ist mit Sicherheit kein Samariter. Verschiedene Quellen kolportierten in der Vergangenheit, dass er beim Aufbau von Facebook rüde Methoden bei der Bekämpfung seiner Mitbewerber anwandte. Deswegen jedoch gleich eine ganze Idee zu verteufeln greift mir zu kurzfristig. Erst einmal schauen und sich selbst ein Urteil bilden.

    Facebook funktioniert nur, wenn ich mich öffentlich mache. Die Entscheidung ob ich das wünsche, kann jeder nur für sich selbst treffen.

    Freilich hat Facebook gefährliche Lücken, die man kennen sollte. Mehr dazu hier:

    http://www.ploync.de/inte...

    • Ranjit
    • 31.05.2010 um 15:18 Uhr

    @Jugendgemeinderat

    Google als Datenkrake ist ein gräßliches Cliché. Facebook will Daten der eigenen Nutzer monetarisieren ohne sich um dem Schaden zu kümmern den es anrichtet.
    Google hingegen verwendet hoch aggregierte Metadaten zum eigenen Vorteil aber auch zu dem der eigenen Nutzer.
    So verwendet es die Suchanfragen sowie Texte auf Webseiten dazu, Sprachen besser zu verstehen, was den Nutzern dann als intelligentere Suche, Übesetzungsdienste und Rechtschreibprüfung wieder zugute kommt.

    Bezüglich der 26000 Aussteiger: Das ist die aktuelle Zahl und nicht die endgültige. Ebenso übersehen sie Selektions- und Netzwerkeffekte. Zum einen sind jene Nutzer die dort ihren Austritt verkünden im Schnitt interessierter an der Thematik und wahrscheinlich gebildeter als der Durchschnittliche FB Nutzer. Zum anderen sind genau jene Nutzer häufig Ansprechpartner für ihr soziales Umfeld wenn es um technische und Internetfragen geht. Raten sie von Facebook ab, so sieht man das vielleicht nicht auf dieser Seite, aber einen Effekt hat es schon. Zuletzt ist es einfach PR. Die Aktion hat es immerhin in die Zeitung geschafft, nicht wahr?

    Antwort auf "26 000 Aussteiger"
  3. 5. Najaaa

    Allen bei Facebook-angemeldeten eine Art Online-Seelenstriptease zu unterstellen ist nun auch nicht das wahre. Die meisten melden sich einfach an um - Schreck lass nach - mit anderen in Kontakt zu bleiben.

    Antwort auf "Wozu abmelden?"
  4. facebook ist nicht kostenlos. man zahlt zwar nicht mit geld sondern mit seiner identität. das ist auch bei dem einigen anderen social networks so, wie beispielsweise myspace.

  5. man kann sich bei facebook nicht abmelden, man kann nur sein konto deaktivieren, d.h. alle daten bleiben bei facebook und werden nicht gelöscht!

  6. Du scheinst die Facebook-Nutzer ja ziemlich gut zu kennen: Privatsphäre interessiert sie nicht, wollen sich nur selbstdarstellen, lachen tun sie über die Initiative auch noch... Hast du irgendwelche Quellen, die das belegen oder ist es deine persönlich-alternative Einschätzung aller Facebook-Nutzer?

    Antwort auf "Wozu abmelden?"

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