Wie die New York Times berichtet , unterbindet Google Anzeigen von Partnervermittlungen, die darauf spezialisiert sind, älteren Frauen bei der Suche nach jüngeren Männern zu helfen.

Wer mit diesem Phänomen noch nicht so vertraut ist: Es gibt einen Fachbegriff für diese Frauen – Cougars – und spezialisierte Agenturen, zum Beispiel CougarLife.com , die ihnen bei der Suche nach potenten Männern helfen. Und was man bislang nur von einigen Promis las, hat sich angeblich zu einem handfesten Trend ausgewachsen. Immer mehr Frauen suchen ihr Glück in jüngeren Partnern. Ein Trend, der dem Internetgigantomanen Google – Herr über alles zu Suchende, zu Findende und zu Verkaufende im Netz – offensichtlich nicht gefällt. Das sei nicht family safe , heißt es zur Sperrpolitik nur. Google denkt dabei also an die Sicherheit der Familie.

Bislang konnte man noch nachdenklich die Stirn runzeln, wenn die Debatte einmal wieder darum ging, ob man Google nicht endlich mehr staatlicher Kontrolle unterwerfen sollte. Es gab kein "eindeutig richtig" oder "eindeutig falsch" bei der Frage, ob der Konzern Autoren mit seiner Buchsuche ungefragt enteignet habe. Einige gruselten sich gerne vor den Horrorszenarien, die damit zu tun haben, was Google alles mit den Daten anstellen könnte, die es über seine Surfer gesammelt hat. Andere fanden das aber auch immer ein bisschen paranoid. Und natürlich ist es  hochgradig suspekt, dass Google einfach alles fotografiert , was nicht bei zehn auf den Bäumen ist. Von der versehentlichen Spionage-Attacke auf private WLANs ganz zu schweigen.

Aber was denkt sich dieser Haufen zu Macht gekommener Code-Schreiber bitte dabei, entscheiden zu wollen, wer mit wem ins Bett zu gehen hat? Und wer genau wird da bitte durch wen in seiner Sicherheit bedroht? Die Familie? Der Mann? Der junge Mann oder der alte Mann? Oder geht es gar darum, dass sich die Männer bitteschön auf die Frauen zu konzentrieren haben, die bei der Gelegenheit auch ein Kind mit ihnen zu zeugen gedenken?

Schließlich, aber das ist müßig zu erwähnen, denkt Google natürlich nicht daran, auf die Dollars zu verzichten, die die Anzeigen einbringen, in denen ein Sugardaddy nach jungen Dingern sucht. Seiten wie DateAMillonaire sind also familiy safe ?

Man kann jetzt noch mehr Zeit verschwenden und Debatten darüber führen, wie viel Macht Google wirklich hat. Und ob ein privates Unternehmen selbst entscheiden darf, welche Anzeigen es zulassen möchte und welche nicht. Und auch, ob Frauen nicht klug genug sind, auch ohne Google ihr Glück zu finden. Und ob man Google nicht auch beibringen könnte, sich auf sein Business zu konzentrieren und sich aus gesellschaftlichen Fragestellungen besser herauszuhalten.

Kürzen wir das ab: Bringt Google unter demokratische Kontrolle, sofort.