Freiheit im Netz Hacker an die MachtSeite 2/2
Wie zerrissen im Netz Aktive bei diesem Thema sind, zeigte ein Vortrag von Julia Seeliger. Sie war früher im Bundesvorstand der Grünen, hat seit Jahren ein Blog und setzt sich gegen Überwachung und für offene Inhalte ein. Inzwischen aber arbeitet sie in der Onlineredaktion der taz, und ihre Erfahrungen dort scheinen zu einer ganz neuen Sicht geführt zu haben. "Perlen im Misthaufen" hieß ihr Vortrag bei der SigInt und er beschäftige sich mit Leserkommentaren auf Nachrichten-Websites. "Es war blauäugig zu sagen, geil wir haben jetzt Web 2.0, jetzt können die Journalisten von ihren Lesern lernen." Die meisten Leserkommentare seien eher eine Last, als dass sie einen Mehrwert böten. Vor allem bei kontroversen Themen wie Islam, Migration, Israel, Frauenrechten und der politischen Klasse sind die Beiträge für Seeliger gesellschaftlich meist nicht akzeptabel. "Eine Lösung wäre es die Kommentarfunktion abzuschalten."
Nicht zuletzt ZEIT ONLINE ist in diesem Punkt ganz anderer Meinung. Doch das nur der Vollständigkeit halber. Was blieb nach drei Kongresstagen, war das Gefühl, dass bei vielen, die die Selbstregulierung des Netzes lange beschworen, langsam Müdigkeit einsetzt. Was nicht verwunderlich ist. Je größer das Netz und die Angebote darin werden, desto weniger genügen solche Mechanismen, um den Betrieb zu gewährleisten. Egal, ob es um große Konzerne oder einzelne Nutzer geht – das Netz professionalisiert sich, mit allen positiven und negativen Auswirkungen.
Was jedoch nicht heißt, dass es seine dezentrale Matrix oder die Ideen vergessen sollte, die es groß gemacht haben. In einzelnen Bereichen mag die Zahl der Freiheitsgrade sinken, das Netz als Ganzes aber sollte für alle zugänglich bleiben. Im Zweifel eben auch indem es wie Seemann aka mspro nach dem Management ruft.
- Datum 25.05.2010 - 18:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Sie schreiben im verlinkten Artikel in der SZ: 'Es ist schon ein erstaunliches Paradoxon, dass viele von uns die Fähigkeit zur Analyse und zur Kommunikation für Kernkompetenzen ihrer Profession halten, gleichzeitig aber bei der Analyse ihrer eigenen Zukunftsfähigkeit und bei der direkten Kommunikation mit ihren Lesern so große Defizite zeigen.'
Ganz recht, seit September 09 warten noch eine Diskussion mit 581 Wortmeldungen sowie x Leserartikel nebst Diskussionen zum gleichen Thema auf Ihre Antworten:
http://community.zeit.de/...
… ich finde es ja höchst bemerkenswert, dass Frau Seeliger die Kommentare als Last empfindet … Ich verstehe zwar in diesem Fall warum, aber man kann zumindest nicht bestreiten, dass die von Frau Seeliger verfassten Artikel nach und nach an Qualität gewonnen haben. Ob dazu nicht vielleicht doch der ein oder andere Totalveriss in den Kommentaren beigetragen haben mag? Und ja, die meisten Kommentare bieten für mich mehr Mehrwert, als die oftmals undurchdachten, monoperspektivischen Anflüge eines „Online-Journalisten“ – eben nicht zuletzt indem diese „Ansichten“ auch gelegentlich zurecht gestutzt werden. Schade, dass man für das „Web 2.0“ wohl auch kritikfähiger (passiv wie aktiv) werden muss…
Ich empfinde die Kommentare der meisten Leser als eine Bereicherung eines Artikels. Auch wenn Journalisten gerne von sich behaupten, sie berichten objektiv, ist jede Berichterstattung immer subjektiv behaftet. Erst die Kommentare schaffen es, dem Artikel eine nahezu objektive Richtung zu verpassen.
Und auch wenn Frau Seeliger es als belastend empfindet, gilt auch hier die Regel: 99 Prozent ist Schrott, aber dass eine Prozent ist es Wert.
Ich empfinde die Kommentare der meisten Leser als eine Bereicherung eines Artikels. Auch wenn Journalisten gerne von sich behaupten, sie berichten objektiv, ist jede Berichterstattung immer subjektiv behaftet. Erst die Kommentare schaffen es, dem Artikel eine nahezu objektive Richtung zu verpassen.
Und auch wenn Frau Seeliger es als belastend empfindet, gilt auch hier die Regel: 99 Prozent ist Schrott, aber dass eine Prozent ist es Wert.
Zitat:"Seemann fordert, dass der Staat regulierend eingreift, um die Freiheit zu retten – in vollem Wissen, wie paradox diese Forderung klingt."
Ich bin mir nicht ganz sicher wie ich diese Aussage verstehen soll. Für mich ist ein Paradoxon immer etwas Unmögliches oder Gegensätzliches gewesen. Ich dachte der Staat währe eine Art übergeordnete Machtstruktur die u.a.gleiche Vorraussetzungen für alle garantieren sollte, zum Beispiel Freiheit.
Meinte der Autor vieleicht kapitalistische Marktwirtschaft oder so ?
Ich empfinde die Kommentare der meisten Leser als eine Bereicherung eines Artikels. Auch wenn Journalisten gerne von sich behaupten, sie berichten objektiv, ist jede Berichterstattung immer subjektiv behaftet. Erst die Kommentare schaffen es, dem Artikel eine nahezu objektive Richtung zu verpassen.
Und auch wenn Frau Seeliger es als belastend empfindet, gilt auch hier die Regel: 99 Prozent ist Schrott, aber dass eine Prozent ist es Wert.
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