Google Street ViewPersönlichkeitsrecht für Jägerzäune?

Mit dem Kampf gegen Street View untergraben Medien die Panoramafreiheit und so die Basis ihres Berufes, schreibt Michael Seemann und fordert öffentliche Daten für alle. von Michael Seemann

Die Daten von Google Street View können allen nützen

Die Daten von Google Street View können allen nützen  |  © Sean Gallup/Getty Images

Seit Wochen prasselt eine Desinformationskampagne auf die deutsche Bevölkerung ein. In seltener Einigkeit wird von Politik und Medien mit dummdreister Stimmungsmache gegen Google Street View getrommelt und alle machen mit. Die Parteien, die Öffentlich-Rechtlichen, die Fernsehsender, die Verlage, die Datenschutzbeauftragten, alle.

Kein Argument ist zu dumm, als dass es nicht gebracht, keine Lüge zu dreist, als dass sie nicht gedruckt würde. Unwissenheit paart sich dabei mit undifferenzierten, irrationalen Ängsten zu einem Kampagnensturm, wie wir ihn schon lange nicht mehr sahen. Und das zu einem Thema, das lange niemanden interessierte und auch heute noch als eher dröge gilt: Datenschutz.

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Dabei stört es die mitmachenden Journalisten nicht einmal, dass sie sich mit den politischen Prozessen, die sie in Gang setzen, ins eigene Fleisch schneiden. Dass sie in der Berichterstattung den Begriff "Panoramafreiheit" meiden wie der Teufel das Weihwasser. Obwohl eben diese Freiheit der Garant dafür ist, dass da draußen auf der Straße überhaupt fotografiert werden darf, ohne dass stets ein Anwalt dabei sein muss.

Nur frage ich mich, warum ausgerechnet Journalisten diesen Angriff, der auch einer auf die Freiheit ihrer eigenen Berichterstattung ist, so wohlwollend unterstützen? Ist das die Hybris des Journalistenstandes, dass er sich in einer Sonderposition wähnt, jenseits der Gesetze, die er für Google – und für niemanden sonst – fordert?

Die dazu gerade geplante Hamburger Gesetzesinitiative zeigt, dass es sich bei dem Versuch, Street View einzuschränken, tatsächlich um einen Angriff auf die Panoramafreiheit handelt und damit auf ein wichtiges Recht für die Freizügigkeit von Informationen. Würde der Entwurf Gesetz, schüfe er eine völlig neue Rechtsunsicherheit, die uns alle, auch uns Blogger und Flickrer, einem neuen Abmahnrisiko aussetzte. Nicht umsonst ist der Journalistenverband, im Gegenteil zu den von ihm vertretenen Kollegen, alarmiert. Doch mit Argumenten lassen sich die selbsternannten "Datenschützer" nicht aufhalten.

Kaum ein Artikel über Street View, der berichtet, dass das, was Google tut, seit Jahren von vielen deutschen Unternehmen getan wird, ohne dass sich je einer darüber aufgeregt hätte. Klar, denn diese Daten stehen hinterher nicht allen, sondern nur gut zahlenden Werbefirmen zur Verfügung. Was daran nun besser sein soll, kann wahrscheinlich nur ein Politiker oder ein Journalist verstehen.

Dass Bild.de bei dieser Kampagne allen Anstand fallen lässt und Google falsche Fotos unterschiebt gehört da nur zu den vorhersehbaren Ausläufern der Kampagne. Genau wie die Tatsache, dass man damit genau das Datenschutzvergehen begeht, das man Google unterstellt.

Dass aber ausgerechnet Heise sich entblödet "kritisch" über das Mitloggen von WLAN-SSIDs der Streetview-Autos zu berichten, lässt mich dann doch erschaudern. Nicht nur, dass genau diese Daten schon seit Jahren erhoben werden, ohne dass ein Hahn danach gekräht hätte. Die Information, dass Google diese Dinge aufzeichnet, ist seit Anbeginn des Street-View-Projektes bekannt. Wenn nicht einmal Heise es schafft, sachlich über Street View zu schreiben, wer dann?

Was mich zusätzlich ärgert, ist, dass der gute und wichtige Diskurs über Datenschutz als Vehikel für diese populistische Hysterie missbraucht wird. Denn um Datenschutz geht es hier gar nicht.

Das Recht, in der Öffentlichkeit fotografieren zu dürfen, gehört uns allen! Die Daten, die uns öffentlich zu Verfügung stehen, helfen uns allen. Sie werden helfen, uns zu orientieren und werden uns Fahrten ersparen. Sie werden die Welt ein Stück transparenter machen. Viele nützliche Anwendungen werden darauf basieren. Der Chaos Computer Club kämpfte immer für die Devise: Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen! Was ist daraus geworden?

Wo bleibt eigentlich der Chaos Computer Club in der Debatte? Wo bleiben padeluun und der Foebud? Wo sind die digitalen Vordenker, die zu unterscheiden wissen, was öffentliche und was private Daten sind? Wo bleibt die Stimme der Vernunft, die mit Nachdruck und Autorität die wild gewordenen Protagonisten eines falsch verstandenen Datenschutzes zur Ordnung ruft? Wo bleiben die Menschen, die mit genügend Verstand gesegnet sind, um darauf hinzuweisen, dass es kaum etwas Öffentlicheres gibt als eine Hausfassade? Und wo bleiben unsere verdienten und im Gegensatz zu Ilse Aigner auch glaubwürdigen Datenschützer? Entweder steigen sie wie Peter Schaar in das undifferenzierte Gebashe ein, oder halten sich, wenn sie um die Absurdität des Ganzen wissen, vornehm zurück.

Wenn dann doch jemand wie Jens Best aus der Deckung kommt und mit seinem Projekt dem Wahnsinn einen Spiegel vorhält, wird er mit hämischen und undifferenzierten Beiträgen bedacht.

Es ist nicht schwer zu erraten, was hier gerade passiert: Es wird kalte Rache geübt an einem Unternehmen, dass den Stand des Journalisten wie kein anderes angegriffen hat. Ein Unternehmen, das Werkzeuge erschuf, mit denen jedermann schnelle und genaue Informationen erlangen kann. Ein Unternehmen, das mit seinen Innovationen nicht nur die Vormachtstellung, sondern auch den Sinn des journalistischen Standes untergräbt. Aus den Artikeln und Fernsehbeiträgen über Google Street View spricht nichts als Hass über diese Demütigung.

So zeigt sich an dieser Debatte, wie sehr unsere Gesellschaft solch irrationalen und interessengetriebenen Journalismus braucht, der es wagt, sich mit "Qualität" zu assoziieren: Sie braucht ihn so sehr, wie ein Persönlichkeitsrecht für Jägerzäune.

Michael Seemann bloggt und twittert unter dem Kürzel mspro. Der Text erschien in seinem Blog.

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Leserkommentare
  1. Von mir aus darf google unseren Jägerzaun filmen. Google darf aber nicht das, was sich hinter dem Jägerzaun auf unserem Grundstück befindet, ins Internet stellen.

    Damit Blogger und Flickrer Rechtssicherheit bekommen, sollen wir unsere physische Sicherheit aufgeben.

    Dieser virtuelle Exhibitionismus ist einfach widerlich.

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    • trueQ
    • 06. Mai 2010 10:41 Uhr

    Wenn der Bereich hinter dem Jägerzaun von der Straße aus einsehbar ist, handelt es sich bei dieser Ansicht ebenfalls um öffentliche Daten - sprich: es gibt keinen seriösen Anspruch darauf, hier einen künstlichen, virtuellen Sichtschutz zu errichten.

    DANKE für den Artikel!!!!!!!

    Ich bin selbst im IT-Bereich tätig und kann Herrn Seemann Punkt für Punkt zustimmen. Auch aus meiner Sicht überwiegen die Vorteile und der Nutzen für den einzelnen ganz erheblich. Ich vermute, dass viele Kritiker sich nicht einmal die Mühe gemacht haben und sich von den fantastischen Möglichkeiten von Street View selbst überzeugt haben. Ich hatte mir Aufnahmen am Eiffelturm angesehen, keine Person war so zu erkennen, dass ich hätte sagen können: Das ist Herr Meyer. Ich hatte die grandiose Möglichkeit mich virtuell durch die Straßen von Paris zu bewegen.
    Mich erinnert diese Hetzkampagne auch an Zeiten als man die Geschwindigkeit von Zügen als Teufelswerk anprangerte. Diese Züge fuhren damals etwa 25 km/h.
    Ich sehe auch die große Gefahr, dass ich, wenn bestimmte Politiker sich durchsetzen, nicht einmal mehr im öffentlichen Raum fotografieren darf- das ergäbe sich konsequent gedacht aus diesen Forderungen.

    Dass die Kameras erhöht angebracht werden müssen ist eine technisch/praktische Notwendigkeit. Das hat nichts mit Voyeurismus zu tun. Ich kann mich an viele Bekannte erinnern, die Navigationsgeräte verteufelten, bis sie aus der Praxis merkten, welch erhebliche Vorteile sie für den Einzelnen bieten. Frauen insbesondere sind dadurch geschützter, die ja gerne Technik ablehnen. Street View bietet die Möglichkeit sich vorab gut über bestimmte Orte zu informieren. Es bietet Menschen, die nicht mehr reisen können, sich virtuell durch Straßen zu bewegen. Daher wünsche ich Google E.

    Moin,
    bereits der Titel gibt Grund zur Sorge, zieht er das eigentliche Problem, das Anliegen vieler Datenschüzter weit ins Lächerliche. Auch der Jägerzaun als Metapher für den spießigen Kleinbürger ist ein Zeichen dafür, wie weit der nötige Diskurs vom eigentlichen Kern des Problems ferngehalten werden soll. Die Feststellung, andere hätten auch Daten erhoben, ohne dass man sich darüber aufrege, in ein weiteres Indiz für den wahren Unwillen, sich mit den Risiken global erhobener Daten zu befassen. Das einzelne Bild ist, ob im Panorama oder nicht, unkritisch. Es ist auch gleichgültig, ob ein Jägerzaun abgebildet ist oder nicht. Auch leidet der Journalismus in keiner Spur unter dem Fehlen von globalen Panorama-Abbildungen, ganz im Gegenteil. Der Journalismus leidet an einer wahren Flut solcher Massendaten, deren scheinbare Präzision den Eindruck erweckt, eine Story, die diese Daten einbindet, wird ebenso präzise sein. Viele Online-Medien "verorten" beispielsweise ihre Artikel über Google-Maps; eine inhaltlich wackelige Geschichte, garniert mit einem scheinbar präzisen Standort erweckt den falschen Eindruck hoher Recherche-Genauigkeit, der die Story um kein Jota weniger wackelig macht. Wenn dann dazu noch Panorama-Bilder der vermeintlichen Umgebung gezeigt werden können, wird wirklich jede Phantasie zur "realen Geschichte". Die Keule der eingeschränkten Freiheit des Journalismus ist Humbug, aber bequem, Thema (im Artikel) verfehlt!
    Beste Grüße
    Grabert

  2. kann ich den Kommentar nur nennen. Man kann für oder gegen Google Street View sein. Alles kein Problem.

    Ein Problem ist es allerdings, wenn ein Verfechter von Street View wie mit der Axt im Walde vorgeht und Gegner beschimpft und als dumm und engstirnig bezeichnet. Warum wohl? Weil ihm akzeptable Argumente fehlen?

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    • trueQ
    • 06. Mai 2010 10:42 Uhr

    Haben Sie den Kommentar überhaupt gelesen? Er hat sehr klare Argumente geliefert, warum das Argument "Datenschutz" als Ablehnungsgrund für Streetview nicht passt.

    • chrisi
    • 06. Mai 2010 10:48 Uhr

    Na ja ich habe mehr den Eindruck das Gegner eher hysterisch reagieren.
    Entweder Google Streetview ist rechtmäßig oder nicht. Wenn jemand meint das nicht, kanner gegen Google klagen und ein Richter kann sich darum kümmern.

    Ich finde es bezeichnend, dass ausgerechnet in Deutschland eine solche Debatte ausbricht. In dem Land wo man eine Baugenemigung braucht wenn man eine Garage baut. Das hier die Bedenkenträger auftrumpfen wundert mich da keine Sekunde.
    Ich hoffe Streetview kommt endlich und wird noch weiter ausgebaut. Endlich kann man voher sich anschauen wo man hinfährt, kann den nächsten Parkplatz finden usw. Wenn man Passanten dabei erkennen kann so what?

    Irgendwo habe ich mal gelesen, die Kritiker sagen Google und meinen eigentlich das web.

    Man lese mal den Street View Kommentar "Die Stunde der Schnüffler" von Don Alphonso auf FAZ.NET! Der ist hysterisch; und beweist Miachel Seemannns ZEIT-Aussagen bloß als völlig zutreffend!

    Moin,
    von den Verfechtern eine "nackten Welt", in der man meint, man müsse es ermöglichen, dass alle alles über jeden wissen können, machen in diversen Punkten einfache Denkfehler, verleitet von scheinbar logischen Erklärungen und nicht stichhaltigen Gleichsetzungen, man möchte ketzerisch fast das Wort "Gleichnis" benutzen.
    Der erste Irrglaube ist, im Netz ist man unter Freunden. Diese Ansicht ist grotesk falsch, wird aber von den "sozialen Netzwerken" als Hauptwerbeargument genutzt. Hieraus wird gerne abgeleitet, die Kritiker der "nackten Welt" würden im Netz eine Welt von Feinden sehen. Das ist genau so falsch, eine bewusst (als Totschlag-Argument) oder unbewusst (weil die Dauerberieselung wirkt) nachgesprochene falsche Herleitung. So wenig man unter Freunden ist, so wenig ist man aber auch unter Feinden, man ist unter Fremden.
    Und von solchen Gleichsetzungen ist die gesamte Argumentation der Befürworter der "nackten Welt" durchsetzt, meist auch in der irrationalen Annahme, dies sei ein Zugewinn an Freiheit. Auch eine falsche Herleitung, zumal hinter all diesen Angeboten wirtschaftliche Interessen stehen. Und gerade die wirtschaftlichen Interessen lassen die Nutzung der Massendaten (auch von Street View) für eine schleichende soziale Segregation als wahrscheinlich gelten. Die Nutzungsbedingungen all dieser Dienste lassen es bereits erahnen, die ungewöhnliche aggressive Wortwahl im Diskurs auch. "Hysterisch" trifft es! Think about.
    Beste Grüße
    Grabert

  3. Ich habe gelesen, dass google gleichzeitig Karten erstellt die zeigen wer wo wie Wlan hat.

  4. Eine rationale Diskussion scheint unmöglich - es geht eher um die Angst, mit heruntergelassenen Hosen (oder in einer anderen nicht veröffentlichungswürdigen Pose oder Situation) fotografiert zu werden. Die Angst, dass jemand ein Foto von meinem Haus machen könnte, wäre ja sonst auch omnipräsent.

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    Moin,
    es geht im Grunde genommen gar nicht um das "Entdeckt-werden", es ist das "Zugeordnet-werden", was das eigentliche Problem darstellt, was Angst macht, die aber eben leider vielfach ungenau artikuliert wird. Und hier unterscheidet sich die Sammlung von Massendaten in ihrer scheinbaren Genauigkeit von der bisherigen Photographie (ob digital oder analog) im öffentlichem Raum. Dies macht die als unkritisch verstandenen Aufnahmen zu kritischen.
    Es ist auch eine völlig abwegige Annahme, die Daten würden nur zu positiven Zwecken im Sinne der Allgemeinheit genutzt. Nein, hierfür steht der Aufwand in keine Relation zum Mehrgewinn. Und die Annahme, die Daten würden nicht für ein erweitertes soziales Scoring genutzt, wie hier in Beiträgen geäußert, mutet schon recht naiv an. Natürlich wird es nicht die Bank oder die Versicherung tun, aber die bekannten und vielleicht neue Dienstleister. Bisher sind alle verfügbaren Daten hierfür genutzt worden, warum sollte es mit diesem hierfür ungemein wertvollen Datenpool anders sein? Bestimmt nicht deswegen, weil man die Daten eben auch für harmlos schöne Dinge wie virtuelle Rundgänge nutzen kann. Für die harmlose Nutzung steht der Aufwand wirklich in keiner Relation zum Ergebnis, wie ich ja schon eingangs bemerkte. Die harmlose Nutzung ist der Köder, den die "Alles-meine-Freunde"-Welt mit heruntergelassener Hose ohne kritisches Hinterfragen schluckt. Think about.
    Beste Grüße
    Grabert

    • trueQ
    • 06. Mai 2010 10:41 Uhr

    Wenn der Bereich hinter dem Jägerzaun von der Straße aus einsehbar ist, handelt es sich bei dieser Ansicht ebenfalls um öffentliche Daten - sprich: es gibt keinen seriösen Anspruch darauf, hier einen künstlichen, virtuellen Sichtschutz zu errichten.

    Antwort auf "Von mir aus"
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    ... schauen Sie sich mal die aufnehmenden Autos an. Die Kamera guckt nicht nur hinter den Jägerzaun, sondern auch über 2,50 m hohe blickdichte Hecken. Von den übrigen Gegenargumenten mal abgesehen ...

    • trueQ
    • 06. Mai 2010 10:42 Uhr

    Haben Sie den Kommentar überhaupt gelesen? Er hat sehr klare Argumente geliefert, warum das Argument "Datenschutz" als Ablehnungsgrund für Streetview nicht passt.

    Antwort auf "Hysterisch"
  5. Denn ich habe die digitale Schizophrenie dieser Gesellschaft satt. Warum muß Google-Bashing sein, wenn die Hosen in sozialen Netzwerken runtergelassen werden. Die Angst ein Foto aus dem eigenen Vorgarten bei Google wiederzufinden, scheint doch größer zu sein als die Angabe von personenbezogen Daten. Ich verstehs zumindest nicht.... 8)

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    • Lapje
    • 06. Mai 2010 10:57 Uhr

    Wenn ich in sozialen Netzwerken meine "hosen" runterlasse, dann mache ICH das, niemand anderes. Wenn ich mir der gefahren nicht bewusst bin, ist es meine Schuld. Hier wird etwas ohne meine Zustimmung über mich preisgegeben, daher ist es etwas völlig anderes. Ich sehe nicht ein, warum demnächst alle, welche meine Adresse kennen, sich anschauen können, ich was für einer Gegend ich wohne? Aus welchen Beweggründen auch immer. Auch der Kommentator hätte lieber mal 5 Minuten nachdenken sollen, dann wäre im sicherlich eingefallen, was man mit diesen Daten alles machen kann. Aber erzieht lieber über Kollegen her, dass sie angeblich keinen vernünftigen Journalismus betreiben würden, begibt sich selber aber auf Computer-Bild-Niveau runter. Man Zeit, was ist nur aus euch geworden...

    @ Vinnie:

    Sie haben ganz Recht. Auch Ihr Argument bestätigt die undifferenzierte Kritik an Google.
    Millionen User stellen ihre Urlaubsfotos samt nackten Tatsachen und Alkoholexzessen ins Netz, aber Google darf die Hauswand samt Gartenzwerg nicht Fotografieren oder das Autokennzeichen. Was ist wohl öffentlicher als all das?

    Danke für diesen Bericht Herr Seemann.
    Es ist tatsächlich die Rache einiger einfacher Schreiberlinge. Google macht jeden Interessierten zum Journalisten. Insofern trennt sich hier die Spreu vom Weizen, denn so zeigt sich in den Medien wer ein guter und gründlicher Journalist ist.

    die ausschließlich von Menschen bewohnt werden, die gewohnheitsmäßig ihre Hosen in sozialen Netzwerken runterlassen: Nur zu. Anderenfalls bitte das differenzierte Argumentieren üben ...

    ...es gibt halt Menschen, die in sozialen Netzwerken gerne die Hosen runterlassen. Es gibt ausserdem Menschen, die in sozialen Netzwerken die Hosen anbehalten. Darüber hinaus gibt es weitere Menschen, die das ganze Internet für Teufelszeug halten und sich gar nicht damit auseinander setzen. (Ich denke das ist eine recht grobe Einteilung, dazwischen gibt es weitere Unterscheidungen.)
    Ich halte es nicht für schizophren wenn sich Menschen gegen eine Abbildung ihres Hauses im Internet entscheiden. Sie wollen es eben nicht. Das reicht doch, damit ist alles gesagt, und die Abbildung ist zu unterlassen. Ob die sich nun nackt in sozialen Netzwerken abbilden steht da in keinem Zusammenhang. Ich vermute sogar, daß die streetview-Skeptiker eher nicht zu den Exibitionisten im Netz gehören.

    Da kann man doch nicht so argumentieren, als wenn alle gleich motiviert sind. Die Gesellschaft ist nun mal die Gesamtheit aller Teilnehmer, die Einzelmeinung aber kein Gesellschaftskonsens.

    Ist doch eigentlich ein ganz lustiges Phänomen, sonst gäbe es auch nicht diese tollen Foren, sie wären bös langweilig, etwa so:

    Threadthema: Streetview ist toll!
    Antwort 1: stimmt! ;-)
    Antwort 2: stimmt! ;-)
    Antwort 3: stimmt! ;-)
    Antwort 4: stimmt! ;-)
    Antwort 5: stimmt! ;-)
    Antwort 6: stimmt! ;-)
    Antwort n: stimmt! ;-)

    Das ist doch öde.

    Einen schönen Abend noch!

    • chrisi
    • 06. Mai 2010 10:48 Uhr

    Na ja ich habe mehr den Eindruck das Gegner eher hysterisch reagieren.
    Entweder Google Streetview ist rechtmäßig oder nicht. Wenn jemand meint das nicht, kanner gegen Google klagen und ein Richter kann sich darum kümmern.

    Ich finde es bezeichnend, dass ausgerechnet in Deutschland eine solche Debatte ausbricht. In dem Land wo man eine Baugenemigung braucht wenn man eine Garage baut. Das hier die Bedenkenträger auftrumpfen wundert mich da keine Sekunde.
    Ich hoffe Streetview kommt endlich und wird noch weiter ausgebaut. Endlich kann man voher sich anschauen wo man hinfährt, kann den nächsten Parkplatz finden usw. Wenn man Passanten dabei erkennen kann so what?

    Irgendwo habe ich mal gelesen, die Kritiker sagen Google und meinen eigentlich das web.

    Antwort auf "Hysterisch"
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    • Lapje
    • 06. Mai 2010 10:58 Uhr

    ...das sie nicht in einer "noblen" Gegend wohnen und sich zwielichtige Gestalten über SV einen Eindruck von Ihrem "Anwesen" machen können...

    Im Bemühen um die Beseitigung überflüssig tradierter Vorurteile der kurze Hinweis: Schauen Sie bezüglich der Garage doch mal in die Bauordnung Ihres Bundeslandes, Stichwort "Genehmigungsfreie Vorhaben" oder ähnlich. Und denken anschließend über echte Argumente nach. Parkplätze zu finden ist jedenfalls keines, da es keine in Echtzeit übertragenenen Live-Bilder geht. Die schlichte Existenz eines Parkplatzes können Sie schon über Google Maps herausfinden.

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