Ölbekämpfung, wie BP sie auf der eigenen Seite vermarktet – kleine Ölklumpen und ein unbeeindruckter Angler

50 Millionen Dollar sind nicht viel Geld. Jedenfalls nicht im Vergleich zu der Summe, die BP insgesamt für die komplette Beseitigung der Ölkatastrophe ausgeben wird, – nach letzten Schätzungen bis zu sechs Milliarden Dollar . Trotzdem bringen diese 50 Millionen ziemlich viele Menschen gegen den Ölkonzern BP auf. Denn so viel schätzt man, gibt BP dafür aus, in Zeitungsanzeigen und im Internet sein Image aufzubessern.

Das könnte schlechter derzeit nicht sein, angesichts der Katastrophe selbst, und angesichts einer katastrophalen Öffentlichkeitsarbeit . Zu der anscheinend auch weiterhin gehört, dass man Berichterstatter behindert und fragwürdige Werbung schaltet.

So bezahlte BP bei Suchmaschinen für sogenannte AdWords und investiert damit in das sogenannte SEM, das Search Engine Marketing , wie diese Werbeform heißt. AdWords können häufig gesuchte Schlagworte wie beispielsweise oil spill (Ölpest) sein.

Wer nach oil spill suchte, erhielt in der vergangenen Woche als erstes Link-Angebot den von BP. Zwar werden diese Links grau unterlegt und als Werbung ausgewiesen, trotzdem werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit angeklickt. Der Link leitete auf die BP-eigene Informationsseite. Auf der natürlich nur steht, was der Konzern für die Wahrheit hält.

Bezahlt für die AdWords wird an Google, und das pro Klick. Bei Kosten bis zu zwei Euro pro Klick – das variiert nach Märkten und Mengen – kann eine solche Kampagne schnell teuer werden. Doch BP ist derzeit nichts zu teuer, um das Bild aufzupolieren: So kaufte man in den vergangenen Wochen Begriffe wie eben oil spill , auch gulf oil spill , gulf desaster oder leak .

Auf Nachfragen verschiedener Medien gab man das auch zu und lieferte eine, aus Sicht von BP, einleuchtende Begründung: "Wir wollen es den Nutzern erleichtern, wichtige Informationen zu finden", sagte eine BP-Sprecherin. Immerhin werde auf der Website beschrieben, wie man bei Schäden seine Ansprüche geltend machen oder sich freiwillig im Kampf gegen die Ölpest engagieren könne.

Einen satirischen Twitterer, der die Imagekampagne der Ölfirma kopiert, veranlasste das zu dem Kommentar : "I nvesting a lot of time & money into cleaning up our image, but the beaches are next on the to-do list for sure. #bpcares " Man investiere gerade in die Säuberungsarbeiten am Image, aber die Strände seien garantiert der nächste Punkt auf der Liste.

Allerdings nimmt Google Geld von jedem und eben auch von BP-Kritikern, wenn sie mehr bieten. Und so wird oil spill und gulf oil spill im Moment von LinkTV gebucht , einem amerikanischen Sender, dessen Anspruch nach eigenen Angaben ist, auf Themen aufmerksam zu machen, die in amerikanischen Medien zu wenig Beachtung finden. Und so findet sich an Platz eins bei Google derzeit der Link zu kritischen Videos und Aufrufen, gegen Bohrungen im Golf zu protestieren.