World of Warcraft Auch Online-Rollenspieler brauchen BetriebsräteSeite 2/2
Große Firmen (bei Doctorow Staaten oder Spielebetreiber) können diese Kosten durch hohen finanziellen Aufwand niedrig halten und damit ihre Macht sichern. Wenn aber eine finanzschwache Organisation dank offener Kommunikationskanäle frei kollaborieren kann, wird sie für die Mächtigen zur Bedrohung. Die Webblies versuchen genau das: Sie nutzen Internet, Mobilfunk und die Schwachstellen der hochkomplexen Parallelökonomien, zu denen die Online-Spiele geworden sind. Gleichzeitig suchen sie den Kontakt zu alteingesessenen Gewerkschaften, um den Protest auf die Straßen zu tragen.
Nun ist das demokratische Potenzial des Internet durchaus umstritten: Kritiker beklagen die Banalität, die in sozialen Netzwerken wie Facebook herrscht. In For the Win huldigt Cory Doctorow aber keineswegs blind der Technik: Sein Buch zeigt ebenso sehr die Gefahren auf, die in der permanenten Überwachung missliebiger Staatsbürger liegen. Darüber hinaus ist For the Win ein erhellender Beitrag zur weltweiten Finanzkrise: Anschaulich schildert Doctorow die haarsträubenden Spekulationen mit virtuellem Gold, in die nicht zuletzt die Spiele-Betreiber selbst verstrickt sind. Dass der Autor seine Wirtschaftslektionen teils unverbunden in den Text einfügt, mag nicht jedermanns Sache sein. Aber auch sie sind spannend und leicht verständlich geschrieben.
Die Szenen aus Svartalfaheim Warriors oder Mushroom Kingdom sind nicht nur für Spielefans interessant, denn sie vermitteln einen guten Einblick in zeitgenössische Onlinewelten wie World of Warcraft. Mit 500 Buchseiten ist For the Win allerdings etwas zu lang geraten. Doctorow verliert sich bisweilen in seinen originellen Einfällen. Trotz der bisweilen ausufernden Nebenhandlung ist For the Win Doctorows bisher bestes Buch: Immer dicht dran an den Charakteren, vielschichtig und mit einer kraftvollen politischen Aussage: Nur wer sich organisiert, hat gegen die Ausbeuter dieser Welt eine Chance.
Die gebundene Ausgabe von For the Win ist im Mai 2010 erschienen. Das E-Book ist auf Doctorows Seite craphound.com frei erhältlich, ebenso seine älteren Texte.
- Datum 03.06.2010 - 16:56 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Man erlebt es Tag für Tag ,
dass über Internetauktionshäuser Spielegüter verkauft werden.
Die Faulheit verleitet oftmals jemanden dazu,
sich solche Sachen gegen vielen von Euros anzuschaffen,
anstatt sich selbst es zu erspielen.
Ich sehe das Problem nicht, dass die einen Gegenstände erspielen, die andere dann kaufen. Überall in der realen Welt leisten Menschen Arbeit und erhalten dafür Geld von Leuten, die am Ergebnis der Arbeit interessiert sind.
Warum sollte dieses Prinzip nicht auch in virtuellen Welten greifen?
Ich sehe das Problem nicht, dass die einen Gegenstände erspielen, die andere dann kaufen. Überall in der realen Welt leisten Menschen Arbeit und erhalten dafür Geld von Leuten, die am Ergebnis der Arbeit interessiert sind.
Warum sollte dieses Prinzip nicht auch in virtuellen Welten greifen?
Freut mich hier auf das neue Buch von Doctorow aufmerksam gemacht zu werden :-) Upload war schon interessant zu lesen, aber Little Brother schlicht beängstigend - durch und durch geprägt von der amerikanischen Reaktion auf 9/11. Bin schon gespannt wie sich For the Win liest. Ach ja: feine Geste gleich den Downloadlink einzubetten ;-)
Ich sehe das Problem nicht, dass die einen Gegenstände erspielen, die andere dann kaufen. Überall in der realen Welt leisten Menschen Arbeit und erhalten dafür Geld von Leuten, die am Ergebnis der Arbeit interessiert sind.
Warum sollte dieses Prinzip nicht auch in virtuellen Welten greifen?
Irgendwie finde ich es leicht irritierend, direkt unter einem solchen Artikel ein Werbebanner von 'Goldsender', einem der illegalen WOW-Gold-Händler einzublenden... Ist das Absicht?
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