E-Books Für jedes Buch ein eigenes Regal

Das iPad könnte schon bald der meistverkaufte E-Reader in Deutschland sein. Den Wirrwarr um verschiedene Standards wird es aber wahrscheinlich nicht beenden.

Noch sind E-Books ein Nischenprodukt

Noch sind E-Books ein Nischenprodukt

Würde für gedruckte Bücher das Gleiche gelten wie für E-Books, dann müsste man für jeden Lesezirkel ein Umzugsunternehmen beauftragen. Es ist nämlich so: Die großen Anbieter von E-Readern wie Amazon und Sony verkaufen elektronische Bücher am liebsten für ihre eigenen Geräte. Und nur dafür. Als wäre ein Buch untrennbar mit dem Regal verbunden, in dem es steht.

Bei den elektronischen Büchern existieren derzeit gleich mehrere Standards nebeneinander. Man kennt das von VHS und Betamax, Blue-ray und HD-DVD. Erst als sich dort ein Sieger herauskristallisiert hatte, konnte man Freunden einen Film ausleihen, ohne vorher fragen zu müssen, ob sie denn auch über das passende Videosystem verfügen. Und das tat auch dem Verkauf der Geräte gut.

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Auf Bücher übertragen bedeutet dieses Prinzip, dass es unverhältnismäßig schwer wird, den Lesestoff anderen als E-Book zu borgen. Dabei könnte es – theoretisch – doch so einfach sein wie nie. Über Ländergrenzen hinaus, ganz ohne Paketpost. Aber natürlich geht es nicht nur darum, dass einzelne Unternehmen ihre Standards im Markt etablieren wollen. Sondern eben auch, wie schon bei der Musikindustrie, um Kopierschutz. Für die Kunden ist das nur ärgerlich.

Tatsächlich gibt es schon seit Jahren einen etablierten und zudem prinzipiell offenen Standard für E-Books: ePub (electronic publication). Allerdings steht es den Verlagen frei, ihre E-Books zusätzlich mit einem eigenen DRM (Digital Rights Management) zu belegen. Folge: Obwohl ein E-Reader den ePub-Standard unterstützt, kann es sein, dass ein E-Book mit einem DRM, das vom Reader nicht unterstützt wird, unbrauchbar ist.

Derzeit fristen E-Books in Deutschland ohnehin noch ein Nischendasein. Immerhin haben laut Forsa-Institut 2,9 Millionen Deutsche vor, sich im Laufe des Jahres ein E-Book anzuschaffen. Doch gemessen am gesamten Umsatz der Buchbranche sind E-Books-Verkäufe nur Peanuts, natürlich ist das Angebot immer noch verhältnismäßig gering. Von 1,2 Millionen lieferbaren Büchern sind in Deutschland nur etwa 20.000 als E-Book erhältlich.

Auf der Leipziger Buchmesse kehrte in diesem Jahr nach großer Skepsis und wildem Hype optimistischer Pragmatismus ein. Nachdem das vom Börsenverein des deutschen Buchhandels aufgesetzte Portal Libreka! offenbar noch nicht den großen Erfolg gebracht hat, schaut die Branche jetzt, wie auch die Zeitungsverleger, hoffnungsfroh auf das iPad.

Viele erwarten, dass Apples Tablet-Computer E-Books in Deutschland einen großen Schub verpassen wird. Eine Prognose des Trendforschungsinstituts Ears and Eyes scheint ihnen Recht zu geben. Das Institut erwartet, dass in Deutschland bis 2012 zwei Millionen iPads verkauft werden. Mit einem Schlag würde Apple damit den dominierenden E-Reader stellen, mit einem Anteil von über 50 Prozent. Den Buchmarkt insgesamt wird aber auch das nicht umkrempeln. 2012 sollen der Prognose nach gerade einmal 0,7 Prozent der Umsätze des deutschen Buchmarktes auf E-Books fürs iPad entfallen.

Leser-Kommentare
  1. Seit wann ist denn das iPad ein E-Book-Reader? Ein gescheiter E-Book-Reader hat nämlich ein Display, das ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt. Und das hat das iPad nicht. Deshalb halte ich die Sache mit dem E-Book-Reader nur für ein Marketing-Gag um ein völlig unbrauchbares Produkt zu verkaufen.

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    Das iPad ist ein hervorragender Ebook Reader. Hintergrundbeleuchtete Displays sind auch nicht nur negativ. Es hängt halt von der Situation ab. Und eins hat das iPad allen anderen Readern voraus. Für die unterschiedlichen Stores braucht man nicht unterschiedliche Geräte, sondern nur eine spezifische App.

    Das iPad ist ein hervorragender Ebook Reader. Hintergrundbeleuchtete Displays sind auch nicht nur negativ. Es hängt halt von der Situation ab. Und eins hat das iPad allen anderen Readern voraus. Für die unterschiedlichen Stores braucht man nicht unterschiedliche Geräte, sondern nur eine spezifische App.

    • worse
    • 04.06.2010 um 17:08 Uhr

    da kann ich nur Zustimmen!

    Ich denke es dauert noch eine ganze Weile bis sich ebook-Reader durchsetzen. Denn ein echtes Buch kann eben nicht einfach durch Plastik ersetzt werden.
    Mal sehn wie sich der Markt entwickelt.

  2. ... mir das Meiste. So denken die drei großen Anbieter (exkl. Google) scheinbar, wenn man sich diesen DRM- Quatsch anguckt. Noch. Der Blick auf den Musikmarkt hat bewiesen: DRM ist nicht nur unnötig, sondern, wie in ihrem Artikel beschrieben, dumm. Der Kunde wird vorerst nur zögerlich zugreifen, denke ich.
    Das mit den 20.000 Titeln bezieht sich sicherlich nur auf legale Angebote. Auch im "Underground" wird fleissig geklaut und gescannt. Nicht nur das altbekannte PDF- Format, sondern das neue epub- Format wird in diversen Foren massenhaft angeboten. Da kommt man weit über die genannte Menge hinaus. Das kann nicht im Sinne der Anbieter sein, daher: Einigung erziehlen, Kunden gewinnen.
    Ich werde mir erst dann einen Reader zulegen, wenn die DRM- Behinderung nicht mehr existiert und das Gerät mit epub, pdf und txt- Dateien umgehen kann.
    Für den Firefox- Browser gibt es übrigens eine Erweiterung, welche das epub- Format verarbeitet. Es enthält sogar eine Datenbank- Anbindung um legal (!) kostenlose Bücher zu lesen und herunter zu laden...

    • mewers
    • 04.06.2010 um 17:46 Uhr

    Ich würde klar zwischen Büchern und Magazinen unterscheiden:

    Wenn die Käufer von Büchern mehr Bilder und sonstige Medien wollten und dafür bereit wären, mehr zu bezahlen, müssten doch schon seit 10 Jahren oder länger vorrangig Bücher mit vielen bunten Bildern, Illustrationen und angehängten CDs verkauft werden. Die Kunden zahlen aber lieber weniger und kaufen schlichte schwarz-weiß Ausgaben mit wenigen oder keinen Bildern. Die lassen sich allerdings auf einem echten Ebook-Reader (E-Ink und Co.) wesentlich besser lesen als auf dem IPad.

    Bei Magazinen sehe ich schon einen Markt für IPad-Ausgaben. Ich bin aber der Meinung, dass die Masse der Kunden nur dann zugreifen wird, wenn die Ausgabe auf dem IPad deutlich günstiger ist als die Print-Ausgabe. Auch wenn die IPad-Ausgabe noch so viele Extras bietet. Die wenigsten Kunden kaufen sich ein IPad, weil sie schon lange darauf warten, endlich für Content bezahlen zu dürfen.

  3. Was mir bei meinem erst wenige Tage alten eBook-Reader inzwischen klar geworden ist, ist, dass ein solches Gerät KEIN Computer sein soll, sondern einfach nur ein Lesegerät. Bei dem N518 kann man mit dem Stylusgriffel allerdings noch Notizen machen, eine Funktion, die mir praktisch hilft. Ein bisschen Input ist also möglich. Auf meinem Notebook habe ich ein Spiegelbild der Dateien angelegt, die sich auf dem Reader befinden. Hier richte ich alles her, und wenn ich mit der Arbeit fertig bin, lade ich die Texte auf den Reader hoch. Dort stehen sie dann unveränderlich. Um sie zu ändern, muss ich die entsprechenden Texte auf dem PC bearbeiten und hernach wieder auf den Reader übertragen. Den Notepad (*.txt-Dateien) habe ich ganz neu schätzen gelernt, denn dessen Texte werden auf dem N518 sehr schön dargestellt.
    Wenn mir beim Lesen im Zug an einer Stelle des Textes eine Idee kommt, kann ich mit dem Griffel Anmerkungen anbringen, oder ich lasse den Text sauber und lege stattdessen eine Notizdatei an, wo ich die Idee vermerke. Die Bearbeitung mit dem Griffel geht jedoch nur mit .txt-, *.doc- und ein paar anderen Formaten, allerdings nicht mit PDF (PDF soll doch aber auch unveränderlich sein, oder?). Ganz wichtig für mich ist der ruhige Bildschirm OHNE Beleuchtung. Dadurch lesen meine Augen ganz anders als auf dem grellen PC-Bildschirm. Was ich nicht wünsche, ist, dass der Reader wieder aufgemotzt wird zu dem, was wir eigentlich schon haben - den PC.

  4. Das IPad ist kein EBookReader, das erkennt man spätestens, wenn man versucht, an einem sonnigen Tag seine Lektüre im freien zu geniessen. Außerdem ist es viel zu teuer. Warum soll ich erst Unsummen für diese Stück Technik bezahlen und dann noch den Originalpreis der Printversion. Zudem will ich in verschiedenen Shops verschiedene Formate kaufen und DRM geht nun mal gar nicht.
    Das IPad ? Ein eBookreader? Ja, wenn man einen Lastwagen für einen Porsche hält! Solange ein Herr Jobs entscheiden darf, was ich auf seinen Geräten lese und ungefragt Inhalte wieder löschen darf, ist für mich jegliche Hardware von Apple eine Zensurware. Seltsam. Bei Amazon gab es einen Aufschrei durch die ganze Szene, als die illegal bereitgestellten Kopien von z.B. 1984 wieder gelöscht und das Geld rückerstattet wurde. Aber Steve darf ja alles. Er ist ja auch allwissend und weiss, was für die Menschheit gut ist. Wie weit darf er eigentlich dieses irrsinnige Spiel der Arroganz noch treiben?

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    In der Sonne liest es sich auf dem iPad wirklich nicht so gut. Dafür aber im dunkeln besser als mit ePaper Displays. So hat jede Technologie ihre Vor- und Nachteile. Ich lese auf meinem iPad sehr viel. Sowohl Fachbücher als auch Belletristik. Und es funktioniert hervorragend (außer in der Sonne).

    Außerdem habe ich sowohl den Amazon- als auch freie als auch den iBookstore im Zugriff. PDFs können gut dargestellt werden etc. etc.

    Als reiner Ebookreader ist es viel zu teuer, das ist klar. Als universaleres Gerät, dass sich auch hervorragend als Ebookreader eignet, aber nicht.

    In der Sonne liest es sich auf dem iPad wirklich nicht so gut. Dafür aber im dunkeln besser als mit ePaper Displays. So hat jede Technologie ihre Vor- und Nachteile. Ich lese auf meinem iPad sehr viel. Sowohl Fachbücher als auch Belletristik. Und es funktioniert hervorragend (außer in der Sonne).

    Außerdem habe ich sowohl den Amazon- als auch freie als auch den iBookstore im Zugriff. PDFs können gut dargestellt werden etc. etc.

    Als reiner Ebookreader ist es viel zu teuer, das ist klar. Als universaleres Gerät, dass sich auch hervorragend als Ebookreader eignet, aber nicht.

  5. Das IPad ist kein EBookReader, das erkennt man spätestens, wenn man versucht, an einem sonnigen Tag seine Lektüre im freien zu geniessen. Außerdem ist es viel zu teuer. Warum soll ich erst Unsummen für diese Stück Technik bezahlen und dann noch den Originalpreis der Printversion. Zudem will ich in verschiedenen Shops verschiedene Formate kaufen und DRM geht nun mal gar nicht.
    Das IPad ? Ein eBookreader? Ja, wenn man einen Lastwagen für einen Porsche hält! So lange der gute Steve entscheiden darf, was ich auf dem IPad nutze oder lese, tschuldigung aber so lange fühle ich mich durch einen Zensor kontrolliert. Und das erinnert mich doch sehr an doppelplusungut und neusprech.Orwell lässt grüssen. Als dessen Buch 1984 bei Amazons Kindle wieder gelöscht wurde, weil die Kopien illegal bereit gestellt worden waren, gab es einen Aufschrei. Ob es denn wohl auch bei unserem Messias der IT Steve geben wird?

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    • rabe86
    • 06.06.2010 um 21:09 Uhr

    Dem kann ich nur zustimmen. Ich hatte den iPad mehrfach in Händen und finde seine Funktionalitäten toll. Auch Bücher lassen sich damit gut lesen. Aber nachdem bei Modeschauen bereits die Größe der Bikini-Oberteile und Kriegsberichterstattungen die Brutalität der Bilder vorgeschrieben werden möchte ich mir nicht vorstellen, was passiert, wenn die Marktmacht von Apple noch größer wird und sich diese Haltung in den Literaturbereich überträgt. Gewaltfreie Krimis? Platonische Liebesromane? Hoffentlich gibt es bald Alternativen von Anbietern, die mich als mündigen Bürger respektieren.

    • rabe86
    • 06.06.2010 um 21:09 Uhr

    Dem kann ich nur zustimmen. Ich hatte den iPad mehrfach in Händen und finde seine Funktionalitäten toll. Auch Bücher lassen sich damit gut lesen. Aber nachdem bei Modeschauen bereits die Größe der Bikini-Oberteile und Kriegsberichterstattungen die Brutalität der Bilder vorgeschrieben werden möchte ich mir nicht vorstellen, was passiert, wenn die Marktmacht von Apple noch größer wird und sich diese Haltung in den Literaturbereich überträgt. Gewaltfreie Krimis? Platonische Liebesromane? Hoffentlich gibt es bald Alternativen von Anbietern, die mich als mündigen Bürger respektieren.

    • pekka
    • 05.06.2010 um 10:26 Uhr

    kann den anderen Kommentaren nur zustimmen:
    ebooks könnten toll sein, aber die großen Hersteller gängeln die Kunde/Käufer noch zu sehr...

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