Werbung Bald mehr Anzeigen online als offline

Das Internet wird bis 2014 Zeitungen als zweitgrößtes Werbemedium ablösen. Das sagt zumindest PricewaterhouseCoopers voraus. Nummer eins bleibt demnach das Fernsehen.

So sah letzte Printausgabe der "Seattle Post" aus, die im vergangenen Jahr an einem Zeitungskiosk verkauft wurde. Seit März 2007 gibt es den Titel nur noch im Internet

So sah letzte Printausgabe der "Seattle Post" aus, die im vergangenen Jahr an einem Zeitungskiosk verkauft wurde. Seit März 2007 gibt es den Titel nur noch im Internet

Einem Ausblick der Unternehmensberatung PrivewaterhouseCoopers (PWC) zufolge wird das Geschäft mit Werbeanzeigen im Internet den Print-Markt in den nächsten Jahren überrunden. Die Analyse bezieht sich auf den amerikanischen Werbemarkt. Laut dem " PricewaterhouseCoopers’ Global Entertainment and Media Outlook " wird das Online-Werbegeschäft von 24,2 Milliarden Dollar im Jahr 2009 auf 34,4 Milliarden Dollar im Jahr 2014 wachsen. Steht bislang der Printmarkt noch an Platz zwei hinter dem Fernsehen als größte Marketing-Plattform, wird diese Rolle künftig dem Internet zukommen.

Die Zeitungen werden weiter unter der Anzeigenflaute zu leiden haben, prognostiziert PWC. Ihre Werbeerlöse sind 2009 bereits um knapp 29 Prozent auf 24,82 Milliarden Dollar gesunken und werden im Jahr 2014 voraussichtlich nur noch 22,3 Milliarden Dollar betragen.

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"Obschon das Internet den Folgen der Rezession ebensowenig entgehen kann, treffen die Einbußen den Online-Markt doch weitaus weniger stark als alle andere Medien", heißt es dazu in dem Bericht. Zu den wichtigsten Faktoren gehört laut PWC, dass sich die Mediennutzung wandelt und außerdem die Zahl der Menschen mit Breitbandzugang weiter wachsen wird. Waren es 2005 noch 34 Prozent, haben heute 64 Prozent aller Amerikaner einen schnellen Internetanschluss.

Der Bericht unterstreicht vor allem die Bedeutung von Werbung in interaktiven Medien, Video und E-Mail und sagt für diese Segmente besonders starkes Wachstum voraus.

Auch der mobile Werbemarkt soll dem PWC-Bericht zufolge expandieren, nicht zuletzt, weil immer mehr Menschen internetfähige Handys benutzen. Der Wert mobiler Anzeigen wird sich daher in Nordamerika bis 2014 auf 1,6 Milliarden Dollar sogar vervierfachen.

In Deutschland wächst der Umsatz mit Werbung im Internet übrigens ebenfalls stark, auch dazu gibt es neue Zahlen von PWC. "Und auch hier wird Online den Printbereich überholen, der in Deutschland bislang an erster Stelle rangiert", sagt Kristina Müller, Senior Consultant bei PWC Deutschland. Bis 2014 wird der Online-Werbemarkt um gut 11 Prozent wachsen, glaubt Müller, während die klassischen Verlagshäuser ihren Werbeumsatz in der gleichen Zeit immerhin noch um 1,6 Prozent steigern könnten.

Allerdings ist dieses Wachstum eine Folge der Netzaktivitäten, ist man bei PWC überzeugt: Während das klassische Printgeschäft um 0,5 Prozent zurückgehen werde, würden sich die Online-Aktiväten der Verlage mit einem Zuwachs von 13,3 Prozent bezahlt machen.

 
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