Amerikanische Piloten eines Blackhawk Hubschschraubers im Irak © Patrick Baz/afp/Getty Images

Amerikanische Sicherheitsbeamte haben einen Mitarbeiter des US-Militärs verhaftet, der möglicherweise unerlaubt geheime Informationen an die Whistleblower-Website Wikileaks weitergegeben hat. Das berichtet das Technik-Magazin Wired . Bradley Manning könnte der Urheber des eigentlich unter Verschluss gehaltenen Videos des US-Militärangriffs im Irak gewesen sein. 

Die Videoaufnahmen von den versehentlich getöteten Reuters-Mitarbeitern im Irak hatten für großes Aufsehen gesorgt und Wikileaks weltweit in die Schlagzeilen gebracht. Die Nachrichtenagentur Reuters selbst hatte sich zuvor lange Zeit vergeblich bemüht, an das Bildmaterial zu gelangen. Mit den Veröffentlichungen von Verschlusssachen kämpft Wikileaks unter anderem gegen staatliche Willkür, monopolisiertes Herrschaftswissen und die weltweite Korruption.

Wired berichtet, der 22-jährige Bradley Manning aus Maryland habe in einem Online-Chat damit angegeben, dass er es gewesen sei, der das brisante Videomaterial an die Seite geliefert hätte. Er habe auch ein weiteres Video von einem amerikanischen Luftschlag auf die Seite geladen. Es zeige Aufnahmen des Angriffs bei Garani in Afghanistan, bei dem schätzungsweise Hundert Zivilisten ums Leben gekommen sind. Außerdem habe er auch Hunderttausende, äußerst heikle Dokumente aus dem Außenministerium nach draußen geschmuggelt und an Wikileaks gegeben.

Seinen eigenen Angaben zufolge soll es sich bei den 260.000 diplomatischen Korrespondenzen um Dokumente handeln, die quasi-kriminelle Machenschaften hochrangiger Politiker belegen. Wikileaks hat diese Dokumente aber weder bereits veröffentlicht, noch bestätigt die Seite, in ihrem Besitz zu sein.

"Hillary Clinton und weitere Tausend Diplomaten aus der ganzen Welt werden einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie eines Morgens aufwachen und feststellen werden, dass das komplette Verzeichnis von Akten aus dem Außenministerium in durchsuchbarer Form öffentlich zugänglich sein wird", zitiert Wired aus dem Online-Chat. Das Magazin gibt an, die Kommunikation zwischen Manning und dem Ex-Hacker überprüft zu haben.