Wikileaks Geheimer Militär-Informant verhaftet

Womöglich ist der junge Mann enttarnt, der das spektakuläre Irak-Video an Wikileaks, die Website für Geheimdokumente, gegeben hat. Ein Hacker hat ihn ans FBI verraten.

Amerikanische Piloten eines Blackhawk Hubschschraubers im Irak

Amerikanische Piloten eines Blackhawk Hubschschraubers im Irak

Amerikanische Sicherheitsbeamte haben einen Mitarbeiter des US-Militärs verhaftet, der möglicherweise unerlaubt geheime Informationen an die Whistleblower-Website Wikileaks weitergegeben hat. Das berichtet das Technik-Magazin Wired . Bradley Manning könnte der Urheber des eigentlich unter Verschluss gehaltenen Videos des US-Militärangriffs im Irak gewesen sein. 

Die Videoaufnahmen von den versehentlich getöteten Reuters-Mitarbeitern im Irak hatten für großes Aufsehen gesorgt und Wikileaks weltweit in die Schlagzeilen gebracht. Die Nachrichtenagentur Reuters selbst hatte sich zuvor lange Zeit vergeblich bemüht, an das Bildmaterial zu gelangen. Mit den Veröffentlichungen von Verschlusssachen kämpft Wikileaks unter anderem gegen staatliche Willkür, monopolisiertes Herrschaftswissen und die weltweite Korruption.

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Wired berichtet, der 22-jährige Bradley Manning aus Maryland habe in einem Online-Chat damit angegeben, dass er es gewesen sei, der das brisante Videomaterial an die Seite geliefert hätte. Er habe auch ein weiteres Video von einem amerikanischen Luftschlag auf die Seite geladen. Es zeige Aufnahmen des Angriffs bei Garani in Afghanistan, bei dem schätzungsweise Hundert Zivilisten ums Leben gekommen sind. Außerdem habe er auch Hunderttausende, äußerst heikle Dokumente aus dem Außenministerium nach draußen geschmuggelt und an Wikileaks gegeben.

Seinen eigenen Angaben zufolge soll es sich bei den 260.000 diplomatischen Korrespondenzen um Dokumente handeln, die quasi-kriminelle Machenschaften hochrangiger Politiker belegen. Wikileaks hat diese Dokumente aber weder bereits veröffentlicht, noch bestätigt die Seite, in ihrem Besitz zu sein.

"Hillary Clinton und weitere Tausend Diplomaten aus der ganzen Welt werden einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie eines Morgens aufwachen und feststellen werden, dass das komplette Verzeichnis von Akten aus dem Außenministerium in durchsuchbarer Form öffentlich zugänglich sein wird", zitiert Wired aus dem Online-Chat. Das Magazin gibt an, die Kommunikation zwischen Manning und dem Ex-Hacker überprüft zu haben.

Der junge Amerikaner hatte sich dem ehemaligen Hacker Adrian Lamo im Online-Chat und per E-Mail anvertraut, in der Hoffnung, mit Lamo einen Gleichgesinnten getroffen zu haben. Lamo jedoch übergab die Gesprächsprotokolle dem FBI. Manning wurde daraufhin in der Nähe von Bagdad, wo er stationiert war, in Schutzhaft genommen.

Der ehemalige Hacker Lamo sagte, er werde häufig von anderen Computerexperten kontaktiert, die mit ihm über ihre Aktionen sprechen wollten. Er habe auch noch nie ein vertrauliches Gespräch nach außen getragen. In diesem Fall allerdings habe er die nationale Sicherheit der USA in Gefahr gesehen. Darum habe er das Militär über Mannings Äußerungen informiert. "Ich hätte das nicht getan, wenn nicht Menschenleben in Gefahr gewesen wären", zitiert ihn Wired .

Von Wikileaks heißt es dazu, dass man selbst keinerlei Informationen darüber habe, wer Informationen auf die Seite hochlade. Das Verfahren garantiert schließlich vollständige Anonymität, selbst gegenüber den Seitenbetreibern. "Aber sollte Manning dieses Video geleakt haben, dann war das eine extrem mutige Leistung, die unseren Respekt verdient", heißt es dazu auf Nachfrage bei Wikileaks. Die Veröffentlichung habe vielen Menschen genutzt und überhaupt keine Menschenleben gefährdet. Es sei natürlich ein Fehler, über seine Taten mit Menschen zu sprechen, denen man nicht hundertprozentig vertrauen könne. Davor sei jeder aufs Schärfste gewarnt. Allerdings sei das in einer derart isolierten Situation, in der sich Manning offenkundig befunden habe, "menschlich auch total nachvollziehbar", sagen die Wikileaks-Betreiber.

In Insiderkreisen kursiert zudem das Gerücht, Adrian Lamo sei schon länger als Informant des FBI bekannt. Lamo habe sich früher selbst wegen Computerkriminalität vor den Bundesbeamten verantworten müssen. Möglicherweise habe er sich schon damals mit Informationen freigekauft.

 
Leser-Kommentare
    • Gafra
    • 07.06.2010 um 15:52 Uhr

    "versehentlich
    getöteten Reuters-Mitarbeitern"

    Mutiger und verantwortungsvoller Mann, der nun wahrscheinlich dafür angeklagt wird, während die Mörder, wie so oft, ungeschoren davon kommen.
    Großartige Nation!

  1. Auch in Deutschland,China und Australien wurde bereits gegen Leute im Dunstkreis von "Wikileaks" vorgegangen. Einen Größeren Beweis für die Echtheit der Dokumente und deren Brisanz kann es nicht geben.

    Wikileaks gefährdet niemanden, ausser die Lügner.

  2. ein held, ein verräter und die großen schachspieler...

    • Klaue
    • 07.06.2010 um 16:00 Uhr

    Die lieben Regierenden sind nicht umsonst oben in der Hierarchie.
    Jede Regierung muss von Zeit zu Zeit schmutzigen Geschäfte abschließen. Als mächtigstes Land der Welt wird die USA, die wie wir alle wissen was Außenpolitik angeht nicht gerade zimperlich ist, eine menge Schmutz angehäuft haben.

    Sollte es wahr sein, dass Wikileaks 260.000 diplomatische Dokumente zugespielt wurden, dann gute Nacht Wikileaks - Die US-Geheimdienste kennen da keinen Spaß.

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    ...das sind die USA schon lange nicht mehr.

    Aufgrund ihrer teilweise eigenen Dummheit und der Mentalität eines großteils der Bevölkerung sowie der Profitgier der Unternehmen ist das eher China - zumindest haben die Chinesen die USA fest im Griff.

    Und zwar in der Form etwa 1600 Milliarden Dollar - in Bar (letzte Zahl die ich kenne).

    Dazu kommt auch noch dass die USA sich seit Jahren ihr internationales Ansehen ruinieren - Vietnam, Iran, Somalia, Irak (1.) etc.
    Insofern ist es recht bedenklich wenn dieses Land weiter handelt wie es will. Es wäre an der Zeit dass die USA anfangen transparent zu arbeiten - und eben keine "schmutzigen Geschäfte" abschließen.
    Aber das wird wohl kaum passieren...

    Aber von einem Land dass das eigene Personal ermorden lässt (man recherchiere die " USS Liberty" im Krieg zwischen Israel und Egypten) kann man auch nicht viel erwarten.

    ...das sind die USA schon lange nicht mehr.

    Aufgrund ihrer teilweise eigenen Dummheit und der Mentalität eines großteils der Bevölkerung sowie der Profitgier der Unternehmen ist das eher China - zumindest haben die Chinesen die USA fest im Griff.

    Und zwar in der Form etwa 1600 Milliarden Dollar - in Bar (letzte Zahl die ich kenne).

    Dazu kommt auch noch dass die USA sich seit Jahren ihr internationales Ansehen ruinieren - Vietnam, Iran, Somalia, Irak (1.) etc.
    Insofern ist es recht bedenklich wenn dieses Land weiter handelt wie es will. Es wäre an der Zeit dass die USA anfangen transparent zu arbeiten - und eben keine "schmutzigen Geschäfte" abschließen.
    Aber das wird wohl kaum passieren...

    Aber von einem Land dass das eigene Personal ermorden lässt (man recherchiere die " USS Liberty" im Krieg zwischen Israel und Egypten) kann man auch nicht viel erwarten.

  3. ...unter diesem Begriff kann man alles unter Verschluss halten - auch die Kosten eines für eine Glas Wasser im Parlament, etc.

    Bezüglich dieses Videos - man kann es nur als morden bezeichnen - aber irgendwie ist es selbstverständlich dass die USA deartiges Material nicht in der öffentlichkeit sehen wollen...
    Es schadet dem (nicht existenten) guten Image der USA.
    Dazu muss man aber auch sagen - geschichtlich gesehen können sich die USA nicht unbedingt rühmen die Zivilbevölkerung zu schonen - man denke an Vietnam...
    Und in Somalia haben sie vermultich auch mehr Probleme angerichtet als gelöst... (Von der Hungersnot zur Hungersnot mit Bürgerkrieg)

    Und bezuglich Wikileaks:
    Man muss recht dumm sein um mit einer hochgeladenen Datei anzugeben - anonym ist im Internet gar nichts - sicherlich kann man in einzelenen Fällen Daten so stückeln und versenden das es nicht nachvollziehbar ist - zum Beispiel in dem Daten um die halbe Welt wandern und dabei Server bewusst keine Log-Dateien anlegen - aber alles andere kann nachverfolgt werden.
    Für Privatpersonen ist dies schwierig - aber für Landesbehörden eigentlich recht einfach - insofern... wenn man "brisantes Material" hochläd - "Klappe halten" - und wer dies nicht kann sollte es lieber nicht tun.

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    Hallo,

    es ist so, dass man mit einfachsten Mitteln sogar eine falsche Identität annehmen kann. Sogenanntes "Nicknapping" und "WLAN-Sniffing" in Verbindung mit illegalen Downloads haben an meiner Arbeitsstelle, einem Multimediazentrum, schon etliche Strafverfahren ausgelöst, die allerdings ins Leere liefen. Ich habe mich ein wenig damit befasst - unmöglich nachzuvollziehen.

    Grüße

    Hallo,

    es ist so, dass man mit einfachsten Mitteln sogar eine falsche Identität annehmen kann. Sogenanntes "Nicknapping" und "WLAN-Sniffing" in Verbindung mit illegalen Downloads haben an meiner Arbeitsstelle, einem Multimediazentrum, schon etliche Strafverfahren ausgelöst, die allerdings ins Leere liefen. Ich habe mich ein wenig damit befasst - unmöglich nachzuvollziehen.

    Grüße

  4. ...das sind die USA schon lange nicht mehr.

    Aufgrund ihrer teilweise eigenen Dummheit und der Mentalität eines großteils der Bevölkerung sowie der Profitgier der Unternehmen ist das eher China - zumindest haben die Chinesen die USA fest im Griff.

    Und zwar in der Form etwa 1600 Milliarden Dollar - in Bar (letzte Zahl die ich kenne).

    Dazu kommt auch noch dass die USA sich seit Jahren ihr internationales Ansehen ruinieren - Vietnam, Iran, Somalia, Irak (1.) etc.
    Insofern ist es recht bedenklich wenn dieses Land weiter handelt wie es will. Es wäre an der Zeit dass die USA anfangen transparent zu arbeiten - und eben keine "schmutzigen Geschäfte" abschließen.
    Aber das wird wohl kaum passieren...

    Aber von einem Land dass das eigene Personal ermorden lässt (man recherchiere die " USS Liberty" im Krieg zwischen Israel und Egypten) kann man auch nicht viel erwarten.

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  5. zum Standardinstrumentarium der Politik. Die Mörder bekommen inzwischen Orden.

  6. Es existiert ebenfals bei Wikilkeaks ein Dokument, indem die CIA/NSA/wasauchimmer erklärt, wie die Wikileaks in Zukunft davon abhalten wollen, solche Dokumente zu veröffentlichen.

    Dazu sollen die Quellen halt aufgedeckt und mit riesen trara medial hingerichtet werden.

    Ob dieser Typ tatsächlich was mit dem Video zu tun hat ist doch keineswegs sicher. Hauptsache die Geheimdienste haben einen Sündenbock den die lautstark schlachten können, damit niemand anderes auf die Idee kommt Wikileaks was zu stecken.

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    Ein Glück, dass es dieser Hinweis noch auf die erste Kommentarseite geschafft hat!

    Dass Wikileaks den Polizei, Militär und natürlich den Geheimdiensten ein Dorn im Auge ist, ist offensichtlich. Ebenso nahe liegend ist dann natürlich, dass eine maximal öffentliche Diskreditierung von Wikileaks die Geheimnisträger verunsichern soll, indem man sie glauben lässt, die Spuren ließen sich zurück verfolgen.

    Kürzlich gab es ja schon einen ähnlichen Fall, bei dem Wikileaks seine Informationen angeblich aus dem TOR-Netzwerk abgeschnorchelt habe - was natürlich sowohl für Wikileaks, wie auch das TOR-Netzwerk in Misskredit bringt.

    fefe erwähnt denn auch eine personelle Interferenz mit einem gewissen Kevin Poulson

    http://blog.fefe.de/?ts=b...

    und insgesamt nützt dieser FUD den Diensten so offensichtlich, dass ich sehr starkt vermute, dass Wahrheit und lancierte Realität weit auseinander klaffen.

    Y.S.

    Ein Glück, dass es dieser Hinweis noch auf die erste Kommentarseite geschafft hat!

    Dass Wikileaks den Polizei, Militär und natürlich den Geheimdiensten ein Dorn im Auge ist, ist offensichtlich. Ebenso nahe liegend ist dann natürlich, dass eine maximal öffentliche Diskreditierung von Wikileaks die Geheimnisträger verunsichern soll, indem man sie glauben lässt, die Spuren ließen sich zurück verfolgen.

    Kürzlich gab es ja schon einen ähnlichen Fall, bei dem Wikileaks seine Informationen angeblich aus dem TOR-Netzwerk abgeschnorchelt habe - was natürlich sowohl für Wikileaks, wie auch das TOR-Netzwerk in Misskredit bringt.

    fefe erwähnt denn auch eine personelle Interferenz mit einem gewissen Kevin Poulson

    http://blog.fefe.de/?ts=b...

    und insgesamt nützt dieser FUD den Diensten so offensichtlich, dass ich sehr starkt vermute, dass Wahrheit und lancierte Realität weit auseinander klaffen.

    Y.S.

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