Soziales Netzwerk Facebook hat eine halbe Milliarde im Netz
Facebook-Chef Zuckerberg jubelt über 500 Millionen aktive Nutzer. Doch die schätzen das Netzwerk weniger als die Webseite ihres Finanzamts.
© Justin Sullivan/Getty Images

Willkommen bei Facebook: Netzwerk-Gründer Mark Zuckerberg hat allen Grund zur Freude
Mark Zuckerberg sprach von einem "Meilenstein". In seinem Facebook-Blog gab er bekannt, das von ihm begründete Online-Netzwerk werde jetzt weltweit von 500 Millionen Menschen "aktiv genutzt". Nun hätten noch mehr Menschen die Möglichkeit, mit für sie wichtigen Personen in Verbindung zu bleiben.
Mit der neuen Mitgliederzahl untermauert Facebook seine dominierende Stellung unter den Online-Netzwerken: Die Webseite hat ähnliche Angebote wie MySpace schon vor einiger Zeit überholt und ist seitdem die größte Online-Plattform weltweit. Facebook ist in 70 verschiedenen Sprachen verfügbar, knapp drei Viertel der Nutzer leben außerhalb der USA.
Auch die wirtschaftlichen Zahlen sind beeindruckend: Sharespost.com , Online-Vermittler für das Geschäft mit Firmenanteilen, taxierte Facebooks Börsenwert unlängst auf etwa 24,6 Milliarden Dollar (19,3 Milliarden Euro) – bei gerade mal 800 Millionen Dollar (etwa 630 Millionen Euro) Jahresumsatz im vergangenen Jahr.
Über einen Gang an die Börse wird daher seit langem spekuliert, auch wenn sich die Chefetage um Firmengründer Zuckerberg zurückhaltend gibt. Das Unternehmen werde den Schritt dann gehen, wenn es Sinn mache, sagte er dem Sender ABC am Mittwoch. An einem bestimmten Punkt werde dies sicher so sein. Ein Börsengang sei aber nicht der Zweck des Unternehmens.
Noch ist die Firma in rein privater Hand – vor allem in der von Zuckerberg. Ob das tatsächlich so ist, wird derzeit im Bundestaat New York verhandelt. Der Geschäftsmann Paul Ceglia pocht auf die Mehrheit an Facebook . Zuckerberg schulde ihm laut eines sieben Jahre alten Vertrags 84 Prozent der Anteile, so Ceglias Vorwurf. Facebook nannte die Klage zunächst "unseriös" und zog die Echtheit des Papiers in Zweifel, eine Anwältin des Unternehmens äußerte sich nun jedoch vorsichtiger. Sie sei im Moment "unsicher", ob Zuckerberg tatsächlich einen solchen Vertrag unterzeichnet habe, sagte Lisa Simpson dem zuständigen Richter.
Zuckerberg ruderte daraufhin in dem ABC-Interview zurück. Das Zitat von Simpson sei aus dem Zusammenhang gerissen, sagte er . Sein Unternehmen sei sich sicher, dass er nie einen Vertrag mit Ceglia unterzeichnet habe, der ihn zur Übernahme von Firmenanteilen berechtige. Facebook zweifelte noch einmal an der Echtheit des von Ceglia vorgelegten Schriftstücks. Man habe weiterhin "ernsthafte Fragen", hieß es in einer Mitteilung.
Dafür feiert sich das Unternehmen mit einer neuen Anwendung selbst: Zur Feier des 500. millionsten Mitglieds startete " Facebook Stories ". Damit können die Nutzer eigene Erfahrungsberichte veröffentlichen oder ähnliche Beiträge anderer einsehen. Die Beiträge sollen auf einer Weltkarte platziert und nach Kategorien wie Musik, Politik oder Haustiere sortiert werden.
Dass Facebook zwar viel genutzt wird, aber alles andere als beliebt ist, hat jüngst die Veröffentlichung des American Consumer Satisfaction Index (ACSI) erbracht. Nach diesem Index, der die Verbraucher nach ihrer Zufriedenheit mit Produkten und Dienstleistungen befragt, erreichte Facebook nur 64 von 100 Punkte. Das Netzwerk wurde damit genauso schlecht bewertet wie die traditionell unbeliebten Fluggesellschaften und Netzbetreiber, und sogar noch schlechter als die Webseiten des Finanzamts.
- Datum 22.07.2010 - 10:03 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 10
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Ich frage mich wie diese Zahl zustande kommt - ich tippe eher das es Mitglieder sind.
Wenn nicht würde es heißen dass Facebook ja über das "Nutzungsverhalten" Buch führt...
Wenn Facebook nur über das Nutzungsverhalten, respektive die Zugriffszahlen der User, oder zumindestens nur der einzelnen Bereiche Buch führen würde wäre der Zufriedenheitsindex bestimmt nicht so im Keller.
Das eine Site so mitgeloggt wird wieviele User wann wo Online sind ist gang und gäbe. (Google Analytics etc pp)
Wenn Facebook nur über das Nutzungsverhalten, respektive die Zugriffszahlen der User, oder zumindestens nur der einzelnen Bereiche Buch führen würde wäre der Zufriedenheitsindex bestimmt nicht so im Keller.
Das eine Site so mitgeloggt wird wieviele User wann wo Online sind ist gang und gäbe. (Google Analytics etc pp)
Wenn Facebook nur über das Nutzungsverhalten, respektive die Zugriffszahlen der User, oder zumindestens nur der einzelnen Bereiche Buch führen würde wäre der Zufriedenheitsindex bestimmt nicht so im Keller.
Das eine Site so mitgeloggt wird wieviele User wann wo Online sind ist gang und gäbe. (Google Analytics etc pp)
Das nur knapp drei Viertel Prozent der Nutzer nicht aus den USA stammen ist schlichtweg unmöglich da die USA nur knapp 300 Mio Einwohner hat
Dachte ich auch gerade. Drei Viertel Prozent = 0,75 %. 0,75 % von 500 Millionen = 3.750.000. Vielleicht Doppel- und Fake-Accounts ;-)
Ich meine, das wäre eine vorstellbare Zahl, oder nicht?
Dachte ich auch gerade. Drei Viertel Prozent = 0,75 %. 0,75 % von 500 Millionen = 3.750.000. Vielleicht Doppel- und Fake-Accounts ;-)
Ich meine, das wäre eine vorstellbare Zahl, oder nicht?
Dachte ich auch gerade. Drei Viertel Prozent = 0,75 %. 0,75 % von 500 Millionen = 3.750.000. Vielleicht Doppel- und Fake-Accounts ;-)
...kommen vermutlich von Leuten die Facebook ihr Google Mail Konto oder ähnliches anvertraut haben...
Auf Facebook existiert eine Seite mit Ihrem Namen? Auch mit Ihren Daten? Nur weil irgendein "Egon Lobe" eine Seite auf Facebook hat, beweist das noch lange keine ihrer Anschuldigungen. Und wie Sie es schaffen, Facebook-Einladungen von Unbekannten aus Indien und Australien zu bekommen, würde mich auch interessieren. Aus meinem Bekanntenkreis (längst nicht alles Facebook-Nutzer) habe ich derartige Geschichten noch nicht gehört. Und vor allem: Welchen Vorteil hätte Facebook davon? Niemand tritt einem sozialen Netzwerk bei, weil ihn ein Unbekannter von der anderen Seite der Welt dazu auffordert.
Und falls es Ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte: Einladungen und Hinweisfunktionen sind ein integraler Bestandteil des aktuellen Internets. Und da sie einen Mehrwert schaffen (was Sie hoffentlich nicht bestreiten wollen, auch wenn Sie vielleicht nicht an diesem Mehrwert interessiert sind), wird sich daran auch nichts ändern.
Dann denken Sie einmal in die Zukunft und wie sinnvoll und lebensrettend es sein kann, wenn man eine komplette Online-Überwachung aufbaut. Der Traum von de Misere, unserem Innenminister. Immer weiter auf dem Weg zum Überwachungsstaat, im Namen der Menschlichkeit. Und wenn Sie meinen der beigefügte Link wäre spaßig, dann dürfte ihnen vermutlich in einigen Jahren das Lachen im Halse stecken bleiben, ähnlich wie jenen, die heute schon Orwell und 1984 für getoppt halten.
http://qpress.de/2010/07/...
In diesem Zusammenhang ist Facebook eine gute Übung, wie weit man es treiben kann, bevor irgendwo jemand Stop schreit.
Ich verzichte doch darauf in ein System "einzuziehen" das für eine totale Überwachung (aus welchen Gründen auch immer) des Nutzers designt wurde und warte auf eine offene, freie und nicht kommerzielle Alternative.
Sehr vielversprechend scheint mir folgendes Projekt:
http://www.joindiaspora.com
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