Soziale Netzwerke Muslime drohen Facebook mit Massenaustritt

Wenn Facebook nicht auf ihre Forderungen reagiert, wollen sie sich abmelden: Madina, eine Art muslimisches Facebook, könnte bald 2,47 Millionen neue Mitglieder gewinnen.

Teile der muslimischen Community fühlen sich durch Facebbok in ihren religiösen Gefühlen verletzt

Teile der muslimischen Community fühlen sich durch Facebbok in ihren religiösen Gefühlen verletzt

Den Facebook-Betreibern droht Ärger mit der muslimischen Community. In einem Posting auf der Seite rufen mehrere Mitglieder des sozialen Netzwerks dazu auf, Facebook zu boykottieren. Der Grund: Facebook soll am 8. Juli vier populäre Seiten mit islamischen Inhalten gelöscht haben. Sie hätten gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.

Das bestreiten die Initiatoren des Aufrufs vehement: Die gelöschten Seiten seien "total friedlich und frei von jeglicher Form der Volksverhetzung" gewesen, schreiben sie. Die Facebook-Betreiber hätten unverantwortlich gehandelt und die religiösen Gefühle von mehr als 1,5 Milliarden Muslimen verletzt.

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Die Autoren des Protesteintrages machen sich nicht nur für eine sofortige Reaktivierung der gelöschten Seiten stark. Sie wollen, dass Facebook einen neuen Paragrafen in seine Nutzungsbedingungen aufnimmt. Dort soll festgeschrieben werden, dass die Herabwürdigung der religiösen Symbole des Islam verboten ist. Darüber hinaus wollen die Verfasser des Boykottaufrufs erreichen, dass alle Facebook-Seiten oder -Gruppen, die sich direkt oder indirekt respektlos gegenüber dem Islam äußern, gelöscht werden.

Die Autoren des Boykottaufrufs appellieren an ihre Glaubensbrüder, am 21. Juli aus Protest gegen die Löschung der Seiten ihre Facebook-Mitgliedschaft zu beenden.

Mark Zuckerberg und Co. dürften den Aufruf kaum auf die leichte Schulter nehmen: Nach Angaben der Verfasser des Protest-Postings haben die deaktivierten Seiten immerhin 2,47 Millionen Fans. Diese könnten dem weltweit größten sozialen Netzwerk vielleicht bald den Rücken kehren, und damit auch allen ihren muslimischen und nicht-muslimischen Kontakten. Viele von ihnen wollen stattdessen zu Madina wechseln. Madina ist eine Art Facebook-Ableger, der sich vornehmlich an die muslimische Community richtet.

Besondere Bedeutung kommt dem Streit zu, weil mit diesem Schritt die potenziell länder- und religionsübergreifende Natur von sozialen Netzwerken wie Facebook in Frage gestellt wäre. Unterschiedliche Kulturkreise schneller miteinander ins Gespräch zu bringen ist eigentlich die besondere Chance großer, digitaler Communitys.

Ein pakistanisches Gericht hatte im Mai die vorübergehende Sperrung von Facebook angeordnet. Der Grund: Ein Facebook-Mitglied hatte auf der Online-Plattform zum "Everybody Draw Mohammed Day" aufgerufen. Facebook-Nutzer sollten Bilder des Propheten Mohammed malen und sie auf Facebook veröffentlichen. Islamische Anwälte hatten gegen den Malwettbewerb geklagt, den sie als "blasphemische Veranstaltung" bezeichneten. 

 
Leser-Kommentare
    • delsa
    • 16.07.2010 um 10:50 Uhr
    1. Warum

    [Entfernt, bitte bemühen Sie sich um sinnvolle Beiträge zu dieser Diskussion anstelle von herabwürdigender Polemik. Danke. /Die Redaktion pt.]

  1. gerade was größeres losgetreten...

    • pvst
    • 16.07.2010 um 11:05 Uhr

    Tja, und da wundert sich so mancher naive Gutmensch warum die Zahl der Menschen, die den Islam als Idiologie ablehnen, täglich steigt.
    Facebook ist ein unschönes Beispiel dafür wie Islam funktioniert und warum wir im "Westen" ein dickes Problem an der Backe haben.

    Link entfernt. Wir möchten auf diese Website nicht verlinken. Die Redaktion/cs

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    aggromigrant.com hat für dieses Thematik ein sehr interessante Artikel verfasst. kann ich nur empfehlen. Achtet bitte mal auf die Kommentare dort...

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  2. Bitte argumentieren Sie sachlich und verzichten auf humorige Anmerkungen, die als rassistisch wahrgenommen werden können. Danke, die Redaktion/fk.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...der Redaktion mein Kommentar vielleicht missfallen würde und ich ihn heute Abend nicht mehr lesen kann, habe ich mir schon fast gedacht.
    Wie er aber als "rassistisch" angesehen werden könnte, erschließt sich mir überhaupt nicht.
    Ich fordere eine bessere Begründung der Löschung!

    ...der Redaktion mein Kommentar vielleicht missfallen würde und ich ihn heute Abend nicht mehr lesen kann, habe ich mir schon fast gedacht.
    Wie er aber als "rassistisch" angesehen werden könnte, erschließt sich mir überhaupt nicht.
    Ich fordere eine bessere Begründung der Löschung!

  3. Über die vier gelöschten Seiten kann man möglicherweise nachdenken, nicht aber über die Forderungen nach Einschränkung der Meinungsfreiheit. Werden die Religiösen jemals begreifen, dass sie nicht allein auf der Welt sind?

    Wie soll das weitergehen? Morgen kommen dann die Katholiken, übermorgen die Mormonen? Und die Buddhisten und Hindus mit ihrer nichtabrahamitischen Theologie müssen auch gewürdigt werden?

    Lasst die Muslime ziehen - und es sind dann bestimmt keine 2,5 Millionen, sondern nur ein paar tausend der extremeren Sorte.

  4. Die Muslime beschweren sich immer über Anfeindungen, dabei geben sie sich alle Mühe sich selbst auszugrenzen.
    Bitte argumentieren Sie differenzierter und ohne pauschale Urteile. Danke, die Redaktion/vv

  5. dafür, wie komplex die Welt geworden ist. Ich kann nicht beurteilen, ob die Sperrung dieser Seiten in Ordnung ist. Es scheint mit aber so zu sein, dass weder virtuelle noch reelle Communities es schaffen können, alles unter einen Hut zu bringen und allen gerecht zu werden.
    Eine Gemeinschaft kann eben nicht alle Gegensätze aufnehmen und dabei erfolgreich funktionieren.

  6. ... oder: "Wie grenzen wir uns selbst ab und schieben den anderen die Schuld in die Schuhe"... ich frage mich wieso dieses "muslimische" Portal, wenn es denn als vollwertige und ernstzunehmende Alternative gelten soll, sich nicht auch für Andersgläubige öffnet...

    (zu: Viele von ihnen wollen stattdessen zu Madina wechseln. Madina ist eine Art Facebook-Ableger, der sich vornehmlich an die muslimische Community richtet)

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  • Schlagworte Soziale Netzwerke | Facebook | Volksverhetzung | Islam | MIT
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