Flattr & Kachingle Spenden für den guten TextSeite 2/2

Doch die Verlage halten noch still: Im Münchner Burda-Verlag heißt es, eine Anwendung von Flattr oder Kachingle komme momentan nicht infrage. Auch Spiegel Online hat schon abgewunken.

Für einige mag das Sammeln von Centbeträgen nicht attraktiv genug sein, andere konzentrieren sich auf die Finanzierung ihres Online-Angebotes durch Werbung oder auf bezahlte Angebote für das iPad. Und durch Social Payment würde sichtbar, welche Seiten in der Lesergunst ganz oben mitspielen und welche nicht. Die Scheu vor einem solchem Vergleich könne sicher auch ein Motiv für das Zögern der Verlage sein, glaubt Freitag -Chefredakteur Grassmann.

Immerhin: Gruner + Jahr in Hamburg zeigt sich etwas offener. "Man muss alles ausprobieren", sagt Thilo von Trott, Leiter Public Affairs und Corporate Responsibility. "Da wir mit unseren Medien sehr unterschiedliche Zielgruppen erreichen, wäre das als Markttest für uns interessant." Wann genau man starten wird, stünde noch nicht fest. Sicherlich erst nach der geschlossenen Beta-Phase von Flattr.

"Wir wissen nicht, wann das System aus der Beta heraus ist – uns wäre es lieber heute als morgen", sagt Linus Olsson, Mitbegründer von Flattr.com. Große Änderungen würden nicht mehr vorgenommen, aber da man mit Geld umgehe, müsse man auf Nummer sicher gehen und wolle nichts übereilen.

Ein weiterer Erfolgsfaktor neben dem Engagement der Verlage könnte die Einbindung in soziale Netzwerke wie Facebook sein. "Wenn ich einen Link mag, poste ich ihn bei Facebook und zeige ihn meinen Freunden", sagt der Social Media-Berater Reschke. Genauso könnte ich, wenn ich etwas flattre oder kachingle, automatisch eine Twittermeldung abschicken. So wird es einfacher, meinen Freunden etwas zu empfehlen."

Dass die Netzwerke selbst schon bald solche Modelle entwickeln, glaubt Reschke nicht – obwohl die Infrastruktur dafür mit dem Like-Button bei Facebook schon vorhanden sei. "Der Button wird pro Tag millionenfach angeklickt. Wenn das mit Geld verbunden wäre, hätte Facebook hier eine optimale Ausgangsposition." Doch sowohl Facebook als auch Google seien derzeit noch gut damit ausgelastet, in den Micropayment-Bereich einzusteigen und würden den Schritt ins Social Payment nicht wagen. Noch nicht.

 
Leser-Kommentare
  1. Flattr und Co sind (neben anderen noch wichtigeren Institutionen im Netz) eine gute Möglichkeit die Qualität des Journalismus (von Professionellen und Amateueren) zu verbessern.

    Wenn der Kunde nach dem Lesen entscheidet ob ein Artikel gut war oder nicht und entsprechend bezahlt wird, ist der Anreiz gut zu recherchieren, kritisch nachzufragen und unabhängig zu berichten automatisch gegeben.

    Wenn man das vielleicht noch mit einer Medienflatrate kombiniert, die dann die GEZ ablöst lohnt es sich auch für Verlage solche Modelle mitzutragen weil genug Geld da ist, dass verteilt werden kann/muss und dem Journalismus und damit unserer Gesellschaft ist sehr weit geholfen.

    • Chali
    • 20.07.2010 um 12:31 Uhr

    Ich spende einmal im Jahr 250 Euro an den Förderverein von www.nachdenkseiten.de ind gut is.

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    Auch wenn ihr finanzielles Engagement rühmlich ist, sollten Sie doch bedenken, dass auch die qualifizierteste und ehrbahrste Quelle kein 100% wahres, neutrales Bild vermitteln kann.
    Deswegen ist meiner Meinung nach ein Verteilen auf mehrere Empfänger grundsätzlich zu bevorzugen.

    Auch wenn ihr finanzielles Engagement rühmlich ist, sollten Sie doch bedenken, dass auch die qualifizierteste und ehrbahrste Quelle kein 100% wahres, neutrales Bild vermitteln kann.
    Deswegen ist meiner Meinung nach ein Verteilen auf mehrere Empfänger grundsätzlich zu bevorzugen.

  2. Auch wenn ihr finanzielles Engagement rühmlich ist, sollten Sie doch bedenken, dass auch die qualifizierteste und ehrbahrste Quelle kein 100% wahres, neutrales Bild vermitteln kann.
    Deswegen ist meiner Meinung nach ein Verteilen auf mehrere Empfänger grundsätzlich zu bevorzugen.

    Antwort auf "Mir zu mühsam."
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    • Chali
    • 20.07.2010 um 12:58 Uhr

    Danach kann ich selber denken.

    • Chali
    • 20.07.2010 um 12:58 Uhr

    Danach kann ich selber denken.

    • Chali
    • 20.07.2010 um 12:58 Uhr

    Danach kann ich selber denken.

    Antwort auf "zu einseitig"
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    Denkanstösse bitte nur aus einer Richtung, gell? Man könnte ja sonst aus der gewohnten Spur geworfen werden.

    Denkanstösse bitte nur aus einer Richtung, gell? Man könnte ja sonst aus der gewohnten Spur geworfen werden.

  3. ...hat lange auf ihrem herkömmlichen Geschäftsmodell bestanden - dem Verkauf von Schallplatten bzw. CDs - mit katastrophalen Auswirkungen auf die Umsätze. Journalisten traue ich eine geschicktere Strategie zu: Ich wäre durchaus bereit, für Qualitätsbeiträge im Internet zu zahlen.

  4. Denkanstösse bitte nur aus einer Richtung, gell? Man könnte ja sonst aus der gewohnten Spur geworfen werden.

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    • Chali
    • 21.07.2010 um 6:13 Uhr

    Die "gewohnte Richtung" bzw. der Mainstream der veröffentlichten Meinung - aus dem will ich geworfen werden.

    Und das: In jede Richtung!

    • Chali
    • 21.07.2010 um 6:13 Uhr

    Die "gewohnte Richtung" bzw. der Mainstream der veröffentlichten Meinung - aus dem will ich geworfen werden.

    Und das: In jede Richtung!

    • Chali
    • 21.07.2010 um 6:13 Uhr

    Die "gewohnte Richtung" bzw. der Mainstream der veröffentlichten Meinung - aus dem will ich geworfen werden.

    Und das: In jede Richtung!

    Antwort auf "Anstössig"

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