Kann es sein, dass Menschen, die auf Online-Dating-Seiten einen Partner suchen, grundsätzlich größer, wohlhabender und sportlicher sind als der Durchschnittsbürger?

Eher unwahrscheinlich. Das dachten sich auch die Betreiber der kostenlosen Online-Datingagentur OKCupid, nachdem sie die Daten ihrer 1,5 Millionen aktiven Nutzern einem kritischen Blick unterzogen hatten. Die Erkenntnisse, zu denen sie gelangten, hat Christian Rudder für den OKCupid Blog aufgeschrieben.

Zunächst wunderten sich die Betreiber, dass die registrierten Mitglieder ganze 5 Zentimeter größer sind als der Durchschnittsbürger – egal wie groß oder klein: jeder hat zu seiner tatsächlichen Größe ein kleines Ende hinzugemogelt. Wobei größere Männer offenbar etwas großzügiger aufrundeten als kleinere. Erstaunlicherweise fand sich unter den Frauen das gleiche Phänomen.

Was bringt diese Mogelei? Statistisch betrachtet viel. Der Autor verglich die Körpergröße und die Zahl der Sexpartner der OKCupid-Mitglieder miteinander. Ergebnis: Größere Menschen hatten ihren eigenen Angaben zufolge im Schnitt mehr Sex-Partner als kleinere. Laut OKCupid haben Frauen mit 178 cm den meisten Sex, während vor allem bei Männern mit einer Größe von 195 cm die Post abgeht.

Bei den Frauen sind die Größen-Vorteile allerdings nicht ganz so ersichtlich. Offensichtlich bekommen kleinere Frauen nämlich mehr Aufmerksamkeit. Auf OKCupid zumindest werden sie deutlich häufiger kontaktiert. Schon ab einer Größe von 178 cm stürzt die Zahl der wöchentlichen Kontaktversuche indes regelrecht in den Keller. Eine 164 cm große Frau wird 3,75 Mal in der Woche spontan angemailt, was einer Dame mit 1,89 m nicht einmal 2,5 Mal in der Woche passiert. Macht schnell Dutzende Kontakte mehr im Jahr.

Beim Gehalt wird genauso dreist geschummelt: Angeblich 20 Prozent reicher als die Durchschnittsverdiener sind zumindest die Nutzer dieser – übrigens kostenlosen – Partnerbörse. Ältere Männer übertreiben mehr als jüngere. Aus gutem Grund. OkCupid hat die Einkommensangaben mit dem potenziellen Partnerglück abgeglichen und kommt zu einem wenig erstaunlichen Ergebnis: Gutes Einkommen erhöht das Liebesglück beträchtlich, vor allem bei Männern. Rudder schreibt: "Wenn du ein junger Typ bist und nicht viel Geld hast, cool. Aber wenn du älter als 23 bist und kein Geld hast, nimm dir einen Strick."

Noch eine zweite, negative Korrelation: Je attraktiver ein Bild, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es uralt ist. Und ältere Mitglieder laden auch tendenziell noch ältere Bilder auf die Seite. Schon bei einem Mann ab 30 muss die Betrachterin davon ausgehen, dass das Foto im Schnitt älter als 300 Tage ist.