Die Qualität von Freundschaften profitiert vom Internet
Wissenschaftler haben auch versucht, den Einfluss unterschiedlicher Kommunikationsmöglichkeiten auf das Wohlbefinden der Handelnden zu untersuchen. So kommen Patti Valkenburg und Jochen Peter zu dem Ergebnis: Wer das Internet nutzt, um bestehende Freundschaften zu pflegen, könne davon profitieren. (Bei anonymen Kontakten im Netz sieht es schon etwas anders aus, in diesem Fall gehen die Wissenschaftler eher davon aus, dass "echte" Sozialkontakte vernachlässigt werden). Vor allem die Kontrollierbarkeit und die Tatsache, dass sich Menschen in geschriebenen Worten dem anderen eher anvertrauten, fördere die Qualität von Freundschaften , heißt es in mehreren Studien.
Menschen sind offensichtlich tatsächlich offener, wenn sie mit anderen vor ihren Rechnern kommunizieren, als wenn sie sich direkt gegenübersitzen. Über die Gründe dafür gibt es mehrere Hypothesen, eine besonders gut überprüfte scheint zu sein, dass computerbasierte Kommunikation zu direkteren Nachfragen führt als im direkten Gespräch.
All das deutet darauf hin, dass das Nachrichtenschreiben soviel beliebter ist, weil es weniger soziale Überwindung kostet. Zum einen muss man nicht fürchten, den anderen zu stören, weil es ihm überlassen bleibt, wann und ob er antwortet. Außerdem verrät man aufgrund der Kanalreduktion zwar weniger von sich und fühlt sich nicht so schnell aufgrund irgendwelcher sozialer Unterschiede eingeschüchtert, man gerät dafür auch noch schneller in einen persönlichen Ton und traut sich eher, genauer nachzufragen. Vielleicht steckt dahinter sogar die alte Urangst, das Gegenüber könnte einen ob einer unüberlegten Frage mit einem Fausthieb niederstrecken. Am Telefon droht höchstens noch das Anschreien. Eine böse Antwort per Mail erscheint da als die ungefährlichste aller Varianten.
Menschen haben also zwar das Bedürfnis nach Kontakt, sonst würden Mails und Facebook-Nachrichten nicht so ungebremst zunehmen. Aber offensichtlich haben sie auch nichts dagegen, diesen Kontakt beizeiten eher abstrakt zu gestalten.
Die Vorliebe für das getippte Wort nimmt übrigens langsam beunruhigende Dimensionen an. Einer Umfrage von Retrevo zufolge findet es ein bedeutender Anteil der unter 25-Jährigen heute in Ordnung, auch während anderer Beschäftigungen eine Text-Nachricht zu tippen: Jeder Zweite tut es beim Essen. Jeder Vierte auf der Toilette. Und zehn Prozent sagen sogar, man könnte problemlos eine SMS schreiben, während man Sex hat.
- Datum 27.08.2010 - 06:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Kommunikation per Text haben hat ganz bestimmt in vielen Situationen Vorteile, aber doch nicht grundsätzlich.
Der Aussage des Autors "Die Vorliebe für das getippte Wort nimmt übrigens langsam beunruhigende Dimensionen an." kann ich mich nur anschließen.
In der Firma nur noch E-Mails statt Anrufe, dabei ist gerade bei komplizierteren Sachverhalten ein Anruf viel effizienter. Schließlich kann ich in kürzerer Zeit mehr Inhalt transportieren, und Fragen sofort klären.
Und privat sind wir anscheinend zu bequem geworden den Telefonhörer in die Hand zu nehmen, geschweige denn, jemanden persönlich zu besuchen.
Mimik, Gestik und Stimme sind doch durch nichts zu ersetzten, vor allem nicht durch Smileys!
Aber mit einer solchen Meinung steht man wohl heutzutage alleine da.
Es ist schon eine komische Welt in der wir leben...
...finde ich die email besser geeignet als das Telefonat, weil die email die Information ja zugleich speichert. Steht man wieder vor einem aehnlichen Problem und erinnert sich nicht mehr so recht, muss man nur die email noch einmal aufrufen und sich nicht erneut telefonisch erkundigen.
Privat stelle ich einen Generationsbruch in der Einschatzung von Unhoeflichkeit fest - der mit unterschiedlicher Medienkompetenz einhergeht. Die aeltere Generation findet nichts dabei, auch mehrfach in kurzen Abstaenden anzurufen (koennte ja sein, dass man 10 Minuten spaeter doch zu hause ist), man selbst ist von einer Anzeige wie "16 Anrufversuche" auf dem Display beim Nachhausekommen hochgradig alarmiert und glaubt, etwas wirklich Schlimmes habe sich ereignet - und reagiert dann vielleicht gereizt, wenn sich die Angst als unbegruendet herausstellt - woraufhin die andere Seite dann wieder gekraenkt reagiert. Ein voellig unnoetiger Konflikt um nichts, allein durch die mediale Struktur des Telefons. Auf das Medium email umzusteigen klappt aber nicht recht, bei denjenigen, fuer die das Schreiben nicht so alltaeglich ist. Emails sind dann oft unbeholfene Sachmitteilungen, mit denen Intimitaet nicht recht hergestellt werden kann. Der Suendenfall beim Telefon ist eigentlich der Anrufbeantworter bzw. die digitale Anrufanzeige. Sie bringen im emailzeitalter keinerlei Vorteile, dafuer aber viel unnoetigen Verdruss.
...finde ich die email besser geeignet als das Telefonat, weil die email die Information ja zugleich speichert. Steht man wieder vor einem aehnlichen Problem und erinnert sich nicht mehr so recht, muss man nur die email noch einmal aufrufen und sich nicht erneut telefonisch erkundigen.
Privat stelle ich einen Generationsbruch in der Einschatzung von Unhoeflichkeit fest - der mit unterschiedlicher Medienkompetenz einhergeht. Die aeltere Generation findet nichts dabei, auch mehrfach in kurzen Abstaenden anzurufen (koennte ja sein, dass man 10 Minuten spaeter doch zu hause ist), man selbst ist von einer Anzeige wie "16 Anrufversuche" auf dem Display beim Nachhausekommen hochgradig alarmiert und glaubt, etwas wirklich Schlimmes habe sich ereignet - und reagiert dann vielleicht gereizt, wenn sich die Angst als unbegruendet herausstellt - woraufhin die andere Seite dann wieder gekraenkt reagiert. Ein voellig unnoetiger Konflikt um nichts, allein durch die mediale Struktur des Telefons. Auf das Medium email umzusteigen klappt aber nicht recht, bei denjenigen, fuer die das Schreiben nicht so alltaeglich ist. Emails sind dann oft unbeholfene Sachmitteilungen, mit denen Intimitaet nicht recht hergestellt werden kann. Der Suendenfall beim Telefon ist eigentlich der Anrufbeantworter bzw. die digitale Anrufanzeige. Sie bringen im emailzeitalter keinerlei Vorteile, dafuer aber viel unnoetigen Verdruss.
Meine Güte, wie wäre es, wenn diese "Forscher" sich erst einmal einigen, worüber sie sprechen. Eine getippte SMS ist doch etwas anderes als eine e-mail, und dass erstere sich immer weiter verbreiten, kann auch einem Nachweisbedürfnis der eigenen Existenz geschuldet sein. Die Kanalreduktion ist ebenfalls kein beiläufiger Fakt, sondern wer hier nicht sauber unterscheidet, der kann nur unsinnige Resultate erhalten. Und schließlich ist der Anruf nicht tot und wird es wohl nie sein, weil Menschen manchmal die Stimmen hören wollen und für einige Angelegenheiten die alternativen Medien keine gute Wahl sind, etwa um einen Termin abzusprechen, Inhalte zu planen oder einfach die Feuerwehr zu rufen.
Es findet eine Verschiebung statt, schlicht aufgrund der besseren Ausgestaltung bestimmter Optionen der einzelnen Medien. Das ist alles.
Übrigens greift der Text zu kurz, wo er skype nur erwähnt. Was ist denn das anderes als das Telefon - nur über andere Kabel, noch. Und wenn man dann hier schaut, auch nach ähnlichen Angeboten der Stimmübermittlung per internet, sieht die Sache schon wieder anders aus.
Ein wenig lächeln musste ich über die Vermutung, Menschen wären offener, wenn sie sich nicht direkt gegenüber sitzen. Tatsächlich würde ich statt "offener" "redebereiter" sagen - offen, das meint Sich-Öffnen, impliziert also eine größere Nähe zur Wahrheit. Das aber dürfte bestenfalls eine Möglichkeit sein. Wahrscheinlich wird in dieser real "verdeckteren" Kommunikation wohl viel geflunkert.
"Übrigens greift der Text zu kurz, wo er skype nur erwähnt. Was ist denn das anderes als das Telefon - nur über andere Kabel, noch."
Wie am Anfang des Artikels erwähnt, ist Skype etwas anderes als das traditionelle Telefon, da es einen Statuskanal bietet.
Man kann bei Skype also erfahren, ob der Andere Zeit zum Gespräch hat bevor er den Höhrer abnimmt.
Und zu #1: Hier gebe ich Bernhard.Riemann recht. Gerade bei komplizierten Dingen haben Emails den Vorteil, dass man sie mehrfach und in seinem eigegen Tempo lesen kann. Man kann dazu auch andere später um Rat fragen. All das geht bei einem Anruf nicht.
Aber auch für denjenigen, der erklärt hat die Email Vorteile, denn sie zwingt dazu, sich gemau auszudrücken - und hat man sie einmal geschrieben, kann man denselben Sachverhalt leicht einer grösseren Grppe von Kollegen gleichzeitig erklären.
"Übrigens greift der Text zu kurz, wo er skype nur erwähnt. Was ist denn das anderes als das Telefon - nur über andere Kabel, noch."
Wie am Anfang des Artikels erwähnt, ist Skype etwas anderes als das traditionelle Telefon, da es einen Statuskanal bietet.
Man kann bei Skype also erfahren, ob der Andere Zeit zum Gespräch hat bevor er den Höhrer abnimmt.
Und zu #1: Hier gebe ich Bernhard.Riemann recht. Gerade bei komplizierten Dingen haben Emails den Vorteil, dass man sie mehrfach und in seinem eigegen Tempo lesen kann. Man kann dazu auch andere später um Rat fragen. All das geht bei einem Anruf nicht.
Aber auch für denjenigen, der erklärt hat die Email Vorteile, denn sie zwingt dazu, sich gemau auszudrücken - und hat man sie einmal geschrieben, kann man denselben Sachverhalt leicht einer grösseren Grppe von Kollegen gleichzeitig erklären.
Gerade in der Firma bevorzuge ich die Mail für kompliziertere Dinge: weil man dann nämlich seine Frage präzieser formuliert, überhaupt mehr nachdenkt, bevor man jemanden mit Fragen belästigt und - last not least - weil man die Antwort immer wieder lesen und besser verstehen kann. Wird mir eine komplizierte Sache am Telefon erklärt, muss ich nebenbei hektisch mitschreiben, damit mir nicht Wesentliches entgleitet. Kommt dann noch hinzu, dass der Anrufer in einer anderen Sprache spricht, wird's ganz schlimm. Daher: auf jeden Fall pro Mail.
Das Telefon war nicht das Ende des geschriebenen Briefes. E-Mails, SMS, Facebook Pinwände werden weder das eine noch das andere verdrängen. Es wird nur die Vielfalt der Kommunikationsmöglichkeiten erweitert. Und das ist gut so.
"während das Telefon zu solcher Uhrzeit wie ein akustischer Sprengsatz mitten in der Wohnung hochgeht."
Man kann Telefone aus- oder leise stellen...
Wenn man sofort eine Antwort braucht, geht am Telefongespräch kein Weg vorbei...
"Übrigens greift der Text zu kurz, wo er skype nur erwähnt. Was ist denn das anderes als das Telefon - nur über andere Kabel, noch."
Wie am Anfang des Artikels erwähnt, ist Skype etwas anderes als das traditionelle Telefon, da es einen Statuskanal bietet.
Man kann bei Skype also erfahren, ob der Andere Zeit zum Gespräch hat bevor er den Höhrer abnimmt.
Und zu #1: Hier gebe ich Bernhard.Riemann recht. Gerade bei komplizierten Dingen haben Emails den Vorteil, dass man sie mehrfach und in seinem eigegen Tempo lesen kann. Man kann dazu auch andere später um Rat fragen. All das geht bei einem Anruf nicht.
Aber auch für denjenigen, der erklärt hat die Email Vorteile, denn sie zwingt dazu, sich gemau auszudrücken - und hat man sie einmal geschrieben, kann man denselben Sachverhalt leicht einer grösseren Grppe von Kollegen gleichzeitig erklären.
Im Büro schreibe ich sehr viel öfter als ich telefoniere. Entweder eine Mail oder schneller per Messenger.
Text hat man schwarz auf weiss. Man kann in Ruhe die Informationen lesen/auswerten. Die Information geht nicht verloren. Anders beim Telefon, Details müssen eh nochmal aufgeschrieben werden, wenn man Pech hat "erinnert" sich manche Gesprächspartner nicht mehr an das Gesagte.
In einer Mail kann man in Ruhe an der Formulierung feilen, Man kann über die Entscheidungen nachdenken. Beim Telefonat muss man sofort eine Entscheidung treffen.
Eine Mail kann man ohne die Kollegen zu stören auch im Großraumbüro oder auch im Meeting schreiben. Auch mal nebenbei. Telefonieren erfordert die ganze Aufmerksamkeit.
Das heisst nicht dass Telefonate überflüssig werden. Besonders wenn man mit mehreren Leuten kommunizieren will, ist eine Telko sinnvoller als Mails hin- und her zu schicken. Trotzdem verliert das Telefonat stark an Bedeutung und wird eher zum spezialisieren Tool, während die Mail das Gros der Kommunikation übernimmt.
Gerade in Großunternehmen kommt hinzu, dass man sich - so hart es auch klingt - oft nicht direkt am Telefon mit einem Mitarbeiter auseinandersetzen möchte, sondern lediglich eine Information benötigt oder eben selber informiert. Wo in einem Telefonat die emotionale Komponente mitschwingt, bleibt es bei der Mail bei einem simplen Informationsaustausch. Steht man öfter in Kontakt, ist es sicherlich vorteilhaft/angenehm/.. andere Wege der Kommunikation einzuschlagen. Man kann jetzt sagen, das ganze sei unpersönlich. M.M.n. ist es einfach realistisch.
Gerade in Großunternehmen kommt hinzu, dass man sich - so hart es auch klingt - oft nicht direkt am Telefon mit einem Mitarbeiter auseinandersetzen möchte, sondern lediglich eine Information benötigt oder eben selber informiert. Wo in einem Telefonat die emotionale Komponente mitschwingt, bleibt es bei der Mail bei einem simplen Informationsaustausch. Steht man öfter in Kontakt, ist es sicherlich vorteilhaft/angenehm/.. andere Wege der Kommunikation einzuschlagen. Man kann jetzt sagen, das ganze sei unpersönlich. M.M.n. ist es einfach realistisch.
Es geht um synchrone und asynchrone Kommunikation. Synchrone Kommunikation ist per se unhöflich, da ich meinem Gesprächspartner meinen Willen aufzwinge. Er hat mit mir zu reden wenn ich ihn anrufe. In bestimmten Situation, vornehmlich auf der Arbeit, ist das natürlich OK. Wobei auch da ständige Anrufe die Konzentration stören und damit die Produktivität senken. Dann lieber E-Mails die im Hintergrund eintreffen und die ich lese, wenn ich gerade Zeit habe.
Ist das wirklich ein Zeichen fortschreitenden Egoismus'?
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