Open Data Landkarten mit Mehrwert
Ob als Reiseführer, Nachrichtenkanal oder Bürgerinitiative: Digitale Landkarten lassen sich vielseitig nutzen. ZEIT ONLINE stellt einige der interessantesten Dienste vor.
Die Zeit, in der Landkarten im Netz bloß der Routenplanung dienten, ist längst vorbei. Denn mit den digitalen Karten von Google Maps und der Open-Source-Alternative OpenStreetMap kann man sich spannendere Dinge als den Weg von A nach B anzeigen lassen. Über offene Programmschnittstellen (API) lassen sich Daten von anderen Websites mit dem Kartenmaterial verknüpfen oder eigene Informationen eintragen. Das Ergebnis nennt sich Mashup – ein Mischmasch aus Karten und Daten sozusagen.
Die Bewertungscommunity Qype nutzt diese Möglichkeit schon lange, um Adressen und Bewertungen miteinander zu verknüpfen und mithilfe von Google Maps darzustellen. Auch Immobilienbörsen, Branchenbücher und Fotodienste kommen kaum noch ohne eigene Kartenfunktion aus. Dank der Integration von Geodaten in Smartphones werden soziale Kartendienste immer beliebter . Auch sie nutzen die offenen Schnittstellen.
Neben kommerziellen Diensten profitieren aber auch Privatpersonen und unabhängige Projekte von den Möglichkeiten des frei zugänglichen Kartenmaterials. Das Open-Data-Netzwerk versucht, öffentlich zugängliche Daten zu sammeln und neue Möglichkeiten für Bürger herauszuarbeiten. So können Anwohner in England schon länger über FixMyStreet Reparaturaufträge direkt an die Behörden übermitteln.
Unter dem Titel Frankfurt-Gestalten gibt es seit Frühjahr ein ähnliches Pilotprojekt für Frankfurt am Main. Hier geht es um weit mehr als Reparaturen. Die Seite soll einen aktiven Dialog zwischen Bürgern und ihrer Stadt ermöglichen – partizipative Lokalpolitik ist das Stichwort.
Tausende dieser Mashups und Initiativen gibt es inzwischen. Sie bewegen sich zwischen bizarr und faszinierend, unterhaltsam und informierend. ZEIT ONLINE stellt einige der interessantesten vor. Sie zeigen, was man mit öffentlichen Datensammlungen alles machen kann.
- Datum 11.08.2010 - 11:10 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Danke für den Artikel und diese nette Zusammenstellung einiger Kartendienste.
Da aber ein Haufen dieser Dienste über Google-Maps angeboten wird, sollte man darauf hinweisen, dass Google natürlich über die Schnittstellen wacht und somit auch Einfluss darauf nehmen kann, was, wie mit wem zu welchen Konditionen ver-mashed wird.
Wir haben hier eine sehr ähnliche Situation, wie vor gut 15 Jahren bei Dateiformaten. Microsoft konnte seine Wettbewerber im Office-Bereich dadurch vernichten, dass sie im Betriebssystem-Markt ein Quasi-Monopol besaßen und dass die proprietären Dateiformate Interoperabilität zwischen konkurrierenden Anwendungen unmöglich machte.
Wenn wir uns heute die Marktstellung von Google im Internet und die proprietären Schnittstellen z.B. für Kartenanwendungen ansehen, dann ist die Situation absolut vergleichbar.
Speziell bei Geodaten kratzen wir doch nicht einmal an der äußersten Schicht: Jedes Objekt befindet sich irgendwo auf der Welt - besitzt also ein Geodatum, das sich u.U. im Laufe der Zeit verändert. Es steckt unglaublich viel "Musik" da drin, die Metadaten dieser Objekte und relationen von Objekten auf elektronischen Karten abzubilden. Wir stehen hier noch ganz am Anfang einer stürmischen Entwicklung und Google hat alle Chancen der Welt, die Microsoft der Zukunft zu werden.
"Don't be evel" könnte morgen ein Lippenbekenntnis und übermorgen Vergangenheit sein - z.B. wenn sich die Nutzer aus der Google-Abhängigkeit nicht mehr lösen können ..
Y.S.
Dieser Artikel wird von Kai Biermann zitiert ("Wie ich lernte, Street View zu lieben"), um die guten Seiten von Googles neuem Dienst darzulegen. Ich kann beim besten Willen keine Verbindung erkennen. Vertikal nach unten betrachtet finde ich das Anschauungsmaterial auch extrem hilfreich. Horizontal dagegen fehlt mir die Perspektive für Vorteile.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren