Netzneutralität Google beendet angeblich Gleichbehandlung im Netz
Alle Daten sind gleich – dieser Grundsatz des Netzes wird von Google und Verizon offenbar gerade beerdigt. Es gibt allerdings eine Art Dementi des Suchmaschinenkonzerns.
Bislang ist Netzneutralität so etwas wie das ungeschriebene Gesetz des Internets, das jedem die gleiche Chance auf Zugang gewährt und jeden Inhalt als gleich wichtig erachtet . Doch derzeit sieht es so aus, als werde dieses Gesetz bald nicht mehr gelten. Denn einer der größten Fische im Netz, Google, ist offensichtlich bereit, an Telekommunikationskonzerne Geld zu bezahlen, damit seine Daten schneller reisen dürfen als andere.
Die Nachrichtenagentur AP zitiert ungenannte Quellen mit der Aussage , Google verhandele mit dem Netzbetreiber Verizon über Gebühren für Angebote wie YouTube. Schon innerhalb der nächsten Tage könne das Geschäft abgeschlossen und verkündet werden, berichtet die Agentur. Die New York Times strickte eine größere Geschichte daraus.
Allerdings ließ Google diese Aussage inzwischen dementieren . Zahlreiche Medien zitieren eine entsprechende Mitteilung des Unternehmens: "The New York Times is quite simply wrong. We have not had any conversations with Verizon about paying for carriage of Google traffic". Dieses Dementi ist bislang nicht auf dem offiziellen Blog des Konzerns zu finden, sondern erreichte die Öffentlichkeit nur über den unternehmenseigenen Twitter-Account .
Bislang war Google so etwas wie das Rückgrat der Bewegung, die sich für Netzneutralität einsetzt. Mehrfach hatte der Konzern behauptet, er sei für ein freies Netz ohne Hürden und Bezahlschranken. Immerhin ist es das Unternehmen, das weltweit am meisten Bandbreite für seine Dienste benötigt. Noch im Februar hatte Google-Chef Eric Schmidt öffentlich gesagt, man werde nicht für die Durchleitung zahlen . Sollte er es nun doch tun, wäre das eine komplette Umkehr und ein erneuter Verstoß gegen die eigene Politik des Nicht-böse-sein-Wollens .
Ein solcher Deal könnte in den USA die Basis werden für eine landesweite Vereinbarung zwischen Internetfirmen auf der einen Seite, den Telcos auf der anderen und der staatlichen Regulierungsbehörde FCC in der Mitte. Die nämlich sucht schon eine Weile nach einem Weg , wie sich beide Seiten miteinander versöhnen lassen. Ein solcher Kompromiss könnte dann schnell international als Vorbild dienen.
Weltweit klagen die Telekomunternehmen, darunter auch die Deutsche Telekom , sie allein seien es, die den Ausbau der Internet-Infrastruktur finanzierten. Die Internetwirtschaft profitiere, ohne dafür zu zahlen. Wer mehr Last auf die Straße bringe und diese stärker verstopfe, so das in der Debatte gern gewählte Beispiel, der müsse auch mehr für den Erhalt und Ausbau zahlen. Bei Autobahnen sei das nicht anders. Als Drohung dient dabei das Bild vom Stau, der alle treffen werde, wenn man nicht sortiere.
Was logisch und bestechend klingt, hat einen für Verbraucher und kleine Anbieter hässlichen Nebeneffekt: Mit solchen Gebühren wird eine Klassengesellschaft im Internet installiert, wo bislang keine existierte – wer zahlt, bekommt viel, für alle anderen gibt es funktionierende, aber nicht sehr tolle Basisangebote. Schwarz-weiß und bunt, sozusagen.
Bevorteilt würden so vor allem große Anbieter, die sich die Breitbandzugänge leisten können. Sie bekommen mehr Geschwindigkeit als ihre Konkurrenz, die das im Zweifel nicht bezahlen kann – ein wirksamer Weg für Konzerne, sich gegen Kleine abzuschotten. Denn Nutzer warten nur sehr ungern, und wenn die Daten zu langsam reisen, weil ein Start-Up sich im Gegensatz zu Google keine zusätzlichen Gebühren für den Turbo leisten kann, dann ist der Kunde schnell wieder weg. Oder es hat wie beispielsweise Onlinemedien und andere defizitäre Modelle noch mehr Mühe, sein Geschäft zu betreiben. Bislang zeichnete sich das Internet dadurch aus, dass auch winzige Firmen mit einer guten Idee sehr schnell groß werden und Große angreifen konnten. Das könnte sich ändern. Im Ernstfall sogar soweit, dass wenige Konzerne das gesamte Netz monopolisieren und kontrollieren.
- Datum 05.08.2010 - 19:05 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Nun wird also auch beim Internet mit der Unart begonnen, für alles mehrfach Geld zu verlangen. Nicht genug, dass man jeden Monat 40 Euro für DSL zahlt (und zwar die langsame Basisvariante der Telekom), nun sollen auch die Inhalte kostenpflichtig werden und zwar nicht, um für bessere Inhalte dann eben zahlen zu müssen, sondern für die Durchleitung, für die man schon gezahlt hat. Das Schlimme ist, dass eine nationale Behörde (die FCC) damit de facto durch die weitgehende Unbeschränktheit des Internets über einen internationalen Sachverhalt entscheiden darf. Danke, Google.
Ich bin bei der Telekom und habe für ca. 35 Euro im Monat 6000er DSL und eine Festnetzflatrate. Billiger geht nicht und wenn in der Kalkulation kein Cent mehr für "Sörwis" da ist darf sich der pfennigfuchsende Deutsche auch nicht über selbige "Sörwiswüste" beklagen, wie dann trotzdem stets der Fall. Nein, die Preise sind geradezu läppisch. Der einzige Grund warum Bandbreite so spottbillig geworden ist war die DotCom-Blase. Damals wurden für Unsummen Glasfasern rund um die Welt gelegt, die USA und Westeuropa geradezu damit überzogen. Die Rendite-Erwartungen konnten natürlich nicht erfüllt werden, die Firmen gingen pleite, die Leitungen blieben und konnten für ein Trinkgeld von neuen Betreibern übernommen werden. Noch heute sind viele Glasfaserleitungen aus dieser Zeit ungenutzt und warten wortwörtlich auf ihre "Erleuchtung". Spätestens wenn auch das Potential ausgeschöpft ist werden die Preise sich recht rasch multiplizieren und auch Themen wie Netzneutralität kommen zwangsläufig auf die Tagesordnung. Nicht zuletzt angesichts der Pfennigfuchserei der Kunden.
Ich bin bei der Telekom und habe für ca. 35 Euro im Monat 6000er DSL und eine Festnetzflatrate. Billiger geht nicht und wenn in der Kalkulation kein Cent mehr für "Sörwis" da ist darf sich der pfennigfuchsende Deutsche auch nicht über selbige "Sörwiswüste" beklagen, wie dann trotzdem stets der Fall. Nein, die Preise sind geradezu läppisch. Der einzige Grund warum Bandbreite so spottbillig geworden ist war die DotCom-Blase. Damals wurden für Unsummen Glasfasern rund um die Welt gelegt, die USA und Westeuropa geradezu damit überzogen. Die Rendite-Erwartungen konnten natürlich nicht erfüllt werden, die Firmen gingen pleite, die Leitungen blieben und konnten für ein Trinkgeld von neuen Betreibern übernommen werden. Noch heute sind viele Glasfaserleitungen aus dieser Zeit ungenutzt und warten wortwörtlich auf ihre "Erleuchtung". Spätestens wenn auch das Potential ausgeschöpft ist werden die Preise sich recht rasch multiplizieren und auch Themen wie Netzneutralität kommen zwangsläufig auf die Tagesordnung. Nicht zuletzt angesichts der Pfennigfuchserei der Kunden.
SAUEREI!
Google müßte doch mit am besten wissen, wie schnell sich Widerstand im Netz bildet… und als werbefinanziertes Unternehmen, ist Google nunmal durch User sehr verwundbar… wenn sich das also wirklich Alles bewahrheiten sollte, dann könnte die Community sich schnell gegen Google stellen und somit Druck ausüben… noch gibt es genug Alternativen, die nicht für Bandbreite zahlen und auf die man umschwenken könnte… dann müßte sich Google wohl üebrlegen, ob das ein kluger Schritt gewesen ist…
Noch gilt im Netz: „Alle Macht dem User“. Das muß so bleiben!
Ob das Verleger sind, die ihr Leistungsschutzgesetz durchbringen wollen, oder Netzbetreiber, die Geld sehen wollen. Es geht um Geld und das Internet ist ein ZUKUNFTSMARKT.
Im Internet ist der beliebteste Content der am besten verfügbare. Ob das jetz videos oder Nachrichten sind. Irgendwann wird eben alles Google.
mit dem Chinaproblem? Rein in die Kartoffeln und wieder raus aus diese. Heute Kämpfen für Meinungsfreiheit und.....,dann mal schnell umschwenken, weil Geld daran hängt.
Sollte Google Geld von mir wollen ,dann wird es vom Rechner verbannt!
...ist ständige Wachsamkeit.
Systeme sein welche eben diese Unarten kapitalistischer Gesellschaften, die starken gegen die schwachen auszuspielen und dies gleichzeitig als gerecht zu deklarieren, einschränken und regeln können.
Wer mehr für Konsumgüter bezahlen will und kann soll dies tun, die Infrastruktur des Internet hat aber wesentlich vielfältigere Ansprüche zu bedienen als nur profane Profitmaximierung. Sofern wir dies wollen... das aber dürfte wiederum genauso undemokratisch mit der "Freiheit" der Märkte beantwortet werden wie dies bereits in vielen anderen sozialen Bereichen der Fall ist. Bezahlen dafür tun wir alle am Ende wenn mal die für alle zugänglichen Strukturen privatisiert wurden, doch gerade für Freiheit gibt es keinen Geldmässigen Gegenwert... Gerade auch die sich gerne als unabhängig bezeichnenden privaten Medien wandern auf einem schmalen Grad was die unabhängigkeit der Verbreiteten Information anbelangt. Die Ideologisch mehr und mehr besetzen und nun nicht mehr neutralen staatlichen Medien sind als ebenso zweifelhaft zu bezeichnen. Viele können dies wegen des Rendite und Profitzwanges bereits nicht mehr. Die Freiheit ist bereits einen leisen Tod gestorben und lebt gerade noch so von den letzen Illusionen.
..und, sich als modern und fortschrittlich deklarierende Nationen sollten sich gewisse Freiheiten leisten. Demokratisch legitimiert und das politische Spektrum berücksichtigend. Was sonst hebt diese von anderen nationen noch ab? Die Renditen der Bilanzen und mehr nicht?
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