- Datum 08.09.2010 - 11:00 Uhr
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Analog heißt dass Signale eben analog - 1:1 - weitergegeben werden, beim Digitalen gehen immer Informationen verloren. Das Digitale ist lediglich billiger (im großtechnischen Einsatz zumindest). Zumindest war das in vielen Bereichen so die inzwischen sinnvollerweise digitalisiert wurden, also beispielsweise Telefongespräche die schon lange digitalisiert durch Datenleitungen geführt werden - die Zeiten da für ein Telefongespräch tatsächlich eine einzelne "Verbindung" über eine Kupferleitungen zwischen Hannover und Ulm geschaltet wird sind lange vorbei. Das hat Unsummen gespart und die Technik leistungsfähiger gemacht.
Anders ist es aber im Rundfunkbereich. Da ist schon die Abkehr von Rundfunk zugunsten von Point-to-Point Kommunikation a lá TV über's Internet ein Schritt den nur technikferne Marketingstrategen erdenken konnten. Audiorundfunk ist technisch unschlagbar billig, simpel, reichweitenstark und zuverlässig wenn analoges UKW benutzt wird. Zudem in dermaßen guter Qualität dass kein Zugewinn durch Digitalität erwartbar ist, der Trend beim Musikkonsum zu MP3 und Co., die Tonqualität einbüßen zugunsten höherer Speicherkapazität, belegt eindrucksvoll dass es 99% der Menschen nicht darauf ankommt auch jede kleinste Nuance in Musikstücken erhören zu können. Zumal man das ohnehin nicht per zugefüttertem Radio tun würde, das dient typischerweise der Information und Hintergrundbeschallung in Auto oder Küche.
DAB ist meiner Meinung ein total überteuertes Liebhaberprojekt.
Vielfalt? Über Kabel/Sat bereits Realität. Antenne? Wozu? Für Auto/Verkehrsfunk? Für 3 Minuten Radiowecker bis zum Aufstehen? Viele haben CDs und MP3-Player im Auto, andere benutzen Streamingclients zuhause. Qualität? Wo wird denn tatsächlich Radio gehört? Auf Klangqualität achtet eine Minderheit. Lieber Multicasting endlich flächig einführen, damit "Internetradio" ressourcenschonend umsetzbar ist.
Wozu eine erprobte und etablierte Technik unbedingt kippen? Es hat nicht ausgereicht, mit der Zwangseinführung von DVB-T mehr Programme zu schlechterer Qualität und halt doch nicht mit Wurfantennen empfangbar unter die Leute zu bringen, nachdem alles ja soo toll sein sollte. Mit Digitalradio sind wir an einem Punkt, bei dem eine Konverterbox sich oft nicht lohnt (weil zu teuer für's bestehende Küchenradio oder den Radiowecker) oder nicht praktikabel ist (Radios in tragbaren Geräten). Also wird hier voraussichtlich zwangsweise neu gekauft, Produkte aus Fernost, weil günstiger; die hiesige Wirtschaft würde lediglich über den Zwischenhandel profitieren. Umweltschutz ist ein großes Thema: Es würde Mengen an Elektroschrott produziert werden, aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen. Ob die mögliche Sendeleistungsersparnis den Verbrauch der Konverter aufwiegt (auch bei deren Produktion)?
Fazit: Hände Weg vom UKW-Rundfunk! Man muss nicht alles digitalisieren, bloss weil man es kann! Wenn Radio unbedingt digital, dann in einem neuen Frequenzband, was durch DVB-T frei wurde, parallel!
Was hier fälschlich als "besserer Klang" bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit ein häufig mit Störgeräuschen unterlegter, bestenfalls 7mal schlechterer Abklatsch der CD, Technik von 1995 eben, und schon damals wegen der Klangeinbußen umstritten. Deshalb wird in Frankreich ja auch DAB eingeführt, wie man ganz einfach bei Wikipedia nachlesen kann (kleiner Tipp für den Author).
Dass hier ausgerechnet Frankreich als Vorbild gewählt wird, das für seine gewöhnungsbedürftigen Zwangsmaßnahmen ja bekannt ist, verwundert ein wenig. Muss der Mensch mit Gewalt zu seinem Glück gezwungen werden?
Das dürfte mal so eben für ein paar hundert Millionen Geräte in Deutschland das Aus bedeuten, wenn man alle Autoradios, Handys, Kücheradios, Weckerradios, Walkmans, und so weiter zusammen zählt. Geräte, die das Radio zu dem gemacht haben, was es NOCH ist: Ein universales Volksmedium. Schafft man diese Geräte ab, wird diese Verbreitung nie wieder erreicht werden. Das Radio wird vermutlich zum Automobil-Hörfunk verkommen, denn wer zuhause Radio hören will, wird auf das Internet-Radio ausweichen.
Ich hätte da noch ein paar Vorschläge, welche Technik auch schon über 50 Jahre alte ist und dringend abgeschafft gehört: Verbrennungsmotoren, analoge Uhren, Verkehrsampeln (die dürfte es sowieso nicht mehr geben, da die darin leuchtenden 100 Watt Glühbirnen schon verboten wurden), Fahrstühle, und nicht zuletzt Zeitungen. Bitte am besten alles mit einer klaren politischen Vorgabe verbieten!
Ergänzung: In Frankreich wird DABplus eingeführt, das Pluszeichen wurde in meinem Beitrag eben nicht übernommen.
... die so wie so schon existieren, und Radio über DVB-T senden, so wie meines Wissens z.B. bereits in Berlin und Stuttgart üblich.
...ist wohl relativ offensichtlich, den Herstellern von den Empfangsgeräten. Mit der flächendeckenden Einführung von digitalem Hörfunk müssten Millionen Geräte auf lange Sicht ausgetauscht werden, das alte Spiel:
Die Müllkippen werden voller mit teurem Elektroschrott und die Firmen stauben kräftig ab.
Außerdem fände ich es sehr schade, wenn das Radio eines Tages verdrängt würde. Kein Rasierklingen-Transistorradio mehr bauen, kein Ton mehr aus dem alten Röhrenradio...
... bräuchte man bloß einen DVB-T-Receiver dem Röhrenradio vorschalten.
Dann könnte die Industrie allerdings keine neuen Empfangsgeräte und Receiver an den Mann bzw. die Frau bringen.
... bräuchte man bloß einen DVB-T-Receiver dem Röhrenradio vorschalten.
Dann könnte die Industrie allerdings keine neuen Empfangsgeräte und Receiver an den Mann bzw. die Frau bringen.
... bräuchte man bloß einen DVB-T-Receiver dem Röhrenradio vorschalten.
Dann könnte die Industrie allerdings keine neuen Empfangsgeräte und Receiver an den Mann bzw. die Frau bringen.
Leider haben nur sehr wenige Röhrenradios eine Anschlussmöglichkeit für Set-Top-Boxen. Man könnte mittels eines DA-Wandlers und dann eines UKW-Senders wie zum Betrieb von z.B. mp3-Playern an Autoradios rumbasteln
Ansonsten finde ich die Idee sehr lustig einem alten Grundig-Radioempfänger etwas vorschalten zu wollen. Ich sehe gerade das Innenleben des alten Röhrengerätes von meinen Großeltern vor meinem geistigen Auge und amüsiere mich köstlich.
Leider haben nur sehr wenige Röhrenradios eine Anschlussmöglichkeit für Set-Top-Boxen. Man könnte mittels eines DA-Wandlers und dann eines UKW-Senders wie zum Betrieb von z.B. mp3-Playern an Autoradios rumbasteln
Ansonsten finde ich die Idee sehr lustig einem alten Grundig-Radioempfänger etwas vorschalten zu wollen. Ich sehe gerade das Innenleben des alten Röhrengerätes von meinen Großeltern vor meinem geistigen Auge und amüsiere mich köstlich.
Diese reaktionären Ausführungen schocken mich doch deutlich! Auf der einen Seite wird das UKW-Radio abgewertet, weshalb es unnötig sei, DABplus einzuführen, und auf der anderen Seite wird die Unnötigkeit von besserer Qualität proklamiert.
Ich bin begeisterter Radiohörer (vor allem DLF, DLR, WDR5) und finde eine nationale Frequenz pro Sender in guter Qualität perfekt. Kein Rauschen mehr, kein Ausweichen auf Mittelwelle (bei DLF).
Außerdem reden wir hier von sehr geringen Bitraten, die übertragen werden, dass heißt, es werden vermutlich weniger Sender benötigt, die weniger Energie verbrauchen.
Natürlich muß es eine lange Übergangszeit geben, weil gerade die Autoradios sich ja nicht "mal eben" rum rüsten lassen bzw. einfach die Bereitschaft dazu fehlt. Aber wenn 2020 alles digital läuft, dann ist das doch ok! Bis dahin sind viele andere Radios sowieso hinüber und die Preise werden schon sinken.
Das schöne am Radio ist doch, dass man es so mobil nutzen kann. Und unterwegs (am besten noch in Auto oder Zug) möchte ich mit meiner UMTS-Smartphone-Strahlenkanone weder mich noch die Umgebung belasten - ganz klares Argument gegen Internetradio.
Außerdem: Wenn ich der Wikipedia und www.digitalradio.de mal traue, ist DAB in D doch sowieso schon fast flächendeckend ausgebaut?! Wo ist das Problem?
Was soll daran reaktionär sein, aufzuzeigen, dass eine Digitalisierung um jeden Preis nicht notwendig ist, zumal ich in meinem direkten Kommentar eine gangbare Alternative (anderes Frequenzband) aufgezeigt habe?
Geringere Bitraten als was? Bei Fernsehen? Klar, aber es sollen halt auch viel mehr "Sender" dazukommen. Das Ergebnis sehen wir bei der tollen Qualität von DVB-T. Weniger Sender wird es nicht geben, weil die flächentechnische Abdeckung weiterhin gegeben sein muss.
UKW ist in Deutschland seit den 1950er Jahren in Betrieb, ebenso existieren noch Geräte, die aus dieser Zeit stammen und in Betrieb sind. Dann "nur" 10 Jahre Übergangszeit?
Analoges Radio kann man auch heute schon mobil nutzen, mit weitaus weniger Stromverbrauch, da keine Digitaltechnik hintendran hängt, die über einen Prozessor aus dem digitalen Signal wieder was hörbares macht.
Das Problem ist die Abschaltung des analogen Rundfunks.
Was soll daran reaktionär sein, aufzuzeigen, dass eine Digitalisierung um jeden Preis nicht notwendig ist, zumal ich in meinem direkten Kommentar eine gangbare Alternative (anderes Frequenzband) aufgezeigt habe?
Geringere Bitraten als was? Bei Fernsehen? Klar, aber es sollen halt auch viel mehr "Sender" dazukommen. Das Ergebnis sehen wir bei der tollen Qualität von DVB-T. Weniger Sender wird es nicht geben, weil die flächentechnische Abdeckung weiterhin gegeben sein muss.
UKW ist in Deutschland seit den 1950er Jahren in Betrieb, ebenso existieren noch Geräte, die aus dieser Zeit stammen und in Betrieb sind. Dann "nur" 10 Jahre Übergangszeit?
Analoges Radio kann man auch heute schon mobil nutzen, mit weitaus weniger Stromverbrauch, da keine Digitaltechnik hintendran hängt, die über einen Prozessor aus dem digitalen Signal wieder was hörbares macht.
Das Problem ist die Abschaltung des analogen Rundfunks.
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