Instant Search Macht Google uns dümmer – oder doch schlauer?

Wer beginnt, bei Google ein Suchwort einzutippen, bekommt nun Vorschläge, wie das Wort weitergeht. Die Nutzer sind gespalten, ob uns das stimuliert oder bremst.

Pressevertreter waren eingeladen, Google Instant schon während der Präsentation in San Francisco auszuprobieren

Pressevertreter waren eingeladen, Google Instant schon während der Präsentation in San Francisco auszuprobieren

"Quick, quick, quick" – das sei es, was die Kunden wünschten und was Google leisten wolle, sagte Firmenchef Eric Schmidt jüngst in Berlin . Schneller und immer schneller sollen die Suchergebnisse erscheinen. Suchalgorithmen, Server und Leitungen scheinen bei diesem Rennen ausgereizt, nur noch Millisekunden lassen sich an dieser Stelle rausholen.

Einen Parameter aber gibt es, bei dem sich noch eine Menge beschleunigen lässt. Getreu dem Nerd-Akronym "Eifok " – Error in front of Keyboard – wird nun der Mensch überarbeitet, der "Fehler vor dem Keyboard".

Anzeige

Oder, wie Google auf der Hilfeseite für die neue Technik namens Instant schreibt: Bislang habe der typische Suchende "mehr als neun Sekunden gebraucht, um einen Suchbegriff einzugeben", ja manchmal habe das sogar 30 bis 90 Sekunden gedauert. Eine digitale Ewigkeit also. Wer so langsam denkt, dem hilft künftig das Netzwerk.

Aber wollen wir die Hilfe?

Aber ja, schreibt Marshall Kirkpatrick vom einflussreichen Technologieblog ReadWriteWeb. Schließlich sei das neue System endlich so etwas wie ein Dialog mit der Maschine, echte Interaktion statt sturer Eingabe.

Das habe auch Unterhaltungscharakter, schreibt das Magazin de:bug . So spannend sei der Informationsfluss, dass es vorstellbar sei, dass Menschen das Suchfenster gar nicht mehr verlassen wollten.

Google selbst mutmaßte gar, Instant könne "das Ende der Eingabetaste sein", (die bislang gebraucht wurde, um eine Suchanfrage abzuschicken).

Suchen mit Instant sei für ihn ein ständiges Fragen, schreibt Kirkpatrick: "Wenn ich das hier eingebe, was antwortest Du dann? Ok, und wenn ich das hier eingebe, was passiert dann?" Jeder neue Buchstabe erlaube Einblick in neue mögliche Ergebnisse und Themen, die dann wiederum in die Suche einfließen könnten. Und dieser Dialog "könnte unsere geistige Aktivität sogar stimulieren".
 

Leser-Kommentare
  1. “Ich denke tatsächlich, dass die meisten Leute von Google keine Antworten auf Ihre Fragen erwarten. Sie wollen, dass Google ihnen sagt, was sie als Nächstes tun sollen.”
    Das sagt eigentlich alles...

  2. 2. wayne

    Muss man es benutzen...? Nein also wenn kümmerts...

  3. Was Google in den letzten Monaten unternommen hat, um die Internetuser immer fester in den Griff zu bekommen, wird allmählich unheimlich. Der kometenhafte Aufstieg der Suchmaschine und des gesamten Konzerns lassen ohnehin bei jedem skeptischen Beobachter der Webszene die Alarmglocken aufjaulen.

    Die Methode "Instant" hilft lediglich nur denjenigen, die sich überhaupt keine Sorgen um Datensicherheit, subtile Manipulierbarkeit oder Eindringen in die Identitätssphäre machen, die bei jeder ungelösten Frage in den Googleorbit schweifen, um sich angeblich schlau zu machen, dabei bietet Google weder eine umfassende Beantwortung der Fragen, noch eine repräsentative Auswahl von möglichen Lösungsansätzen.

    Bei "Instant" taucht der Verdacht auf, dass genau diejenigen im Ranking ganz oben stehen, die von Google auch ganz oben gesehen werden wollen oder die das System Google dafür bezahlen, ganz oben zu sein.

    Wer sich wirklich rundum informieren will, beschränkt sich keineswegs auf die Supersuchmaschine, sondern forscht in vielen unterschiedlichen Quellen, vor allem aber nutzt er die breit gefächerte Lektüre von Zeitschriften und Büchern und besucht Bibliotheken. Oder man greift auf alternative seriöse Suchmaschinen zurück, die nicht so bekannt, aber ebenso gut sind.

    Inzwischen gehört der Begriff "googeln" zum allgemeinen Wortschatz, ebenso wie "simsen", was bei näherer Betrachtung und Analyse als Verflachung und grobe Verallgemeinerung unserer Sprache zu bezeichnen ist.

    W. Neisser

  4. ...das waren sie schon vorher.
    Im globalen Dorf fallen die Dummen nur mehr auf als zuvor.

  5. Eine einmalige Suchanfrage bei Google benötigt doch bekanntermaßen Strom (und nicht wenig..).
    Wenn das System nun bei jedem getippten Buchstaben seine digitalen Muskeln spielen lässt, so steigt der Strombedarf doch mit jedem Buchstaben, oder irre ich mich?
    Ich meine, jedes getippte Zeichen lässt jetzt die Maschinerie los, nicht mehr wie bisher jede einzelne Suchanfrage??
    Dan brauche ich also wenn ich ein Wort mit 7 Buchstaben eingebe 6 mal mehr Ressourcen.. welch Fortschritt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie müssen berücksichtigen, dass die Server ja sowieso laufen. Egal ob nun eine Anfrage zu bearbeiten ist oder nicht. D. h. zunächst einmal ändert sich am Stromverbrauch nichts, da die Server, bzw. das Cluster nicht am Limit laufen. Ein erhöhter Stromverbrauch würde sich nur dann einstellen, wenn es aufgrund der vermehrten Anfragen notwendig wäre, das Cluster zu erweitern, indem neue Server aufgestellt werden müssen.

    Allerdings könnte durch das vorgeben der Antworten der umgekehrte Fall eintreten, nämlich das Strom gespart werden kann, da nun viel mehr Anfragen in einem Cache vorgehalten werden können, anstatt aufs Neue berechnet zu werden, was wesentlich stromsparender ist, als das immer wieder neue Aufbauen des Suchindex.

    Ein Beispiel: Britney Spears war ja wohl mal der meistgesuchte Name im Netz. Für viele dieser Suchanfragen gibt es unzählige Kombinationsmöglichkeiten (Britney Spears Songtext, getragene Höschen, etc) je nach Häufigkeit konnte der Suchindex auch hier bereits aufgebaut werden. Allerdings nur, wenn die Eingaben auch identisch (nach einem Algorithmus) waren. Schreibfehler konnten hier zu einer neuen Suchanfrage führen. Gibt man dem Benutzer aber nun ständig die Richtung vor, können viel mehr Anfragen aus dem Cache bedient werden.

    Sie müssen berücksichtigen, dass die Server ja sowieso laufen. Egal ob nun eine Anfrage zu bearbeiten ist oder nicht. D. h. zunächst einmal ändert sich am Stromverbrauch nichts, da die Server, bzw. das Cluster nicht am Limit laufen. Ein erhöhter Stromverbrauch würde sich nur dann einstellen, wenn es aufgrund der vermehrten Anfragen notwendig wäre, das Cluster zu erweitern, indem neue Server aufgestellt werden müssen.

    Allerdings könnte durch das vorgeben der Antworten der umgekehrte Fall eintreten, nämlich das Strom gespart werden kann, da nun viel mehr Anfragen in einem Cache vorgehalten werden können, anstatt aufs Neue berechnet zu werden, was wesentlich stromsparender ist, als das immer wieder neue Aufbauen des Suchindex.

    Ein Beispiel: Britney Spears war ja wohl mal der meistgesuchte Name im Netz. Für viele dieser Suchanfragen gibt es unzählige Kombinationsmöglichkeiten (Britney Spears Songtext, getragene Höschen, etc) je nach Häufigkeit konnte der Suchindex auch hier bereits aufgebaut werden. Allerdings nur, wenn die Eingaben auch identisch (nach einem Algorithmus) waren. Schreibfehler konnten hier zu einer neuen Suchanfrage führen. Gibt man dem Benutzer aber nun ständig die Richtung vor, können viel mehr Anfragen aus dem Cache bedient werden.

  6. ...wenn man berücksichtigt, dass ein Großteil der Suchanfragen bei Google aus Langeweile eingetippt werden. Insofern macht jeanntloup2 Verdacht Sinn, dass genau diejenigen im Ranking ganz oben stehen, die von Google auch ganz oben gesehen werden wollen oder die das System Google dafür bezahlen, ganz oben zu sein.

    Dass ein Großteil der Suchanfragen bei Google aus Langeweile eingetippt werden, ist übrigens eine Analyse von Google. Da macht es aus Googles Sicht Sinn, dieses entsprechend zu nutzen. Und die Kasse klingelt weiter...

    • dth
    • 09.09.2010 um 22:06 Uhr

    Erstmal wird da wohl nicht für jedes Zeichen ein neues Ergebnis auftauchen, sondern nur, wenn sich eine neue Vorhersage des Suchbegriffes ergibt.
    Dann ist der rechenaufwendigste Teil sicher nicht die Abfrage der Daten (daher geht das auch so schnell), sondern die Erstellung des Index. Natürlich kostet es also mehr Energie, Googles Stromverbrauch wird sich dadurch aber nicht vervielfachen.

    Zu den Theorien des bezahlten Rankings: Der Verdacht hat sich bisher durch nichts begründet. Große Onlinehändler sind auch so gut verlinkt im Web, dass das nicht nötig sein sollte. Amazon ist nicht bekannt, weil es im Google Index oft oben steht, sonder steht oft oben, weil es so bekannt ist.
    Wenn man die Buchstaben durchgeht im Suchfeld von Google erhält man zudem nicht nur Markennamen als Vorschläge. Es sind zwar extrem viele Markennamen, aber es kommen auch völlig unverdächtige Begriffe oder weniger kommerzielle Angebote durch (Ard, BMI, Charts, Duden, Dfb, Elster, Fernsehprogram, ...). Marken sind eben aussagekräftige Suchbegriffe und viele Menschen dürften auch im Internet viel konsumieren, ein gutes Dataminingverfahren findet auch genau das heraus, und schlägt die Begriffe vor.

  7. Antwort:
    I dont want to be related to the search results for the topic and those who are not in the same way as the first step to doing all this and more on Facebook.

    Quelle:
    http://scribe.googlelabs....

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service