Instant Search Google macht der Suche Beine
Der Suchmaschinenkonzern führt ein neues Feature ein, das die Netzsuche schneller macht: Die Ergebnisse werden künftig angezeigt, noch bevor man fertig getippt hat.
© Park Ji-Hwan/AFP/Getty Image

Google glaubt, dass das neue Feature "Google Instant" eine "fundamentale Veränderung" für seine Nutzer bedeutet
Google hat von anderen Konzernen gelernt. Apple zum Beispiel schafft es immer wieder, vor wichtigen Produktankündigungen die Technik-Welt durch gezielte Informationslecks in Spannung zu versetzen. Diesmal hat Google ein neues Feature angekündigt. Die Vorfreude auf das neue Produkt sollte damit erhöht werden, dass es vorab ein paar Spielereien mit dem Google-Logo auf der Startseite der Suchmaschine gab.
Die Suchmaschine ist inzwischen einer der meistgenutzten Dienste überhaupt. "Und damit sind nicht nur Dienste im Internet gemeint", mit dieser Einleitung startete Marissa Mayer, Google Vice-President of Search Products, die Präsentation von Instant Search , dem neuen Feature also, das ihrer Meinung nach einen fundamentalen Wandel für die Nutzer bedeuten wird.
Google hat sich die Geschwindigkeit einer üblichen Google-Anfrage angeschaut und Verbesserungspotenzial gesehen: Neun Sekunden braucht der Nutzer üblicherweise für eine Eingabe in die Suchmaske. Nahezu minimal sind die Verarbeitungszeiten auf den Google-Servern und der Daten-Transport durch die Netze. Und 15 Sekunden dauert es im Schnitt, bis der Nutzer das Suchergebnis gefunden hat, das er ursprünglich finden wollte.
Google arbeitet schon lange daran, die Suche zu beschleunigen, etwa mit Google Suggestion: Hier werden Vorschläge gemacht, welche Wendung mit dem gleichen Wortanfang von anderen Nutzern am häufigsten gesucht wurde. Mit Instant Search braucht der Nutzer für die Auswahl nicht einmal mehr auf den Suchknopf oder die "Enter-Taste" zu drücken – die Ergebnisse erscheinen sofort auf der Seite. Sie werden sogar schon angezeigt, noch während er tippt. Und zwar nach der statistischen Wahrscheinlichkeit, dass genau der bestimmte Begriff gemeint war.
Zwei bis fünf Sekunden will das Feature pro Suche einsparen. Die vorgeschlagenen Vervollständigungen werden in grauer Schrift angezeigt, man kann also sofort aufhören zu tippen, taucht die geforderte Wendung dabei auf. Was eben – logisch – recht wahrscheinlich ist. "Diese Änderung wird im Nachhinein so offensichtlich erscheinen, dass man sich im Rückblick gar nicht mehr vorstellen können wird, dass Suchen jemals anders funktioniert hat", sagt Ben Gomes, der für die technische Seite von Instant Search zuständig ist.
Instant Search soll ab sofort verfügbar sein, auch für Nutzer in Deutschland, Italien, Spanien und Russland, andere Länder sollen folgen. Der Nutzer muss dafür einen der folgenden Browser verwenden: Chrome v5/6, Firefox v3, Safari v5 oder den Internet Explorer v8. Und sich mit einem Google-Konto anmelden.
- Datum 08.09.2010 - 20:10 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 12
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Ja, so produziert man gewaltige Mengen an Datenverkehr. Haben ja eh noch nicht genug.
So begräbt man die Netzneutralität unter dem Deckmäntelchen von sogenannten Innovationen.
Juchhee, da kann Google jetzt bei einer Suchanfrage gleich mehrere Werbeblöcke schalten.
So verdient man Geld unter dem Deckmäntelchen vermeintlicher Innovationen.
Arledia.de und keyboardr.com they are the first one!
Warum müssen Werbende bei Google für ihre Anzeigen zahlen, während Google selbst scheinbar kostenlos Werbung in deutschen Leitmedien machen kann?
Denn der Artikel hat mit Journalismus wenig zu tun. Für mich sieht es eher so aus, als habe man eine Pressemitteilung von Google einfach übernommen.
In der Tat, eine echte Innovation ist das nicht. Aber eine tolle Erleichterung bei der Suche. Eine ähnliche Funktionalität bietet die HitEngine, aus Deutschland (!). Die wird mit dem Sprach "Das Ende der Return Taste" beschrieben.
Die HitEngine ist wohl seit nunmehr 2 Jahren im Einsatz. Aber erst wenn Google was bringt, meinen die Medien, das sei was Neues.
s. oben Arledia und keyboardr
...man sollte sich vorher seine query überlegen, da man doch von den ganzen informationen sehr abgelenkt wird. Wenn man aber die richtigen Keywords noch nicht zurechtgelegt hat, kann es eine tolle Sache sein.
Bin gespannt ob es sich als praktikabel erweist.
Völlig nutzlose Zusatzfunktion.
Hab's grad ausprobiert. Durch den fehlenden Druck auf die Entertaste spart man 1/100 Sekunde. Dafür leidet unter dem schnellen Wechsel der Inhalte eher die Konzentration. Zeitverlust: 1/100
Schade
ob dieses Feature jetzt nützlich ist oder nicht, bzw. die Suche effizienter gestaltet. Das meiner Meinung nach Wichtigste haben aber bis jetzt alle hier übersehen:
"Und sich mit einem Google-Konto anmelden."
Das erkläre mir mal bitte jemand... technisch gesehen brauche ich das sicherlich nicht, um diese Funktion zu nutzen. Wenn das Voraussetzung für diese Spielerei ist, dass Google mich zwingen will mir ein Konto zuzulegen unter dem Deckmantel einer smarten Suche... dann kann ich getrost darauf verzichten.
Ich nutze zwar die Google Suche und Chrome, seitdem die eindeutige User ID entfernt wurde, dennoch will ich keine Google Cookies auf dem Rechner haben, und erst recht kein Google-Mail oder gar einen Account.
Also werter Herr Schmidt: Ich lehne dankend ab.
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