Eigentlich will man nur schnell was auf Facebook nachschauen, den Termin der Party oder den Link eines Kollegen. Ein Rechner mit Internetverbindung ist auch vorhanden. Und doch lässt man es lieber bleiben, weil man auf dem fremden Rechner nichts Persönliches eingeben mag. Schon gar nicht den Namen des ersten Haustiers, den man für alle möglichen Zugänge als Passwort verwendet – auch wenn man das eigentlich nicht tun sollte. Schrecklich, wenn jemand dieses Passwort erführe.

Ab sofort können sich Facebook-Nutzer zumindest diese Sorge sparen. Das Netzwerk will seinen Kunden künftig bei Bedarf ein Kurzzeit-Passwort zur Verfügung stellen . Dafür muss der Kunde seine Handynummer mit dem Sozialen Netzwerk verknüpft haben, (eine Option, von der viele Nutzer bislang noch die Finger lassen). Wenn er dann eine SMS mit dem Inhalt "opt" an die Nummer 2665 schickt, bekommt er einen Zugangscode zurückgesimst. Der Code gilt nur zwanzig Minuten und verfällt, ist er einmal eingegeben.

Das garantiert mehr Sicherheit, denn war auf dem genutzten Rechner bei Freunden, im Hotel oder Internetcafé ein Spähprogramm installiert, erbeutet ein Passworträuber nur wirkungslosen Buchstaben-Salat.

Ähnliche Techniken, die Kurzmitteilungen auf dem Handy mit einer zeitlich begrenzten Passworteingabe am Computer verknüpfen, werden bereits beim Online-Banking genutzt, zur Anmeldung beim Online-Marktplatz eBay oder beim Bezahldienst Pay Pal . Auch dort soll das Handy als zweite Identifikationsschleife die Sicherheit erhöhen und Trojaner- und Phishing-Attacken ins Leere laufen lassen. 

Dabei verliert das ursprüngliche eigene Passwort nicht seine Gültigkeit. Auch damit ist weiter der Zutritt zur Welt von Facebook oder eBay möglich. Das Handy ist nur eine zusätzliche Möglichkeit für jene, die sich in unsicherer Umgebung bewegen müssen. Immerhin gibt es inzwischen beispielsweise Programme, die den Browser Firefox zwingen , eingegebene Passworte zu speichern.

Als weiteres Werkzeug zur Verbesserung der Sicherheit kann sich ab sofort auch jeder per Fernsteuerung ausloggen. Wer also das Handy eines Freundes nutzt, um sich seine Facebookseite anzusehen und dann vergießt, den Account zu schließen, kann das nun auch von einem anderen Gerät aus tun und von dort aus den Zugang für das Freundeshandy sperren. Dazu kann man in seinen Kontoeinstellungen sehen, auf welchen Geräten man gerade eingeloggt ist. Die Funktion gibt es schon eine Weile , sie sei nun aber für alle Nutzer verfügbar, schreibt Facebook in dem Text auf dem Firmenblog.