Netzneutralität Damit sie auch morgen noch kräftig downloaden können

Die Enquete debattiert über Engpässe im Netz. Andreas Bogk vom CCC glaubt, dass Netzneutralität erhalten bleibt, warnt aber vor zu viel Macht der Anbieter.

Andreas Bogk ist Mitglied des Chaos Computer Club (CCC)

Andreas Bogk ist Mitglied des Chaos Computer Club (CCC)

ZEIT ONLINE: Herr Bogk, Sie haben als Experte des Chaos Computer Clubs auf der Öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft gesprochen. Es ging um die rasant wachsenden Datenmengen im Netz und den Wunsch der Zugangsanbieter, diesen Datenstrom verstärkt zu steuern und zu filtern. Zuerst einmal: Gibt es das behauptete Problem der Kapazitätsengpässe überhaupt?

Andreas Bogk: Dazu gab es bei der Anhörung recht unterschiedliche Meinungen. Man könnte zum einen sagen, die Anbieter müssen halt mehr Geld in die Infrastruktur stecken, dann gibt es auch keine Engpässe. Die Anbieter halten dem aber entgegen, dass sich dieser Ausbau angesichts der wachsenden Datenmenge nicht mehr refinanzieren lässt.

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ZEIT ONLINE: Wie lassen sich diese gegensätzlichen Behauptungen überprüfen?

Bogk: Unter anderem wurde gefordert, die Anbieter müssten mehr Transparenz zulassen und sogenannte Infrastruktur-Karten ihrer Netze bereithalten. Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass der Endkunde dadurch besser durchblickt. Auf der anderen Seite wird es Engpässe zu Stoßzeiten immer wieder einmal geben, und jetzt kann man ja in der Tat über Vorschläge diskutieren, wie damit technisch umzugehen wäre. Ein Beispiel: Wenn ich mir eine große Datenmenge herunterlade, etwa eine neue Software, macht es dann für mich überhaupt einen Unterschied, wie lange ich auf den Download warte? Wenn ich dagegen telefoniere, will ich keinesfalls, dass das Gespräch mittendrin abreißt. Daher könnte es Sinn machen, zwischen verschiedenen Arten von Traffic zu unterscheiden. Und das wird in Deutschland im Grunde schon praktiziert. Es wäre allerdings besser, man regelte das dann wenigstens klar.

ZEIT ONLINE : Aber hieße das nicht, dass bestimmte Arten von Daten gegenüber anderen diskriminiert würden?

Bogk: Im Gespräch ist lediglich eine Unterscheidung nach sogenannten Verkehrsklassen, beispielsweise Echtzeitdaten wie bei Telefongesprächen im Gegensatz zu Massendownloads. Es scheint Konsens zu sein, dass man keine Diskriminierung aufgrund unterschiedlicher Anbieter zulassen will. Es darf zum Bespiel nicht sein, dass die Telekom Streaming-Angebote von eigenen Partnerfirmen bevorzugt, oder umgekehrt bestimmte Dienste untersagt.

Leser-Kommentare
    • delsa
    • 06.10.2010 um 16:59 Uhr

    Herunterladen müsste es eigentlich heißen -
    wenn Sie nicht ein Geisel der Anglizismen sind !

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • fennek
    • 06.10.2010 um 22:29 Uhr

    Ihr Kommentar zu diesem Interwiew? ... Entschuldigung. Zu dieser Befragung?

    Zur Besprechung selbst:

    Ja, es macht einen Unterschied wie lange ich auf einen Download warte, und ja, das Konzept der Anbieter Maximaldownloadgeschwindigkeiten zu verkaufen aber keine Minimaldownloadbandbreiten zu garantieren, ist sehr schwierig und könnte sicher ein Thema für den Verbraucherschutz sein.

    Im Übrigen glaube ich kaum, dass Netzneutralität mittels staatlichen Eingriffen gewährleistet werden kann, zum Ersten werden sich schnell transnationale Konglomerate bilden, zum Zweiten gilt im "Weltnetz" von jeher das Recht des Stärkeren.

    Neutralität ist eben auch virtuell eine Mähr.

    • fennek
    • 06.10.2010 um 22:29 Uhr

    Ihr Kommentar zu diesem Interwiew? ... Entschuldigung. Zu dieser Befragung?

    Zur Besprechung selbst:

    Ja, es macht einen Unterschied wie lange ich auf einen Download warte, und ja, das Konzept der Anbieter Maximaldownloadgeschwindigkeiten zu verkaufen aber keine Minimaldownloadbandbreiten zu garantieren, ist sehr schwierig und könnte sicher ein Thema für den Verbraucherschutz sein.

    Im Übrigen glaube ich kaum, dass Netzneutralität mittels staatlichen Eingriffen gewährleistet werden kann, zum Ersten werden sich schnell transnationale Konglomerate bilden, zum Zweiten gilt im "Weltnetz" von jeher das Recht des Stärkeren.

    Neutralität ist eben auch virtuell eine Mähr.

    • fennek
    • 06.10.2010 um 22:29 Uhr

    Ihr Kommentar zu diesem Interwiew? ... Entschuldigung. Zu dieser Befragung?

    Zur Besprechung selbst:

    Ja, es macht einen Unterschied wie lange ich auf einen Download warte, und ja, das Konzept der Anbieter Maximaldownloadgeschwindigkeiten zu verkaufen aber keine Minimaldownloadbandbreiten zu garantieren, ist sehr schwierig und könnte sicher ein Thema für den Verbraucherschutz sein.

    Im Übrigen glaube ich kaum, dass Netzneutralität mittels staatlichen Eingriffen gewährleistet werden kann, zum Ersten werden sich schnell transnationale Konglomerate bilden, zum Zweiten gilt im "Weltnetz" von jeher das Recht des Stärkeren.

    Neutralität ist eben auch virtuell eine Mähr.

    Antwort auf "herunterladen"

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