US-Wahlen Mit Google-Bombs gegen politische Gegner

Google ist so groß, dass das Wissen des Konzerns Einfluss auf Wahlergebnisse hat. Bei den Kongresswahlen bedienen sich beide Seiten dieser digitalen Waffe.

Dass Radio- und Fernsehsender, Zeitungen, Blogs und soziale Netzwerke Einfluss auf Wahlen nehmen können, wird heute kaum noch jemand bestreiten. Doch es gibt bei den sogenannten Midterms , den Wahlen von einem Drittel der Senatoren, allen Mitgliedern des Repräsentantenhauses und vielen Gouverneuren am Dienstag in den USA noch einen Machtfaktor: Google.

Die Suchmaschine ist inzwischen für Millionen Menschen das Fenster, durch das sie ins Internet schauen. Daher hat die Seite auch bei Wahlentscheidungen erhebliche Macht. Welche Links sie bei der Suche nach Kandidaten wie weit oben zeigt, kann durchaus das Ergebnis beeinflussen. Und es gibt politische Kampagnen, die diese Macht nutzen.

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Daily Kos wird von Anhängern der demokratischen Partei betrieben, die Seite ist Blog, Community und Kampagnenportal in einem. Schon bei den Midterms 2006 versuchten die Betreiber , den politischen Gegner mit Google-Bombs zu bewerfen. Jetzt haben sie wieder einige gezündet .

Der Begriff bezeichnet den Versuch, die Platzierung eines bestimmten Suchergebnisses zu verändern. Eine der ersten großen Googlebomben beispielsweise verknüpfte 1999 den Ausdruck "böser als der Teufel selbst" mit der Website von Microsoft. Wer diese Worte eingab, landete auf der Unternehmensseite .

Und wer derzeit die Namen einiger republikanischer Kandidaten bei google.com eingibt, der hat gute Chancen, als erste Ergebnisse Texte zu sehen, die frühere Verfehlungen derselben beschreiben.

Kongress

Der Kongress besteht aus dem Repräsentantenhaus und dem Senat. Er ist gemäß Artikel I der US-Verfassung zuständig für Gesetzgebung, Haushalt und Kontrolle von Präsident und Regierung. Sein Sitz ist das Kapitol in Washington. Gesetzesvorlagen werden in den Ausschüssen beider Kammern beraten und bedürfen ihrer Zustimmung. Bei gegensätzlichen Auffassungen wird oft ein Kompromiss im Vermittlungsausschuss gefunden. Bundesbehörden werden daraufhin überprüft, wie sie die Gesetze umsetzen. Jeder Ausschuss des Kongresses kann als Untersuchungsausschuss eingesetzt werden. Der Senat muss zudem bei der Besetzung von Regierungs- und anderen Bundesämtern die vom Präsidenten vorgeschlagenen Kandidaten genehmigen. Die Macht des US-Präsidenten kann der Kongress durch sein Recht der Haushaltsberatung und -beschlussfassung einschränken. Nach der Verfassung kann nur der Kongress einen Krieg erklären, obwohl der Präsident Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist.

Repräsentantenhaus

Gewählt werden am 2. November im Repräsentantenhaus sämtliche 435 Mitglieder. Im Repräsentantenhaus sind die Bundesstaaten gemäß ihrer Bevölkerungszahl vertreten. Seit der Kongresswahl haben die Republikaner hier die Mehrheit .

Senat

Gewählt werden 37 der 100 Senatoren. Jeder der 50 Bundesstaaten stellt zwei Senatoren, die auf sechs Jahre gewählt werden.  Damit ist der Einfluss auch kleinerer Bundesstaaten in Washington gesichert. Alle zwei Jahre wird ein Drittel der Senatoren neu gewählt. Im Senat haben Obamas Demokraten ihre Mehrheit knapp behauptet.

Gouverneure

Es werden zusätzlich in 37 Staaten die Gouverneure neu gewählt.  Gouverneure sind die Ministerpräsidenten der Bundesstaaten. In zahlreichen Staaten haben Kandidaten der Republikaner am 2. November die Amtsinhaber der Demokraten abgelöst. Nationale Bedeutung hat der Wahlausgang beispielsweise auf die Präsidentschaftswahlen, denn die Bundesstaaten haben jeweils ein eigenes Wahlrecht, auf das die Gouverneure Einfluss nehmen können.
 

Plebiszite

Amerikas Wähler entscheiden in vielen Regionen über Volksabstimmungen. Die Initiativen auf Staats- und Kommunalebene betreffen Themen wie die Legalisierung von Marihuana, eine Limonadesteuer oder Budgeteinsparungen. Fast 160 Vorschläge stehen allein auf Bundesstaats-Ebene zur Abstimmung.
 

Doch auch die Republikaner bedienen sich dieser Waffe und verlinken ganz bestimmte Texte im Zusammenhang mit dem Namen von demokratischen Kandidaten. Am sichtbarsten war eine Attacke via Twitter, dementsprechend Twitter-Bomb genannt.

Dort überschwemmten im Januar neun anonyme Accounts den Kurznachrichtendienst mit 929 negativen Botschaften über die Demokratin Martha Coakley , die um einen Senatssitz in Massachusetts konkurrierte. Sie verlor, vielleicht auch wegen solcher Attacken. Die Accounts ordnete eine Studie später einer konservativen Gruppe namens American Future Fund zu.

Der Suchmaschinenkonzern ist sich solcher Praktiken sehr wohl bewusst und versucht immer wieder, entsprechende Einflüsse zu begrenzen. So funktioniert die Microsoft-Bombe genau wie viele andere schon lange nicht mehr.

Leser-Kommentare
  1. Auch wenn ich selbst Google bei der fachlichen Recherche (vor allem den Scholar-Ableger) regelmäßig nutze, sollte man IMHO bei der politischen Selbstbildung auf Google verzichten. Es gibt Alternativen. Um nach diesen nicht googlen zu müssen, sich einfach mal bei den Plugins des eigenen Browsers umsehen. Meine Empfehlung ist Ixquick. Langsamer als Google, die Webseite mit dem gleichen Namen der Suchanfrage steht nicht immer oben, aber umgekehrt auch keine Speicherung der IP-Adresse.

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    wenn der sich ähnlich wie google auf Verlinkungen bezieht, dann ist ihr Vorschlag ziemlich unbrauchbar. Und was das mit der IP-Adresse jetzt mit politischer Bildung zu tun haben soll, ist mir ebenso schleierhaft...

    Also um IP's zu verschleiern braucht es nicht viel. Will man z.B. mit amerikanischen IP's surfen (z.B. sehr brauchbar für Youtube oder Konsorten) surft man beispielsweise via Hotspot Shield. Anbieter gibt's genug...

    wenn der sich ähnlich wie google auf Verlinkungen bezieht, dann ist ihr Vorschlag ziemlich unbrauchbar. Und was das mit der IP-Adresse jetzt mit politischer Bildung zu tun haben soll, ist mir ebenso schleierhaft...

    Also um IP's zu verschleiern braucht es nicht viel. Will man z.B. mit amerikanischen IP's surfen (z.B. sehr brauchbar für Youtube oder Konsorten) surft man beispielsweise via Hotspot Shield. Anbieter gibt's genug...

  2. Ich würde zur politisch korrekten Bildung immer "Die Zeit" empfehlen. Google überfordert Menschen, die es gewohnt sind vorgedacht zu bekommen. Google bietet durch die Vielzahl der Suchergebnisse eine zu große Anzahl von verschiedenen Meinungen, die politisch korrekt gebildete Menschen nur verwirren und mit Informationen überhäufen, die jenseits der Mainstream-Bildung unserer allgemeinen Medien liegen.

    Der Vorteil der Blogger ist: Sie müssen nicht die Hand beißen, die sie füttert und fest angestellten Journalisten ist es oft aufgrund ihrer Ausbildung verwehrt intellektuelles Querdecken hervor zu bringen.

    Natürlich gibt es bezahlte Blogger, aber es gibt auch bezahlte Journalisten - das sollte nie vergessen werden.

    Eine Leser-Empfehlung
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    warum habe ich das nicht geschrieben, neidvolle Anerkennung an Sie.
    Es wäre wünschenswert, wenn auch in Deutschland mehr über die Personen, die gewählt werden sollen bekannt ist .
    Schmutzige Wäsche ??
    Wer weiss wie reich der Herr Gutenberg ist ? Seinem Vater ``gehörte ``Neustadt/ Saale ?
    Es ist wichtig für den Wähler , zu wissen ,ob er einen Atheisten / Christen /Moslem / Mafiosi wählt. Ob Homo oder Hetero, Eunuch,
    Menschen, die ein öffentliches Amt anstreben ,müssen damit auch bereit sein ein öffentliches Leben zu leben.

    warum habe ich das nicht geschrieben, neidvolle Anerkennung an Sie.
    Es wäre wünschenswert, wenn auch in Deutschland mehr über die Personen, die gewählt werden sollen bekannt ist .
    Schmutzige Wäsche ??
    Wer weiss wie reich der Herr Gutenberg ist ? Seinem Vater ``gehörte ``Neustadt/ Saale ?
    Es ist wichtig für den Wähler , zu wissen ,ob er einen Atheisten / Christen /Moslem / Mafiosi wählt. Ob Homo oder Hetero, Eunuch,
    Menschen, die ein öffentliches Amt anstreben ,müssen damit auch bereit sein ein öffentliches Leben zu leben.

  3. 3. warum

    warum habe ich das nicht geschrieben, neidvolle Anerkennung an Sie.
    Es wäre wünschenswert, wenn auch in Deutschland mehr über die Personen, die gewählt werden sollen bekannt ist .
    Schmutzige Wäsche ??
    Wer weiss wie reich der Herr Gutenberg ist ? Seinem Vater ``gehörte ``Neustadt/ Saale ?
    Es ist wichtig für den Wähler , zu wissen ,ob er einen Atheisten / Christen /Moslem / Mafiosi wählt. Ob Homo oder Hetero, Eunuch,
    Menschen, die ein öffentliches Amt anstreben ,müssen damit auch bereit sein ein öffentliches Leben zu leben.

  4. Wo sind wir hier eigentlich? Sind wir schon angegliedert? Der 51.Bundesstaat? Nein, nicht bloß Speersort 1, sondern von der Etsch bis an den Belt?
    Ständig diese irrelevante Us-amerikanische Innenpolitik!
    Wen interessiert denn diese überbordende Artikelfülle über die Us-Wahl? Oder über die bornierten Konservativen. Weil die meist deutscher Abstammung sind? Sollen wir die Fundamentalisten und Kreationisten, die so schamlos vor fremde Karren gespannt werden, wieder zurücknehmen?

    Die für das Verfassen solch redundanter Werke in Lohn und Brot stehen, scheinen von der Brisanz der dortigen Ereignisse nicht allzu gefesselt zu sein.
    ZEIT-Leser offenbar auch nicht! Jedenfalls gemessen an der kümmerlichen Resonanz auf die kümmerlichen Versuche, für eine kümmerliche "Demokratie" Interesse zu generieren.

    Eine Leser-Empfehlung
    • T810
    • 02.11.2010 um 22:12 Uhr

    ---doch, wenn vor dem Interview ein Vorinterview zur statistischen Anfälligkeit erhoben wird. Das Vorinterview beinhaltet ausschließlich ungestützte Fragestellungen, d.h. die Zielperson bekommt keine Gedankenstütze bei der Wahlbefragung. Das eigentliche Interview kann gestütze, geschlossene Fragen beinhalten. Die Fehlerquote wird sich zwar um 1,8 bis 2,5% erhöhen, unberührt steht aber die Wahlprognose mit einer Gesamtabweichung von maximal 5% vom Realergebnis zur Verfügung. Die repäsentative Stichprobe sollte hier aber nicht unter 2000 Befragten liegen.
    Erheblichen Einfluss auf die Wahlprognose hat die exate Streuung in allen Bevölkerungsschichten. Unrepäsentative Überbewertungen einer Altersgruppe, einer Region, einer sozialen Schicht führt zu massiven Verzerrungen und Ungenauigkeiten in der Prognose.
    Beispiel: Wer keinen Backofen hat, wird auch keine Fertigbackmischung kaufen. Also brauche ich im Haushalt "X" nicht danach zu fragen. Verstanden?

  5. wenn der sich ähnlich wie google auf Verlinkungen bezieht, dann ist ihr Vorschlag ziemlich unbrauchbar. Und was das mit der IP-Adresse jetzt mit politischer Bildung zu tun haben soll, ist mir ebenso schleierhaft...

    Antwort auf "Alternativen"
  6. Also um IP's zu verschleiern braucht es nicht viel. Will man z.B. mit amerikanischen IP's surfen (z.B. sehr brauchbar für Youtube oder Konsorten) surft man beispielsweise via Hotspot Shield. Anbieter gibt's genug...

    Antwort auf "Alternativen"

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