Google Street View Deutschland, was hast Du getan?
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 Der deutsche Wahnsinn

Woher kommt dieser deutsche Wahnsinn also? Ich habe die Klage gehört, dass Google mit seinen Bemühungen, das Straßennetz zu kartieren und zu fotografieren, nur Geld verdienen will. Dabei fotografiert auch die deutsche Regierung das Land und verkauft die Daten. Telefonbuch.de von T-Mobile listet nicht nur Namen und Telefonnummern der Bürger auf, sondern es zeigt auch Luftaufnahmen ihrer Häuser und Höfe – aus vier verschiedenen Perspektiven. Sightwalk.de tut dasselbe wie Google Street View. Wer protestiert dagegen? Liegt es daran, dass Google ein amerikanisches Unternehmen ist? Ich hoffe nicht.

Liegt es daran, dass Google ein Technologie-Unternehmen ist? Wenn, dann läge darin eine weitere Gefahr: Wenn ein Land auf diese Weise reagiert, dass neue Technologien Veränderungen mit sich bringen, dann könnten Technologen lieber anderswo arbeiten wollen.

Deutschlands oberster Privatsphäreschützer hat zum Beispiel schon verfügt, dass es tabu ist, Geotechnologie und Gesichtserkennung zu kombinieren – bevor das überhaupt getan wird. Aber womöglich können solche Technologien genutzt werden, um nach Katastrophen wie Katrina oder dem Erdbeben in Haiti Menschen wieder zu finden. Wie kann ein Politiker so voreilig verfügen, wie neue Technologien nicht genutzt werden dürfen?

Handelt es sich dabei vielleicht nur um einen harmlosen Trend, um eine Fiktion? Geschaffen von Medien, die Google verachten, und von Politikern, die eine Gelegenheit wittern, Aufmerksamkeit zu bekommen? Angesichts der Tatsache, dass Googles Marktanteil in Deutschland größer ist als in fast allen andern Ländern der Welt, halte ich das für möglich.

Ich bin offensichtlich nicht der Einzige, der sich über Pixelbomben wundert. Jens Best hat angekündigt, Fotos von den verpixelten Gebäuden zu machen und sie auf Google Street View zu verlinken. Ulrike Langer twitterte: "Seit heute machen wir uns in aller Welt lächerlich." Bei Twitter tauschen sich Leute bereits unter einem eigenen Hashtag über das Thema aus: #blurmany. Aber selbst wenn das Verpixelungsrecht vor allem eine Torheit der Politiker und Medien ist, an der Gefahr und dem Schaden ändert das nichts.

Es geht um die Frage, was öffentlich ist. Es geht um den Wert der Öffentlichkeit und darum, was der Öffentlichkeit gehört. Deshalb schreibe ich ein Buch darüber, wie man die Öffentlichkeit vor solchen Angriffen schützt. Es soll den Titel Public Parts in the U.S. – and das Deutsche Paradoxon tragen. Denn Transparenz ist unser wertvollstes demokratisches Werkzeug.

Ich schreibe das als Freund Deutschlands. Ich bitte Sie dringend, über die Folgen nachzudenken, über den Präzedenzfall und darüber, was Sie ihrer eigenen digitalen Welt und der Gesellschaft, die wir hier aufbauen, angetan haben – ihrem Deutschnet.

Update: Der Blogger und Autor Rainer Meyer alias Don Alphonso hat in der FAZ auf diesen Text mit einer Polemik geantwortet.

 
Leser-Kommentare
  1. Journalistikprofessor und jammert so herum.

    Was er dabei alles so bemüht:
    "Ich schreibe das als Freund Deutschlands. Ich bitte Sie dringend, über die Folgen nachzudenken"

    Einfach nur peinlich.

    Bitte begründen Sie Ihre Meinung etwas ausführlicher. Danke. Die Redaktion/sh

    Eine Leser-Empfehlung
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    [...]
    Und irgendwie haben es die Politiker zusammen mit der Presse geschafft, diese Klientel in Deutschland gegen Streetview zu mobilisieren - naja, später wird man mal drüber lachen, was soll's.
    Momentan ist die Verpixelung halt etwas nervig, aber soweit ich weiss, kann jeder eigene Bilder in Google-Maps einstellen - wohl auch von verpixelten Häusern, und somit ist der ganze Quatsch auf lange Sicht ad absurdum geführt.

    Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Danke. Die Redaktion/lv

    Der bekannte Kulturkritiker und Schwerenöter Kurt Knopf hat angeblich Street View in Zusammenarbeit mit Google weiterentwickelt. Es ist ihm gelungen, einen Weltmarktführer für Abwasserrohrkameras mit ins Boot zu holen. Aus Street View wird so, ein Hakle-Feucht-Plugin 2.0 vorausgesetzt, der neue Dienst "Google Klo View". (Nachzulesen unter: https://fremdtrinken.word...).

    [...]
    Und irgendwie haben es die Politiker zusammen mit der Presse geschafft, diese Klientel in Deutschland gegen Streetview zu mobilisieren - naja, später wird man mal drüber lachen, was soll's.
    Momentan ist die Verpixelung halt etwas nervig, aber soweit ich weiss, kann jeder eigene Bilder in Google-Maps einstellen - wohl auch von verpixelten Häusern, und somit ist der ganze Quatsch auf lange Sicht ad absurdum geführt.

    Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Danke. Die Redaktion/lv

    Der bekannte Kulturkritiker und Schwerenöter Kurt Knopf hat angeblich Street View in Zusammenarbeit mit Google weiterentwickelt. Es ist ihm gelungen, einen Weltmarktführer für Abwasserrohrkameras mit ins Boot zu holen. Aus Street View wird so, ein Hakle-Feucht-Plugin 2.0 vorausgesetzt, der neue Dienst "Google Klo View". (Nachzulesen unter: https://fremdtrinken.word...).

  2. ...bis sich irgendeine Gruppe bildet die diese verpixelten Häuser mit Grafitties versieht, die Schreien ja gerade zu danach.
    Ich hoffe für die Besitzer das sich ein neuer Banksy darunter befindet :-)

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    Junger Mann, überlegen Sie, was Sie da schreiben. Wir hatten schon mal Menschen, die andere Menschen zu Taten gegen Menschen, die nicht irgendeiner willkürlichen Norm entsprachen, aufriefen.

    Google baut DIE perfekte Überwachungsstruktur auf - und fast alle klatschen Beifall.

    Google verknüpft alle nur erreichbaren Daten miteinander und schaffen erstmals wirklich den Gäsernen Bürger - und fast alle klatschen Beifall.

    Google überwacht unser Surfverhalten über (z.T versteckte) Cookies, nette Statistik-Tools auf Webseiten etc. etc. - und fast alle finden es toll.

    Google arbeitet längst mit den Geheimdiensten zusammen (sogar die EPIC will inzwischen Detail wissen) - aber wir müssen uns keine Sorgen machen, weil : Google ist ganz lieb.

    Wer es glaubt.....

    • noamik
    • 06.11.2010 um 13:04 Uhr

    ... weil es an ihnen liegt, was sie Google wissen lassen.

    Google soll ihre Mails nicht lesen? Nichts einfach als das, einfach Google-Mail nicht benutzen. Ist gar nicht schwer.

    Google soll ihre Suchergebnisse nicht auswerten? Nichts einfacher als das, nutzen sie eine andere Suchmaschine, benutzen sie keine personalisierte Suche, akzeptieren sie keine Cookies von Google usw.

    Sie wollen ihr Haus nicht im Internet sehen? Nichts einfacher als das. Widerspruch an Google, und obwohl Google berechtigt wäre den einfach zu ignorieren, werden sie ihr Haus verpixeln.

    Google ist sicher nicht lieb. Aber dämonisieren muss man die ja nun auch nicht. Fast alles was Google über sie weiß, haben sie Google selbst mitgeteilt ... Und wenn nicht sie, dann ihre Verwandten und Bekannten.

    Junger Mann, überlegen Sie, was Sie da schreiben. Wir hatten schon mal Menschen, die andere Menschen zu Taten gegen Menschen, die nicht irgendeiner willkürlichen Norm entsprachen, aufriefen.

    Google baut DIE perfekte Überwachungsstruktur auf - und fast alle klatschen Beifall.

    Google verknüpft alle nur erreichbaren Daten miteinander und schaffen erstmals wirklich den Gäsernen Bürger - und fast alle klatschen Beifall.

    Google überwacht unser Surfverhalten über (z.T versteckte) Cookies, nette Statistik-Tools auf Webseiten etc. etc. - und fast alle finden es toll.

    Google arbeitet längst mit den Geheimdiensten zusammen (sogar die EPIC will inzwischen Detail wissen) - aber wir müssen uns keine Sorgen machen, weil : Google ist ganz lieb.

    Wer es glaubt.....

    • noamik
    • 06.11.2010 um 13:04 Uhr

    ... weil es an ihnen liegt, was sie Google wissen lassen.

    Google soll ihre Mails nicht lesen? Nichts einfach als das, einfach Google-Mail nicht benutzen. Ist gar nicht schwer.

    Google soll ihre Suchergebnisse nicht auswerten? Nichts einfacher als das, nutzen sie eine andere Suchmaschine, benutzen sie keine personalisierte Suche, akzeptieren sie keine Cookies von Google usw.

    Sie wollen ihr Haus nicht im Internet sehen? Nichts einfacher als das. Widerspruch an Google, und obwohl Google berechtigt wäre den einfach zu ignorieren, werden sie ihr Haus verpixeln.

    Google ist sicher nicht lieb. Aber dämonisieren muss man die ja nun auch nicht. Fast alles was Google über sie weiß, haben sie Google selbst mitgeteilt ... Und wenn nicht sie, dann ihre Verwandten und Bekannten.

  3. und würden sich Kritik daran verbitten.
    So verbitte ich mir den guten Ratschlag, Mr. Jarvis.
    Mein Haus gehört mir und nicht der Öffentlichkeit - ich möchte selbst entscheiden dürfen, ob es in Streetview zu sehen sein soll, oder eben nicht.

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    Ob es ihm zusteht den deutschen etwas vorzuhalten? Vielleicht. Aber Recht hat er auf jeden Fall. Die Verpixelungs-Aktion ist unglaublich peinlich und stellt die negativsten Klischees der deutschen wieder einmal sehr schön ins Licht der Öffentlichkeit.

    Der Präzedenzfall ist da, in Zukunft kann wohl niemand mehr ein Bild einer Straße machen, ohne dass er Datenschutzrechte verletzt. Deutschland blockiert schon weite teile von youtube mit unsinnigen Urheberrechten, nun also Streetview, demnächst müssen wohl Fotografen Lizenzgebühren zahlen, wenn sie Ansichtskarten verkaufen wollen?

    Deutschland, wir weben dein Leichentuch.

    • carol
    • 03.11.2010 um 14:34 Uhr

    "Mein Haus gehört mir und nicht der Öffentlichkeit"

    sie tun ja so als wenn sie enteignet werden, wenn ihr haus im internet zu sehen ist.

    " - ich möchte selbst entscheiden dürfen, ob es in Streetview zu sehen sein soll, oder eben nicht."

    und warum wollen sie das entscheiden?

    "ich möchte selbst entscheiden dürfen, ob es in Streetview zu sehen sein soll, oder eben nicht."

    Ihre Empörung und die anderer wäre glaubwürdig, wenn Sie sich mit gleicher Vehemenz über Bing / Maps / Luftbild / Vogelsperspektive äußern würden. Habe aber von noch keinem Menschen gehört, der dort die Verpixelung seines Hauses verlangt hat oder dies gar vor Gericht durchsetzen will.

    • kfmb
    • 03.11.2010 um 15:27 Uhr

    weil es die Deutsche Angst ausdrückt. Die unbestimmte Gefahr! Es könnte (nicht wird!) viel negatives geschehen, wovor es ja besser ist, sich vorher abzusichern als dann, wenn es zu spät ist. Der gute Jeff hat völlig recht aus seiner Perspektive. Es mutet schon sehr komisch an, als Außenstehender zu sehen, was da in Deutschland passiert. Aber er versteht die Deutsche Angst nicht. Im Vergleich wäre es ja viel verständlicher, wenn die Griechen ihre Häuser verpixelten - wegen der bestimmten Gefahr der Entdeckung des ein oder anderen ungenehmigten Swimmingpools oder Dachausbaus durch die Behörden.

    Ich freue mich, dass sich der Autor darüber wundert, weil er damit einen Spiegel baut, in dem sich geneigte deutsche Leser womöglich wiederentdecken können. Allgemeiner gesprochen ist es auch irgendwie verständlich, dass gerade die Deutschen auch so schnell aus der Krise herausgekommen sind. Sie haben extrem viele Vorsichtsmaßnahmen in ihrem privaten und öffentlichen Alltag für recht ungewisse Gefahren (Allein: wieviele Versicherungen hat jeder Bundesbürger im Vergleich zu anderen Ländern). Wenn es quietscht im Getriebe, dann gehts los. Dann kocht die Seele. Die Krise ist der beste Motor für die Deutschen, weil sie sich und ihre Angst wiedererkennen.

    Vielleicht erfinden sie sich in der Krise sogar neu, wie man es den Amerikanern nachsagt. Aber sicher nicht in dem Ausmaß, der die Schutzmaßnahmen vernachlässigt. In diesem Zusammenhang würde ich auch die Verpixelung verstehen.

    bauen sie sich doch einen zaun um IHR Haus! wie schon gesagt, ihr haus von einem öffentlichen platz sichtbar und die angesprochene panoramafreiheit, auch zum fotografieren frei gegeben.

    Ich frag mich manchmal in welchem Wunderland manche Leute leben. "Mein Haus gehört nicht in die Öffentlichkeit" Dann muss man das Haus aber irgendwo im nördlichsten Kanada mitten im Wald bauen oder einen 10m hohen Zaun bauen. Warum wollen die Leute auf einmal nicht mehr, dass man nicht sehen kann, was jeder der auf der Straße vorbeiläuft sehen kann? Das grenzt an Schizoprhenie.

    Meine Großmutter hatte schon vor 15 Jahren ein Foto in ihrem Haus hängen, in dem der Ort aus einem Hubschrauber von oben Fotografiert wurde. Hier wird im Moment einfach sehr viel Wind um nichts gemacht.

    • noamik
    • 06.11.2010 um 12:58 Uhr

    Das Haus gehört ihnen, die Ansicht der Straßenfassade hingegen nicht. Sie haben an dieser sogar gar keine eigenen Rechte die über die meinen hinausgingen. Wenn es ihnen nicht gefällt, dass die Gesetzgebung ihnen da seit mehr als 100 Jahren unrecht gibt, können sie ja auf eine Änderung hinwirken. Das Verpixeln bei GSV geschieht aus Kulanz, nicht weil das ihr Recht wäre.

    Ob es ihm zusteht den deutschen etwas vorzuhalten? Vielleicht. Aber Recht hat er auf jeden Fall. Die Verpixelungs-Aktion ist unglaublich peinlich und stellt die negativsten Klischees der deutschen wieder einmal sehr schön ins Licht der Öffentlichkeit.

    Der Präzedenzfall ist da, in Zukunft kann wohl niemand mehr ein Bild einer Straße machen, ohne dass er Datenschutzrechte verletzt. Deutschland blockiert schon weite teile von youtube mit unsinnigen Urheberrechten, nun also Streetview, demnächst müssen wohl Fotografen Lizenzgebühren zahlen, wenn sie Ansichtskarten verkaufen wollen?

    Deutschland, wir weben dein Leichentuch.

    • carol
    • 03.11.2010 um 14:34 Uhr

    "Mein Haus gehört mir und nicht der Öffentlichkeit"

    sie tun ja so als wenn sie enteignet werden, wenn ihr haus im internet zu sehen ist.

    " - ich möchte selbst entscheiden dürfen, ob es in Streetview zu sehen sein soll, oder eben nicht."

    und warum wollen sie das entscheiden?

    "ich möchte selbst entscheiden dürfen, ob es in Streetview zu sehen sein soll, oder eben nicht."

    Ihre Empörung und die anderer wäre glaubwürdig, wenn Sie sich mit gleicher Vehemenz über Bing / Maps / Luftbild / Vogelsperspektive äußern würden. Habe aber von noch keinem Menschen gehört, der dort die Verpixelung seines Hauses verlangt hat oder dies gar vor Gericht durchsetzen will.

    • kfmb
    • 03.11.2010 um 15:27 Uhr

    weil es die Deutsche Angst ausdrückt. Die unbestimmte Gefahr! Es könnte (nicht wird!) viel negatives geschehen, wovor es ja besser ist, sich vorher abzusichern als dann, wenn es zu spät ist. Der gute Jeff hat völlig recht aus seiner Perspektive. Es mutet schon sehr komisch an, als Außenstehender zu sehen, was da in Deutschland passiert. Aber er versteht die Deutsche Angst nicht. Im Vergleich wäre es ja viel verständlicher, wenn die Griechen ihre Häuser verpixelten - wegen der bestimmten Gefahr der Entdeckung des ein oder anderen ungenehmigten Swimmingpools oder Dachausbaus durch die Behörden.

    Ich freue mich, dass sich der Autor darüber wundert, weil er damit einen Spiegel baut, in dem sich geneigte deutsche Leser womöglich wiederentdecken können. Allgemeiner gesprochen ist es auch irgendwie verständlich, dass gerade die Deutschen auch so schnell aus der Krise herausgekommen sind. Sie haben extrem viele Vorsichtsmaßnahmen in ihrem privaten und öffentlichen Alltag für recht ungewisse Gefahren (Allein: wieviele Versicherungen hat jeder Bundesbürger im Vergleich zu anderen Ländern). Wenn es quietscht im Getriebe, dann gehts los. Dann kocht die Seele. Die Krise ist der beste Motor für die Deutschen, weil sie sich und ihre Angst wiedererkennen.

    Vielleicht erfinden sie sich in der Krise sogar neu, wie man es den Amerikanern nachsagt. Aber sicher nicht in dem Ausmaß, der die Schutzmaßnahmen vernachlässigt. In diesem Zusammenhang würde ich auch die Verpixelung verstehen.

    bauen sie sich doch einen zaun um IHR Haus! wie schon gesagt, ihr haus von einem öffentlichen platz sichtbar und die angesprochene panoramafreiheit, auch zum fotografieren frei gegeben.

    Ich frag mich manchmal in welchem Wunderland manche Leute leben. "Mein Haus gehört nicht in die Öffentlichkeit" Dann muss man das Haus aber irgendwo im nördlichsten Kanada mitten im Wald bauen oder einen 10m hohen Zaun bauen. Warum wollen die Leute auf einmal nicht mehr, dass man nicht sehen kann, was jeder der auf der Straße vorbeiläuft sehen kann? Das grenzt an Schizoprhenie.

    Meine Großmutter hatte schon vor 15 Jahren ein Foto in ihrem Haus hängen, in dem der Ort aus einem Hubschrauber von oben Fotografiert wurde. Hier wird im Moment einfach sehr viel Wind um nichts gemacht.

    • noamik
    • 06.11.2010 um 12:58 Uhr

    Das Haus gehört ihnen, die Ansicht der Straßenfassade hingegen nicht. Sie haben an dieser sogar gar keine eigenen Rechte die über die meinen hinausgingen. Wenn es ihnen nicht gefällt, dass die Gesetzgebung ihnen da seit mehr als 100 Jahren unrecht gibt, können sie ja auf eine Änderung hinwirken. Das Verpixeln bei GSV geschieht aus Kulanz, nicht weil das ihr Recht wäre.

  4. Das ich nicht lache, dass ihm das nicht gefällt, bzw er das nicht versteht, ist ja klar.

    Wenn nun ein Hausbesitzer nicht will, das jemand aus Hintertupfingen sein Haus im Internet betrachten kann ist das seine Meinung die akzeptiert werden muss.

    Ist ja nicht so, dass das dem Bild der öffentlich begehbaren Straße entspricht, oder sind sie 3 Meter groß und können über Hecken und Sichtschtuz gucken?

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    • Lobo73
    • 03.11.2010 um 15:22 Uhr

    Ich finde das deutsche Geschrei über Datenschutz ja irgendwie albern. Und ich habe die Vermutung, diejenigen, die unsere Daten so sehr in Gefahr sehen, nicht verstehen, das das Netz und soziale Netzwerke ohne Daten nicht funktionieren. Sicher es gibt Daten, die gehören nicht ins Netz. Häuserfassaden zähle ich allerdings nicht dazu. Leider muss ich Herrn JARVIS hier recht geben. Die deutschen sind neuen Technologien gegenüber alles andere als aufgeschlossen...

    Zitat:
    "Wenn nun ein Hausbesitzer nicht will, das jemand aus Hintertupfingen sein Haus im Internet betrachten kann ist das seine Meinung die akzeptiert werden muss."

    Natürlich darf ein Hausbesitzer seine Meinung haben und sein Haus verpixeln lassen. Natürlich muss niemand diese Meinung akzeptieren, sondern darf eine eigene Meinung haben. Ich finde es auch schade, dass sich doch relativ viele von Medien und einigen Politikern zur Verpixelung anstacheln ließen. Was hier veranstaltet wurde, grenzte an Hysterie. Diese Meinung darf auch vertreten werden.

    • Lobo73
    • 03.11.2010 um 15:22 Uhr

    Ich finde das deutsche Geschrei über Datenschutz ja irgendwie albern. Und ich habe die Vermutung, diejenigen, die unsere Daten so sehr in Gefahr sehen, nicht verstehen, das das Netz und soziale Netzwerke ohne Daten nicht funktionieren. Sicher es gibt Daten, die gehören nicht ins Netz. Häuserfassaden zähle ich allerdings nicht dazu. Leider muss ich Herrn JARVIS hier recht geben. Die deutschen sind neuen Technologien gegenüber alles andere als aufgeschlossen...

    Zitat:
    "Wenn nun ein Hausbesitzer nicht will, das jemand aus Hintertupfingen sein Haus im Internet betrachten kann ist das seine Meinung die akzeptiert werden muss."

    Natürlich darf ein Hausbesitzer seine Meinung haben und sein Haus verpixeln lassen. Natürlich muss niemand diese Meinung akzeptieren, sondern darf eine eigene Meinung haben. Ich finde es auch schade, dass sich doch relativ viele von Medien und einigen Politikern zur Verpixelung anstacheln ließen. Was hier veranstaltet wurde, grenzte an Hysterie. Diese Meinung darf auch vertreten werden.

  5. und das alles wegen ein paar Pixeln im Internet... Ich rate dringend zum Anhören guten alten deutschen Liedguts, insbesondere Zarah Leander: "Daaaavooon geeeeht dieee Welt nicht unter, sieht man sie manchmal auch graaauuu..."

  6. "Aber womöglich können solche Technologien genutzt werden, um nach Katastrophen wie Katrina oder dem Erdbeben in Haiti Menschen wieder zu finden"

    Aber sicher! Womöglich taugen sie auch dazu, hungrige, kleine, braune, süße Babies mit traurigen Augen aufzuspüren, um ihnen einen Internetanschluss zu schenken. Oder vielleicht auch dazu, das Leben von Menschen noch etwas durchsichtiger zu machen, um ihnen auf noch gewieftere Art irgendwelches Zeugs anzudrehen.

    Wenn dieser Mann behauptet--so wie andere Pixel-Kritiker--dass ja schließlich jeder ein Foto vom Bäcker an der Ecke machen kann, dann übersieht er dabei, dass eben nicht jeder dies im industriellen Maßstab tun kann, um diese Daten danach mit anderen Daten abzugleichen (eben Geo-Daten und Gesichtserkennung) und sie als Paket weiter zu verkaufen. Auch Jens Best wird das nicht schaffen, weshalb seine Kritik ins Leere geht, egal wie viele verpixelte Gebäude er fotografiert. Wenn er mein Haus fotografieren will, dann muss er sich wohl hierher bemühen.

    Über das Argument "Andere tun es doch auch!" braucht man nicht weiter zu reden. Dann müssen wir eben zusehen, dass wir es diesen anderen auch so schwer wie möglich machen.

    Deutschland sollte sich schämen? Aber ganz und gar nicht. Es ist eben nicht eins dieser Länder, dass den Hintern seiner Großmutter verkauft, Hauptsache der Preis stimmt. Pech für Google, dass das Unternehmen so prominent ist. Gut für uns alle, dass es diese Diskussion angestoßen hat.

    16 Leser-Empfehlungen
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    • joerg1
    • 04.11.2010 um 9:46 Uhr

    Immer wieder wird StreetView als Teil der "digitalen Öffentlichkeit" bezeichnet.

    Sicher kann auch ohne Streetview jeder meine Hausfassade sehen.
    Aber: ich kann auch jeden sehen, der davor steht.

    Echte Öffentlichkeit erzeugt eben eine symmetrische Beziehung, StreetView aber nicht.

    Deshalb habe ich mich verpixeln lassen: ich will nicht in der globalen Peepshow auftreten.

    Googles Nachteil ist der Erfolg. Wenn Google nicht so erfolgreich wäre, würde kein Hahn danach krähen. So kommen aber vermeintlich Geschädigte - "die nutzen was von mir und machen Geld damit, dass gönn ich denen nicht!" aus ihren Löchern und verweigern die Zustimmung. M.E. völlig zu Unrecht, es gibt die Panoramafreiheit, wonach vom öffentlichen Boden aus fotograiert werden darf. Punkt. Seit wann darf ein Häuslebauer das einschränken? Und wenn den Kommentar von "oalo2001" lese kann ich nur sagen: Absolut lächerlich. Dann bau dein Haus im tiefen Wald ohne öffenliche Zufahrt wo es keiner sehen kann! Aber ob du da eine Baugenehmigung bekommst ist was anderes. So sind die verpixteklten Flächen bei Streetview ein besonderes Merkmal: "Hier wohnt ein Kleingeist." Leider gibt es in Deutschland immer mehr davon.

    • joerg1
    • 04.11.2010 um 9:46 Uhr

    Immer wieder wird StreetView als Teil der "digitalen Öffentlichkeit" bezeichnet.

    Sicher kann auch ohne Streetview jeder meine Hausfassade sehen.
    Aber: ich kann auch jeden sehen, der davor steht.

    Echte Öffentlichkeit erzeugt eben eine symmetrische Beziehung, StreetView aber nicht.

    Deshalb habe ich mich verpixeln lassen: ich will nicht in der globalen Peepshow auftreten.

    Googles Nachteil ist der Erfolg. Wenn Google nicht so erfolgreich wäre, würde kein Hahn danach krähen. So kommen aber vermeintlich Geschädigte - "die nutzen was von mir und machen Geld damit, dass gönn ich denen nicht!" aus ihren Löchern und verweigern die Zustimmung. M.E. völlig zu Unrecht, es gibt die Panoramafreiheit, wonach vom öffentlichen Boden aus fotograiert werden darf. Punkt. Seit wann darf ein Häuslebauer das einschränken? Und wenn den Kommentar von "oalo2001" lese kann ich nur sagen: Absolut lächerlich. Dann bau dein Haus im tiefen Wald ohne öffenliche Zufahrt wo es keiner sehen kann! Aber ob du da eine Baugenehmigung bekommst ist was anderes. So sind die verpixteklten Flächen bei Streetview ein besonderes Merkmal: "Hier wohnt ein Kleingeist." Leider gibt es in Deutschland immer mehr davon.

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