Auf die sagenhafte Summe von 50 Milliarden US-Dollar, taxierte Goldman Sachs jüngst das soziale Netzwerk Facebook. Die durchgesickerten Geschäftszahlen sind um ein Vielfaches zu niedrig für diesen gewaltigen Wert. Vielmehr beziffern sie das erhoffte Potenzial.

Ob das gerechtfertigt ist, könne man nur schwer beantworten, sagt Detlef Schoder. Er leitet den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement an der Universität Köln. Ein Schwerpunkt seiner Forschung ist Social Media Analysis – bei einer Einschätzung von Facebook aber, bleibt er vorsichtig. "Sicher, das notwendige Potenzial ist hier vorhanden, aber es ist fast unmöglich, die Werte genau zu bemessen, die innerhalb der Facebook-Sphäre generiert werden."

Facebook kassiert von seinen Nutzern keine Gebühren. Das Unternehmenskapital sind die persönlichen Daten und die stets neuen Ideen, wie sich diese noch umfassender erheben und zu Geld machen lassen.

Robert Scoble, Technik-Begeisterter und Kopf hinter dem bekannten IT-Blog Scobleizer.com, verteidigt den hohen Preis entschieden: "Kein anderes Unternehmen oder System hat so viele Nutzer. Es mag verrückt sein, einen Börsengang jenseits von 60 Milliarden Dollar zu erwarten, aber ich glaube, Facebook wird diesen Erwartungen gerecht werden."

In der Tat ist Facebook etwas Einzigartiges gelungen: Im Sommer 2010 verband das Unternehmen mehr als 500 Millionen Menschen miteinander. Goldman Sachs soll seinen Anlegern nun gar die Zahl 600 Millionen genannt haben. Das Ganze ist gepaart mit präzisen Nutzerdaten. Facebook weiß mehr über seine Kunden, als jedes andere Unternehmen, mehr auch, als jeder Rechtsstaat über seine Bürger weiß.

Der Datenfundus ist immens und wächst stetig. Wie sich noch effektiver nach Informationen schürfen lässt, demonstrierte Facebook in diesem Jahr mit der Einführung seiner Social Plugins. Eines der wichtigsten ist der "Like-Button": Gefällt einem Facebooknutzer ein Kommentar, ein Link oder auch eine Unternehmensseite, klickt er auf ihn und schon erfahren es auch seine Freunde. Das funktioniert auch jenseits des Facebook-Zauns.