Die US-Firma LinkedIn will als erstes soziales Netzwerk in den USA an die Börse gehen. Das im Jahr 2002 gegründete Unternehmen gab am Donnerstag offiziell bekannt, den Schritt noch im laufenden Jahr zu wagen. "Wir glauben, dass wir die Art und Weise verändern, wie Leute arbeiten – indem wir Talent mit Gelegenheit verknüpfen, und das in einem Riesen-Maßstab", gab LinkedIn bekannt.

Mit einem Prospekt will LinkedIn potenzielle Geldgeber überzeugen, in das Online-Karriere-Netzwerk zu investieren. Das Unternehmen verdoppelte in den ersten neun Monaten 2010 seinen Nettoumsatz nahezu auf 161,4 Millionen Dollar und erwirtschaftete einen Gewinn von 1,85 Millionen.

LinkedIn setzt bei seinem Börsengang darauf, dass die Anleger derzeit stark interessiert an Internetunternehmen sind. Sowohl das soziale Netzwerk Facebook als auch das Schnäppchen-Portel Groupon sicherten sich jeweils Hunderte Millionen Dollar bei Investoren abseits der Börse. Beide Unternehmen erwägen, ebenfalls an die Börse zu gehen.

Das Wall Street Journal hatte schon vor drei Wochen über die LinkedIn-Pläne berichtet. Über das Netzwerk sind weltweit mehr als 85 Millionen Menschen miteinander verbunden. Anders als bei Facebook oder MySpace geht es dabei um berufliche und nicht private Kontakte. Größter Konkurrent ist Xing aus Hamburg mit mehr als 10 Millionen Mitgliedern, gut 4 Millionen davon im deutschsprachigen Raum.

Sowohl LinkedIn als auch Xing wachsen rasant. Xing war schon im Dezember 2006 an die Börse gegangen. Der Start des ehemals unter OpenBC firmierenden Unternehmens war verhalten ausgefallen. Nach einer Berg- und Talfahrt hat sich die Aktie binnen vier Jahren von 30 auf aktuell 40 Euro verteuert.