Es ist schwierig, sich über Libyen zu informieren: offizielle Berichte gibt es nicht, die internationalen Medien haben keine Korrespondenten vor Ort und das Internet im Land ist immer wieder blockiert. Trotzdem dringen Botschaften nach draußen, via Telefon, Twitter, Blogs. Wir haben eine Liste mit Quellen zusammengestellt, die Informationen aus Libyen bewerten und verbreiten. Wie gut und verlässlich die Originalquellen sind, ist schwer zu beurteilen. Doch da viele Augen sie beobachten und einschätzen, besteht die Chance, dass die Berichte der Realität entsprechen und Fälschungen bemerkt werden.

Blogs zu Libyen

Die Website Help Free Libya fasst bestätigte und unbestätigte Meldungen zusammen. Das Blog Libyafeb17 sammelt neben Nachrichten auch Fotos, Videos und Audios aus Libyen. Das Blog zur libyschen Jugendbewegung Feb 17th berichtet ebenfalls über den Aufstand.

Nachrichtenblogs

Verschiedene große Nachrichtenseiten haben Liveblogs gestartet, die jeden Tag über die aktuellen Entwicklungen berichten. Allen voran der arabische Nachrichtensender Al Jazeera, der eine englische Website und ein englischsprachiges Blog führt. Die britische BBC hat ebenfalls ein Nachrichtenblog, genau wie die britische Zeitung Guardian.

Letztere versucht auch, die Twitter-Nachrichten aus dem Land auf einer Karte zu visualisieren und so einen anderen Zugang zu schaffen. 

Twitter

Wer sich direkt bei Twitter informieren will, kann nach den Hashtags #Feb17 und #libya suchen lassen. Allerdings strömt dann eine Unmenge von Botschaften durch die Timeline. Sinnvoller ist es, jenen zu folgen, die versuchen, diese Botschaften zu verarbeiten, oder die gezielt jene weiterverbreiten, die von Libyern im Land stammen.

So twittert Andy Carvin über die Ereignisse in Nordafrika. Er arbeitet eigentlich für das National Public Radio in den USA, versucht aber seit Wochen, Tweets zu sortieren.

Außerdem gibt es offensichtlich inzwischen einige Reporter, denen es gelungen ist, nach Libyen einzureisen. So NBC News-Reporter Richard Engel, CNN-Reporter Ben Wedeman, der in Tobruk ist und der freie Journalist Jon Jensen, der zuvor schon aus Ägypten berichtet hatte.

Auf dem Twitteraccount feb17voices werden Nachrichten verbreitet, die über die Internetseite Audioboo aufgezeichnet wurden – Telefonbotschaften also, die zum Teil aus Libyen selbst stammen.

Der arabische Nachrichtensender Al Arabija twittert auch und verbreitet Botschaften seiner Korrespondenten. Dazu nutzt er auch Facebook.

Und es gibt auch Twitterer, die Visualisierungen versuchen. Arasmus beispielsweise hat eine Karte gebaut, die er selbst aktualisiert, da er fürchtet, dass eine automatische Verbreitung von Geodaten die Urheber gefährden könnte.