Kampf im Netz Merkel warnt vor Wettrüsten im Internet
Fast jedes Land plant Cybertruppen. Das ist riskant: Je mehr Einheiten es gibt, desto höher die Gefahr für alle. Kanzlerin Merkel wünscht eine internationale Strategie.
© GUIDO BERGMANN/AFP/Getty Images

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz
US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr russischer Kollege Sergej Lawrow haben am Wochenende bei der Münchner Sicherheitskonferenz das Start-Abkommen ratifiziert. Damit verpflichten sich beide Staaten, die im Wettrüsten des Kalten Krieges angehäuften Vorräte an Atomwaffen ein wenig abzubauen.
Das ist durchaus ein Erfolg. Gleichzeitig aber beginnen viele Länder gerade ein neues Wettrüsten. Im Internet. Russland und China beispielsweise geben derzeit nach Informationen aus Geheimdienstkreisen viel Geld aus, um Offensivstrategien im Krieg der Daten zu entwickeln. Ein reiner Krieg zweier Staaten im Netz sei unwahrscheinlich, glaubt die OECD. Trotzdem hoffen viele Regierungen offensichtlich, dass Viren und Trojaner eine neue, mächtige Erstschlagswaffe sein können.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Innenminister Thomas de Maizière schlugen deshalb in München neue Strukturen zur Abwehr von Angriffen im Netz vor. Denn Saboteure und Kriminelle, Wirtschaftsspione, Geheimdienste und Armeen nähmen weder auf Staatsgrenzen noch auf die Ressortzuständigkeiten von Innen-, Wirtschafts- und Verteidigungsministern Rücksicht.
Zusammenarbeit statt eigener Projekte in jedem Land forderten Merkel und de Maizère. "Es gibt Herausforderungen, auf die haben wir noch keine abschließende Antwort", sagte Merkel in München. "Wir werden miteinander lernen müssen, wie wir auf diese Herausforderungen antworten." Nationale Abwehrkonzepte reichten nicht, nötig seien "internationale Antworten". Merkel warnte, ohne Kooperation würde im Internet ein neues Wettrüsten befeuert: "Wir werden viel Geld damit vergeuden."
Kaum hatte sie gesprochen, verkündete der britische Premier David Cameron, sein Land investiere allein in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Euro in die Hacker-Abwehr. Projekte, bei denen zu viele Länder gemeinsame Sache machten, seien nicht effizient, sagte Cameron. Auch die USA setzen auf die eigenen Fähigkeiten und haben 2010 einen Cyber-Command gegründet; 3000 Mitarbeiter sollen mit einem Budget von knapp 15 Milliarden Dollar pro Jahr Strategien für die nationale Sicherheit entwerfen.
Und die Bundesregierung will noch diesen Monat im Kabinett eine erste bundesdeutsche "Cybersicherheitsstrategie" beschließen. Die Federführung hat der Innenminister. Er plant ein nationales Internet-Abwehrzentrum, angesiedelt beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie.
Die Staaten sehen sich unter Handlungsdruck: Die Attackierer warten mühsame internationale Entscheidungsprozesse nicht ab. Schon bei der klassischen militärischen Zusammenarbeit sind die unterschiedlichen Verteidigungsstrukturen der Länder ein kaum überwindbares Problem. Bei der Netz-Nato kommt hinzu, dass nicht einmal auf nationaler Ebene klar ist, wer sich um was kümmern muss. Etwa 80 Prozent der Informations-, Kommunikations- und Energienetze in den Industriestaaten sind in privater Hand.
- Datum 07.02.2011 - 18:02 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 19
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Man denke an die EU Agentur ENISA...
Die ist angeblich für Cybercrime zuständig. In Wahrheit ist die ganze Agentur ein Placebo.
dass eine Vielzahl der Bedrohungen, welche Frau Dr. Merkel aufzählte, bereits im Einsatz sind - auch in Deutschland und auch mit der gleichen Zielsetzung, wie sie anderen Staaten belastend vorgehalten wird.
Die Weltpolitikerin Fra Dr. Merkel, welche ihr eigenes Haus nicht in Ordnung bekommt macht Anderen Vorschläge und gibt Empfehlungen. Man hüte sich vor dieser Dame und ihrer politischen Ambitionen.
aber wer war denn gegen den Iran der Angreifer?
War das nicht auch von mehreren Staaten ausgeheckt?
Wenn der Bummerrang zurück kommt, dann Hilferufe und schnell Regeln schaffen.
Alles wie gehabt, dann wird es eben bessere Betriebssystem geben, vielleicht für jeden Rechner ein eigenes?
dann bringen Sie Ihrem PC doch mal bei, dass KEINE Daten gesendet werden. Sie können das 1. selbst bewerkstelligen (Voraussetzung: PC-Kenntnisse) 2. gibt es sehr gute Antispy-Proggies die man einsetzen kann.
Ihre Aussagen sind falsch.
1.) Können die Daten verschlüsselt und/oder steganografisch gesichert übertragen werden.
2.) Sie können nicht überprüfen ob die von Ihnen als "Proggy" bezeichneten Programme überhaupt das tun was sie sagen. Selbst wenn Sie deren Quellcode haben, müssen Sie den Compiler *und* die Bibliotheken überprüfen. Vergleichen Sie hierzu insbesondere Reflections on Trusting Trust von Ken Thompson.
3.) Die von Ihnen genannten Programme basieren alle auf Windowsbibliotheken, d.h. das zu untersuchende System stellt die Zugriffsmöglichkeiten für das untersuchende System bereit. Wenn Windows nicht will, dass Sie irgendetwas nicht sehen, dann kann es das problemlos umsetzen.
4.) Spionage lässt sich auch problemlos in Hardware umsetzen, jedes beliebige BIOS kann dahingehend manipuliert werden, jeder Hardware-IP-Stack einer Netzwerkkarte auch.
5.) Wenn Sie einen Windows-PC (oder generell irgendein OS) untersuchen wollen, können Sie das nur von einem anderen System aus. Und der fragliche Netzwerkverkehr kann verschlüsselt und mit steganographie versteckt sein.
6.) Selbst wenn der gesamte Quellcode offenliegt, heißt das noch lange nicht, dass sie das System auf seine Sicherheit hin überprüfen können. Vgl. OpenBSD und die Krypto-Backdoor-Debatte, Gödels Unvollständigkeitssatz und Luhmanns Vertrauen als Werkzeug zur Reduktion sozialer Komplexität.
Ihre Aussagen sind falsch.
1.) Können die Daten verschlüsselt und/oder steganografisch gesichert übertragen werden.
2.) Sie können nicht überprüfen ob die von Ihnen als "Proggy" bezeichneten Programme überhaupt das tun was sie sagen. Selbst wenn Sie deren Quellcode haben, müssen Sie den Compiler *und* die Bibliotheken überprüfen. Vergleichen Sie hierzu insbesondere Reflections on Trusting Trust von Ken Thompson.
3.) Die von Ihnen genannten Programme basieren alle auf Windowsbibliotheken, d.h. das zu untersuchende System stellt die Zugriffsmöglichkeiten für das untersuchende System bereit. Wenn Windows nicht will, dass Sie irgendetwas nicht sehen, dann kann es das problemlos umsetzen.
4.) Spionage lässt sich auch problemlos in Hardware umsetzen, jedes beliebige BIOS kann dahingehend manipuliert werden, jeder Hardware-IP-Stack einer Netzwerkkarte auch.
5.) Wenn Sie einen Windows-PC (oder generell irgendein OS) untersuchen wollen, können Sie das nur von einem anderen System aus. Und der fragliche Netzwerkverkehr kann verschlüsselt und mit steganographie versteckt sein.
6.) Selbst wenn der gesamte Quellcode offenliegt, heißt das noch lange nicht, dass sie das System auf seine Sicherheit hin überprüfen können. Vgl. OpenBSD und die Krypto-Backdoor-Debatte, Gödels Unvollständigkeitssatz und Luhmanns Vertrauen als Werkzeug zur Reduktion sozialer Komplexität.
so auch die Neugier der Menschen...Auch die mächtigen unserer Welt werden irgendwann begreifen müssen das sich nicht alles und jeder kontrollieren lässt... Schöne neue Welt ;)
Wie war das mal...in der DDR haben wir mal einen Spruch gelernt "Wehret den Anfängen!" ...nicht viel war richtig, allerdings passt das recht gut...(und ich gehöre nicht zu den DDR-Befürwortern um das gleich klar zu stellen)
PS: Wenn man nicht möchte das etwas gesendet wird hilft nur Stecker ziehen oder Zweitgerät für das Internet zu verwenden. Das muss jeder selber entscheiden.
> Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Innenminister Thomas de Maizière schlugen deshalb in München neue Strukturen zur Abwehr von Angriffen im Netz vor. <
Was mit "neue Strukturen" gemeint ist bleibt ihr gemeinsames Geheimnis. Angriffe aus der "Cyberwelt" sind spätestens Realität geworden als der Chaos-Computer-Club im Pentagon war und damit erhebliche Schwachstellen nachgewiesen hat.
Es gibt einige sehr gute Virenprogramme und Firewalls aber die fast täglichen Updates zeigen wie kreativ die "Angreifer" sind. Es wird niemals einen 100%-Schutz geben.
Die Gefahr geht klar vom Internet aus und das wird auch die Bedrohung der Zukunft sein. Wenn es jemandem gelingen sollte ganze Rechenzentren von Banken oder Industrie-Unternehmen zu kontrollieren und zu steuern hat die Apokalypse begonnen.
mit den vier Buchstaben. Sicher ist nie etwas sicher. Allerdings lässt sich mit Angst eine Menge Geld verdienen und noch viel mehr als das, man kann Regelungen und Gesetze erfinden die der gemeinen und verängstigten Bevölkerung Sicherheit vorgaukeln.
Was wollen wir noch her geben für die "innere Sicherheit und im Kampf gegen den Terrorismus" ? *kopfschüttel* Wenn die Unternehmen Ihre Netzwerke nicht sinnvoll vom Internet trennen können und vor Zugriffen von außen, dann mit Verlaub...sind diese selber schuld...aber ja das Internet ist eine Gefahr, vor allem für die Führung der Gesellschaft.
Sorry, das ist mir zu einfach ;)
mit den vier Buchstaben. Sicher ist nie etwas sicher. Allerdings lässt sich mit Angst eine Menge Geld verdienen und noch viel mehr als das, man kann Regelungen und Gesetze erfinden die der gemeinen und verängstigten Bevölkerung Sicherheit vorgaukeln.
Was wollen wir noch her geben für die "innere Sicherheit und im Kampf gegen den Terrorismus" ? *kopfschüttel* Wenn die Unternehmen Ihre Netzwerke nicht sinnvoll vom Internet trennen können und vor Zugriffen von außen, dann mit Verlaub...sind diese selber schuld...aber ja das Internet ist eine Gefahr, vor allem für die Führung der Gesellschaft.
Sorry, das ist mir zu einfach ;)
mit den vier Buchstaben. Sicher ist nie etwas sicher. Allerdings lässt sich mit Angst eine Menge Geld verdienen und noch viel mehr als das, man kann Regelungen und Gesetze erfinden die der gemeinen und verängstigten Bevölkerung Sicherheit vorgaukeln.
Was wollen wir noch her geben für die "innere Sicherheit und im Kampf gegen den Terrorismus" ? *kopfschüttel* Wenn die Unternehmen Ihre Netzwerke nicht sinnvoll vom Internet trennen können und vor Zugriffen von außen, dann mit Verlaub...sind diese selber schuld...aber ja das Internet ist eine Gefahr, vor allem für die Führung der Gesellschaft.
Sorry, das ist mir zu einfach ;)
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren