NetzsperreÄgyptens Netz ist tot – es lebe das Netz

Das Internet auszuknipsen, ist kontraproduktiv. Dies erfährt gerade Ägyptens Regierung. Die USA, die den Kill-Switch einführen wollen, sollten davon lernen. von 

Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo

Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo  |  © Khaled Desouki/AFP/Getty Images

In der Nacht vom 27. auf den 28. Januar ging Ägypten vom Netz. Alle Provider des Landes schalteten innerhalb von vielleicht zehn Minuten ihre Router aus und blockierten jeden Datenverkehr. Alle, bis auf einen: Noor Group blieb online. Wohl um die Wirtschaft nicht völlig zu ruinieren, denn über diesen Anbieter laufen auch die Leitungen der ägyptischen Börse . Beziehungsweise liefen, denn seit Montagnacht ist auch Noor tot.

Nie zuvor hat ein so großes Land sich so konsequent von der Moderne abgeklemmt. Und es ist gut möglich, dass das so schnell nicht wieder passiert. Denn der  Fall Ägypten zeigt, wer damit eigentlich getroffen wird: alle. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat das Internet abschalten lassen, um die Protestierer zu isolieren und zum Schweigen zu bringen. Doch ohne Internet kann eine Gesellschaft heute kaum noch funktionieren.

Anzeige

Inzwischen gibt es Berichte, die Preise für Lebensmittel seien teilweise um bis zu 50 Prozent gestiegen, Banken seien zu, Krankenhäuser würden nicht mehr beliefert, Firmen seien geschlossen. Ein Twitterer fasst es auf wenigen Zeichen zusammen : " The market has crashed, tourism collapsed, nothing's working. What more can Mubarak destroy? " Was kann Mubarak noch zerstören, alles sei bereits hin, bedeutet das.

Politische Situation

Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak ist seit fast dreißig Jahren an der Macht. Er trat sein Amt am 13. Oktober 1981 an. Seit der Parlamentswahl im vergangenen Herbst hat Mubaraks Regierungspartei NDP (Nationaldemokratische Partei) zwei Drittel aller Sitze im Parlament. Damit können die Abgeordneten auch die Verfassung ändern. Die Opposition ist praktisch ausgeschaltet.

Erfahrungen mit Demokratie hat das ägyptische Volk kaum. Nach dem Sturz von König Faruk im Jahr 1952  wurde das Land zwischen 1954 und 1970 von Revolutionsführer Gamal Abdel Nasser regiert. Er machte aus Ägypten einen sozialistischen Staat, der mehrfach in Konflikt mit dem Nachbarn Israel geriet. Nach Nassers Tod regierte Anwar al-Sadat das Land, er setzte sich für Frieden mit Israel ein. 1981 wurde Sadat von Islamisten ermordet.

Notstandsgesetze

Sadats Nachfolger wurde der damalige Vizepräsident Mubarak. Dieser erließ 1982 Notstandsgesetze, die bis heute bestehen und so dem Präsidenten zum autoritären Herrscher machen. Grund für die Notstandsgesetze war der erfolgreiche Anschlag fundamentalistischer Angehöriger der ägyptischen Streitkräfte auf seinen Vorgänger.

2005 versprach Mubarak erstmals eine politische Öffnung des Landes und die Zulassung von unabhängigen Kandidaten zu den Präsidentschaftswahlen. Als die islamistische Muslimbruderschaft bei den Wahlen an Einfluss gewann, wurde der Liberalisierungskurs wieder gekappt.

Ägypten heute

Heute leben 80 Millionen Menschen in dem nordafrikanischen Staat. Über 90 Prozent von ihnen sind nach Angaben des Auswärtigen Amts Muslime, rund sechs Prozent sind Christen.

Ein Anschlag auf koptische Christen in Alexandria mit mehr als 20 Toten schürte Angst vor aufkeimendem Radikalislamismus. Bei den jetzigen Demonstrationen seien aber keine entsprechenden Tendenzen zu bemerken, berichten Beobachter.

Firmen wie Microsoft oder Hewlett Packard haben ihre Abteilungen in Ägypten verlagert oder geschlossen , auch deutsche Unternehmen ziehen sich zurück , Millionen an Investitionen sind gestoppt.

Das zeigt vor allem eins: Wer heutzutage das Internet abschaltet, riskiert, sein Land in die Steinzeit zu bomben. Damit schadet Mubarak auch sich selbst. Ein Grund der Proteste ist schließlich die hohe Arbeitslosigkeit und die Perspektivlosigkeit der Jugend. Arbeitsplätze zu vernichten, noch dazu in einer wachsenden Industrie, wird die Lage auf längere Sicht also garantiert nicht beruhigen.

Zyniker könnten argumentieren, eine Abschaltung des Netzes sei noch aus einem anderen Grund dumm: Das Regime nimmt sich selbst die Möglichkeit, seine Gegner zu finden. Der weißrussische Netzanalytiker Evgeni Morozov warnt seit Langem , soziale Netze seien für Protestbewegungen gefährlich, da sie dank der öffentlich sichtbaren Verbindungen ausgespäht werden könnten.

Das war der tunesische Weg. Die Regierung versuchte, die Logindaten eines ganzen Landes zu stehlen. So beobachteten Analytiker bei Facebook in den USA, dass tunesische Netzbetreiber einen Code einsetzten, um diese Daten abzugreifen, wenn sich ein Tunesier bei Facebook und anderen Diensten anmeldete.

Wie das Magazin Atlantic schreibt , programmierte Facebook so schnell wie möglich einen Weg, um das zu stoppen. Das gelang wohl auch, wie viele Accounts jedoch geknackt und überwacht werden konnten, weiß niemand.

Chaos-Computer-Club-Sprecher Frank Rieger schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung , die Protestseiten in Ägypten seien zu zahlreich gewesen, um sie zu überwachen, der Sturm zu schnell groß geworden – deswegen habe das Regime den Stecker gezogen.

Trotzdem versiegen die Informationen aus Ägypten nicht. Die Telefonleitungen sind noch aktiv, zumindest in Gegenden, in denen gerade nicht demonstriert wird. Möglicherweise, um das Land nicht vollends in die Anarchie und in die Auflösung zu treiben. Mobilfunk und Telefon aber genügen im Zweifel.

Google beispielsweise hat hastig einen Dienst aufgesetzt , um Botschaften aus Ägypten zu verbreiten. Über drei internationale Rufnummern kann eine Mailbox erreicht werden, die jede aufgesprochene Nachricht sofort mit dem Hashtag #egypt twittert .

Ähnlich dem Dienst Audioboo wird dabei die Sprachnachricht verbreitet, nicht nur eine schriftliche Botschaft von 140 Zeichen. Denn inzwischen lässt sich jede Kommunikationsform weltweit streuen, seien es Bilder durch Streamingdienste wie Ustream , Schrift oder eben Sprache. Nötig ist nur ein Mobiltelefon. Und davon gibt es in Ägypten viele, mehr als 70 Prozent der Ägypter haben eines , viele auch zwei.

Entsprechend seltsam wirken Forderungen beispielsweise amerikanischer Politiker nach einem sogenannten Kill Switch für das Netz, einem Not-Aus-Schalter. Denn die Beispiele Tunesien und Ägypten zeigen, dass vor allem Autokraten darin eine Option sehen, um Informationen und Demokratie zu unterdrücken. Und dass es nicht funktioniert.

Nichtsdestotrotz existieren solche Pläne. In Österreich beispielsweise . Auch der amerikanische Präsident beispielsweise soll das Internet im Fall eines landesweiten Cyber-Notstands abschalten können, das Gesetz dazu ist bereits fertig . Vier Mal wurde es gestoppt, einmal von Präsident Barack Obama selbst. Doch die Erfinder, allen voran Senator Joe Lieberman und andere Mitglieder des Senatsausschusses für Innere Sicherheit, geben nicht auf und wollen es in den kommenden Tagen ein fünftes Mal einbringen .

Beim amerikanischen Protecting Cyberspace as a National Asset Act of 2010 geht es inzwischen nicht mehr um das gesamte Netz, vor allem kritische Infrastruktur wie Wasser, Energie oder Militär soll bei einem Angriff vom Netz abgeklemmt werden können. Allerdings ist das Gesetz so unklar formuliert, dass der Stoppschalter bei jeder Bedrohung gedrückt werden dürfte – mit unabsehbaren und im Zweifel katastrophalen Folgen, wie Ägypten zeigt.

Das Netz ist inzwischen mit all unseren gesellschaftlichen Strukturen so verwoben, dass ein Abschalten einem Hirntod gleichkommt. Die eher satirische Drohung, die derzeit im Netz herumgeschickt wird , ist deswegen nicht weit hergeholt: " If your government shuts down the internet, shut down your government " – wenn Deine Regierung das Netz abschaltet, dann schalte Deine Regierung ab.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Immer wieder liest man in den Medien, dass das Internet mit Facebook und Twitter maßgeblich an der Revolution in Tunesien und jetzt in Ägypten als Kommunikationsplattform beteiligt gewesen sein soll, dies widerspricht aber genauen Untersuchungen über die User in Tunesien und auch in Ägypten. Die Revolte im Iran, die man auch mit den beiden "Sozialnetzwerken" in Verbindung gebracht hat, hatte nur zu einem verschwindend geringen Teil mit der Mobilmachung der Massen zu tun. Das belegen genaue Zahlen, die von ca. 19.000 registrierten Twitterusern ausgehen.
    Außerdem erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass im Iran der Meinungsaustausch und die Nachrichtenübermittlung in Englisch stattgefunden haben sollen anstatt in Farsi.
    Sicherlich tragen SMS und soziale Netzwerke dazu bei, Nachrichten über Entwicklungen in Millisekundenschnelle überall zu verbreiten, aber es ist geradezu irrelevant, dass ausgerechnet facebook, wo sich alle "Freunde" nennen und keine sind, wo man keinem so richtig trauen kann und wo sich jeder Geheimdienst ohne Anstrengung mit sozialen und politischen Profilen bedienen kann, eine Revolution auslösen soll.
    Aber das ist ganz im Sinne westlich geprägten Denkens, dass die oberflächlich strukturierten Quasselkanäle mit einem Mal wirklich sozial, investigativ oder ideologisch relevant sein sollen. Unterdrückung und Zorn suchen sich immer einen Weg und in Ägypten zeigt sich, dass der staatlich verordnete totale Digitalblackout eher kontraindiziert ist.

    W.Neisser

    9 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wird schlicht und ergreifend veststellen das sie gesagt haben.
    "Wenn die in Tunesien das konnten dann können wir das auch."
    Das heißt ihr Mut und ihr selbstwert Gefühl wurde gesteigert. Die neuen Technologien zu benutzen um sich zu verabreden ist das geringste. Die Werkzeuge richtig zu nutzen ergeben ganz neue Aspekte die richtig angewendet imense Möglichkeiten eröffnen könnten. Wozu Twitter und Co im Moment vorrallem nutzen, ist Infos rauszubringen und allen zur Verfügung zu stellen. Wenn das nicht gefällt in unserer Gesellschaft, dann glaube ich haben wir ein ernsthaftes Problem.
    Und zwar der Legitimität der Werte die jene offiziel vermittelt.

    MfG
    alma

  2. Meiner Ansicht nach bemerkt niemand, das für jeden mehr oder weniger freien oder Freiheit liebenden Menschen die Tatsache das er sein geliebtes Internet plötzlich nicht mehr Nutzen kann, ein klarer Einschnitt in sein leben ist. Es wird schlagartig allen vor Augen geführt das sie in einem Land mit Gewaltmonopol leben das dieses auch ausübt. Ganz zu Schweigen davon das in Ägypten außerdem noch alle Handys abgehängt wurden.

    Man stelle sich vor, jeder Bürger der sein Handy in die Hand nimmt um seine Familie zu erreichen, zu erfahren wie es einem Bekannten geht oder der versucht einen Geschäftspartner anzurufen, sieht auf seinem Bildschirm:

    "Der Staat bin ich, nicht du".

    Wer denn Entrüstungssturm überleben will, muss hart gesotten sein und zu vielem bereit, außer die Menschenrechte zu wahren.

    Wie Realitätsfremd ist diese Welt eigentlich ?
    Man schaue sich die Berichte an im Internet, Touristen die versuchen nach Hause zu telefonieren, das Ticket umbuchen wollen, in ihrem Blog eine Nachricht für Bekannte und Verwandte hinterlegen möchten.

    Man kann nur hoffen das Aufgrund der momentan Umstände so einige Tabus und Umstände die zu solchen Reaktionen wie denen des ägyptischen Regimes und der westlichen Welt, die jenes Jahrzehntelang unterstützt hat, überdacht werden. Sonst wird aus dem Thema kein Domino-Tsunami-Effekt der Arabischen Welt, wie aktuell getwittert wird, es wird eine weltweite Entrüstungswelle, die so manches und manchen Hinweg spülen wird.

    Was wollte das Regime in Kairo verhindern ? Das u.a die Informationen die in meinem Blog zu finden sind nicht an die Weltöffentlichkeit geraten.
    Es wurde nur schlimmer.
    Es scheint mir, viele müssen sich ernsthaft Gedanken machen ob sie den Bürger weiterhin für unmündig halten wollen oder nicht.

    Die Revolution in Ägypten, eine Krise war es wahrscheinlich nie, ist eine Revolution der Jugend, und ihre Eltern sind ihnen beigesprungen und haben gesagt "Recht habt ihr".

    Diese Internetgenerationen wollen das System nicht zerstören, sie wollen es mitgestalten. Es scheint fast das der Internetter der folgenden Spruch getwittert hat:
    LOL “The best argument against democracy is a five minute conversation with the average voter.” Winston Churchill
    hat nicht so ganz unrecht.

    Mit dem Internet hat die Demokratie nun eine echtes Werkzeug in der Hand, über den Schritt von der repräsentativen Demokratie zur Partizipation Demokratie nachzudenken.

    Sie sollte es Ernsthaft tun, den in Ägypten wurde viele Menschenleben verspielt. Hoffentlich nicht "sinnlos", so unmenschlich wie ich solche Formulierungen auch finde. Es hätte weder sein müssen noch sein sollen.

    Jene Internetgemeinde denkt nähmlich solches über den Sturz eine Diktators:
    http://twitpic.com/3tl5hr

    Es scheint die freiheitsliebende demokratische Jugend auf dieser Welt ist Erwachsen geworden, es wird dringend Zeit sie einzubinden.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • berpoc
    • 01. Februar 2011 13:14 Uhr

    http://www.zeit.de/digita...
    Auszug daraus: "The best argument against democracy is a five minute conversation with the average voter."
    "Winston Churchill hat nicht so ganz unrecht."

    Vielleicht sollten wir eine Neuauflage des unseligen preußischen Dreiklassenwahlrechts ins Auge fassen.

    Ich habe mal in einem Wahljahr einige Wochen lang Heizungskörper abgelesen. Häufig genug war ich fassungslos, wer so alles potentiell wählen wird. Trost fand ich in der Vorstellung, daß sich die Nichtwähler weitgehend aus solchen Kreisen rekrutieren.

    .. wie das alles einzuschätzen ist. Momentan lebe ich in einem Land in dem wählen Pflicht ist. Es gehen also alle wählen. Es scheint mitr im großen und ganzen nicht das die Ergebniße anders sind als in Deutschland. Was aber sicherlich anders ist, das man Stolz auf die Demokratie ist, und das mitlerweile alle betonen diese schützen zu müssen und zu wollen. Zweifels ohne auch weil schwere Lehrjahre ohne sie verbracht wurden.
    Anderer seits zeigen aber immer wieder Beispiele von umsetzung des Prinzips der Demarchie (Wikipedia:-) das der Durchschnitt der Meinungen einer zufällig susgewählten Menge an Menschen zu sinnvollen und richtigen Entscheidungen führt.
    Anderer Seits sollte nicht verkannt werden das wenn man sich mit einem Thema beschäftigen, ob Wahlpflicht, oder durch stärkeres einbinden des Bürgers dieser wahrscheinlich zwangsläufig sich bilden muß. Er wird ja eine Entscheidung treffen müßen.

    Die Frage scheint mir eher, ist es eigentlich gewünscht gebildete Bürger zu haben ?

    MfG
    alma

  3. Da heißt es doch, dass die Demonstranten in Ägypten keine Führung hätten. Das stimmt nun so nicht mehr. Der Präsident selbt hat durch die Abschaltung des Netzes alle Ägypter nach Kairo gerufen!
    Denn die Abschaltung des Netzes ist eigentlich auch eine Information, nur das nicht Hundertausende auf den Tasten herumklimpern müssen. Das hat der Präsident mit "einer Taste"selbst besorgt.
    Offenbar guckt der Mann wenig fern. Wenn er "Crimson Tide- In tiefster Gefahr", die Sache mit dem strategischen Atom U-Boot, gesehen hätte wüsste er, dass im Falle des Abbruchs der Kommunikation der letzte "Befehl" gilt. Hier, auf zur Demo nach Kairo!

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Er muß da wohl was gesehen haben, denn er hat auch die Züge abgestellt, und läßt Autos nicht in die Stadt wenn man dem Internet glauben darf. Dennoch wird es nur schlimmer wenn das Volk die Angst verloren hat. Die Frage ist, was passiert wenn er sie ihr einbomben will. Denn dann werden sich viele hier bei uns viele üble Fragen stellen müßen.
    Und das passiert im Moment alles ZEIT gleich. Sie verstehen, keine Zeit ich guck mal enben bei Al Jazeera vorbei, die scheinen wenigstens noch Prfessionele Ethik zu vertreten. Es scheint fast sie wären die Einzigen.

    MfG
    alma

    • CM
    • 01. Februar 2011 13:00 Uhr

    Als Journalist sitzt man heute den halben Tag oder mehr vor dem PC.

    Früher hat man Fakten recherchiert oder hatte einen mit allen Wassern gewaschenen Korrespondenten vor Ort, heute werden Artikel zusammengegoogelt:

    1. Man liest, was sich in Twitter und Facebook in einer Region tut.

    2. Man bildet man sich daraus eine Meinung, im Irrglauben, daß man weiß, was wohl irgendwo da hinten auf der Welt passiert, auch wenn in der Region nur ein winziger Bruchteil der Bewohner überhaupt einen PC besitzt und sich im Web tummelt.

    3. Man dilettiert die Versatzstücke aus Facebook à la "Abdel ist nicht mehr Fan von Mubarak" zu ellenlangen Artikeln zusammen.

    Wenn dann lokal das Netz abgeknipst wird sitzt der Journalist da und weiß gar nicht, was er machen soll. Der Verlust an journalistischer Qualität in Momenten der Abwesenheit des Web geht gegen Null.

    Besser kann man den Abstieg des Journalismus nur bei der ausufernden "Promi"-Berichterstattung beobachten, die nützliche Informationen und geistreiche Kommentare durch einen Tsunami aus Gülle ersetzt hat.

    7 Leserempfehlungen
  4. wird schlicht und ergreifend veststellen das sie gesagt haben.
    "Wenn die in Tunesien das konnten dann können wir das auch."
    Das heißt ihr Mut und ihr selbstwert Gefühl wurde gesteigert. Die neuen Technologien zu benutzen um sich zu verabreden ist das geringste. Die Werkzeuge richtig zu nutzen ergeben ganz neue Aspekte die richtig angewendet imense Möglichkeiten eröffnen könnten. Wozu Twitter und Co im Moment vorrallem nutzen, ist Infos rauszubringen und allen zur Verfügung zu stellen. Wenn das nicht gefällt in unserer Gesellschaft, dann glaube ich haben wir ein ernsthaftes Problem.
    Und zwar der Legitimität der Werte die jene offiziel vermittelt.

    MfG
    alma

    Eine Leserempfehlung
    • berpoc
    • 01. Februar 2011 13:04 Uhr

    "Unsere" haben das im Zweifel gar nicht nötig. "Unsere" haben mit dem Mittel der temporär gekippten Datenvorratsspeicherung genau das Mittel an der Hand, um schon im Vorfeld handeln zu können, dann wird es gar nicht erst hochkochen. Den Rest besorgen wir Foristen selbst. Gibt es ein besseres Freund-Fein-Radar als ein Forum?

    Abgesehen davon leben wir hinsichtlich unserer politischen Zustände objektiv in einer erheblich besseren Umgebung.

    Wir müssen nur aufpassen, daß uns das nicht geklaut wird, weil die Eliten dabei sind, sich abzukoppeln (Beispiel: massiver Abbau der Bürgerrechte), ihr fatales Handeln die Masse ausbaden lassen (Beispiele: Parteienstaat / Finanzkrise / Ausbeutung der Umwelt) und sich über das Gesetz stellen (Beispiel: Dr. Helmut Kohl's Ehrenwort / Steuerhinterziehung).

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Überwachung global"
    • berpoc
    • 01. Februar 2011 13:14 Uhr

    http://www.zeit.de/digita...
    Auszug daraus: "The best argument against democracy is a five minute conversation with the average voter."
    "Winston Churchill hat nicht so ganz unrecht."

    Vielleicht sollten wir eine Neuauflage des unseligen preußischen Dreiklassenwahlrechts ins Auge fassen.

    Ich habe mal in einem Wahljahr einige Wochen lang Heizungskörper abgelesen. Häufig genug war ich fassungslos, wer so alles potentiell wählen wird. Trost fand ich in der Vorstellung, daß sich die Nichtwähler weitgehend aus solchen Kreisen rekrutieren.

  5. Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und artikelbezogen. Danke. Die Redaktion/wg

    Eine Leserempfehlung

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf mehreren Seiten lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Hosni Mubarak | Barack Obama | Google | Microsoft | Ägypten | Cyberspace
Service