Als die Technologie der dreidimensionalen Drucker vor einigen Jahren entwickelt wurde , erschien es manchem, die Replikatoren aus Fernsehserie Star Trek seien Realität geworden. Von einer "Revolution des Selbermachens" wurde geschwärmt . Inzwischen gibt es gleich zwei Open-Source-Systeme zum 3D-Drucken für zu Hause und der Realitätscheck zeigt, dass der Teufel wie immer im Detail steckt.

In der Industrie sind solche digital gesteuerten Produktionsgeräte seit vielen Jahren im Einsatz. Nur kosten die dort verwendeten Systeme mit Computer Aided Design (kurz: CAD) zu viel, als dass sie sich eine Privatperson leisten könnte.

Der Reprap und der Makerbot dagegen ermöglichen es tatsächlich jedem, am Computer entworfene Objekte herzustellen. Bausätze für die Maschinen sind für unter 1000 Euro zu haben, die als Rohmaterial verwendeten Plastik-Filamente sind spottbillig. Und größer als ein Fernseher ist keines der beiden Geräte.

Im Internet sind bereits Foren gewachsen, in denen Entwürfe für den Reprap und den Makerbot ausgetauscht werden. Auf Seiten wie Thingieverse finden sich unzählige Designobjekte, Plastikspielzeuge und natürlich Zubehör für die Maschinen selbst. Denn wie bei allen Open-Source-Projekten steht die ständige Verbesserung der Systeme an oberster Stelle.

3D-Drucken – oder auch Fabbing , wie es die Fans nennen –, ist ein Versuch, den Gedanken Open Source , der im Internet entstand, auf die dingliche Welt zu übertragen. Die Entwürfe sind gemeinfrei, jeder kann sich die entsprechenden Dinge damit nachbauen.

Trotz der bestechenden Idee, allzu viele Anwender gibt es nicht. In Berlin beispielsweise, einer vergleichsweise großen Stadt, lassen sich nur wenige funktionierende 3D-Drucker identifizieren. Ein Gerät steht in der Open Design City im Kreuzberger Betahaus, eines im Keller des Hackerclubs C-Base in Mitte, dem Gründungsort der Piratenpartei.

Für Philip Steffan von der Open Design City war die Anschaffung des Makerbots Teil einer Geschäftsidee. Er wollte ein 3D-Copycenter gründen. Für den Makerbot entschied er sich, weil er den Umgang mit dem Reprap zu frickelig fand. Erst beim Einsatz des Geräts bemerkte er jedoch, dass es noch kaum für den kommerziellen Gebrauch taugt. Hohle Objekte kann es schlecht replizieren und die Größe der Ausdrucke ist ebenfalls beschränkt, höher als zehn Zentimeter sollten sie nicht werden.

Also gab Steffan den Plan mit dem Copyshop auf. Er beschloss, zuerst eine Community zu gründen, die den Gedanken des Open-Source-Designs weiterentwickelt – eben jene Open Design City. Inzwischen treffen sich im Rahmen des Projekts die unterschiedlichsten Leute: Designer, Architekten, Hipster und Punks. Sie kommen, um Steffans Know-how und die Werkzeuge im Betahaus zu nutzen, der Makerbot ist dabei nur eines unter vielen.

Für ihn persönlich, sagt Steffan, sei das Gerät dennoch die Initialzündung gewesen. Er habe zwar noch nie etwas Nützliches damit gedruckt, doch die dahinter stehende Idee inspiriere ihn noch immer.