Sind wir schizophren? Einerseits erlauben immer mehr Browser wie Firefox oder Chrome, dass Nutzer "privat" surfen können , also beispielsweise nicht via Cookies verraten , auf welchen Seiten sie unterwegs waren. Andererseits werden derzeit gleich drei Dienste aufgebaut, die es möglich machen, genau diese Informationen mit dem ganzen Netz zu teilen. In Echtzeit.

Es gibt offensichtlich beide Bedürfnisse: das nach Privatheit und das nach dem Teilen von Informationen. Nichts anderes wollen die Angebote dscover.me , Voyurl.com oder Sitesimon.com . Die Idee: Es kann für andere eine nützliche Information sein, welche Seiten wir uns im Netz ansehen.

Alle drei Dienste setzen auf unsere Bereitschaft, beim Bemühen, unser Leben der Öffentlichkeit zu präsentieren, noch einen Schritt weiter zu gehen, schreibt die New York Times in einem Bericht über die drei .

Dscover.me, was so viel wie "erforsche mich" heißt, funktioniert über eine Erweiterung für die Browser Chrome oder RockMelt . Ist sie aktiviert, fragt sie beim ersten Besuch einer Seite, ob diese mit der Welt geteilt werden darf und tut das daraufhin jedes Mal, wenn man vorbeikommt.

Sitesimon.com setzt auf das gegenteilige Modell, auf eine sogenannte Blacklist. Seiten, die nicht geteilt werden sollen, müssen aktiv ausgeschlossen werden. Wer will, kann das Teilen der besuchten Seiten ganz unterbinden – übrig bleibt dann ein Werkzeug, das für den Nutzer ein Archiv seines Clickstreams, seiner Netzbewegungen anlegt.

Welchen Ansatz Voyurl.com nutzt, ist noch nicht klar.

Aber keines der drei Angebote plaudert via HTTPS und andere Protokolle gesicherte Seiten aus. Es geht ihnen nicht um Überwachung, sondern um die Fortsetzung der Idee, dass das, was wir tun, auch für andere von Nutzen sein kann.