Top Level Domain Das Kreuz mit den drei X
Die Internetbehörde Icann hat die Endung .xxx als Porno-Domain bewilligt. Kaum jemand scheint damit glücklich, denn das erleichtert Zensoren die Arbeit.
© LOIC VENANCE/AFP/Getty Images

Eine Straße im Pariser Rotlichtviertel Pigalle
Das Internet bekommt ein Rotlichtviertel. Die für die Vergabe von Adressen – sogenannten generischen Top-Level-Domains – zuständige Behörde Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), hatte schon vor einiger Zeit einen neuen Adressraum ausschließlich für pornografische Inhalte bewilligt. Nun wurde ein Vertrag mit dem Registrar ICM Registry unterzeichnet. Die in Florida beheimatete Firma wird alle Seiten mit dieser Endung verwalten.
Theoretisch wird das Netz damit übersichtlicher. Wer die Endung .xxx eingibt, kann künftig sicher sein, dass er sich ins Rotlichtviertel begibt.
Allerdings gibt es einige, nicht zuletzt bei der Icann selbst, die eine solche Sortierung für den falschen Weg halten. Denn damit wird es problemlos möglich, solche Seiten vollständig zu blockieren.
Genau deswegen hatte sich Icann lange dagegen gewehrt, die xxx-Domain einzuführen. Schon im Jahr 2000 gab es den ersten Vorschlag dazu, 2004 hatte ICM Registry diese Domain offiziell beantragt und 2005 auch bekommen. Doch 2007 wurde die Einführung dann doch abgelehnt, auch auf Druck der amerikanischen Regierung. Bei der Abstimmung am vergangenen Freitag nun hatten neun Mitglieder des Vorstands für die neue Domain-Endung gestimmt, zwei dagegen, vier hatten sich enthalten.
Das Nachrichtenportal Heise zitiert den Icann-Vorstand Georg Sadowsky mit der Warnung, aufgrund der zu erwartenden Inhalte sei es wahrscheinlich, dass verschiedene Länder Filter nutzen werden: "Wir wissen zwar alle, dass schon heute gefiltert wird, die Schaffung von .xxx wäre aber der erste Akt des Vorstands, der direkt zum Einsatz von Filtern ermutigt."
Die Washington Post zitiert einen Sprecher des US-Wirtschaftsministeriums mit ähnlichen Befürchtungen. Die Entscheidung sei gegen die Interessen der Öffentlichkeit gefällt worden, sie werde die Tür für mehr Netzsperren öffnen und die Stabilität und Sicherheit des Netzes gefährden, sagte der stellvertretende Wirtschaftsminister Lawrence Strickling. "Wir sind verärgert, dass Icann den klaren Rat von Regierungen überall auf der Welt, der amerikanischen eingeschlossen, ignoriert hat."
- Datum 22.03.2011 - 11:19 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 20
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Anhand der Argumente kann man mal wieder sehen, in was für einer verlogenen Welt wir doch leben. Einerseits soll es klare Kennzeichnungen geben, damit z.B. besorgte Eltern gewisse Seiten sperren können, andererseits will man keine Netzsperren, von wegen Freiheit des Internets und so. Mit diesem Totschlagargument kann man eigentlich alles im Netz zulassen. Sogar Kindrponografie. Aber das Thema hatten wir ja schon. Es bleibt also alles wie gehabt.
Es macht in Ihren Augen also keinen Unterschied, ob Eltern darauf achten, was sich ihre minderjährigen Kinder im Netz ansehen oder ob Regierungen Zensur ausüben?
mündige bürger sind halt nicht der ansicht dass der staat alles regeln muß, die gefahr des mißbrauchs ist einfach zu groß.
sie als besorgtes elternteil könnten, wenn sie es wirklich wollten, ihre kinder auch ohne hilfe des staates schützen.
z.b.
http://www.philognosie.ne...
wollen sie das überhaupt oder bleibt alles wie gehabt?
Es macht in Ihren Augen also keinen Unterschied, ob Eltern darauf achten, was sich ihre minderjährigen Kinder im Netz ansehen oder ob Regierungen Zensur ausüben?
mündige bürger sind halt nicht der ansicht dass der staat alles regeln muß, die gefahr des mißbrauchs ist einfach zu groß.
sie als besorgtes elternteil könnten, wenn sie es wirklich wollten, ihre kinder auch ohne hilfe des staates schützen.
z.b.
http://www.philognosie.ne...
wollen sie das überhaupt oder bleibt alles wie gehabt?
Es macht in Ihren Augen also keinen Unterschied, ob Eltern darauf achten, was sich ihre minderjährigen Kinder im Netz ansehen oder ob Regierungen Zensur ausüben?
Nennen Sie es etwa schon Zensur, wenn ich als Nutzer klar erkennen kann, dass es sich bei einer .xxx Seite um Pornoseiten handelt?
Wenn eine Industrie Pornos vertreibt, sollte sie auch einfach dazu stehen, dass es sich dabei um Pornos handelt und diese nicht unter dem Deckmäntelchen angeblich seriöser Namen verstecken. Alles andere nenne ich einfach verlogen, mehr nicht.
Ich habe nichts gegen Pornos. Ich habe nur etwas dagegen, wenn fadenscheinige Gründe genannt werden, warum die Endung .xxx die Gefahr der Zensur mit sich bringen könnte.
Nennen Sie es etwa schon Zensur, wenn ich als Nutzer klar erkennen kann, dass es sich bei einer .xxx Seite um Pornoseiten handelt?
Wenn eine Industrie Pornos vertreibt, sollte sie auch einfach dazu stehen, dass es sich dabei um Pornos handelt und diese nicht unter dem Deckmäntelchen angeblich seriöser Namen verstecken. Alles andere nenne ich einfach verlogen, mehr nicht.
Ich habe nichts gegen Pornos. Ich habe nur etwas dagegen, wenn fadenscheinige Gründe genannt werden, warum die Endung .xxx die Gefahr der Zensur mit sich bringen könnte.
mündige bürger sind halt nicht der ansicht dass der staat alles regeln muß, die gefahr des mißbrauchs ist einfach zu groß.
sie als besorgtes elternteil könnten, wenn sie es wirklich wollten, ihre kinder auch ohne hilfe des staates schützen.
z.b.
http://www.philognosie.ne...
wollen sie das überhaupt oder bleibt alles wie gehabt?
"noch aber ist nicht geklärt, ob sie das auch müssen und zu einem Umzug gezwungen werden sollen."
Bisher gibt es keinerlei Pläne das Porno Seiten die TDL .xxx benutzen müssen.
Das würde aus diversen Gründen nicht klappen.
1. The Internet is for Porn! Im Internet gibt es so viele Pornos das eine TDL gar nicht genug Domains mit halbwegs kurzen Namen bieten kann.
2. Die Pornobranche ist seit Beginn des Netzes dort aktiv. Die verwendeten Domains sind den Kunden teilweise über ein Jahrzehnt bekannt, die Domains haben Top Suchergebnisse und sind damit Millionen wert. Wer will die Entschädigungen dafür an die Pornobranche zahlen. Bzw. wer kann das überhaupt?
3. Das Internet ist international. In vielen Ländern gelten schon Bikinis oder unbedecktes Haar als Porno.
Es wird nie einen Konsens geben was Porno ist und was nicht. Und ohne Konsens kann man keine Wechselpflicht einführen.
Das ganze ist so oder so Schwachsinn. Natürlich werden sich auch große Firmen wie Mircosoft, Apple, Google etc. ihre .xxx Domain sichern. Wer von denen will schon das unter der entsprechenden Adresse mit dem Firmennamen Pornos zu finden sind?
D.h. es gibt nun zig tausende Firmen die sich die entsprechende Adresse sichern wollen um das zu verhindern. Ein Riesen Reibbach für den Betreiber der TDL. Aber damit gleichzeitig totaler Schwachsinn weil sich eben nicht nur Porno auf .xxx finden wird.
"...Natürlich werden sich auch große Firmen .. ihre .xxx Domain sichern. Wer von denen will schon das unter der entsprechenden Adresse mit dem Firmennamen Pornos zu finden sind?.."
Wenn ich Geld über hätte würde ich mir jedenfalls die Domains cdu.xxx, fdp.xxx, gruene.xxx, linke.xxx und spd.xxx sichern. Fehlten nur noch die Pornos dazu, aber vielleicht tun es auch Wahlplakate...
"...Natürlich werden sich auch große Firmen .. ihre .xxx Domain sichern. Wer von denen will schon das unter der entsprechenden Adresse mit dem Firmennamen Pornos zu finden sind?.."
Wenn ich Geld über hätte würde ich mir jedenfalls die Domains cdu.xxx, fdp.xxx, gruene.xxx, linke.xxx und spd.xxx sichern. Fehlten nur noch die Pornos dazu, aber vielleicht tun es auch Wahlplakate...
Es ist lediglich eine neue Domain - nicht mehr und nicht weniger.
Jeder kann (aber muss nicht) eine solche Domain beantragen und darauf Pornos anbieten oder auch nicht.
Wenn ein Land .xxx sperrt, sind ja die .com Pornoseiten nicht plötzlich alle weg.
Unterm Strich auf jeden Fall eine Verbesserung, da was dazukommt, aber nichts wegfällt.
An sich haben Sie recht, aber auch den letzten Satz gelesen?
"Nur pornografische Seiten können eine xxx-Domain erhalten, noch aber ist nicht geklärt, ob sie das auch müssen und zu einem Umzug gezwungen werden sollen."
Das schließt ja schon fast ein, alle Pornographischen Seiten ein .xxx aufzudrücken (zwar nicht sofort aber irgendwann?! da gehts einfach erstmal ums Geld...)
Ergo, eine weitere Zensurgrundlage geschaffen
MfG
An sich haben Sie recht, aber auch den letzten Satz gelesen?
"Nur pornografische Seiten können eine xxx-Domain erhalten, noch aber ist nicht geklärt, ob sie das auch müssen und zu einem Umzug gezwungen werden sollen."
Das schließt ja schon fast ein, alle Pornographischen Seiten ein .xxx aufzudrücken (zwar nicht sofort aber irgendwann?! da gehts einfach erstmal ums Geld...)
Ergo, eine weitere Zensurgrundlage geschaffen
MfG
Nennen Sie es etwa schon Zensur, wenn ich als Nutzer klar erkennen kann, dass es sich bei einer .xxx Seite um Pornoseiten handelt?
Wenn eine Industrie Pornos vertreibt, sollte sie auch einfach dazu stehen, dass es sich dabei um Pornos handelt und diese nicht unter dem Deckmäntelchen angeblich seriöser Namen verstecken. Alles andere nenne ich einfach verlogen, mehr nicht.
Ich habe nichts gegen Pornos. Ich habe nur etwas dagegen, wenn fadenscheinige Gründe genannt werden, warum die Endung .xxx die Gefahr der Zensur mit sich bringen könnte.
Die Gefahr besteht nur wenn man beschließen sollte das Pornographie nur noch unter .xxx erlaubt ist.
Aber ich glaube (und hoffe) nicht das so etwas kommen wird.
Im Endeffekt ist .xxx aber so überflüssig wie ein Kropf und nutzt nur dem Registrar.
www.bild.xxx wird zur Zeit jedenfalls noch nicht aufgelöst. Aber eigentlich ist die Idee gut; wir brauchen jetzt nur noch die domains .spm und .vir und dann kann man endlich wieder mal einfach so surfen.
P.S.: Hat man inzwischen eine international eindeutige Definition von Pornographie? Und falls ja, gilt die auch für Politiker kurz vor einer Wahl?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren