Mozilla Firefox 4Umgeräumt und erweitert

Nach Microsoft veröffentlicht nun auch Mozilla eine neue Browserversion. Der Firefox 4 ist schneller und sicherer als sein Vorgänger. Er wird seinen Platz behaupten. von 

Visualisierte Downloadstatistik des Firefox 4

Visualisierte Downloadstatistik des Firefox 4  |  © Screenshot ZEIT ONLINE

Es darf als furioser Start gelten: Die neue Version des Browsers Firefox mit der Nummer 4 ist innerhalb von 24 Stunden nach der Veröffentlichung bereits mehr als fünf Millionen Mal heruntergeladen worden. Tendenz stark steigend .

Das ist weniger als die acht Millionen Downloads, die Vorgängerversion Firefox 3 innerhalb eines Tages erreichte und damit einen Weltrekord verbuchte . Aber es ist sehr viel mehr, als die Konkurrenz vermochte. Der derzeit wichtigste Gegner des Firefox, der Internet Explorer 9 von Microsoft, wurde im gleichen Zeitraum 2,35 Millionen Mal geladen .

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Gut möglich, dass diese Zahlen ein Hinweis darauf sind, dass die Mozilla Foundation dem Unternehmen Microsoft Marktanteile abnehmen kann. Doch ist der Explorer noch immer der beliebteste Browser der Welt , Firefox liegt stabil auf dem zweiten Platz. Marktanteile verliert Microsoft vor allem an Google. Der Suchmaschinenkonzern holt von unten mit seinem Browser Chrome auf, der je nach Statistik inzwischen auf einen Anteil von elf beziehungsweise sechzehn Prozent kommt.

Microsoft hatte gerade erst seine neue Version vorgestellt . Auch Google will den Mozilla-Start nicht unkommentiert lassen und hat Chrome, derzeit in Version 10, eine Spracherkennung verpasst , die Worte in Text umwandelt.

Nun also Firefox. Der erste Eindruck: Mozilla hat umgeräumt. Nur noch ein Vor- und ein Zurück-Knopf zieren den linken Rand der Bedienleiste, dann kommt schon das Fenster mit den URL. In dieses integriert sind ein Button für das Anlegen von Lesezeichen, einer für die Surfgeschichte und einer zum Aktualisieren oder, wenn die Seite gerade lädt, zum Stoppen des Vorgangs. Der Home-Button ist ganz nach rechts gewandert. Am auffälligsten sind die Tabs. Die Reiter, um sie anzusteuern, sind vom unteren Rand der Bedienleiste an den oberen verlegt worden.

In der Tab-Ebene befindet sich am rechten Rand ein kleiner Pfeil, der App-Button. Über diesen können die Inhalte aller offenen Tabs in einer Übersicht dargestellt werden, außerdem lassen sie sich darüber zu Gruppen zusammenfassen. Mit einem Rechtsklick auf die Tab-Leiste öffnet sich eine weitere Funktion – Tabs anpinnen. Seiten, die häufig genutzt werden sollen, werden nicht als großer Reiter dargestellt, sondern auf ihr Favicon reduziert. Der Vorteil: Sie rutschen dann nicht mehr aus dem Sichtfeld, wenn viele Tabs geöffnet sind. Und solange in den Einstellungen nicht festgelegt ist, dass die History nach jeder Sitzung gelöscht wird, bleiben die Tabs auch erhalten. Was wie so oft die Entscheidung notwendig macht: Privatsphäre oder bequemere Nutzung.

Noch immer gibt es das Suchmaschinen-Suchfenster, das Eingabefeld für Adressen erfüllt diese Funktion aber auch, zumindest zum Teil. Dort eingegebene Begriffe werden mit der Surfgeschichte und den Lesezeichen abgeglichen und rufen die Website auf, die wahrscheinlich gemeint sein könnte. "Inbox" führt zum GMail-Account, wenn man diesen häufiger nutzt. Ist er gerade in einem Tab geöffnet, wird dieses Tab angeboten.

Mozilla verspricht, dass die Treffer mit der Zeit immer besser werden. Awesome Bar heißt deswegen das Adressfenster, fantastische Leiste. Zuerst eingeführt hat diese Funktion Google beim Chrome, dort heißt sie Omnibar .

Korrektur: Wie einige Leser völlig zu Recht anmerkten, gab es die Awesome Bar schon bei der Einführung des Firefox 3 im Jahr 2008. Googles Chrome, der die gleiche Funktion besitzt, startete zwar im gleichen Jahr, allerdings später als der Firefox. Weswegen es wohl eher heißen muss, dass Mozilla die Idee zuerst umsetzte.

Leserkommentare
  1. In der Screenshots die ich bisher gesehen habe sieht der neue firefox genauso aus Opera. Weiterhin wurden alle hier genannten neuen Features zuvor schon von Opera in der letzten, oder sogar vorletzten, Version implementiert. Ich moechte nicht das Wort Plagiat benutzen aber man sollte schon mal darauf hinweisen.

    Trotzdem werde ich wohl auch in Version 4 beim Firefox bleiben...

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    bis ins Detail ist die Ähnlickeit zu erkennen (z.B. Menüicon). Aber Opera ist immer noch der bessere Kandidat, wenn man eine Alles-in-einem-Lösung sucht mit E-Mail-Client und erweitertem Downloadmanager sucht.

    So gesehen ist die beste "richtige" Neuerung wohl das Favicon. Die Einstellungen noch wie früher als Fenster und nicht als Tab umzusetzen, ist jedoch nicht ganz so konsequent.

    • YaX
    • 23. März 2011 22:59 Uhr

    Naja frag mich wann eigentlich mal für Opera Werbung gemacht wird. Aus meiner persönlichen Sicht, hätte es Opera durchaus am ehsten verdient als ewiger Vorreiter. Desweiteren kann man Opera sofort sinnvoll nutzen ohne 20Plug-Ins nachzuinstallieren zu müssen.
    Wüsste zu gern wieso gerad Firefox die Lorbeeren absahnt obwohl es dafür eigentlich nicht den geringsten Grund gibt.

    In der Screenshots die ich bisher gesehen habe sieht der neue firefox genauso aus Opera.

    Ich kenne Opera nicht, aber mich erinnert Firefox4 eher an den Internet Explorer8/9. (Die Anordnung der Elemente, FAV-Icon, Blaue Kreise beim Laden, etc.)

    Und die Awesome-Bar gab es auch schon bei Firefox3.

  2. bis ins Detail ist die Ähnlickeit zu erkennen (z.B. Menüicon). Aber Opera ist immer noch der bessere Kandidat, wenn man eine Alles-in-einem-Lösung sucht mit E-Mail-Client und erweitertem Downloadmanager sucht.

    So gesehen ist die beste "richtige" Neuerung wohl das Favicon. Die Einstellungen noch wie früher als Fenster und nicht als Tab umzusetzen, ist jedoch nicht ganz so konsequent.

    Antwort auf "opera -> firefox"
  3. 3. Opera

    Tja, so viele Sachen, die Opera eingeführt hat, sind mittlerweile Standard. Ich denke da nur an das unverzichtbare Tabbed Browsing, das bei Opera mit Abstand als erstem Browser Standard war. Kaum zu glauben, wie lange die anderen da hinterher lagen. Für mich war allein das schon der Grund damals auf Opera umzusteigen. Und hätte Opera mir nicht das Kraut mit seinem nervigem platzraubenden Werbefenster weggenommen, würde ich es mit großer Sicherheit auch heute noch benutzen. So bin ich allerdings auf Firefox umgestiegen und sehe im Moment auch wenig Grund wieder zurück zu Opera zu wechseln. Allein die unglaubliche Anzahl an Add-Ons macht Firefox für mich zum attraktivsten Web-Browser. Auch wenn die Funktionen nur "geklaut" sind. Solange Opera kein überzeugendes Argument hat, das es gegenüber Firefox deutlich abhebt, werde ich wohl weiterhin treuer FF-Nutzer bleiben.

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    Das war bei mir ganz ähnlich! Damals, im letzten Jahrtausend, kannte nur der Opera Tabs. Für mich war (und ist bis heute) das ein derartiges Killer-Feature, dass es alle Nachteile leicht kompensiert hat. Wie erwähnt war da z.B. das integrierte Werbebanner, außerdem gab es relativ viele Seiten, deren Layout in Opera kaputt war.
    Soweit ich mich erinnere, hatte Mozilla dann irgendwann auch halbherzigen Tab-Support.
    Aber erst der Firefox hat dann konsequent darauf gesetzt, und seither benutze ich auch hauptsächlich diesen.

    Noch kurz off-topic: Das Programm schlechthin für Tab-Fetischisten wie mich ist der Konqueror in KDE. Dort kann man nicht nur Webseiten, sondern auch File-Browser, Remote-File-Browser über verschiedene Protokolle (FTP, SSH, ...), Dokumente (u.a. PDF) und vieles mehr in Tabs öffnen, das alles innerhalb eines Programmfensters.

    • Pyr
    • 23. März 2011 20:25 Uhr

    Komisch - ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass Firefox 4 aussieht wie Opera, sondern wie Chrome. Ich denke, die Browser gleichen sich optisch sehr stark an - was ich gut finde, denn so kann man sie leichter wechseln. Ich sehe auch in Zukunft, dass ich je nachdem wer gerade die Nase vorn hat einfach kurz den Browser wechsele. Bis zum nächsten großen Update.

    In diesem Sinne: tschüss Chrome, hallo lieber Firefox. Deine neue Version gefällt mir richtig gut, und deine Addons sind noch immer unübertroffen. :)

  4. Das der Explorer der "beliebteste Browser der Welt" ist, wie im Artikel erwähnt, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Der am meißten benutzte mit Sicherheit.

    Ich wage viel mehr zu behaupten, dass viele Benutzer des Explorers ihn überhaupt nicht lieben sondern:

    a) durch Firmenpolitik gezwungen sind ihn zu benutzen weil keine alternativen auf den Firmenrechnern erlaubt sind

    b) überhaupt nicht wissen was ein Browser ist, geschweige denn das es Alternativen zu dem gibt, was standardmäßig auf jedem PC ist.

    Na ja, ist vielleicht nur Wortklauberei. Aber war der Trabant das beliebteste Auto in der DDR?

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    In der Tat ist der einzige Grund den Explorer zu benutzen der, dass insbesondere große Firmen nicht in der Lage und nicht willens sind (insbesondere interne) Webseiten zu programmieren die mit anderen Browsern lesbar sind ... Von Outlook mail-servern ganz zu schweigen ....

    Aber wenn selbst in Verordnungen und Gesetzen in vielen Ländern der Welt bereits der Name Microsoft auftaucht muss man sich nicht wundern. Gute Lobby-arbeit ...

  5. ... dass es noch Leute gibt, die den Internet Explorer benutzen.

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    • BinJip
    • 23. März 2011 22:45 Uhr

    Es ist leider bittere Realität, dass über 80% aller Internetnutzer noch den Internet Explorer verwenden. Die meisten auch noch die veraltete Version 8, statt des deueren IE9.

    Daran sieht man die macht, die ein Betriebssystem mit sich bringt. Wenn der Internet Explorer standardmäßig mitinstalliert ist, ist es egal ob er schwerfällig und offen für Angriffe ist. Die Bequemlichkeit siegt, vorallem bei der älteren Generation.

    Ich persönlich bin nach wie vor großer Fan von Opera. Er stellt zwar nicht die größte Gruppe der Alternativ-Browser, hat aber sehr viele Entwicklungen und Inovationen auf den Markt gebracht. Tabbed Browsing haben wir z.B. Opera zu verdanken.

  6. Das war bei mir ganz ähnlich! Damals, im letzten Jahrtausend, kannte nur der Opera Tabs. Für mich war (und ist bis heute) das ein derartiges Killer-Feature, dass es alle Nachteile leicht kompensiert hat. Wie erwähnt war da z.B. das integrierte Werbebanner, außerdem gab es relativ viele Seiten, deren Layout in Opera kaputt war.
    Soweit ich mich erinnere, hatte Mozilla dann irgendwann auch halbherzigen Tab-Support.
    Aber erst der Firefox hat dann konsequent darauf gesetzt, und seither benutze ich auch hauptsächlich diesen.

    Noch kurz off-topic: Das Programm schlechthin für Tab-Fetischisten wie mich ist der Konqueror in KDE. Dort kann man nicht nur Webseiten, sondern auch File-Browser, Remote-File-Browser über verschiedene Protokolle (FTP, SSH, ...), Dokumente (u.a. PDF) und vieles mehr in Tabs öffnen, das alles innerhalb eines Programmfensters.

    Antwort auf "Opera"
  7. ist mein Favorit atm.

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