Erdbeben in JapanInformationsquellen im Netz

Das Internet bietet unzählige Wege, um sich über Katastrophen wie derzeit in Japan zu informieren. ZEIT ONLINE hat die wichtigsten Quellen zum Erdbeben zusammengestellt. von , und

Der Dienst Trends-Map sammelt Twitter-Hashtags, die in Japan gerade wichtig sind

Der Dienst Trends-Map sammelt Twitter-Hashtags, die in Japan gerade wichtig sind  |  © Screenshot ZEIT ONLINE

Ein Erdbeben der Stärke 8,8 hat die die Küste der japanischen Hauptinsel Honshu erschüttert. Im Netz fanden sich innerhalb kurzer Zeit viele Informationen dazu. Hier einige der wichtigsten Quellen:

Der japanische meteorologische Dienst bietet aktuelle Daten über Stärke und Ort der Erdbeben. Jeder Punkt auf der Karte zeigt eine Messstation und die dort registrierte Stärke der Erschütterungen. Genutzt wird dabei die japanische Skala, die Erschütterungen an der Oberfläche misst. Der Wert heißt Shindo und ist nicht vergleichbar mit der Richterskala . Ab einem Wert von fünf Shindo, der an mehreren Küstenorten erreicht wurde, sind Schäden an Gebäuden wahrscheinlich.

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Die Meteorologen haben auch eine Karte erstellt, auf der die Regionen, die vom folgenden Tsunami bedroht sind, eingetragen sind.

Das Potsdamer Geoforschungszentrum beschäftigt sich mit der Aufzeichnung weltweiter Erdbebenaktivitäten. So gibt es dort auch Informationen zum aktuellen Beben in Japan . Und eine Live-Übersicht der Erdstöße samt Stärke und Angabe der Geodaten .

Fernsehberichte über die Katastrophe finden sich beim öffentlich-rechtlichen japanischen Sender NHK. Er hat einen internationalen Kanal, der auf englisch sendet und im Netz übertragen wird .

Das Erdbeben vom 11. März

In fast 90 Prozent der Fälle werden Tsunamis durch Seebeben ausgelöst. Dabei brechen oder reißen aufeinander stoßende Erdplatten und erschüttern den Untergrund des Ozeans. In Japan taucht die Pazifische unter die Eurasische Platte.

Infografik Erdbeben
Klicken Sie auf das Bild, um die Weltkarte der Erdbebengefahr herunterzuladen

Klicken Sie auf das Bild, um die Weltkarte der Erdbebengefahr herunterzuladen  |  © Anne Gerdes/ZEIT Grafik

Durch solche Erdverschiebungen können gewaltige Wassermassen in Bewegung gesetzt werden. Einmal angestoßen, beginnt eine Kettenreaktion: So wie ein Dominostein den nächsten anstößt, pflanzt sich die Bewegungsenergie im Wasser fort – mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 Kilometern in der Stunde.

In Japan ereignete sich am 11. März 2011 um 14.46 Uhr Ortszeit (06.46 Uhr MEZ) ein großes Erdbeben der Stärke 9. Zahlreiche weitere Beben erschütterten die Region. Das Epizentrum lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und fast 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokyo. Das Beben löste mehrere Flutwellen aus, die weite Landstriche verwüsteten.

Mehr als 15.800 Menschen starben durch die Naturkatastrophen, mehr als 3.200 gelten weiterhin als vermisst. Rund 120.000 Gebäude wurden zerstört, Hunderttausende weitere zum Teil erheblich beschädigt (Quelle: National Police Agency, Japan).

Der Tsunami

Eigentlich bedeutet das japanische Wort Tsunami "Hafenwelle". Meist ist es aber nicht eine einzige Welle, die ausgelöst durch ein Erdbeben die Küsten trifft, sondern die Erschütterungen lösen gleich eine ganze Serie von Flutwellen aus.

Treffen diese Wellen nach ihrer rasanten Ausbreitung über den offenen Ozean auf flachere Gewässer, türmen sich die Wassermassen meterhoch auf. Als gewaltige Brecher schlagen die Fluten an Land und können so kilometerweit ins Landesinnere vordringen.

Mit Beben muss man auf Japans Hauptinsel Honshu stets rechnen. Das Land liegt im Bereich des Pazifischen Feuerrings. Damit ist ein Vulkangürtel gemeint, der den Pazifischen Ozean umringt.

GAU in Fukushima

Während des Bebens am 11. März 2011 wurde auch das an der Ostküste der Präfektur Fukushima gelegene Atomkraftwerk Fukushima-1 beschädigt. Der anschließende Tsunami zerstörte sowohl die Notstromversorgung als auch wichtige Kontrollmöglichkeiten der sechs Reaktoren.

Grafik Radioaktivität
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Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen.  |  © Julika Altmann

Nachdem das Kühlsystem ausfiel, kam es zu mehreren Explosionen durch entzündeten Wasserstoff. Die Wände der Reaktoren 1, 2, 3 und 4 wurden teils schwer dadurch beschädigt. Zudem ereigneten sich Kernschmelzen in den Reaktoren 1 bis 3. Radioaktivität trat in hohen Mengen in die Umwelt aus.

Das umliegende Gebiet musste evakuiert werden. Noch immer sind Städte und Dörfer in einem Radius von 20 Kilometern um die Atomanlage gesperrt. Mindestens 60.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen.

Der AKW-Betreiber Tepco versucht, die havarierten Reaktoren langfristig unter Kontrolle zu halten. Die Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage von Fukushima-Daiichi mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Livebilder des japanischen Fernsehens finden sich auch auf der Streamingplattform Ustream .

Außerdem haben diverse große Nachrichtenmedien Liveblogs gestartet und versuchen, einen Überblick über die Lage zu vermitteln, darunter CNN , Al Jazeera , Guardian oder das Wall Street Journal . Google hat eine Seite online gestellt, auf der verschiedene Notfallhinweise gesammelt und gebündelt werden , darunter Warnungen und Notfalltelefonnummern. 

Leserkommentare
  1. will ich mich ja gar nicht an dem Katasprohentourismus beteiligen?

    Aber,mir bleibt gar nichts anderes mehr übrig,auf allen Seiten,Sendern nur noch Japan.

    Ich finde es schlimm,aber muss da jeder mit der Kamera draufhalten?

  2. 2. Danke

    für die gute Zusammenstellung

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