Das Oxford English Dictionary (OED) bezeichnet sich selbst als " definitive record oft the English language ", als das Standardwerk also. Es gilt als Wächter der englischen Sprache, nur Wörter und Ausdrücke, die in ihm aufgeführt sind, gelten gemeinhin als offiziell. Und nur Wörter, die sich über Jahre im allgemeinen Sprachgebrauch bewährt haben, werden aufgenommen.

Insofern kann das, was gerade geschah, als Zeichen gelten, dass das Internet in der Wahrnehmung der Gesellschaft ankommt: Unter den rund 600.000 Einträgen des Wörterbuches finden sich künftig auch die Initialwörter Lol ( laughing out loud ) und OMG ( oh my god ). Sie seien eng mit der elektronischen Kommunikation verknüpft und hätten ihren Weg in gedruckte Medien und in die gesprochene Sprache gefunden, schreibt der Redaktionsleiter des OED, Graeme Diamond, im offiziellen Blog .

Noch eine erstaunliche Neuerung gibt es. Zum ersten Mal fand ein Ausdruck, der sein Leben auf T-Shirts und Aufklebern begann, Eingang ins OED, das Herz nämlich, wenn es verwendet wird als Wortersatz im Sinne von etwas mögen. Wie in "I (heart) NY", in elektronischer Kommunikation – noch nicht aber im OED – gern dargestellt als seitlich liegendes Herz: <3.

Der Slogan "I <3 NY" wurde in den 70er Jahren als T-Shirt-Design berühmt

Die Entscheidung ist gut begründet, ist das Herz nach Angaben der Lexikografen doch schon "seit dem 12. Jahrhundert das Symbol für Liebe und Zuneigung".

Der Werdegang des Lol ist da deutlich kürzer. In seiner jetzigen Bedeutung wurde es zum ersten Mal offiziell im Juni 1990 in einer Newsgroup im Usenet gesichtet. Der Durchbruch gelang dem Ausdruck allerdings erst in den letzten zehn Jahren mit dem Aufstieg von Handys und Chatprogrammen.

Für Sprachpuristen ist das noch lange kein Grund, im OED zu stehen. Nur jugendlicher Slang, nicht allgemein gebräuchlich, sagen die einen. Nichts als eine Abkürzung, argumentieren die anderen.

Dem OED aber genügen andere Kriterien. Um aufgenommen zu werden, muss ein Wort gebräuchlich sein und von der Allgemeinheit verstanden werden. Außerdem muss es schon eine Weile existieren. Die minimale Lebensspanne, die nötig sei, seien ungefähr fünf Jahre, sagte Diamond in einem Interview mit dem Onlinemagazin Slate . "Ein Wort sollte schon ein bisschen gelebt haben, bevor wir seine Biografie aufzeichnen."