Netzspezifischen Themen haben im aktuellen Landtagswahlkampf eigentlich keine Rolle gespielt, dennoch holten die Piraten in Baden-Württemberg zehn Prozent der Stimmen aller männlichen Erstwähler © Andreas Rentz/Getty Images

Es war ein überraschend gutes Ergebnis für die kleine Partei: Bei den jüngsten Landtagswahlen haben die Piraten in Baden-Württemberg 2,1 Prozent der Stimmen erzielt und in Rheinland-Pfalz 1,6 Prozent. Interessant daran ist vor allem, dass es niemand so richtig zur Kenntnis nehmen wollte. In den bunten Torten und Prozentbalken der ARD-Wahlmonitore beispielsweise tauchte die Partei nicht auf.

"Die Linken sind genauso an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert wie wir, haben kaum mehr Prozentpunkte bekommen", sagt André Martens. Sie aber sei in den Wahlgrafiken dargestellt worden. Auf Nachfrage habe es bei der ARD geheißen, die Linken seien ja schließlich im Bundestag vertreten und die Auflistung der Parteinamen hätte schon vor der Wahl festgestanden. Martens ist Politischer Geschäftsführer des Landesverbandes Baden-Württemberg und trotz des Erfolges nicht zufrieden: "Wir leiden vor allem unter mangelnder Sichtbarkeit."

Über die Piraten gab es nach der Wahl auch in Zeitungen wenig bis gar nichts zu lesen. Das war mal anders. Es ist jedoch schon etwas her, dass sich die Medien an der neuen Partei abgearbeitet haben: Mal hämisch, mal euphorisch, mal in Analogien zum Aufstieg der Grünen, mal in solchen zum Phänomen der Eintagsfliegen. Immerhin aber gab es damals Aufmerksamkeit. Die aber ist unerlässlich in der Politik. Fast so wichtig wie Wahlergebnisse.

Die immerhin waren nun nicht schlecht. Das Beste gab es im Bezirk "Karlsruhe 1" –  immerhin 3,6 Prozent der Stimmen holten die Piraten da. Und noch eine interessante Zahl: Zehn Prozent der männlichen Erstwähler haben sich für die Piraten entschieden.

Im Vergleich zu ihren Aufwendungen fiel der Wahlkampf der Piraten zudem besonders effizient aus. Insgesamt, findet Martens, alles sehr gute, in die Zukunft weisende Ergebnisse. "Und das ganz ohne Hype, ohne einen natürlichen Gegner wie Schäuble oder von der Leyen."

Mit der Abwahl von Regierungschef Stefan Mappus, der Streit um Stuttgart 21 und die Atomdebatte haben in der Tat den Wahlkampf dominiert. Sämtliche Themen, bei denen die Piraten nicht viel sagen können. Auch auf taktische Stimmen konnten sie nicht hoffen, denn dass sie die Fünf-Prozent-Hürde überwinden, haben selbst die größten Optimisten nicht erwartet.