Doku-Fiktion Vom Algorithmus ausgestoßen

Die ZDF-Produktion "Alice 5.0" will auf Gefahren und Fallen sozialer Netzwerke hinweisen und verbindet dazu Fiktion mit Fakten. Das ist spannend, stößt aber an Grenzen.

Der Aussteiger und Blogger Prometheus vor dem "Host"-Interface

Der Aussteiger und Blogger Prometheus vor dem "Host"-Interface

"Ein Profil für alles", lautet der Slogan von Host, dem sozialen Netzwerk der Zukunft. Das erinnert an Äußerungen von Mark Zuckerberg, des Chefs von Facebook, und das soll es auch. Drei Milliarden Nutzer verknüpft das fiktive Netzwerk, das in der 45-minütigen ZDF-Produktion Alice 5.0 eine tragende Rolle spielt. Einer dieser Nutzer ist Prometheus, Künstler, Blogger und Aussteiger. Er lebt abseits der Zivilisation, seine sozialen Kontakte über Host sind ihm deswegen umso wichtiger, er lebt im Netz. Bis eine seltsame Fehlermeldung ihn eines Tages buchstäblich vom Rest der Welt abschneidet.

Alice 5.0 entstand im Rahmen der vierteiligen Reihe Bodybits - Analoge Körper in digitalen Zeiten. Der Film will den Einfluss des sozialen Über-Netzwerks auf seine Nutzer zeigen, unsere Abhängigkeit vom Internet thematisieren. Die Idee ist nicht neu, die Umsetzung dagegen schon.

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"Doku-Fiktion" nennen die Macher das Format: Anhand einer erfundenen Geschichte sollen wahre Zusammenhänge erklärt werden. Erreicht wird es durch das geschickte Wechselspiel zwischen erdachter und tatsächlicher Gegenwart und indem reale Personen in die fiktive Rahmengeschichte eingebunden werden.

Für ihr Projekt konnten die Regisseure Patrick Doberenz und Philipp Enders gleich mehrere Persönlichkeiten gewinnen, die ganz im Stile klassischer Dokumentarfilme als Experten auftreten: Die Autorin Jean Kilbourne erzählt von der wachsenden Bedeutung digitaler Werbung. Mark Butler, Zukunftsforscher an der Universität Potsdam, erklärt die Rolle von Avataren für die Selbstdarstellung im Netz und der Wissenschaftler Sut Jhally gibt Einblicke in die aktuelle Profilforschung.

Der Unterschied zu traditionellen Dokumentationen liegt darin, dass sich alle Personen im Rahmen des Films zwar auf das fiktionale Netzwerk Host beziehen, sich ihre Antworten aber auch auf unsere Wirklichkeit übertragen lassen. Genau das führt immer wieder zu kurzen Aha-Momenten und dem Gefühl: "Das kommt mir doch bekannt vor!" Zum Beispiel, wenn Rena Tangens, Datenschützerin und Mitbegründerin des Foebud e.v., erklärt, was hinter der Hotline-Warteschleife von Handyanbietern steckt.

An anderer Stelle verschwimmt die Grenze zwischen Fakt und Fiktion nahtlos: Stefan Keuchel, fiktiver Pressesprecher von Host und realer Sprecher von Google, erklärt, dass man nur noch ein einziges Profil für sämtliche Dienste benötigt. Eine passende Wahl, sind Google und Facebook doch die beiden Unternehmen, die mit viel Energie und Geld daran arbeiten, die Identität der Nutzer zu zentralisieren.

Identität ist nur eines von mehreren Stichworten, die im Verlauf des Films fallen. Am Beispiel Prometheus' werden auch die versteckten Aspekte sozialer Netzwerke hinterfragt: Wie stark ist die Bindung zwischen virtuellen Freunden wirklich? Welche Gefahren birgt die Selbstdarstellung im Netz? Und wer verfolgt eigentlich, was ich im Netz tue? Kurz, es geht um Datenkontrolle – und Datensicherheit.

Leser-Kommentare
  1. dass sie die "jungen Themen" ins Nachtprogramm legen.

  2. Da schafft es mal wieder eine Doku da sogat Zeitungsbericht über sie erscheinen, and das man mit ihr die GEZ Gebüren begründen könnte. Und sie ist soagar Gesellschaftskritisch, und dann sieht man die Sendezeit.

    leiber dann zeigen wenn eh kaum einer zuschaut da der 20.15 Sendeplatz ja für wichtigeres gebraucht wird als hochgelobte eingenproduktionen mit geselschaftlichen Stellenwert zu zeigen.

    Denn da läuft ja "SOKO 5113" eine Serie phne gesellaschaftlichen ansprech und reine Unterhaltung. Nich das Schlechteste aber ebend auch nicht das wofür ARDund ZDF eigentlich ihr Geld bekommen.

  3. ...sowie auf Abruf in der ZDF-Mediathek...

    Beste Grüße.
    FSonntag

  4. Was hat das mit Information zu tun? Es ist Futter für Paranoide und man füttert die wenig-informierten Wichtigtuer. So arbeitet weder Google noch facebook, das könnten die sich gar nicht leisten. Wenn die derartige Fehler machen, werden sich die Nutzer ganz schnell abwenden. Da wird auch nicht "der Nutzer analysiert", wer sollte das tun? Es werden Daten extrahiert, die Browsern in Rechnern zugeordnet werden, mehr nicht. Welcher Techniker sollte sich auch um einzelne Nutzer kümmern?
    Facebook als auch Google bieten sehr nützliche Dienste an, und die werden dadurch bezahlt, indem Werbung geschaltet wird. Das ist alles, und das gibt es seit eh und je in Kinos und in Zeitungen. Daß man Menschen die Werbung sendet, die etwas mit ihnen zu tun haben könnten, ist nur löblich und verbilligt Werbung, indem man sie effektiver macht. Wer letztlich kauft, kann niemand kontrollieren.
    Die Kampagnen der Fernsehsender und Zeitungen gegen "das Internet" sind so durchsichtig als Konkurrenzgebaren zu entlarven, daß einem schon fast schlecht wird, wenn es nicht so traurig wäre. Man sollte vielleicht bedenken, daß durch Google erstmals auch Kleinstunternehmer eine Chance haben, auf dem Markt etwas anzubieten, das ansonsten nur Große angeboten haben oder daß niemand anbot (z.B. dawanda-Sachen).Teure Zeitungs-Werbung hat noch kein Kleinunternehmer oder Existenzgründer lange durchgehalten. Das war das große Geschäft von diversen Zeitungsverlegern, und diese Ära neigt sich nun dem Ende zu.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Ich habe die ZDF Produktion noch nicht gesehen - aber sollte vielleicht, dennoch, bei so einem Kommentar... ups...

    1) Es werden sehr wohl Nutzer analysiert -> was meinen Sie warum es überall "facebook like" und google-Konto-Integration gibts? In dem Moment in dem sie einen "like Button" klicken geben sie facebook Bescheid "das bin ich, ich werbe für das hier". In dem Moment in dem Sie sich mit einem google-Konto bei einem anderen Dienst anmelden sagen sie "das könnte mich interessieren" -> wenn sie dann noch über OpenID sich regelmäßig anmelden weiß google ob es sie interessiert - ansonsten würden sie sich ja nicht regelmäßig anmelden.
    Und google personalisiert Werbung - und Suchergebnisse.
    -> Hier ein interessanter "TED Talk": http://www.ted.com/talks/...
    (Vielleicht der Grund warum ich jetzt in Google etwas über den General Number Field Sieve finde, aber nicht vor 6 Monaten als ich es brauchte - für mein BSc Project)

    2) Browserprofile - Browserprofile sammelt man wenn man den Nutzer kennt und auch wenn man den Nutzer nicht kennt (daher kein Konto).
    Was sie aber übersehen - solche Browserprofile können relativ eindeutig sein weil Ihr Browser viel mehr versendet als für die korrekte Darstellung einer Webseite gebraucht wird https://panopticlick.eff....
    (Warum versendet ein Webserver ALLE installierten Schriftarten? -> Die braucht man nicht für eine Webseite)

    3) Zum Thema kleine Anbieter - nicht wirklich, denn großer Unternehmen können für besser Werbepositionen bezahlen, ferner können Sie für längere Werbeeinblendungen bezahlen.

    Erstellen sie eine Webseite - sofern sie keine einzigartigen Begriffe verwenden werden Sie wohl kaum auf den ersten Seiten bei Google auftauchen - warum? Weil man wenig auf sie verlinken wird, wieder eine Domäne von größeren Herstellern/Anbietern welche in Blogs, Online Zeitungen und Nutzerberichten einen Link zu Ihrem Produkt finden.

    Sicherlich ist es einfacher ein Produkt im Web anzubieten als in der "reellen Welt" andererseits wird man Sie im Web kaum finden es sei den Sie nutzen einzigartige Suchbegriffe oder werben bewusst (im reellen Leben) für Ihr Produkt.

    • Elite7
    • 16.05.2011 um 20:47 Uhr

    Zur Werbung, zur Umsatzgenerierung. Niemand hat ein persönliches Interesse an ihnen. Also muss ich Kerle51 Recht geben. Und mit den Daten wird ja auch nicht um sich geschmissen, wie es immer dargestellt wird und Datenklau ist sowieso immer so ein Unwort, ich mein wie soll ich ihnen ihre Adresse oder Telefonnummer klauen, sprich wegnehmen? Denken Sie mal darüber nach, was die Sony Hacker mit ihren Daten anfangen sollten.

    Ich habe die ZDF Produktion noch nicht gesehen - aber sollte vielleicht, dennoch, bei so einem Kommentar... ups...

    1) Es werden sehr wohl Nutzer analysiert -> was meinen Sie warum es überall "facebook like" und google-Konto-Integration gibts? In dem Moment in dem sie einen "like Button" klicken geben sie facebook Bescheid "das bin ich, ich werbe für das hier". In dem Moment in dem Sie sich mit einem google-Konto bei einem anderen Dienst anmelden sagen sie "das könnte mich interessieren" -> wenn sie dann noch über OpenID sich regelmäßig anmelden weiß google ob es sie interessiert - ansonsten würden sie sich ja nicht regelmäßig anmelden.
    Und google personalisiert Werbung - und Suchergebnisse.
    -> Hier ein interessanter "TED Talk": http://www.ted.com/talks/...
    (Vielleicht der Grund warum ich jetzt in Google etwas über den General Number Field Sieve finde, aber nicht vor 6 Monaten als ich es brauchte - für mein BSc Project)

    2) Browserprofile - Browserprofile sammelt man wenn man den Nutzer kennt und auch wenn man den Nutzer nicht kennt (daher kein Konto).
    Was sie aber übersehen - solche Browserprofile können relativ eindeutig sein weil Ihr Browser viel mehr versendet als für die korrekte Darstellung einer Webseite gebraucht wird https://panopticlick.eff....
    (Warum versendet ein Webserver ALLE installierten Schriftarten? -> Die braucht man nicht für eine Webseite)

    3) Zum Thema kleine Anbieter - nicht wirklich, denn großer Unternehmen können für besser Werbepositionen bezahlen, ferner können Sie für längere Werbeeinblendungen bezahlen.

    Erstellen sie eine Webseite - sofern sie keine einzigartigen Begriffe verwenden werden Sie wohl kaum auf den ersten Seiten bei Google auftauchen - warum? Weil man wenig auf sie verlinken wird, wieder eine Domäne von größeren Herstellern/Anbietern welche in Blogs, Online Zeitungen und Nutzerberichten einen Link zu Ihrem Produkt finden.

    Sicherlich ist es einfacher ein Produkt im Web anzubieten als in der "reellen Welt" andererseits wird man Sie im Web kaum finden es sei den Sie nutzen einzigartige Suchbegriffe oder werben bewusst (im reellen Leben) für Ihr Produkt.

    • Elite7
    • 16.05.2011 um 20:47 Uhr

    Zur Werbung, zur Umsatzgenerierung. Niemand hat ein persönliches Interesse an ihnen. Also muss ich Kerle51 Recht geben. Und mit den Daten wird ja auch nicht um sich geschmissen, wie es immer dargestellt wird und Datenklau ist sowieso immer so ein Unwort, ich mein wie soll ich ihnen ihre Adresse oder Telefonnummer klauen, sprich wegnehmen? Denken Sie mal darüber nach, was die Sony Hacker mit ihren Daten anfangen sollten.

  5. Internetgedöns ist beim ZDF immer noch Nische. Sieht man schon an der Sendezeit.

    Wirklich erfolgreich wäre so ein Format erst 20:15Uhr, damit man sich über Soziale-Netzwerke mit anderen austauschen kann. Optional mit anschließender Diskussionsrunde mit (bitte, bitte!!) fähigen Gästen.

  6. Ich habe die ZDF Produktion noch nicht gesehen - aber sollte vielleicht, dennoch, bei so einem Kommentar... ups...

    1) Es werden sehr wohl Nutzer analysiert -> was meinen Sie warum es überall "facebook like" und google-Konto-Integration gibts? In dem Moment in dem sie einen "like Button" klicken geben sie facebook Bescheid "das bin ich, ich werbe für das hier". In dem Moment in dem Sie sich mit einem google-Konto bei einem anderen Dienst anmelden sagen sie "das könnte mich interessieren" -> wenn sie dann noch über OpenID sich regelmäßig anmelden weiß google ob es sie interessiert - ansonsten würden sie sich ja nicht regelmäßig anmelden.
    Und google personalisiert Werbung - und Suchergebnisse.
    -> Hier ein interessanter "TED Talk": http://www.ted.com/talks/...
    (Vielleicht der Grund warum ich jetzt in Google etwas über den General Number Field Sieve finde, aber nicht vor 6 Monaten als ich es brauchte - für mein BSc Project)

    2) Browserprofile - Browserprofile sammelt man wenn man den Nutzer kennt und auch wenn man den Nutzer nicht kennt (daher kein Konto).
    Was sie aber übersehen - solche Browserprofile können relativ eindeutig sein weil Ihr Browser viel mehr versendet als für die korrekte Darstellung einer Webseite gebraucht wird https://panopticlick.eff....
    (Warum versendet ein Webserver ALLE installierten Schriftarten? -> Die braucht man nicht für eine Webseite)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    -> Da hat sich ein Fehler in dem letzten Satz eingeschlichen.
    Ich schrieb:

    "Warum versendet ein Webserver ALLE installierten Schriftarten? -> Die braucht man nicht für eine Webseite"

    Dabei meinte ich:
    Warum versendet ein Webbrowser ALLE installierten Schriftarten? -> Die braucht man nicht für eine Webseite

    -> Da hat sich ein Fehler in dem letzten Satz eingeschlichen.
    Ich schrieb:

    "Warum versendet ein Webserver ALLE installierten Schriftarten? -> Die braucht man nicht für eine Webseite"

    Dabei meinte ich:
    Warum versendet ein Webbrowser ALLE installierten Schriftarten? -> Die braucht man nicht für eine Webseite

  7. 3) Zum Thema kleine Anbieter - nicht wirklich, denn großer Unternehmen können für besser Werbepositionen bezahlen, ferner können Sie für längere Werbeeinblendungen bezahlen.

    Erstellen sie eine Webseite - sofern sie keine einzigartigen Begriffe verwenden werden Sie wohl kaum auf den ersten Seiten bei Google auftauchen - warum? Weil man wenig auf sie verlinken wird, wieder eine Domäne von größeren Herstellern/Anbietern welche in Blogs, Online Zeitungen und Nutzerberichten einen Link zu Ihrem Produkt finden.

    Sicherlich ist es einfacher ein Produkt im Web anzubieten als in der "reellen Welt" andererseits wird man Sie im Web kaum finden es sei den Sie nutzen einzigartige Suchbegriffe oder werben bewusst (im reellen Leben) für Ihr Produkt.

  8. muss mein Kommentar wohl unter Trollbeiträgen untergehen :-/.

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