Bio-Eier im Styropormantel, Öko-Gemüse auf Plastikpolstern, Schaumstoffflocken, Pappkartons satt. Das ist meine Osterbilanz. Ich habe einen Online-Einkauf zu beichten. Schuld ist die Berliner Kollegin Tina Klopp: Sie findet Webshopping von Lebensmitteln klasse – und hat mich damit angestiftet.

Bis vor einem Jahr war es gar nicht so einfach, im deutschen Internet Lebensmittel zu kaufen. Spezialshops gab es zwar: Wein, Delikatessen, Pralinen. Aber für die Grundversorgung mit "schnell drehenden Konsumwaren" sind Discounter, Verbraucher- und Supermärkte zuständig – und deren Websites waren meist bloß virtuelle Werbeflyer. Dann schlugen Experten Alarm: Deutschland sei dabei, das Online-Thema zu verschlafen .

Inzwischen haben REWE und Kaiser’s Pilotprojekte in Großstädten gestartet. Shops wie Edeka24.de, Lebensmittel.de , gourmondo.de und froodies.de bieten umfangreiche Sortimente. Und Amazon betreibt seit Juli 2010 einen Supersupermarkt mit 35.000 Food-Artikeln. Es fehlt also auch online an nichts mehr .

Außer an Kunden. Über 150 Milliarden Euro gaben die Deutschen im Jahr 2010 für Lebensmittel aus. Aber von der gewaltigen Summe entfallen maximal 1 Promille, rund 150 Millionen, auf Online-Käufe. So hat es der E-Commerce-Experte Prof. Dr. Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein ausgerechnet . Selbst bei einer Umsatzverdopplung, sagt er, bleibe das Volumen "äußerst überschaubar". Die Gründe: "Effizenzüberlegungen der Kunden" und "logistische Probleme" bei Händlern und Transporteuren.

Das ist erstaunlich, denn Effizienz und Logistik sind zwei Hauptversprechen der Online-Dealer: Keine Zeitverschwendung im Stau und an der Kasse! Kein Auto-Gegurke, keine Schlepperei! Stattdessen ein paar Klicks – und bald wuchtet ein Bote den halben Einkaufszentner in den 5. Stock.

Weil das gut klingt, habe ich meinen Ostereinkauf bei froodies bestellt. 30 Artikel, querbeet von Gemüse bis Milch. Froodies arbeitet in bisher drei Großstädten mit lokalen Supermärkten zusammen. Bestellt wird im Netz, ausgeliefert zu festen Tageszeiten. Kaiser’s testet in zwei Metropolen ein ähnliches Modell. Das klappe super, sagt die Kollegin.

Osnabrücker Landeier wie ich haben aber noch keinen solchen Regionalservice, sind also auf bundesweite Lieferanten angewiesen. Zu denen gehören etwa Lebensmittel.de, Gourmondo und Amazon – aber auch Froodies. Machbar ist der Online-Einkauf mithin überall, man muss nur wollen.