Illegale Downloads Studie über Kino.to-Nutzer bleibt unter Verschluss
Eine GfK-Studie soll zeigen: Nutzer von illegalen Filmseiten geben mehr Geld für Kino und DVDs aus als der Durchschnittsnutzer. Womöglich. Denn sie wurde nie publiziert.
© dpa/picture alliance

Der Kinosaal des Filmtheaters "Lichtburg" in Essen. 1,6 Mal im Jahr geht der Durchschnittsdeutsche ins Kino, Nutzer von Streamingseiten tun das womöglich deutlich öfter.
Studien dieser Art gibt es häufiger, und sie kommen zu ähnlichen Ergebnissen: Der Beweis, dass illegale Downloads oder Streams eins zu eins in einen Verlust der Medienindustrie umgerechnet werden können, ist so einfach nicht zu erbringen. Auch eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) legt nun offenbar nahe, dass Internetnutzer, die sich viel auf illegalen Streaming-Angeboten wie der inzwischen geschlossenen Seite kino.to herumtreiben, womöglich auch deutlich mehr Geld für Kinokarten und DVDs ausgeben. Allerdings wurde die Studie bislang nicht publiziert.
Nach Informationen des Online-Mediums Telepolis gaben in der Befragung der GfK viele Nutzer an, die Streaming-Seiten als eine Art Vorschau zu verwenden. Gefiel ihnen der Film, kauften sie DVD oder Kinokarte. Offensichtlich hatten die GfK oder ihre Auftraggeber ein anderes Ergebnis erwartet. "Wir haben damit nicht gerechnet", zitiert das Netzmagazin einen Mitarbeiter des größten Marktforschungsinstituts, der verständlicherweise anonym bleiben möchte, wie es in dem Artikel heißt. Und weiter überlegt der Telepolis-Autor Rüdiger Suchsland, ob das Vorgehen gegen kino.to "nicht zuletzt mit dem Ausschalten der Konkurrenz zu tun" hatte. Bastele die Branche doch an eigenen, ähnlichen Angeboten.
Auf Nachfrage korrigiert die Pressestelle der GfK den irreführenden Eindruck, das Institut selbst hätte einen Einfluss darauf, welche Studien publiziert würden und welche im Giftschrank verschwänden. "In unseren Geschäftsbedingungen sichern wir allen Auftraggebern zu, dass wir die Studien weder öffentlich begleiten noch publizieren, es sei denn, das wird vom Auftraggeber ausdrücklich gewünscht", heißt es.
Das bedeutet, die GfK kann weder die vermeintlichen Auftraggeber der Studie benennen, noch bestätigen, dass die Untersuchung überhaupt stattgefunden hat. Im Übrigen komme es sehr oft vor, dass Studien nicht veröffentlicht würden. "Sogar in der Mehrzahl der Fälle", heißt es aus der Pressestelle. Viele Studien dienten lediglich der internen Information für die auftraggebende Institution oder das Unternehmen.
- Datum 18.07.2011 - 18:43 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die erste Titelseite "der Zeit" aus dem Jahr 2010 passt hier so gut wie selten. Weg mit dem Fernsehen und wenn das nicht geht, wenigstens weg mit der GEZ. Sollte dann noch etwas Zeit übrig sein, könnte sich noch jemand um die GfK kümmern. Wer weiß schon so genau, ob der neue Transformers sich lohnt. Wahrscheinlich nicht, könnte aber die Ausnahme sein. Oder was Woody Allen gerade durch den Kopf gegangen ist, als er den letzten Film abgedreht hat. Auf Trailer und ähnliches ist doch eh kein Verlass. Und einen Filmkritiker meine Entscheidung zu überlassen; vielleicht im nächsten Jahr. Aber nur wenn sich alle Kritiker einig sind.
Ach so liebe Zeitredaktion: Nach einem Urteil des Hamburger Landgerichts (AZ 416 O 7/11 also taufrisch) darf sich ein Medium zukünftig nicht mehr "unabhängig" nennen, wenn es durch Werbung von Unternehmen finanziert wird, über die das Medium gleichzeitig berichtet.
Hat Apple eigentlich Ihrer Ausgabe mal Werbung geschaltet?
...hat der Autor leider nicht so ganz verstanden.
Der Normalfall ist, dass ein Unternehmen Informationen über ihr Image, ihre Produkte, ihre (potenziellen) Kunden erfahren will. Dafür bietet die Marktforschung auch zahlreiche "Tools" an, die zB helfen sollen den "optimal Preis" zu finden. Für das Unternehmen natürlich, nicht die Kunden. Und da ist es nur zu verständlich, dass diese Studien eben nicht veröffentlicht werden sollen. Es handelt sich hier eben nicht um "edle" Grundlagenforschung, sondern um Forschung, die auf konkreten wirtschaftlichen Interessen eines zahlenden Auftraggebers beruht. Das ist für sich genommen nichts Unmoralisches. Was die Marktforschungsinstitute machen ist nichts anderes als jeder x-beliebige Dienstleister sonst auch. Und in dem Fall muss man von der Gfk sagen, dass ihre Dienstleistung wirklich in einer wissenschaftlichen Studie bestand und nicht in plumper Meinungsmache.
... können wir schon davon ausgehen, dass bei einem eindeutig positiven - für das Unternehmen - Ergebnis, die Medien schon längst einschlägige Informationen hätten, um uns zu erklären, was Gut und Böse ist.
... können wir schon davon ausgehen, dass bei einem eindeutig positiven - für das Unternehmen - Ergebnis, die Medien schon längst einschlägige Informationen hätten, um uns zu erklären, was Gut und Böse ist.
Ein interessantes Ergebnis!
Schade, dass die Studie nicht veröffentlicht wurde.
Wahrscheinlich zeigt sie zu klar die Realität: Netzaffine Kinofans sind keine "Kriminellen".
Es ist oft eher der Fall, dass seltene oder ältere Filme nicht einfach in Kinos oder Videotheken zu finden sind.
Streamer sind meist Menschen, die sich wirklich für Filme interessieren und oft gerne bereit sind, für ein Programmkino Eintritt zu zahlen.
Mich überrascht das Ergebnis nicht.
Was mich überrascht ist eher die Tatsache, dass die großen Filmstudios nicht schon lange eine werbefinanzierte Streaming-Seite anbieten, vielleicht auch einen schnellen Download-Dienst von leistungsfähigen Servern a la rapidshare.
Die Filmindustrie stellt sich etwas schlauer an als die Musikindustrie früher (und auch die haben gelernt, wenn man sich Youtube anschaut; alleine die GEMA stellt sich immer noch quer) und sollte auf dem progressiven Pfad weitergehen, statt ihre potentiellen Kunden zu kriminalisieren.
Gegen den Wind des Wandels kann man sich nicht wehren. Das klappt einfach nie, und gerade die Filmstudios sollten das wissen, auch diese siedelten sich schliesslich in Hollywood an, weil sie einer Art GEMA entkommen wollten: dem Zwang, auf die Benutzung von Filmkameras eine Lizenz zu verlangen.
Statt gegen Windmühlen zu kämpfen, sollte man lieber welche bauen, statt die Ressourcen der Polizei für solchen Quark zu vergeuden.
Ich kann Ihre Ausführungen nur bestätigen. Zwar war ich schon lange nicht mehr im Kino. Dennoch habe ich einige DVDs und Blu Rays gekauft nachdem ich die Streams gesehen hatte. Die Qualität der Streams ist oft schlecht in Bild und Ton, der Gang zu MediaMarkt, Saturn, Kino oder Videothek läßt sich gar nicht vermeiden will man das Movie noch mal richtig genießen.
Die schlechte Qualität der Mitschnitte der tatsächlich aktuellen Kinofilme verleitet so manchen schließlich, sich die gute Geschichte nochmal in der richtigen Qualität anzuschauen.
Ich behaupte mal, dass Kunden, die sich eine DVD oder BlueRay (oder welchen Datenträger auch immer) kaufen, einen Film wirklich "besitzen" wollen. Da sind Streams (egal ob legal, illegal oder halblegal in einer noch ungeklärten Grauzone) keine Alternative. Der Stream ist vielleicht nur der Weg, auf dem jemand einen Film kennenlernt. Wenn diese Kunden zu Raubkopien greifen, dann kann ich mir als Motivation vor allem vorstellen, dass man eine Raubkopie noch sehr viel mehr "besitzen" kann als einen Datenträger mit eingebauten Einschränkungen (Ländercodes, Wiedergabe nur auf bestimmten Geräten, keine Kopie erstellen um das Privatarchiv vor Hausbrand und so zu schützen; Unsichere Interoperabilität ob man auf dem neuen Notebook in 5 Jahren überhaupt noch gucken kann, weil das vielleicht kein CD-Laufwerk hat).
Echte Konkurrenz könnte eher zwischen Videotheken und Streamingportalen bestehen. Hier geht es nämlich um die Kundengruppe, die "nur gucken" will und der es folglich egal ist, ob sie hinterher irgendwas besitzt (also Datenträger, Film auf der Festplatte, Packung, Nutzungsrecht an den Daten usw.).
Ich kann Ihre Ausführungen nur bestätigen. Zwar war ich schon lange nicht mehr im Kino. Dennoch habe ich einige DVDs und Blu Rays gekauft nachdem ich die Streams gesehen hatte. Die Qualität der Streams ist oft schlecht in Bild und Ton, der Gang zu MediaMarkt, Saturn, Kino oder Videothek läßt sich gar nicht vermeiden will man das Movie noch mal richtig genießen.
Die schlechte Qualität der Mitschnitte der tatsächlich aktuellen Kinofilme verleitet so manchen schließlich, sich die gute Geschichte nochmal in der richtigen Qualität anzuschauen.
Ich behaupte mal, dass Kunden, die sich eine DVD oder BlueRay (oder welchen Datenträger auch immer) kaufen, einen Film wirklich "besitzen" wollen. Da sind Streams (egal ob legal, illegal oder halblegal in einer noch ungeklärten Grauzone) keine Alternative. Der Stream ist vielleicht nur der Weg, auf dem jemand einen Film kennenlernt. Wenn diese Kunden zu Raubkopien greifen, dann kann ich mir als Motivation vor allem vorstellen, dass man eine Raubkopie noch sehr viel mehr "besitzen" kann als einen Datenträger mit eingebauten Einschränkungen (Ländercodes, Wiedergabe nur auf bestimmten Geräten, keine Kopie erstellen um das Privatarchiv vor Hausbrand und so zu schützen; Unsichere Interoperabilität ob man auf dem neuen Notebook in 5 Jahren überhaupt noch gucken kann, weil das vielleicht kein CD-Laufwerk hat).
Echte Konkurrenz könnte eher zwischen Videotheken und Streamingportalen bestehen. Hier geht es nämlich um die Kundengruppe, die "nur gucken" will und der es folglich egal ist, ob sie hinterher irgendwas besitzt (also Datenträger, Film auf der Festplatte, Packung, Nutzungsrecht an den Daten usw.).
Ich hab seitdem Kino.to richtig lief keine einzige DVD mehr gekauft, im Kino war ich auch nicht und den letzten Film im Normalotv habe ich glaube ich 2006 geguckt.
Studien kann man sich so hinbiegen, wie man möchte, sie bilden nie die Realität ab.
Richtig ist doch nur, dass die alten Vertriebswege und Marktsperren im Internetzeitalter nicht mehr greifen. Mich kriegt man als Kunde nur noch zurück, wenn man ein Angebot wie Kino.to legal zum Preis von 5€ bei besserer Bildqualität anbietet. Mehr bin ich nicht bereit zu zahlen, schon gar nicht, wenn ich auf eine Serie, die in den USA oder England anläuft Jahre warten soll (oder sie niemals zu sehen bekomme), obwohl Kino.to gezeigt hat, das ein Klick wenige Stunden nach Ausstrahlung reicht.
Und auch die Kriminalität ist so nicht mehr gegeben. Ich speicher nichts mehr auf der Festplatte, weil man heute alles "on demand" kriegt-nur eben nicht legal auf Rechnung. Dafür kann ich aber nichts, wenn die Unternehmen nicht anbieten, was der Kunde will, dann ist das nunmal so. Deshalb bin ich aber als Kunde nicht gezwungen, meine Freizeit oder mein Ausgabeverhalten nach der Wirtschaft zu richten.
Früher hiess es mal "Der Kunde ist König"-ja dann macht mal was für den König, ihr Narren!
hier bei zeit.de zugeben raubkopierten Inhalten zu frönen.
Hoffen sie mal, dass hier nicht jmd. vom Arm des Gesetzes mitliest und die Zeit anfordert ihre IP herauszugeben.
Oder hoffen sie, dass die Zeit nicht von sich aus die IP weitergibt.
Das ist so clever wie die Leute, die sich bei facebook in Gruppen zusammengefunden haben, um über Alternativen zu kino.to zu "beraten".
Manche Leute...
Darf ich fragen, wie Sie auf die 5€ gekommen sind? Das Leben ist kein Ponnyhof und der Markt kein Wunschkonzert, auch wenn der Kunde es manchmal so hätte. Filme werden unter Kostenaufwand gedreht. Wird der Preis gedrückt, wird die Qualität gedrückt. Ich habe keine Lust in einigen Jahren am Abend "Deutschland sucht den Supermovie" anschauen zu müssen.
wenn es so wäre wie sie es gern hätten, dann können sie sich von kostenintensiven blockbustern a la avatar, transformers, harry potter usw. verabschieden.
man muss ja kein genie sein um auszurechnen, dass wenn man statt pro film eine kinokarte für 12€ zu kaufen, nur noch 5€ flatrate für das gesamte kinoprogramm zahlt, sich das ganze kaum noch rechnen kann. naja,wer braucht schon teure special effects und hollywood stars mit riesen gagen...
"Ich hab seitdem Kino.to richtig lief keine einzige DVD mehr gekauft, im Kino war ich auch nicht und den letzten Film im Normalotv habe ich glaube ich 2006 geguckt."
Also ich kaufe seit ich streame (auf die letzten 5 jahre bezogen) deutlich mehr und bewusster DVD's, und gehe auch öfter ins Kino. Bei den DVD's kaufe ich mir zudem auch inzwischen, öfter gerne die Collectors oder Special edition. Ich sehe streamen als bessere auswahlmöglichkeit als z.B. Trailer, letzter flop z.b. war terminator 4 (nur so als beispiel). dieser film war so verhunzt das ich mir ab da geschworen habe nie wieder in einen "blind besehen" in einen film zu gehen.
apropos das DVD regal fasst inzwischen 600 stück. feinste auswahl..
Völlig richtig. Mittlerweile hat der Download oder Stream eines Filmes einige Vorteile, die sogar die Kosten übertreffen:
- KINO hat schlechtere Qualität.
Mit schönem LCD Fernseher, HD Film und Dolby Surround macht es zuhause deutlich mehr Spaß. Aufs Sofa legen, keine der mit Afrofrisur vor einen sitzt und ein Bild, dass es so scharf im Kino nicht zu sehen gibt.
- Kino ist aufwendiger und unflexibler.
Zum Kino muss ich hinfahren. Ich muss anstehen. Ich muss eine halbe Stunde Werbung ertragen. Ich muss zu einer bestimmten Zeit dasein. Einen Stream starte ich wann es mir passt. Einen Download lade ich kurz vorher. Und wenn ich pinkeln muss drücke ich auf Pause.
Die Filmindustrie hat bei den Vertriebswegen einfach gepennt bzw. kann sich nicht auf Lösungen einigen. Die Lizenzgebühren für gestreamte Filme sind einfach viel zu hoch. Wieso sollte ich bei Telekom Entertain oder Alive TV einen HD Film für 7 € streamen, wenn die Blue-Ray 10€ kostet?
Und wenn ich die Blue-ray lieber auf der Festplatte meines Wohnzimmer PCs hätte zum entpannten Starten mit der Fernbedienung ohne Scheibe? Kopierschutz aufwendig knacken, rippen und mehrere Stunden Arbeit?
Warum kein kostenpflichtiger, legaler Download ohne viel Kopier- und Abspielschutz zum vernünftigen Preis?
hier bei zeit.de zugeben raubkopierten Inhalten zu frönen.
Hoffen sie mal, dass hier nicht jmd. vom Arm des Gesetzes mitliest und die Zeit anfordert ihre IP herauszugeben.
Oder hoffen sie, dass die Zeit nicht von sich aus die IP weitergibt.
Das ist so clever wie die Leute, die sich bei facebook in Gruppen zusammengefunden haben, um über Alternativen zu kino.to zu "beraten".
Manche Leute...
Darf ich fragen, wie Sie auf die 5€ gekommen sind? Das Leben ist kein Ponnyhof und der Markt kein Wunschkonzert, auch wenn der Kunde es manchmal so hätte. Filme werden unter Kostenaufwand gedreht. Wird der Preis gedrückt, wird die Qualität gedrückt. Ich habe keine Lust in einigen Jahren am Abend "Deutschland sucht den Supermovie" anschauen zu müssen.
wenn es so wäre wie sie es gern hätten, dann können sie sich von kostenintensiven blockbustern a la avatar, transformers, harry potter usw. verabschieden.
man muss ja kein genie sein um auszurechnen, dass wenn man statt pro film eine kinokarte für 12€ zu kaufen, nur noch 5€ flatrate für das gesamte kinoprogramm zahlt, sich das ganze kaum noch rechnen kann. naja,wer braucht schon teure special effects und hollywood stars mit riesen gagen...
"Ich hab seitdem Kino.to richtig lief keine einzige DVD mehr gekauft, im Kino war ich auch nicht und den letzten Film im Normalotv habe ich glaube ich 2006 geguckt."
Also ich kaufe seit ich streame (auf die letzten 5 jahre bezogen) deutlich mehr und bewusster DVD's, und gehe auch öfter ins Kino. Bei den DVD's kaufe ich mir zudem auch inzwischen, öfter gerne die Collectors oder Special edition. Ich sehe streamen als bessere auswahlmöglichkeit als z.B. Trailer, letzter flop z.b. war terminator 4 (nur so als beispiel). dieser film war so verhunzt das ich mir ab da geschworen habe nie wieder in einen "blind besehen" in einen film zu gehen.
apropos das DVD regal fasst inzwischen 600 stück. feinste auswahl..
Völlig richtig. Mittlerweile hat der Download oder Stream eines Filmes einige Vorteile, die sogar die Kosten übertreffen:
- KINO hat schlechtere Qualität.
Mit schönem LCD Fernseher, HD Film und Dolby Surround macht es zuhause deutlich mehr Spaß. Aufs Sofa legen, keine der mit Afrofrisur vor einen sitzt und ein Bild, dass es so scharf im Kino nicht zu sehen gibt.
- Kino ist aufwendiger und unflexibler.
Zum Kino muss ich hinfahren. Ich muss anstehen. Ich muss eine halbe Stunde Werbung ertragen. Ich muss zu einer bestimmten Zeit dasein. Einen Stream starte ich wann es mir passt. Einen Download lade ich kurz vorher. Und wenn ich pinkeln muss drücke ich auf Pause.
Die Filmindustrie hat bei den Vertriebswegen einfach gepennt bzw. kann sich nicht auf Lösungen einigen. Die Lizenzgebühren für gestreamte Filme sind einfach viel zu hoch. Wieso sollte ich bei Telekom Entertain oder Alive TV einen HD Film für 7 € streamen, wenn die Blue-Ray 10€ kostet?
Und wenn ich die Blue-ray lieber auf der Festplatte meines Wohnzimmer PCs hätte zum entpannten Starten mit der Fernbedienung ohne Scheibe? Kopierschutz aufwendig knacken, rippen und mehrere Stunden Arbeit?
Warum kein kostenpflichtiger, legaler Download ohne viel Kopier- und Abspielschutz zum vernünftigen Preis?
Als fleissiger Nutzer chinesischer Streamingdienste kann ich die Aussage der Studie nur bestätigen. Durch das rießige Angebot mittelmäßiger bis ordentlicher Streams entdeckt man gelegentlich eine Perle, die man sich aufgrund ihrer Erzählqualität unbedingt kaufen will. Man schaut 10 Serien und eine davon ist so gut, dass man sie sich auf DVD kauft. (M)ein Beispiel: The Wire.
Vergleichbares gilt für Filme: Man hat Teil1 gestreamt und will bei Teil2 das volle Kinoerlebnis, oder man entdeckt einen grandiosen Schauspieler und will ihn mal auf großer Leinwand sehen.
Und natürlich auch für Musik: Man entdeckt online eine Band, hö Plakat, dass sie demnächst um die Ecke ein Konzert geben.
Will sagen: Die Welt wird nicht schlechter und die Zahlungsmoral nimmt nicht ab, das Gegenteil passiert. Der Unterschied ist lediglich, dass man seine Konsumwahl besser treffen kann.
Einige Künstler haben das ja auch schon bemerkt und nutzen es, wie etwa Prince oder die Southparkmacher.
Vergleichbares gilt im übrigen auch für Patente und technische Schutzrechte oder Softwarelizenzen. Konsum oder allgemein Nutzungsausschluss führt letztlich nur zu Stagnation und suboptimalen Ergebnissen, weil sich Wissen&Informationen nicht richtig ausbreiten können. Dazu gibts mittlerweile auch genügend wissenschaftliche Studien die das belegen (z.b. Nelson/Winter uvm.).
Alles andere lässt sich mit Wettbewerbsverhalten von Partikularinteressenten erklären. Meistens haben sie genug Macht um sich zu schützen, nur gegen das Internet unterliegen sie alle - zum Glück!
Es gibt sogar schon ein Exempel.
Der Film "Ink" wurde erst durch die "illegalen" Downloads über den Dienst Torrent bekannt.
Bevor dies geschah waren die Verkaufszahlen der DVD eher mau. Erst nach der Verbreitung durch Torrents gingen diese nach oben. Ein zusätzlichen Schub für den Verkauf war eine Danksagung der Regiesseurin des Films. Diese Danksagung ging explizit auf Torrents ein und befand diese als positiv.
Die Verkaufszahlen der DVD gingen danach noch weiter nach oben.
Noch ein Beispiel "X-Men 3".
Dieser wurde über verschiedene Seiten zum Download angeboten. Das Interessante: es war nicht die vollendete Version des Films. Viele Spezialeffekte waren noch nicht komplett ausgearbeitet. In mancher Kampfszene waren noch die Sicherungsseile der Schauspieler zusehen. Animierte Grafiken wurden zum Teil noch nicht kompelett und korrekt dargestellt.
Doch gerade dieser Aspekt der unvollständigen Fassung trieb viele ins Kino. Der Film war bereits eine Woche vor dt. Filmstart im Internet zu finden.
Die Filmindustrie sollte dies nutzen. "Hablfertige" Filme machen neugierg auf mehr. Keiner gibt sich mit halben Sachen zufrieden.
Ich würde mir wünschen dass dieses Potenzial erkannt wird. Der Nutzen ist höher als der Schaden.
In der Betriebswirtschaft und der ihr zugehörigen Disziplin "Marktforschung" ist die Tendenz, dass die Ergebnisse der Forschungen seitens der Unternehmen vorgegeben werden, seit Jahren zu beobachten.
Dort gilt der Grundsatz: wenn der Auftraggeber den Beweis fordert, Wasser sei trocken, so bekommt er den dafür notwendigen Nachweis - ggf. mit gerichtsfester Argumentation. Ansonsten wurde der Vertrag nicht erfüllt, die Studie nie erstellt.
Im übrigen gilt der alte Lehrsatz: Glaube nie einer Statistik, die du nichts selbst gefälscht hast.
Ich kann ehrlich gesagt nicht länger verstehen warum man jahrelang bei der Filmtechnik im Kino gepennt hat.
Ihr wollt ein Beispiel? Cinedom in Köln, seit Jahren die selben teilweise extrem versifften Sitze, dazu dann noch mindere Qualität der Projektoren (im Vergleich zum Heimkino-Set eines Freundes von mir absolut unterentwickelt), Massenproduktion von Filmen auf Kosten der eigentlichen Qualität, usw usf.
Der Markt hat sich lediglich selbst reguliert, und die Sperrung einer oder mehrerer Internetseiten wird an der eigentlichen Problematik nichts ändern.
Ich denke, dass die Studie nämlich genau das zeigt was die lieben Propagandisten der Filmindustrie nicht hören wollen, nämlich dass es sich bei den bösen Raubkopierern und Verbrechern nur um stinknormale Bürger handelt die lediglich die minderwertige Qualität der heutigen Filme offen boykottieren, aber trotzdem zumindest einmal reinschauen wollen und sogar bereit sind für wirkliche Qualität zu zahlen.
Kein Wunder dass sie unter Verschluss gehalten wird - sie entspricht nicht der Meinung der Meinungsmacher.
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