Social Media Google+ ist erst der Anfang
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Verbieten statt Chancen nutzen

Bei kostenlosen Services – auch von Google – gilt nun einmal: Wenn Du nichts dafür zahlen musst, bist Du nicht der Kunde, Du bist das Produkt! Googles Produkt wäre in diesem Fall die Aufmerksamkeit ordentlich sortierter Nutzergruppen für seine Werbekunden.

Viertens: Auch wenn es schon einen klaren Marktführer gibt, lassen sich Dinge besser machen. So dürften die vielgelobten Circles zu einem echten Kennzeichen von Google+ avancieren. Denn mit ihnen nimmt der Verfolger die Psychologie des Menschen ernster, als Facebook es tut. Google lässt viele abgestufte Sozialkontakte zu, denen wir unterschiedlich vertrauen und Unterschiedliches anvertrauen – das stärkt das Soziale im social networking.

Fünftens: Just an jenem Wochenende, an dem Google einen neuen Weg versucht, uns zu vernetzen, fordern in Deutschland drei Landesinnenminister, man möge Facebookparties verbieten. Da wird nicht differenziert zwischen Versehen und Absicht, da wird nicht auf den Seltenheitswert dieses Phänomens eingegangen – es wird einfach nur ein Verbot gefordert. Wer wissen will, auf welchem Niveau sich das Verständnis social media derzeit befindet, muss sich nur diese öffentliche Debatte anschauen.

Die fünf Lehren zeigen vor allem eines: So groß Facebook auch sein mag und so viel versprechend Google+ auch daher kommt, social media steht erst am Anfang.

 
Leser-Kommentare
    • dschun
    • 05.07.2011 um 18:02 Uhr

    Sascha Lobo ist auf Google+ - ich habe ihn zu einem Circle hinzugefügt. Immerhin will man ja wissen, was der Star des flüchtigen Mediums so zu sagen hat. Dabei fällt auf: er postet ein interessantes, nie wirklich ernstes, Posting und erhält daraufhin rund zwischen 30 und 200 Kommentare, ohne im Normalfall ebenfalls mitzukommentieren.

    Ist das also Social Media der Zukunft? Faszinierend ist für mich, dass das Web ein egalitärer Platz ist und trotzdem suchen die Leute nach Führerpersönlichkeiten. Oder biedern sich an. Oder stellen sich ins Rampenlicht. Oder gieren nach 15 Minuten Ruhm.

    Alles wie gehabt also.

    10 Leser-Empfehlungen
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    ... warum verfluchtnochmal taucht immer dieser mann mit dem roten hahnenkamm auf, wenn es um das thema "netz" geht? gibt es denn nun neben SPON auch bei der ZEIT kein entkommen mehr? außer dem recht eindrucksvollen haarschnitt aus dem letzten jahrtausend hat er meines erachtens äußerst wenig zu zu bieten. worauf begründet sich die eigenartige popularität? schaumschlägerei?

    ich bin froh, dass ich lobo et al. nicht in meinem zukunftigen "zirkel"/"kreis" haben werde und mich auch nicht mit mehr oder weniger dummen kommentaren als kleines pilgerchen an deren beiträge kleben muss, um mir wiederum etwas aufmerksamkeit zu verschaffen. augenscheinlich allesamt profilneurotische (und männliche) "alphageeks" (peinliche wortwahl für die ZEIT).

    ... warum verfluchtnochmal taucht immer dieser mann mit dem roten hahnenkamm auf, wenn es um das thema "netz" geht? gibt es denn nun neben SPON auch bei der ZEIT kein entkommen mehr? außer dem recht eindrucksvollen haarschnitt aus dem letzten jahrtausend hat er meines erachtens äußerst wenig zu zu bieten. worauf begründet sich die eigenartige popularität? schaumschlägerei?

    ich bin froh, dass ich lobo et al. nicht in meinem zukunftigen "zirkel"/"kreis" haben werde und mich auch nicht mit mehr oder weniger dummen kommentaren als kleines pilgerchen an deren beiträge kleben muss, um mir wiederum etwas aufmerksamkeit zu verschaffen. augenscheinlich allesamt profilneurotische (und männliche) "alphageeks" (peinliche wortwahl für die ZEIT).

  1. Das gleiche lässt sich bei Mario Sixtus erkennen. Er postet etwas mehr oder minder ernstes und tadaa, ohne weiteres Zutun seinerseits posten alle wie wild weiter. Interessant, dass die "Bloggiganten" das gleiche Schema anwenden...

  2. Ich verstehe die Auflistung dieser Punkte nicht, vor allem 5. Spricht dieser Punkt nun für google+ oder wird gar behauptet, dass die Landesinnenminister von google aufgefordert wurden gegen Facebook Wind zu machen?

    Ich bin selbst bereits bei google+, allerdings kein geek sondern ein social media Interessierter. Das größte Problem wurde gar nicht zur Sprache gebracht: Durch die ganzen Kreise kann der Anwender zwar bestimmen, wer etwas lesen kann (so gibt es auch keine "Pinnwand", sondern man erstellt einen Post, den nur eine Personen sehen kann), doch muss immer genau drauf geachtet werden, wer in welchem Kreis ist und welcher Kreis was lesen kann/darf.
    Außerdem wurde außer Acht gelassen, dass man auch Leute auf google+ "nur folgen" kann, indem man sie in den entsprechenden Kreis setzt und somit auch eine Art Blog für den Nutzer zur Verfügung stellt, wo jeder einem folgen kann, was wiederum ein deutlicher Vorteil gegenüber Facebook ist.

    Natürlich wird die "Aufgeräumtheit" mit Anwendungen et cetera verloren gehen, doch wird hier komplett vernachlässigt, dass diese Schlichtheit typisch google ist und im neunen google-Design untergebracht wird. google ist schlicht und so wird google+ auch immer schlicht bleiben. gmail ist auch übersichtlich und schlicht, nicht so wie gmx.de oder web.de.

    Anbei: Zwar heißt die Funktion Circles in der Navigation, auf der folgenden Seite steht auf der deutschen Version von google+ "Kreis".

  3. Der Artikel vergisst eines der wichtigesten Argumente fuer google+:

    Es integriert sich nahtlos mit Android. Das Verschmelzen von der digitalen Existenz und dem wirklichen Leben findet in Zukunft hauptsaechlich mobil statt. Daher koennte die Integration von Android und google+ (z.B. instant upload) zum Killerfeature werden.

    Abgesehen davon hat google bei Multiplikatoren (Alphageeks) einen guten Ruf (besser als FB, Apple oder MS), da es seine Kunden durch gute Produkte und nicht durch Vendor-Lock-In zu halten versucht:
    http://techcrunch.com/201...

    Also, hereinspaziert :)
    http://xkcd.com/918/

    10 Leser-Empfehlungen
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    Ich sehe zu der Google+ App eigentlich keinen Unterschied zur Android Facebook Application. Aber der "instant photo upload" war auch das Erste, was ich deaktiviert habe. Wäre ja noch schöner, wenn mein Handy jedes private Bild gleich ins Netz bläst.
    Anders ist hingegen der "Nearby" Stream, aber den kennt man schon von Twitter.

    Das sehe ich ganz genau so. Bei ca. 500.000 zusätzlichen Aktivierungen eines Androidhandys PRO TAG ist das Potenzial eines nativ integrierten google+ natürlich immens. Entsprechend schnell könnte auch eine Vermarktung erfolgen. Einfach an jedes Androidkonto (das ja in aller Regel sowieso ein googlemail-Konto mit sich zieht) noch ein google+ Konto zufügen und schon ist die potenzielle Nutzerbasis mitder von Facebook vergleichbar.
    Fraglich ist natürlich, ob sich Apple und die Telefonanbieter das gefallen lassen. Apple dürfte zähneknirschend auf eine ordnetliche/gute google+ app drängen (die Alternative wäre ja nur eine nähere Angliederung an FB womit sie aber anders als Android nicht zweigleisig fahren würden).
    Den Telefonanbietern dürfte die Videochat/-telefon und die Gruppenmessagedienste nicht gefallen, aber auch sie werden sich wohl schnell fügen, wenn sie merken, dass gegebenenfalls durch den erhöhten täglichen Datenverkehr teurere Internetoptionen abgenommen werden.

    Ich sehe zu der Google+ App eigentlich keinen Unterschied zur Android Facebook Application. Aber der "instant photo upload" war auch das Erste, was ich deaktiviert habe. Wäre ja noch schöner, wenn mein Handy jedes private Bild gleich ins Netz bläst.
    Anders ist hingegen der "Nearby" Stream, aber den kennt man schon von Twitter.

    Das sehe ich ganz genau so. Bei ca. 500.000 zusätzlichen Aktivierungen eines Androidhandys PRO TAG ist das Potenzial eines nativ integrierten google+ natürlich immens. Entsprechend schnell könnte auch eine Vermarktung erfolgen. Einfach an jedes Androidkonto (das ja in aller Regel sowieso ein googlemail-Konto mit sich zieht) noch ein google+ Konto zufügen und schon ist die potenzielle Nutzerbasis mitder von Facebook vergleichbar.
    Fraglich ist natürlich, ob sich Apple und die Telefonanbieter das gefallen lassen. Apple dürfte zähneknirschend auf eine ordnetliche/gute google+ app drängen (die Alternative wäre ja nur eine nähere Angliederung an FB womit sie aber anders als Android nicht zweigleisig fahren würden).
    Den Telefonanbietern dürfte die Videochat/-telefon und die Gruppenmessagedienste nicht gefallen, aber auch sie werden sich wohl schnell fügen, wenn sie merken, dass gegebenenfalls durch den erhöhten täglichen Datenverkehr teurere Internetoptionen abgenommen werden.

  4. Eine offenes Protokoll, wie eMail, dass verschiedene Anbieter nutzen können, aber die Informationen untereinander fließen können. Ich kann ja auch eine eMail von Googlemail nach Yahoo schicken. Google Wave war so ein Ding - das war so konzeptioniert, dass jeder einen Wave Server aufsetzen konnte, ohne dass das den Informationsfluss eingeschränkt hätte. Das war leider seiner Zeit voraus. Allerdings scheint man sich, vor allem bei Google, diesem Umstand durchaus bewusst zu sein und das Wave-Protokoll existiert ja nach wie vor.
    Deswegen bin ich guter Dinge, dass wir so etwas wie ein freies Social Media noch erleben werden.
    Das schließt ja Werbung und Lukrativität nicht aus - es geht halt jeder zu dem Anbieter, der einem besser gefällt, nur kann man halt auch mit den Nutzern anderer Plattformen befreundet sein, ihnen auf die Wall posten, kommentieren etc.

  5. und Google hat in fast jedem Land Niederlassungen. Mit Google kann man als Mensch kommunizieren, man wird als Kunde und als Mensch akzeptiert. Versuchen Sie das mal bei facebook, wenn ein Problem auftritt.
    Wer später kommt, hat immer den Vorteil, von den Fehlern seiner Vorgänger zu lernen. Google hat die Ressourcen, sich mit der Vermarktung viel Zeit zu lassen. Wenn Googles Leute nicht dauernd so hektisch ändern wie facebook, kann´s was werden. Ich liebe es schon heute und fahre für eine Zeitlang einfach 2-gleisig, schon wegen der Firma. Spannend wird es auf jeden Fall. Und eines kann ich heute auch sagen: nicht nur "social nets" sondern die gesamte Computertechnik und -welt steht total am Anfang, es gibt irrsinnig viel zu entwickeln. Wer das Zeug dazu hat, wird sich zeigen. Hier in unserem haus trauen wir Google eine Menge zu, das steht fest. Und Google ist ein verläßlicher Geschäftspartner mit "übersichtlichen" Methoden und kompetenten, engagierten Mitarbeitern.

    Eine Leser-Empfehlung
  6. ... warum verfluchtnochmal taucht immer dieser mann mit dem roten hahnenkamm auf, wenn es um das thema "netz" geht? gibt es denn nun neben SPON auch bei der ZEIT kein entkommen mehr? außer dem recht eindrucksvollen haarschnitt aus dem letzten jahrtausend hat er meines erachtens äußerst wenig zu zu bieten. worauf begründet sich die eigenartige popularität? schaumschlägerei?

    ich bin froh, dass ich lobo et al. nicht in meinem zukunftigen "zirkel"/"kreis" haben werde und mich auch nicht mit mehr oder weniger dummen kommentaren als kleines pilgerchen an deren beiträge kleben muss, um mir wiederum etwas aufmerksamkeit zu verschaffen. augenscheinlich allesamt profilneurotische (und männliche) "alphageeks" (peinliche wortwahl für die ZEIT).

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    ...und da "prominent sein" bedeutet, dafür berühmt zu sein dass man berühmt ist - haben wir es bei Lobo wie bei allen Promis mit einer Hohlform der Existenz zu tun: die sich selbst verpackende Verpackung bzw. die Verpackung die sich selbst enthält; eine Art Nichts, getarnt als falsche Unendlichkeit; es ist als würde man in einem Bild von Escher die Treppe hochlaufen: man kommt immer wieder unten an.

    Der Promi stellt als Medium einer Botschaft ein ihm zugeschriebenes soziales Kapital zur Verfügung - wobei diese Zuschreibung nicht auf erbrachter Leistung beruht sondern eher ein Rückkopplungseffekt ist, den man allein schon durch permanente mediale Präsenz erzeugen kann. Egal was diese Frisur sagt: Die Botschaft von Sascha Lobo heißt immer: Sascha Lobo!

    ...und da "prominent sein" bedeutet, dafür berühmt zu sein dass man berühmt ist - haben wir es bei Lobo wie bei allen Promis mit einer Hohlform der Existenz zu tun: die sich selbst verpackende Verpackung bzw. die Verpackung die sich selbst enthält; eine Art Nichts, getarnt als falsche Unendlichkeit; es ist als würde man in einem Bild von Escher die Treppe hochlaufen: man kommt immer wieder unten an.

    Der Promi stellt als Medium einer Botschaft ein ihm zugeschriebenes soziales Kapital zur Verfügung - wobei diese Zuschreibung nicht auf erbrachter Leistung beruht sondern eher ein Rückkopplungseffekt ist, den man allein schon durch permanente mediale Präsenz erzeugen kann. Egal was diese Frisur sagt: Die Botschaft von Sascha Lobo heißt immer: Sascha Lobo!

  7. Ich sehe zu der Google+ App eigentlich keinen Unterschied zur Android Facebook Application. Aber der "instant photo upload" war auch das Erste, was ich deaktiviert habe. Wäre ja noch schöner, wenn mein Handy jedes private Bild gleich ins Netz bläst.
    Anders ist hingegen der "Nearby" Stream, aber den kennt man schon von Twitter.

    Antwort auf "google+"
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    Wer eine App auf seinem Android installiert, sollte z.B. grundsätzlich die Berechtigungen checken: Als die Facebook-App bei einem Update plötzlich meine SMS lesen, bearbeiten und selbst welche verschicken können wollte, hab ich sie ganz schnell deinstalliert (und nutze seitdem das mobile Browserportal). Die Google+App will zwar auch ne ganze Menge, aber da ist nichts bei das ein Ausschlusskriterium für mich wäre.
    Alles in allem scheint Google+ ja gar nicht alles anders machen zu wollen, nur einiges besser. Ich bin gespannt...

    Wer eine App auf seinem Android installiert, sollte z.B. grundsätzlich die Berechtigungen checken: Als die Facebook-App bei einem Update plötzlich meine SMS lesen, bearbeiten und selbst welche verschicken können wollte, hab ich sie ganz schnell deinstalliert (und nutze seitdem das mobile Browserportal). Die Google+App will zwar auch ne ganze Menge, aber da ist nichts bei das ein Ausschlusskriterium für mich wäre.
    Alles in allem scheint Google+ ja gar nicht alles anders machen zu wollen, nur einiges besser. Ich bin gespannt...

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