Im Bemühen, Geldwäsche zu bekämpfen, versucht die Bundesregierung derzeit, anonymes elektronisches Geld zu verbieten. Das klingt logisch, allerdings nur solange dabei allein der Aspekt der Sicherheit betrachtet wird.

Anonymität gilt in unserer Gesellschaft als wichtige Bedingung für freie Entfaltung und Demokratie. Gleichzeitig hat sie klar definierte Grenzen, im Straßenverkehr zum Beispiel. Im Internet muss diese Balance an vielen Stellen noch ausgehandelt werden, was nicht immer leicht ist . Der Gesetzentwurf " zur Optimierung der Geldwäscheprävention ", den die Bundesregierung gerade verabschiedet hat, ist vor allem unter dem Sicherheitsaspekt verfasst worden.

Der Entwurf sieht vor, dass bei jeder Transaktion von sogenanntem E-Geld die Identität des Einzahlers festgehalten und gespeichert werden muss.

E-Geld bezeichnet alle Instrumente, mit denen digital bezahlt werden kann. Davon gibt es inzwischen eine ganze Menge. So gibt es im Einzelhandel gegen Bargeld Karten, mit denen im Netz bezahlt werden kann, ob sie nun cashU oder UKash heißen. Außerdem gibt es komplett digitale Handelssysteme wie beispielsweise Bitcoin . Auch die Kreditkartenfirma Visa hat ein Produkt namens Wirecard entwickelt, das auf dieser Idee basiert: Eingezahlt wird bar – überwiesen wird anonym.

Interessanterweise fördert das eben nicht die Kriminalität, im Gegenteil. Diese Systeme wurden entwickelt, um Kunden im Netz zu schützen. Wer bei einem digitalen Handel seine Identität nicht preisgeben muss, läuft nicht Gefahr, dabei komplett ausgenommen zu werden. Das eingezahlte Geld ist im Zweifel dahin, nicht aber das gesamte Konto. Ein "Diebstahl" der Identität und der Kontoverbindung ist nicht möglich. Deshalb wurde die sogenannte Paysafecard entwickelt – mit Mitteln der EU.

Die Überarbeitung des deutschen Geldwäschegesetzes würde das nun unterlaufen. Laut des neuen Paragrafen 3 Absatz 2 Satz 3 Geldwäschegesetz ist ein "Null-Schwellenwert" geplant: Egal wie klein eine Zahlung ist, wer E-Geld erwirbt, muss sich ausweisen.

Bislang gibt es Grenzwerte: Wer bei einer Bank Bargeld einzahlt – die anonyme Form der Transaktion –, muss sich erst ab einer Summe von 15.000 Euro identifizieren.