Windows 8Kacheln statt Schreibtisch

Windows 8 orientiert sich an der Tablet-Optik. Da es auch für Tabletprozessoren gebaut wird, werden alte Rechner Probleme bekommen. Auch das Büro-Paket wird umgekrempelt. von Kurt Sagatz

Screenshot einer Microsoft-Videopräsentation von Windows 8

Screenshot einer Microsoft-Videopräsentation von Windows 8  |  © Screenshot ZEIT ONLINE

Mit der Veröffentlichung von Windows 7 vor anderthalb Jahren ist die Kritik an Microsofts Betriebssystem für PCs und Mobilrechner so gut wie verstummt. Vergessen sind die nervigen Unterbrechungen des Vorgängers Windows Vista und dessen Leistungshunger, der selbst schnelle Computer unnötig in die Knie zwang. Mit dem Service-Pack 1 zu Windows 7 wurden seither zudem die größten Kinderkrankheiten beseitigt.

Was für die weltweiten Computernutzer eigentlich der Idealzustand sein sollte, stellt Microsoft und die Computerindustrie vor das Problem, mit welchen Innovationen die Kunden zum nächsten Windows und zum Geräteneukauf bewegt werden sollen.

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Die nun bekannt gewordenen Pläne für Windows 8 zeigen, welche Neuerungen dies sein können. Neuerungen, auf die man sich bereits jetzt einstellen sollte, wenn man einen neuen Computer kaufen will.

Und noch etwas hat sich geändert: Microsoft hat in dieser Woche die Internetversion seines Büropaketes Office 365 in den Regelbetrieb geschickt. Der Anwender kann sich somit künftig entscheiden, ob er Microsoft Office besser aus der Box auf dem eigenen Computer installiert oder in der so genannten Cloud nutzt – oder sich für eine ganz andere Lösung entscheidet .

Bislang hat Microsoft das neue Windows auf einer amerikanischen Technologiekonferenz nur in einer frühen Testversion gezeigt . Bekannt ist, dass Windows 8 ebenso für Tablet-Computer mit ihrer Touchscreen-Bedienung geeignet sein soll wie für PCs, Notebooks und Netbooks.

Die auffälligste Neuerung betrifft die optische Erscheinung, also die grafische Benutzeroberfläche. Im Zentrum stehen die von Microsofts Handy-Betriebssystem Windows Phone 7 bekannten Kacheln, mit denen die Anwendungen gestartet werden können. Microsoft spricht dabei vom "Metro"-Look.

Die Kacheln informieren den Nutzer zugleich darüber, dass zum Beispiel im Mailprogramm drei neue Nachrichten eingegangen sind oder ob morgen die Sonne scheint. Der seit Windows 95 übliche Startknopf fehlt hingegen.

Bios

Bislang werden Computer vom "Basic Input Output System" (Bios) gestartet. In diesem grundlegenden Betriebssystem ist unter anderem festgelegt, welche Festplatte in einem System installiert ist. Das Bios-Konzept stammt aus der PC-Frühzeit und ist einer der Gründe, warum viele Computer so lange brauchen, um hochzufahren.

Mit Windows 8 könnte der endgültige Abschied vom Bios einhergehen. Es soll vom UEFI-System (Unified Extensible Firmware Interface) abgelöst werden. Das neue System wird dann gleichermaßen für PCs wie für Tablet-PCs eingesetzt.

UEFI

Neben dem schnelleren Start vereinfacht UEFI die Entwicklung von Treibern. Der größte Nachteil liegt darin, dass Windows 8 dann nur noch mit Computern funktioniert, deren Mainboards mindestens UEFI 2.x unterstützen. Viele ältere Rechner machen das nicht.

Systeme mit dem neuen System sind übrigens schon heute einsetzbar: Die x64-Versionen von Windows Vista, Windows 7 und Windows Server 2008 unterstützten bereits UEFI ab Version 2.x.

Aber auch unter der Oberfläche soll sich vieles ändern. Damit Windows 8 auch auf Tabletrechnern funktioniert, müssten die dort eingebauten ARM-Prozessoren unterstützt werden. Die Änderungen könnten weitreichende Folgen haben. Für einen schnelleren Windows-Start ist ein Wechsel vom alten Computergrundsystem Bios zum neuen System UEFI nötig. Das würde bedeuten, dass Windows 8 auf einem Computer bisheriger Bauart nicht mehr läuft. Wer mit dem Gedanken für einen Computerneukauf spielt und mit Windows 8 liebäugelt, sollte darum abwarten, bis es dazu von Microsoft eine endgültige Aussage gibt.

Einen genauen Verkaufsstart von Windows 8 gibt es nicht. Als möglicher Termin gilt der Herbst 2012, eine öffentliche Beta-Phase wie bei Windows 7 könnte dann zum Jahreswechsel 2011/2012 beginnen.

Leserkommentare
  1. Für Leute mit 3 Anwendungen die ihren PC nur für den Internetbrowser und die eventuelle Email nutzen mag dies ja interessant sein.

    In dem Moment in dem Man etliche Programme nutzt - und benötigt hat so eine Startmenüliste viele Vorteile.
    Die Taskleiste ist hier auch äußerst praktisch.

    Für Produktive Arbeit kann ich diesem System absolut nichts abgewinnen.

    Und der Kommentar bezüglich Vista ist auch so nicht korrekt - ja, Vista hatte Probleme, vor allem auf zu schwachen Geräten (auf denen es verkauft wurde) - auf genügen starken Geräten ist der Unterschied zu Win7 allerdings gering.

    Dazu ist Vista seit Service Pack 1 auch äußerst stabil und zuverlässig.

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    • c3p
    • 01. Juli 2011 15:00 Uhr

    Ich nutze auch jetzt schon Launchy, eine Launchbar die mit alt+leertaste aktiviert wird und bei der eingabe von fir + enter schon reicht um firefox zu starten.

    Natürlich ist eine Sicht über alle Programme manchmal praktisch, aber im normalen Tagesablauf benutzt man vielleicht 5-10 die man startet und nochmal einige die indirekt (z.B. .zip entpacken, pdf öffnen) gestartet werden.

    • oooo
    • 01. Juli 2011 14:22 Uhr

    Was denn nun?

    Im Artikel steht, dass Windows 8 NEBEN x86 AUCH die ARM- Prozessoren (also die RISC- Architektur) unterstützen soll. Um diese Kompatibilität zu ermöglichen, soll Bios durch UEFI ersetzt werden.

    Soweit es mir bekannt ist, kommen auch aktuelle Computer aber schon mit UEFI klar.

    Bitte korregieren Sie mich, aber ich sehe nicht, wo da eine Inkompatibilität auftreten sollte.

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    ob gleichzeitig die Unterstüzung für BIOS eingestellt wird. Dann läufts natürlich nicht mehr auf alten Rechnern. Aber wenn sie es wie bisher machen, dass die Builds für unterschiedliche Architekturen auch getrennt ausgeliefert werden (x86 und x86-64 werden zwar zusammen ausgeliefert, aber da baut das eine ja auf dem anderen auf), dann wird es wohl so sein: wenn die Architektur EFI voraussetzt, wird es unterstützt (und ist eben wegen der Architektur Voraussetzung), so wie das aktuell schon bei den IA-64-Versionen der Fall ist und für die Architekturen, die kein EFI voraussetzen (also x86-(64)) wird es eventuell unterstützt (aktuell m. E. nicht der Fall), aber nicht vorausgesetzt und BIOS wird unterstützt.

    Und von (U)EFI auf aktuellen Rechnern kann man glaube noch nicht ausgehen. Meine Kisten, Netbook und PC aus dem Letzten Jahr, implementierens jedenfalls noch nicht. Und laut WIKIPEDIA (DE): Extensible Firmware Interface ist die Lage noch durchwachsen.

  2. Ich nutze seit knapp 2 Jahren Vista, und möchte mein Betriebssystem eigentlich nicht jährlich wechseln, zumal ich schon von der neuen Nutzeroberfläche von 7 nicht wirklich angetan war.

    Meiner Meinung nach fehlt (allerdings schon immer) der Support für die älteren Windows-Versionen, insb. für Menschen die nicht die finanziellen Mittel haben ständig Hard- und Software aufzurüsten.

    Microsoft sollte sich eher an der Open-Source Szene orientieren, die nicht jährlich ein neues System entwerfen, an das sich jeder gewöhnen muss, sondern sich über neue Versionen hangeln.

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    Was genau fehlt Ihnen denn hinsichtlich des Supports seitens MS für Vista?

    Ich will nun wirklich nicht als Anwalt von Herrn Gates auftreten aber ich benutze immer noch Windows XP (SP3) und selbst dafür gibt es noch alle paar Wochen/Monate gelegentliche Updates (diese Woche gerade wieder). Ich kann jedenfalls nicht klagen denn mein System läuft seit mittlerweile über 5 Jahren stabil und das trotz sehr vieler Downloads, Installationen, etc., was aber natürlich nicht nur an den MS-Updates sondern auch an etwas "Pflege" meinerseits liegt.

    Ich kann mir wirklich kaum vorstellen, dass man für das vergleichsweise neue Vista keinen anständigen Support bekommt (die sonstigen Schwächen dieses Systems einmal außen vor).

  3. Der Autor meint wohl: wer seinen alten Rechner mit Windows 8 ausstatten will, bekommt Probleme. Was ja auch so geschrieben wurde. Warum es bei einem neuen Rechner Probleme geben sollte, bleibt rätselhaft.

    Wenn man sich einen Computer zusammen stellt achtet man eben darauf, bei einem Komplett-PC mit Windows 8 wird es wohl eh laufen.

    Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, das Microsoft eine Insellösung bevorzugt und die Rückärtskompatibilität absägt. Das kennt man eher von Apple, die da recht gnadenlos zum Nachteil des Verbrauchers agieren.

    • -Ziet-
    • 01. Juli 2011 14:48 Uhr

    Dazu ist Windows 8 gar nicht interessant genug und Windows 7 nicht schlecht genug. Ich z.B. habe immer noch keinen Grund gefunden XP aufzugeben - läuft auf jedem Rechner, braucht keinen Support und bietet meinen Programmen alles was diese brauchen.

    Microsoft sollte ich einen neuen Marktplatz zum Geldverdienen suchen, anstatt gute und bewährte Artikel kaputtzuprogrammieren. Haben die aus ihrem Flop mit Vista denn immer noch nicht gelernt?

    Es ist Nonsens, wegen dem aktuellen Smartphone-Peak, ein gestandenes Betriebsystem so völlig darauf abzurichten - außer man hat vor wieder mal viele verschiedene Varianten seines Betriebsystems anzubieten.

    Wenn MS aber dann auch noch darauf abfährt - dann wird es Zeit sich unter Linux-Distributoren einen Ersatz zu suchen - taugliche Oberflächen-Fenster für Linux gibt es ja inzwischen zur Auswahl.

    PS
    Als Office-Ersatz empfehle ich meist die sehr günstige Alternative "Softmaker-Office 2010" - damit hat man außer einem hervorragenden Büro-Paket auch noch seine Dateien optimal kompatibel, was das Dateiformat betrifft. Und seit die PDF-Umwandlung integriert wurde, ist es auch noch bequem zu nutzen.

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    "Es ist Nonsens, wegen dem aktuellen Smartphone-Peak, ein gestandenes Betriebsystem so völlig darauf abzurichten - außer man hat vor wieder mal viele verschiedene Varianten seines Betriebsystems anzubieten."

    Aber genau das Gegenteil ist doch die Motivation dahinter. Es soll ein Windows für alle werden-langfristig. Die Zeiten, in denen alle Geräte getrennt voneinander liefen sind nunmal vorbei.

    In Zukunft sind alle Geräte am Netz und man wird nicht wegen jedem Pipifax ein Spezialgerät nutzen, sondern eben wahlweise per Smartphone, Laptop, Tablet oder TV seine Sachen regeln.

    Da wäre Microsoft schön blöd, wenn sie den Applefehler der Syncsoftware (es geht ja nüscht ohne iTunes) aufgreifen würden. Nee, in Zukunft gewinnt der, der auf allen Geräten vertreten ist, der keine künstlichen Barrieren schafft.

    Wenn Windows das schafft, dann verschwindet Apple wieder in der Versenkung. Denn bedienfreundlich werden zunehmend alle Betriebssysteme, ob das nun Windows, Android oder iOS ist, die nehmen sich in naher Zukunft alle nichts mehr.

    Windows hat aber den Vorteil, dass es seit Jahrzehnten in Gebrauch ist und den Leuten vertraut. Apple hat nur den momentanen Hype und Android ist einfach noch zu unausgereift, was den Produktivsektor angeht.

    Ich würde Microsoftaktien kaufen, wenn ich Geld hätte. Da kommt noch ordentlich was und Googles Durchmarsch wird keineswegs so leicht, wie man heute glauben könnte.

    Hatte Win7 installiert, musste aber feststellen das es mit der vielbeschworen Abwärtskompatibilität nicht so weit her war. Kaum ein altes game hat funktioniert, und die neuen Komfortfunktionen bieten auch keine nennenswerten Vorteile.
    Wie wärs mal mit echten praktischen neuerungen? Cool wäre z.B. eine Tableiste im Explorer in der man Order "platzieren" kann die man oft braucht. Eine Möglichkeit, alle Programme über das "Ausführen" Eingabefeld zu starten wäre auch gut, auf dem Desktop will ich nämlich keine Verknüpfungen.
    Eine Möglichkeit direkt zwischen zwei Ordnern zu switchen wäre auch hilfreich. Könnte man mit "hold-key" machen.

    Über die Jahre sind mir so oft kleine Dinge aufgefallen, die man mal hätte einbauen können, statt einfach jedesmal nur "umzubauen".

  4. Ich als Privatanwender benutze unter Windows Open Office. Noch Fragen?

  5. ob gleichzeitig die Unterstüzung für BIOS eingestellt wird. Dann läufts natürlich nicht mehr auf alten Rechnern. Aber wenn sie es wie bisher machen, dass die Builds für unterschiedliche Architekturen auch getrennt ausgeliefert werden (x86 und x86-64 werden zwar zusammen ausgeliefert, aber da baut das eine ja auf dem anderen auf), dann wird es wohl so sein: wenn die Architektur EFI voraussetzt, wird es unterstützt (und ist eben wegen der Architektur Voraussetzung), so wie das aktuell schon bei den IA-64-Versionen der Fall ist und für die Architekturen, die kein EFI voraussetzen (also x86-(64)) wird es eventuell unterstützt (aktuell m. E. nicht der Fall), aber nicht vorausgesetzt und BIOS wird unterstützt.

    Und von (U)EFI auf aktuellen Rechnern kann man glaube noch nicht ausgehen. Meine Kisten, Netbook und PC aus dem Letzten Jahr, implementierens jedenfalls noch nicht. Und laut WIKIPEDIA (DE): Extensible Firmware Interface ist die Lage noch durchwachsen.

    • c3p
    • 01. Juli 2011 15:00 Uhr

    Ich nutze auch jetzt schon Launchy, eine Launchbar die mit alt+leertaste aktiviert wird und bei der eingabe von fir + enter schon reicht um firefox zu starten.

    Natürlich ist eine Sicht über alle Programme manchmal praktisch, aber im normalen Tagesablauf benutzt man vielleicht 5-10 die man startet und nochmal einige die indirekt (z.B. .zip entpacken, pdf öffnen) gestartet werden.

    Antwort auf "Verblödung des OS"
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    Was ich gerne tue ist einfach die Startmenü Taste zu drücken und anfangen den Namen zu tippen -> "visu" -> Eingabetaste und Visualstudio ist auf. (geht auch für alles andere ganz gut)

    Das basiert aber irgendwie, irgendwo auf dem Startmenü und setzt voraus dass man die Namen der Programme kennt.

    So ein launchbar funktioniert sicherlich auch gut wenn man sich die Abkürzungen merken will - was für mich persönlich jedoch umständlicher scheint als den Namen des Programms einzugeben. (auch wenn man weniger Tasten drücken muss)

    ich Arbeite auch schon seit Jahren (unter Linux, wie unter Windows) mit assoziativer Suche. Das ist meistens schneller, als sich durch Menüs zu hangeln und schneller, als die Kommandozeile. Wenn es darum geht, das System zu erforschen, ist es zugegeben etwas umständlicher, wenn es keine Menüs gibt. Ich finde auch, dass eine Baum-Sicht auch in den Systemen, wo es das nicht mehr gibt (unter Linux Unity und Gnome 3) wieder eingeführt werden sollte, ist sonst blöd, wenn man den Programmnamen nicht mehr weiß und das Programm auch nicht unter den richtigen Stichworten registriert ist.

    Ich hab glaube unter Windows 7 noch nicht einmal etwas aus dem Startmenü rausgesucht. Windows-Taste drücken … ein paar Buchstaben des Programmnamens oder eines assoziierten Schlagwortes eingeben und dann meistens einfach Enter oder Direktauswahl aus einer kurzen Liste (allerdings ist Windows für mich auch vor allem Game-Loader). Unter Unity und Gnome 3 ist das inzwischen der selbe Ablauf und die Vorteile überwiegen die bisherigen Nachteile.

    Zugegeben, man muss seine Arbeitsweise ändern, aber die Lernkurve ist äußerst gering. Und wo man vorher mitunter unlogische Menüwege oder Kommandozeilenbefehle auswendig können musste, muss man jetzt eben Programmnamen und Schlagworte beisammen haben.

    • kauss
    • 04. Juli 2011 2:31 Uhr

    Wenn man die Windowstaste und die Stelle an der das Programm in der SuperBar ist als Zahl eingibt.
    Das geht zwar nur bis 10 reicht aber für die meisten Anwender aus.
    Ich habe 13 Programme angeheftet, davon sin allerdings 3 Browser, 3 Mediaplayer und 4 Programme für die Arbeit, die meisten Leute dürften weniger haben.
    Mit Windows Taste + f + i + r + Enter öffnet sich Firefox auch. Nur eine Taste mehr aber keine zusätzliche Konfiguration.

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